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Nordkorea: Kim Jong Un entmachtet seinen Onkel Jang Song Theak
AP/ Xinhua

Er galt als "graue Eminenz von Pjöngjang": Jang Song Theak war Mentor und Onkel von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Laut Medienberichten setzte ihn sein Neffe jetzt ab - und ließ offenbar dessen Vertraute hinrichten.

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Restharn 03.12.2013, 11:17
10. Ein sehr fortschrittliches Land

Nordkorea zeigt der Weltgemeinschaft, dass das Ausscheiden von Politikern aus ihrem Amt nicht immer mit horrenden Folgekosten in Form überhöhter Pensionen verbunden sein muss.

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global player 03.12.2013, 11:19
11. Ein Fall für den IGH

Zitat von sysop
Laut Medienberichten setzte ihn sein Neffe jetzt ab - und ließ offenbar dessen Vertraute hinrichten.
Dieser Diktator ähnelt ja sehr stark denen aus verschiedenen afrikanischen Staaten, die einfach ohne Begründung ihre vermeintlichen Gegner oder Kritiker hinrichten lassen, in Saus und Braus leben und ihre Bevölkerung verhungern lassen. Hoffentlich landet er auch bald vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag.

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Freewolfgang 03.12.2013, 11:34
12. Haftbefehl?

Zitat von global player
Dieser Diktator ähnelt ja sehr stark denen aus verschiedenen afrikanischen Staaten, die einfach ohne Begründung ihre vermeintlichen Gegner oder Kritiker hinrichten lassen, in Saus und Braus leben und ihre Bevölkerung verhungern lassen. Hoffentlich landet er auch bald vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag.
Dazu müsste zunächst einmal ein internationaler Haftbefehl vorliegen, und die Voraussetzungen hierfür sind definitiv sehr hoch. Ferner müsste er dann entweder sein Land verlassen - was er klugerweise nicht tut - oder mittels Entführungskommando festgesetzt werden. Dies wiederum wäre ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht. Ich weiß, das wird jeden Tag gebrochen, unter anderem von den USA...

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rainer_daeschler 03.12.2013, 11:35
13. Wechselwirkung

Zitat von seoul
Man darf NIE vergessen, dass Kim, Jung-eun lediglich ein Püppchen der Militärs ist. Er hat keinerlei Entscheidungen zu treffen. Hinter ihm stehen 24/7 immer Generäle, die sich subaltern geben , aber eben sagen wie er lachen soll. .
So einfach ist das nicht. Kein Diktator regiert wirklich allein. Km Jong-un braucht die Militärs, wie die Militärs ihn. Das ist eine Wechselwirkung.

Die Militärs können Nordkorea nicht regieren, ohne eine Legitimation, wie durch den Enkel des Staatsgründers. Kim Jong-un kann Nordkorea nicht regieren, ohne das Militär als Machtbasis.

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luststrolch 03.12.2013, 11:41
14.

Zitat von labbimen
Es sei denn, Ihnen liegt ausschließlich etwas an Wirtschaftreformen - unter Beibehaltung der Diktatur.
Was die Menschen in Nordkorea brauchen sind nicht demokratische Ideale und deren Werte sondern genügend Nahrung für alle Menschen. In Nordkorea verhungern jährlich viele Menschen, eine einzige schlechte Ernte kann schon zur großen Hungersnot führen. Da ist es erst mal egal, ob das in einer Diktatur passiert oder in einer Demokratie.
Von Demokratie und freiheitlichen Gedanken bekommt man keinen vollen Magen.

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rohfleischesser 03.12.2013, 11:43
15.

Zitat von labbimen
Eine offenbar willkürliche Hinrichtung von zwei Menschen als gute Nachricht zu bezeichnen, erscheint mir doch ein wenig makaber. Und die jüngsten Töne aus Nord - nach Südkorea lassen auch nicht wirklich ein politisches Umdenken vermuten. Es sei denn, Ihnen liegt ausschließlich etwas an Wirtschaftreformen - unter Beibehaltung der Diktatur.
Wer weiß, was wirklich passiert ist. Eventuell irgendwelche Intrigen in Richtung eines Staatsstreichs, die aber verhindert wurden, aber das ist reine Spekulation. Unsere Maßstäbe gelten in Nordkorea nicht und das was bei uns an Infos ankommt, ist nur die Spitze des Eisbergs.

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matthyk 03.12.2013, 11:55
16. Versklavung des Diktators?

Die Frage ist, wie viel reale Macht Kim Jong Un tatsächlich hat. Wenn er es nicht versteht, die Generäle um ihn herum gegeneinander auszuspielen und in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen, werden sie die Informationen, die er als Entscheidungsgrundlage erhält, zu 100% kontrollieren und ihn als Diktatoren-Marionette benutzen. Meiner Meinung nach, ist die Absetzung des Onkels eher ein Hinweis dafür, dass man ihn als Marionette weiter isoliert hat.

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rainer_daeschler 03.12.2013, 11:59
17. Entfernt auf Cheoson-Art?

Kim Jong-un legt nicht Hand an seinen eigenen Onkel an, er lässt dessen Getreuen hinrichten. Das erinnert an Praktiken als Korea noch ein Königreich (Cheoson-Dynastie) war. Man bestrafte nicht die hoch stehende Person, sondern ihre Diener. Dadurch, dass dies öffentlich geschah, war die Herrschaft blamiert und verlor an Einfluss. Eine direkte Bestrafung hätte zu Konflikten mit dessen Familie und deren Einfluss gesorgt oder falls er der Königsfamilie angehörte, dort für Unruhe gesorgt. Wenn dem so wäre, dann sind Tante und Onkel noch am leben, aber jetzt ohne Einfluss.

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knecht 03.12.2013, 12:08
18. Och

Zitat: Südkoreanische Abgeordnete wurden durch den Geheimdienst am Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung über die Entwicklungen informiert. Jang sei "jüngst aus seiner Position entlassen worden, und zwei seiner Vertrauten - Ri Yong Ha und Jang Soo Kil - wurden Mitte November öffentlich hingerichtet" Zitatende ---
Wenn es öffentlich war, warum "informiert" man dann nach knapp drei Wochen nochmal die Abgeordneten durch den Geheimdienst? Öffentlich, unter Ausschluss von Zuschauern vielleicht?

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suppenkoch 03.12.2013, 12:12
19.

Zitat von Freewolfgang
Dies wiederum wäre ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht. Ich weiß, das wird jeden Tag gebrochen, unter anderem von den USA...
... die ja auch den Internationalen Strafgerichtshof nicht anerkennen. Im Gegenteil: "Durch den Abschluss bilateraler Verträge mit IStGH-Vertragsparteien und anderen Staaten versuchen die USA, eine Überstellung von US-Staatsangehörigen an den IStGH vorsorglich auszuschließen. 2002 wurde der American Service-Members’ Protection Act rechtskräftig, der den US-Präsidenten implizit dazu ermächtigt, eine militärische Befreiung von US-Staatsbürgern vorzunehmen, die sich in Den Haag vor dem IStGH verantworten müssten. Eine Zusammenarbeit mit dem Gericht wird US-Behörden verboten. Zudem kann allen Staaten, die nicht Mitglied der NATO sind und das Statut ratifizieren, die US-Militärhilfe gestrichen werden." Quelle: Internationaler Strafgerichtshof

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