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"Nordmazedonien": Griechisches Parlament stimmt Abkommen im Namensstreit zu
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Nach fast 30 Jahren Streit hat das griechische Parlament sein Okay gegeben: Der nördliche Nachbar soll nicht mehr "Republik Mazedonien", sondern "Nord-Mazedonien" heißen.

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FakeBot 25.01.2019, 15:07
1.

Scheinbar haben beide Parlamente doch noch so etwas wie Verantwortungsgefühl. Wer hätte das gedacht.

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gothograecus 25.01.2019, 15:39
2. Die Landkarte

Na dann aber bitte auch gleich die Karte aktualisieren, lieber SPON... :)

Tsipras, dessen Amtszeit ansonsten eine Katastrophe war, hatte tatsächlich die besseren Argumente in dieser der Außenwelt kaum zu vermittelnden Debatte, die aber an sehr tiefe Befindlichkeiten rührt. Sein Gegner Mitsotakis kann zwar im Volk und vor allem in Nordgriechenland punkten, hat sich aber unnötig weit rechts aus dem Fester gelehnt.

Tatsächlich hatte Tsipras unter anderem mit dem Vertrag versucht, die Konservativen zu spalten, und insofern war es legitim, selbst mit Scheinargumenten einen Vertag abzulehnen, der im wesentlichen die griechische politische Position der letzten 10-15 Jahre bestätigt (zusammengesetzter Staatsname mit geografischer Kennzeichnung für jeglichen Gebrauch). Mitsotakis hätte es bei der Ablehnung unter Vorwänden belassen können, ohne das ganze Getöse. So hat er sein Ansehen im Ausland (Mutti!) und auch bei einem Teil der liberalen Wählerschaft im eigenen Land lädiert, um seinen rechten Rand bei der Stange halten zu können.

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betonklotz 25.01.2019, 16:37
3. Geschichte ist die Lüge, die sich durchgesetzt hat.

Das bestätigt sich doch immer wieder. Die Bewohner des heutigen Mazedonien haben mit den atiken Bewohnern dieser Region herzlich wenig zu tun, da stimmt schon. Nur sieht das für die heutigen Griechen auch nicht anders aus. Desweiteren galten die Makedonen im antiken Griechenland als Halbwilde, auf welche man herabblickte. Es ist von daher schon geradezu eine Groteske in Monthy Python Manier, wenn die heutigen Griechen Alexander den "Großen" als den größten Griechen aller Zeiten verehren. Schließlich hatten er rsp. sein Vater Philipp Geriechenland in blutigen Kämpfen unterworfen, waren also Besatzer. Eigentlich sollten die Leute dort doch genug andere Probleme haben, ist ja nicht gerade so, daß sie im Garten Eden ein Leben frei von Sorge und Nöten führen würden.

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rudi_ralala 25.01.2019, 18:29
4.

Zitat von betonklotz
Das bestätigt sich doch immer wieder. Die Bewohner des heutigen Mazedonien haben mit den atiken Bewohnern dieser Region herzlich wenig zu tun, da stimmt schon. Nur sieht das für die heutigen Griechen auch nicht anders aus. Desweiteren galten die Makedonen im antiken Griechenland als Halbwilde, auf welche man herabblickte. Es ist von daher schon geradezu eine Groteske in Monthy Python Manier, wenn die heutigen Griechen Alexander den "Großen" als den größten Griechen aller Zeiten verehren. Schließlich hatten er rsp. sein Vater Philipp Geriechenland in blutigen Kämpfen unterworfen, waren also Besatzer. Eigentlich sollten die Leute dort doch genug andere Probleme haben, ist ja nicht gerade so, daß sie im Garten Eden ein Leben frei von Sorge und Nöten führen würden.
Obwohl ich auch nicht unbedingt der griechischen Geschichtsschreibung folgen mag, gibt es aber immerhin Beweise genug, dass zumindest die makedonische Aristokratie die griechische Kultur adoptiert hatte und das nachgewiesener Massen seit Alexander I.
Alexander III. wurde von Aristoteles geschult. Die Namen Alexander und auch Phillip sind definitiv griechischer Herkunft.
Alle (!) Inschriften die man in Makedonien fand sind in attisch-griechisch oder zumindest in einem griechischen Dialekt verfasst.
Niemand kann bis heute beweisen, dass die makedonische Sprache ein komplett andere war als die Griechische. Möglichweise war es ein griechischer Dialekt. Was mich in Griechenland stört ist, dass tausende Dummbeutel, die angeblich patriotisch sind, sich auf dem Syntagma über Nordmakedonien echauffieren. Leute, die wenn man sie fragt, nicht die Bohne Ahnung haben von der griechischen, antiken Geschichte.

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RealSim 25.01.2019, 18:38
5. Sachsen

Erinnert mich an den Namen meines Heimat-Bundeslandes (Sachsen) welches mit dem Siedlungsgebiet des ursprünglichen Volkes der Sachsen ja auch nichts zu tun hat. Dann gibts ja noch Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Naja glaube nicht dass sich in Deutschland jemand an diesen Namen stößt. Genauso wird sich die Mazedoniengeschichte entwickeln. Von wegen Gebietsansprüche, diese Vorwürfe sind lächerlich.

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rudi_ralala 25.01.2019, 19:37
6.

Zitat von RealSim
Erinnert mich an den Namen meines Heimat-Bundeslandes (Sachsen) welches mit dem Siedlungsgebiet des ursprünglichen Volkes der Sachsen ja auch nichts zu tun hat. Dann gibts ja noch Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Naja glaube nicht dass sich in Deutschland jemand an diesen Namen stößt. Genauso wird sich die Mazedoniengeschichte entwickeln. Von wegen Gebietsansprüche, diese Vorwürfe sind lächerlich.
Da vergleichen Sie wohl Äpfel mit Birnen.
Nachweislich hatten in heutigen Nordmakedonien auch griechisch Stämmige gelebt und leben immer noch dort, während das heutige Sachsen nie von sächsische Stämmen besiedelt war. Sie sind an den Namen gekommen, wie die Jungfrau zum Kind, durch den damaligen Entscheidungsträger, dem deutschen Kaiser Sigismund von Luxemburg. Nach dem Tod von Albrecht III. (der Arme), aus dem Wittenberger Askanier Geschlecht, ging 1423 die Herzog- und Kurfürstenwürde an den Wettiner Markgrafen Friedrich der Streitbare von Meißen. Seit die Welfen (Heinrich der Löwe) im Jahr 1180 die Herzogswürde verloren hatten und das Herzogtum aufgeteilt wurde, sind mittlerweile mehr als 800 Jahre ins Land gegangen und heute regt sich niemand mehr darüber auf. Die welfischen Sachsen hatte allerdings auch über Jahrhunderte versucht den Titel zurückzubekommen. In Übrigen gibt es nicht nur drei Regionen mit den Sachsen im Namen. In England gibt es noch Essex, Wessex, Sussex und Middlesex.

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RealSim 25.01.2019, 20:05
7. Naja

Zitat von rudi_ralala
Da vergleichen Sie wohl Äpfel mit Birnen. Nachweislich hatten in heutigen Nordmakedonien auch griechisch Stämmige gelebt und leben immer noch dort, während das heutige Sachsen nie von sächsische Stämmen besiedelt war. Sie sind an den Namen gekommen, wie die Jungfrau zum Kind, durch den damaligen Entscheidungsträger, dem deutschen Kaiser Sigismund von Luxemburg. Nach dem Tod von Albrecht III. (der Arme), aus dem Wittenberger Askanier Geschlecht, ging 1423 die Herzog- und Kurfürstenwürde an den Wettiner Markgrafen Friedrich der Streitbare von Meißen. Seit die Welfen (Heinrich der Löwe) im Jahr 1180 die Herzogswürde verloren hatten und das Herzogtum aufgeteilt wurde, sind mittlerweile mehr als 800 Jahre ins Land gegangen und heute regt sich niemand mehr darüber auf. Die welfischen Sachsen hatte allerdings auch über Jahrhunderte versucht den Titel zurückzubekommen. In Übrigen gibt es nicht nur drei Regionen mit den Sachsen im Namen. In England gibt es noch Essex, Wessex, Sussex und Middlesex.
Das haben sie sehr schön referiert aber ihr negativer Gesprächseinstieg ist verbesserungswürdig. Es kommt ja nicht auf die Unterschiede sondern auf die Gemeinsamkeiten in dieser Geschichte an. Insofern kann man auch Äpfel und Birnen wunderbar miteinander vergleichen, beides ist Obst, wächst auf Bäumen, besteht aus Materie hat einen gewissen Nährwert, Gewicht etc.

Ich habe ja auch nirgendwo behauptet, dass es sich hier um die exakt gleiche Situation handelt sondern nur, dass es mich daran erinnert.

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Leto13 25.01.2019, 20:45
8. hm

Es geht um sehr konkrete Probleme in diesem Disput. Der Name birgt Gefahren für die zukünftige Stabilität der Region. Bisher waren in Schulbüchern der nördlichen Nachbarn Landkarten mit einer so genannten Republik Makedonien aufgetaucht, die grosse Teile Nordgriechenlands umfassten. In der Verfassung war davon die Rede, sogenannte makedonische Minderheiten in anderen Ländern (=Griechenland) schützen zu müssen. Eine der slawischen Bewohner der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Makedonien fremde Kultur wurde zur eigenen Antike erklärt. All das ändert der neue Vertrag. Problematisch bleiben die Bezeichnung für Bürger dieses Landes und die Anerkennung einer so genannten makedonischen Sprache (die zwar eindeutig als slawische Sprache eingeordnet wird, aber dieses Detail wird überall unterschlagen werden). Schade, dass Tito nicht das Handwerk gelegt wurde, als er die Bulgaren in Südserbien als gewiefter Sozialingenieur zu Makedonen machte und ihren bulgarischen Dialekt Makedonisch nannte.

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Leto13 25.01.2019, 20:52
9. Nachtrag

Nun wird es in der Region Makedonien fast alle Himmelsrichtungen geben: Nordmakedonien ist die ehemalige jugoslawische Republik. West-, Zentral- und Ostmakedonien sind Präfekturen der Region Makedonien in Griechenland, wo 51% des geographischen Makedonien liegen. Aber was ist mit Südmakedonien? Das gibt es (noch?) nicht....

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