Forum: Politik
Nordkorea-Gipfel: Plötzlich beste Freunde
AFP

US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un feiern in Singapur eine große Friedenskonferenz. Doch die Ergebnisse des Gipfels bleiben vage - es geht beiden um etwas anderes.

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HamWirGelacht 12.06.2018, 14:46
50. Beste Freunde?

mir gäbe es jedenfalls zu denken, wenn sich meine Bundeskanzlerin mit allen westlichen Regierungschefs verstritte, sich dafür mit einem größenwahnsinnigen Diktator, der Atomraketen für sein hungerndes Volk baut, blendend versteht.

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der-junge-scharwenka 12.06.2018, 14:47
51. Chinas Beitrag

Wir sollen den Schein vom Sein trennen. Der Gipfel in Singapur war - fernab von allen Hochglanzbildern und Pressedarstellungen der öffentlich beteiligten Akteure - vor allem ein stiller Erfolg Chinas. Wir dürfen bei aller Euphorie nicht vergessen, dass in Nordkorea nichts geschieht, ohne dass China sein Einverständnis erklärt hat. China ist die zentrale Macht hinter dem Regime in Pjjöngjang, das wirtschaftlich und auch rein tatsächlich nur existiert, weil und solange China es will. Ein ganz plakatives Eingeständnis dieser Abhängigkeit haben wir schon im Vorfeld des Gipfels gesehen: Selbst das Flugzeug, mit dem Kim nach Singapur flog, war ein chinesisches. Es wäre naiv zu glauben, dass Kim das Treffen mit Trump ohne chinesischen Segen in Angriff genommen hätte. Eine derartige Selbständigkeit hätte China nicht gestattet. Die entscheidende Frage ist auch nicht, ob China den nordkoreanischen Machthaber zur Gipfelteilnahme gedrängt oder zumindest abgesegnet hat; daran gibt es keine begründeten Zweifel. Interessant ist eher die Frage, warum. China, das in den zurückliegenden Jahrzehnten Nordkorea immer wieder durch finanzielle, logistische und auch militärische Hilfe am Leben gehalten hat, hat ganz offensichtlich nach wie vor ein vitales Interesse, einen Zusammenbruch des Kim-Regimes zu verhindern. Zu Chinas Selbstverständnis gehört die Existenz eines Cordon Sanitaire zu Südkorea. Das Gipfeltreffen und die damit möglicherweise eingeleitete Phase der Ruhe hat den Zweck, das Kim-Regime mit Blick auf einen unberechenbaren US-Präsidenten zu stabilisieren. Dieser Prozess führt ganz sicher nicht zu einer Wiedervereinigung Koreas. Schon deshalb nicht, weil China sie nicht will. Ganz zu schweigen von Südkorea.

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hugahuga 12.06.2018, 14:47
52.

Mir fällt auf, dass die Berichterstattung in unseren Medien überaus negativ ausfällt. Es werden vermehrt negative Berichte über Nordkorea gesendet. Trump wird nach wie vor mehr lächerlich gemacht, als es tatsächlich angebracht ist.
Statt Freude darüber zu äußern, dass man zumindest auf einem guten Weg ist, dass beiderseits der Wille zu einem Vorwärtskommen zu erkennen ist, scheint man beiden, Kim und Trump keinen Fortschritt zu gönnen.
Das zeigt einmal mehr, dass unsere Medien durchsetzt sind von Mitmenschen und damit Gedanken, die der NYT, der Washington Post und damit dem Ostküstenestablishment nahe stehen.
Allerdings wird das Schlechtreden erfolglos sein, denn dahinter sthet der Wille beider Korea zueinander zu finden und wenn Trumps Motivation allein das Sparen von Militärausgaben sein sollte, so ist auch dagegen nichts einzuwenden.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch dieses Mal unsere Medien an der Meinung der breiten Bevölkerung vorbei "argumentieren". Und dann wundert man sich, wenn die Glaubwürdogkeit zum Teufel geht.

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hans.gans3000 12.06.2018, 14:47
53. Noch ist nichts umgesetzt!

Zitat von elke.leser
Bezüglich Korea Hat Trump jedenfalls mehr weitergebracht als der bombenabwerfende Herr Nobelpreisträger.
Wenn Trump umd Kim Ihre Zusagen halten, dann ist gut! Wir werden sehen was Trumps Intervention gebracht hat.

Ich frage mich was die Südkoreaner davon halten. Trump stärkt Nordkorea UND China mit dem Ergebnis, sollten die Punkte zutreffen.

- Keine Übungen mehr der Truppen USA/Südkorea
- Einsparen der US Soldaten, die in Südkorea stationiert sind
- Sicherheitsgarantien für Nordkorea

Mögliche Folgen:
- China ist die USA vor der Haustür los. Party
- Südkorea wäre "schutzlos", falls Kim sich nicht an die Abmachung hält und mal ein bisschen koreanischen Blitzkrieg macht.
- Südkorea und Japan sind geschwächt, da der Einfluss von China steigt.
- Die USA ist geschwächt, da sie weniger Einfluss haben in der Region.
- Oder alles Schwarzmalerei und Nord und Südkorea finden doch ihren Frieden.

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fikki_hyänen 12.06.2018, 14:47
54.

Zitat von g.eliot
Ein Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator *wollten* die amerikanischen Präsidenten bisher erst gar nicht haben, weil sie die Diktatur nicht aufwerten wollten, bevor sie ein verbindliches, unwiderrufliches Abkommen in Aussicht haben. Trump macht es genau umgekehrt. Ob das zu nachhaltigen Ergebnissen führt, steht noch in den Sternen. Bis es so weit ist, könnte es Jahre dauern. Wo ist der Unterschied? Nun ja, Obama ist eine Annäherung an Kuba gelungen. Das wurde von Trump mit den Füßen getreten. Wie er sonst auch dabei ist, Obamas Legacy 100% zu zerstören. Weil Trump jetzt erreichen will, dass die Krankenversicherungen die Übernahme einer "pre-existing condition" ablehnen dürfen, hat er ja etwas ganz Tolles geleistet, gell. Menschen mit chronischen Krankheiten, die aus irgendeinem Grund nicht versichert waren, werden von keiner Krankenversicherung übernommen, das ist sein Ziel. Fein gemacht, gell!
Bin alles andere als ein Trump Fan oder Obama Basher oder was auch immer. Aber was hat denn bitte Obama für eine "Legacy", außer Obama Care und Kuba. Obama Care ist ja nun leider -und das bedauere ich für die US-Bevölkerung tatsächlich zutiefst- leider wieder passé (durch Trump und die Republikaner).
Klar, es kann so argumentiert werden, dass sich die vorherigen Herrschaften gar nicht erst treffen mochten, aber dann brauchen wir auch keine Politiker und Staatsoberhäupter. Miteinander sprechen und Kommunikation ist IMMER der erste Schritt, ansonsten bleibt, übertrieben gesagt, irgendwann nur noch das Drücken des roten Knopfes. Da waren die beiden Streithähne ja verbal auch wirklich dabei.

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derbo73 12.06.2018, 14:54
55. Sicherheitsgarantien

Die USA stellen also die alten Bündnisse mit dem Westen in Frage ("wir bezahlen nix mehr") und im Gegenzug sichern sie nun einem kommunistischen Diktator Sicherheit zu, während sie dies auch bereits seit Jahrzehnten dessen Erzfeind Südkorea zusichern? Interessante Konstellation. Wie soll das in der Praxis aussehen - Nordkorea fühlt sich von Südkorea provoziert und fordert Unterstützung durch die USA ein, die aber genauso SK unterstützen? Das wird spannend...

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glissando 12.06.2018, 14:55
56. Obama, Obama, Obama

Eins verstehe ich nicht: Was soll der dauernde Vergleich mit einem Vorgänger? Heute ist jetzt. Jetzt gilt's. Und da hat der aktuelle Präsident einiges (zu viel) versprochen: Nämlich, dass er NK zu einer dauerhaften, vollständigen und kontrollierten atomaren Abrüstung bringt. Und zwar fix. Äh ... naja ... dann wurde ein bisschen zurück gerudert, weil selbst einem Trump klar wurde, dass man sowas nicht in einem einzigen Treffen schafft. Nun werden wir Trump an seinen eigenen Worten und Versprechungen messen und nicht an den Leistungen seines Vorgängers. Obama hat dem Iran einen ausgesprochen weit reichendes Abkommen abverhandelt. Das war Trump bei weitem nicht genug. Bittschön: Hier und jetzt ist die Chance, es der Welt zu zeigen. Bislang sind's noch schöne Fotos und Absichtserklärungen ohne jede bindende Wirkung und Konkretion. Wir dürfen gespannt sein (oder auch wieder nicht).

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muellerthomas 12.06.2018, 15:00
57.

Zitat von fikki_hyänen
Aber was hat denn bitte Obama für eine "Legacy", außer Obama Care und Kuba.
Zwei Kriege seines Vorgängers beendet, Große Rezession erfolgreich überwunden (Arbeitslosenquote am Ende der Amtszeit 4,4%!), Defizit gesenkt (bei Amtsübergabe 3,1%, aktuell 3,7%), Annäherung an Kuba, Atomabkommen mit dem Iran, Militärausgaben gesenkt, allgemeien Krankenversicherung durchgesetzt, Steuern für Reiche erhöht, Gleichstellung verbessert, Re-Industrialisierung der USA eingeleitet, Finanzmarktreguleirung gestärkt,...

Die Liste lässt sich fast beliebig fortsetzen.

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flori_r 12.06.2018, 15:02
58. Armer Herr Nelles

Herr Nelles, ihre persönliche Abneigung gegen Herrn Trump trieft ja aus allen ihren Artikel zum Thema regelrecht hinaus.

Man kann förmlich spüren wie es ihnen zuwider ist Herrn Trump einen Erfolg zu zugestehen.

Und so bemühen sie sich auch hier wieder, den Erfolg klein zureden und ihn lediglich als "Nebenprodukt" von Trumps Inszenierung abzutun.

Man stelle sich vor, Herr Obama hätte dieses Treffen abgehalten.
Jubelstürme von Ihnen und ihren Kollegen hätte es gegegben.

Als Journalist sollten, dürfen und müssen Sie ihre eigene Meinung zu einem Thema haben. Die können Sie auch gerne in ihrem Medium frei äußern. Aber sie sollten sich dann auf Kommentare und Kolumnen beschränken.

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Trockenfisch 12.06.2018, 15:03
59. Ja, genau

Zitat von huz6789
Immerhin ein Gespräch. Besser als das Getöse vorher ist es allemal. Ob das tatsächlich der Beginn eines Friedensprozesses ist, darf bezweifelt werden. Menschlich sind die Beiden kaum vertrauenswürdig. Es bleibt also ein bisschen Hoffen.
vor allem zittert die Welt vor einer Twitter Nachricht von Herrrn Trump auf der Rückreise oder wenn er in ein paarTagen alles wieder rückgängig macht. Bleibt abzuwarten.

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