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Nordirische DUP vs. Boris Johnson: Zwischen den Grenzen
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Für den britischen Premier Johnson war die DUP bislang der wichtigste Verbündete im Parlament. Sein Brexit-Plan verrät die Ziele der Nordiren - und könnte der Partei dennoch ihre verlorene Macht zurückbringen.

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123rumpel123 16.10.2019, 13:32
10. xxxx

Zitat von lanzarot
Die Mehrheit stimmte 2016 gegen den Austritt aus der Europäischen Union. Für die DUP hat die Einheit Nordirlands mit Großbritannien oberste Priorität. Für mich heißt das, die nordirische Mehrheitspartei entscheidet gegen die Mehrheit der nordirischen Bürger.
Nö, ist ja nur vorrübergehend bis zum Abschluss eines FTA zwischen EU und GB.

Und ob NI am stärksten darunter leidet steht auch noch nicht fest, kommt darauf an, ob man intern aus NI eine Art von "Fördergebiet" macht, in der es u.U. Steuervorteile gleich welcher Art . installiert.

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Gastone 16.10.2019, 13:33
11. Extremisten

Das ist ja auch so. Die DUP ist die Partei der radikalen Protestanten (Unionsanhänger), gegründet und lange Jahre geleitetet vom fundamentalistischen Katholikenhasser Ian Paisley. Sie hat das Friedensabkommen von 1998 als damalige Splitterpartei strikt abgelehnt und tut das heute noch. Dass sie die seinerzeit federführende, gemäßigte UUP überflügelt hat (genau wie auf der anderen Seite des Spektrums Sinn Fein die gemäßigte SDLP) ist kein gutes Zeichen. Zudem ist die DUP in einen milliardenschweren Korruptionsskandal verwickelt und nur auf die eigene Macht, die eigenen Pfründe, aus - das Wohlergehen (Nord-)Irlands interessiert sie null. Man kann nur hoffen, dass ihr engstirniges, kontraproduktives, wohlstands- und friedensgefährdendes Verhalten auch vielen ihrer bisherigen Unterstützer die Augen geöffnet hat und sie nie wieder stärkste Kraft wird. Die Zukunft verlangt nicht Abschottung und Vetternwirtschaft, sondern Zusammenarbeit über Landes- und Konfessionsgrenzen hinweg. Wenn der Brexit mittel- oder zumindest langfristig die Wiedervereinigung der Grünen Insel zur Folge haben sollte, hätte er ja zumindest doch noch eine "Dividende" hervorgebracht - die Unabhängigkeit Schottlands könnte eine weitere sei.

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123rumpel123 16.10.2019, 13:34
12. xxxx

Zitat von haarer.15
Kalkül hin oder her - all die Gedankenspiele werden Boris Johnson nicht wirklich helfen. Eben weil der Schlüssel zum Erfolg bei den Nordiren liegt. BoJo befindet sich doch nach wie vor im Klammergriff der nordirischen DUP unter Arlene Foster. Wenn es von ihrer Seite keine Bewegung gibt, ist ein geregelter Brexit nicht mehr möglich. Überhaupt sollen sich die Briten endlich einmal abschminken, ein maßgeschneidertes Austrittsabkommen zu erhalten. Jede Seite, auch die EU selbst, wird Federn lassen müssen. Das allerdings haben die längst eingepreist. Britannien aber geht einen schweren Weg.
Ein Abkommen ohne permanentem Backstop wäre für alle Brexiteers ein überaus akzeptables Ergebnis. Ob das im ersten Anlauf durch das Parlament kommt oder erst eventuell nach Neuwahlen ist zweitrangig.

Auf jeden Fall ist es ein Mega-Pluspunkt im wohl unausweichlichen Wahlgang.

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Waahrer 16.10.2019, 13:42
13. Die Unkenntnisse der Schreiber über demokratische Systeme anderswo.

"die DUP bislang der wichtigste Verbündete im Parlament"

Nur durch deren Duldung hatte er im House of Commons überhaupt eine Mehrheit.

Auch ein Faktum, das Sie bisher nicht des Erwähnens wert fanden.

Ihre Kenntnisse über das US-amerikanische Politsystem ist übrigens ähnlich mager.

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bdroege 16.10.2019, 14:08
14. DUP will zu 100% den No Deal BREXIT

Die DUP hat viermal einstimmig gegen ein Abkommen und damit aktiv für einen BREXIT ohne Deal gestimmt, daher sollte die DUP überglücklich sein wenn der No-deal tatsächlich kommt.

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lindahei 16.10.2019, 14:22
15. Falsche Annahmen im Artikel

Hmmm, ich finde es ja schön, dass Sie sich des Themas „Was will eigentlich die DUP?“ mal annehmen, aber dieser Artikel stellt teilweise richtig falsche Behauptungen auf!

Am offensichtlichsten ist das bei der Behauptung, enttäuschte DUP-Wähler könnten zu Nationalisten überlaufen und das Verhältnis läge ja jetzt schon bei 39 zu 40 Mandaten. Zur Klarstellung: das sind die Mandate der beiden größten Fraktionen auf beiden Seiten. Sprich: die DUP als größte unionistische Fraktion hat 40 Mandate, Sinn Fein als größte nationalistische Fraktion hat 39 Mandate. Unter den Wählern dieser beiden Extremen Parteien beider Seiten gibt es absolut keine Wählerwanderung! Menschen, die von der DUP enttäuscht sind, weil sie die Einheit mit Großbritannien nicht vehement genug verteidigt, laufen wohl kaum zu Sinn Fein über - der Partei, die die Einheit mit der Republik Irland anstrebt!

Weiterhin ist es skurril, dass sie behaupten, die DUP könnte von anderen unionistischen Parteien ernsthaft unter Druck gesetzt werden, wenn sie ihre radikale Linie nicht komplett durchsetzt. Es gibt auf unionistischer Seite im nordirischen Parteiensystem keine Partei, die diesbezüglich radikalere Forderungen hat als die DUP.
Zudem ist die DUP die einzige nordirische unionistische Partei, die im Parlament in Westminster überhaupt vertreten ist.

Und das nordirische Parlament Stormont arbeitet seit 2 Jahren nicht, Neuwahlen sind dort nicht in Sicht, müssten aber von Westminster ausgerufen werden. Hier kann die DUP politisch demnach auch von niemandem unter Druck gesetzt werden...

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claus7447 16.10.2019, 14:33
16.

Zitat von 123rumpel123
Ein Abkommen ohne permanentem Backstop wäre für alle Brexiteers ein überaus akzeptables Ergebnis. Ob das im ersten Anlauf durch das Parlament kommt oder erst eventuell nach Neuwahlen ist zweitrangig. Auf jeden Fall ist es ein Mega-Pluspunkt im wohl unausweichlichen Wahlgang.
Toll - super Vorschlag!

Und erklären sie mal was passiert wenn bis zum Auslaufdatum keine TECHNISCHE LÖSUNG vorliegt?

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hazzasimon 16.10.2019, 14:43
17. wer ist die stärkste Kraft in Nordirland?

Die DUP ist "stärkste Kraft in Belfast"? Das stimmt so nicht. In der Northern Ireland Assembly haben sie 27 Sitze. Genauso viele wie Sinn Féin. In Nordirland ist das Kräfteverhältnis also recht ausgeglichen. Der Unterschied ist dass die DUP mit 10 Sitzen im britischen Parlament vertreten ist. Sinn Féin hat de facto 7 Sitze, nimmt diese aber nicht einnimmt.

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soerensen 16.10.2019, 14:58
18.

Zitat von Proggy
Sie können nicht den Wunsch der Nordiren, weiterhin in der EU zu bleiben, mit einer Seperation Nordirlands vom UK verknüpfen. Sie vergessen dabei, ein anderes Votum - das damalige Referendum über die Unabhängigkeit, als 'Republik Irland'. Fast 99% der Nordiren, wollten seinerzeit lieber weiterhin zum UK gehören, als selbstständig zu werden. An den 99% mag sich einiges geändert haben, aber eine sichere Mehrheit zur Seperation vom UK, (was für die Nordiren eine ganz andere Qualität hätte, als die gewünschte EU-Zugehörigkeit) gibt es in Nordirland sicher nicht.
Die 99 Prozent können Sie bestimmt belegen, oder handelt es sich wieder um so eine Zahl aus der parallelwelt? Meine Zahl stammt aus 2018 und da waren 48 Prozent für eine Wiedervereinigung (sollte es zu einem harten brexit kommen)

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anonymerkrankonstrukteur 16.10.2019, 15:05
19. Das Volk hat entschieden ...

der Brexit soll stattfinden und Ulster ist nun mal ein Teil des großen Britanniens also kann Dienstenthebung nur durch Irland laufen. Aber Essbesteck die Möglichkeit fur Ulster aus dem großen Britannien auszutreten und sich der Republik anschließen.
Ich dachte Johnson wollte sich, seinen Wählern und der eu einen Haufen Geld sparen und austreten. Bis jetzt hat er nur Geld verbrannt und mit den ganzen Sondersitzungen und dem anderen trara Unsummen an Geld verbrannt, das Klima geschädigt und die Parlamente handlungsunfähig gemacht. Lasst sie ziehen, das Volk hat gesprochen. Auch Nichtwähler entscheiden - sie sagen mit dem Verweigern des Urnengangs, dass es ihnen egal ist. Daher verstehe ich nicht das ganze Brexit yes Brexit no nicht.

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