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Nominierte EU-Kommissionschefin: Franzosen freuen sich auf von der Leyen
Benoit Tessier/ DPA

In keinem Land blicken die Menschen positiver auf eine Deutsche an der EU-Spitze als in Frankreich. Ursula von der Leyen profitiert dabei vor allem vom hohen Ansehen Angela Merkels.

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Gluehweintrinker 15.07.2019, 11:47
1. Keine großen Chancen

Wer die Äußerungen aus den EU-Fraktionen registriert und das angekündigte Abstimmungsverhalten für real hält, der muss mit dem Durchfallen VDLs rechnen. Der Apparat funktioniert mehr schlecht als recht, und es wird höchste Zeit, dass man die Wahlverfahren und EU-Meinungsfindungen auf neue Beine stellt. In Zeiten, da erklärte EU-Zerstörer kein Interesse an einer gedeihenden EU haben, muss man sich ohnehin von dem Idealzustand "Einigkeit" verabschieden. Der Mehrheitsbeschluss in jeder Form muss zum Normalfall werden, ansonsten riskieren wir den Zerfall der EU, und das kann nicht gut sein. Gut wäre das für China, Russland, die USA.

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Bonnefortune 15.07.2019, 12:20
2. Dezente Nachfrage

Könnte bitte irgendjemand wahrheitsgemäß und nachvollziehbar darlegen, welche besonderen Verdienste sich Frau Urula von der Leyen in den drei Ministerämtern erworben hat, die sie in den vergangenen Jahren innehatte? Vergessen wir mal für einen Moment die Loyalität zwischen UvdL und Kanzlerin, daß sie eine Deutsche ist ( ... wir sind Kommissionspräsidentin...) und eine Frau, dann bleibt an sich wenig, was sie besonders für diesen Posten auszeichnet. Menschlich gönne ich ihr diese Abrundung ihrer Karriere, aber in einem von Fliehkräften und Unterminierung geplagten Europa wünsche ich mir eher eine Margrethe Vestagher. Und: nein- ich bin nicht rechtsradikal, kein Wutbürger, war jahrzehntelang CDU-Wähler und bin noch nicht zu müde , um ein paar Dinge, die im Politgeschwätz vernebelt werden, zu hinterfragen.

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brux 15.07.2019, 12:23
3. Vestager

Der Vestager Hype ist ziemlich daneben.
Die Generaldirektion Wettbewerb der Kommission ist stark, weil der EU Vertrag ihr viel Macht gibt. Da muss man fast keine Kompromisse eingehen, das meiste wird formaljuristisch durchgezogen. Folglich sieht die Kommissarin immer gut aus.
Wo ernsthafte ökonomische Analyse notwendig war um Fälle zu begründen, ist man recht häufig auf die Schnauze gefallen. Auch der Fall Apple/Irland ist vor Gericht noch nicht durch, d.h. die grossen Leistungen Vestagers stehen bislang nur auf dem selbst geschriebenen Papier.
Übrigens gibt es einen guten Grund eine Dänin als Kommissionspräsidentin zu vermeiden: Dänemark ist nicht im Euro und optiert oft aus EU Gesetzen heraus (z.B. bei der Verteidigungspolitik). Die Dänen haben in Brüssel den Ruf sich für etwas besseres zu halten und haben auch einen gewissen Drang, das alle wissen zu lassen.

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mrwatson 15.07.2019, 12:43
4. Franzosen freuen sich

Sind da etwa Wirtschaftsberater mit gemeint ?
Ironie aus !

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gersois 15.07.2019, 13:00
5. Starke Führung?

Wie um Himmels Willen kommt darauf, dass Frau VDL eine starke Führungspersönlichkeit sei? Ihre Nominierung ist ein Sieg Macron, der Frau Lagarde durchsetzte und mit Frau VDL eine SCHWACHE Kommissionspräsidentin vorschlug. Gerade Macron mit seinen Großmachtträumen braucht keine starke EU-Kommission, um sich als Führungspersönlichkeit in Europa zu etablieren. Und Deutschland braucht dringend eine starke Regierung, um dagegen zu halten, und keine ausgebrannte, passive Bundeskanzlerin.

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Papazaca 15.07.2019, 13:13
6. So, wie von der Leyen angezogen ist ....

sollen Franzosen für sie sein? Jetzt wird jemand vielleicht sagen, das wäre unwichtig. Ist es aber nicht. Frau Lagarde zeigt wie man angemessene Eleganz ausstrahlen kann. Und das soll für den wichtigsten Job in Europa nicht wichtig sein?

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Zeitwesen 15.07.2019, 13:15
7.

Es wäre durchaus sinnvoll sich über das künftige Prozedere der Wahl des Kommissionspräsidenten gedanken zu machen, bzw. generell über den Status des EU-Parlaments.
Eine Direktwahl des Kommissionspräsidenten mittels internationaler Kandidatenlisten, oder die alleinige Wahl durch das EU-Parlament halte ich dabei für durchaus überlegenswert.
Das EU-Parlament hat letztendlich bis dato doch nur eine "Grüß Gott"- und Abnickfunktion, mehr nicht.
Letztendlich liegt alle macht beim EU-Rat, der wie "HelikopterEltern" dem Parlament auf die Finger schaut und im Zweifel lieber keine Macht abgibt.

Das EU-Parlament ist die direkte Beiteiligung der EU-Bürger durch dessen Wahl, während der Rat die indirekte Beteiligung durch die Regierungen darstellt.
Da brauch man sich dann auch nicht über die teilweise eher seichte Wahlbeteiligung, oder ein distanziertes Verhältnis zur EU zu wundern, wenn die direkte Beteiligung der Bürger an der EU nur eine Showveranstaltung bleibt.

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at.engel 15.07.2019, 13:16
8.

Also, wenn jemand beginnt zu glauben, dass es reicht in eine Pariser Eckkneipe zu gehen, um zu erfahren, was "die Franzosen" denken, aber ein "Provinzblatt" wie Ouest-France lesen muss, um zu erfahren, was sich extra-muros so tut (jenseits des Périphérique), dann wird es höchste Zeit, dass er wieder mal an die frische Luft kommt.
Das mit den Pariser Eck-Café klingt so schön authentisch, populär - so nach "la France d'en-bas" - aber die Zeiten Jean Gabins sind vorbei. Definitiv! Auch im Pariser Osten (so um die 10000€/m² - 30€/m² die Miete - nur zur Orientierung).
Paris ist wunderschön, so schön "französisch" - speziell für ausländische Korrespondenten: Man trifft Gott und die Welt, und man ist so schön unter sich... dass man schnell vergisst, dass das nur ein winzig kleine Sphäre ist, in der man sich bewegt.
Kurz, wenn Herr Blume nicht "enden" will, wie viele seiner früheren Kollegen - die so nach und nach zur Karrikatur ihrer selbst geworden sind, sollte er vielleicht mal öfters ein paar Wochen raus!
Und was Von der Leyen betrifft... sollte man nicht vergessen, dass der "Spitzenkandidat" Manfred Weber hieß. Vielleicht erklärt das eine das andere!

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brux 15.07.2019, 13:29
9.

Zitat von gersois
Wie um Himmels Willen kommt darauf, dass Frau VDL eine starke Führungspersönlichkeit sei? Ihre Nominierung ist ein Sieg Macron, der Frau Lagarde durchsetzte und mit Frau VDL eine SCHWACHE Kommissionspräsidentin vorschlug. Gerade Macron mit seinen Großmachtträumen braucht keine starke EU-Kommission, um sich als Führungspersönlichkeit in Europa zu etablieren. Und Deutschland braucht dringend eine starke Regierung, um dagegen zu halten, und keine ausgebrannte, passive Bundeskanzlerin.
Das sind alles erst einmal Unterstellungen. Macron hat ja ein Buch geschrieben, das Sie vielleicht lesen sollten.
Es ist eher so, dass die Franzosen an die Kraft von politischen Visionen glauben und meinen, sie würden dann schon jeden mitreissen.
Hingegen war Merkel nachweislich immer für eine möglichst schwache Kommission. Wer zweimal Oettinger nominiert, zeigt doch sein wahres Gesicht. Merkel hat die EU nie richtig verstanden und agiert lieber im Machtgefüge des Rats.
Eine starke deutsche Regierung wäre aber in der Tat mal eine schöne Sache. Nur bitte dann auch mit Inhalten für Europa und nicht das klein-klein wie bei der Maut, der Energiepolitik und auch sonst.

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