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Nordsyrien: Türkische Armee meldet Erfolge bei Afrin-Offensive
SEDAT SUNA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Mit aller Härte geht die Türkei gegen die Kurdenmiliz YPG im Norden Syriens vor. 260 Kämpfer sollen bereits "neutralisiert" worden sein. Außenminister Cavusoglu droht, die Offensive auszuweiten.

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muster.schieber 24.01.2018, 04:49
1. Absurde Regierungspropaganda

Entgegen der absurden türkischen Regierungspropaganda scheint es der türkischen Armee auch nach drei Tagen Überfall auf die einzige Region in Syrien, die bislang vom Krieg verschont geblieben war, nicht gelungen zu sein, irgendeinen substantiellen Geländegewinn zu erzielen. Die sog "Freie syrische Armee", eine Hilfstruppe der türkischen Regierung, die u.a. aus Al Queida Ablegern und tschetschenischen islamistischen Söldnern besteht, ist bis gestern Abend immer wieder unter Verlusten zurückgeschlagen worden. Was es leider gibt, sind mehrere Dutzend tote Zivilisten, darunter etliche Kinder bei den Dauerbombardement des türkischen Militärs von ihren Stellungen jenseits der Grenzen und deren Luftangriffen.

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mustermann76 24.01.2018, 07:30
2. Das Maß ist voll

Wir mussten uns von der Türkei weiss Gott genug gefallen lassen. Sanktionen müssen her, Rüstungsexporte werden eingestellt und die Ditib sollte verboten werden. Vermutlich wäre das die einzige Sprache die Erdogan versteht. Unsere deutschen Gefangenen müssten wir dann allerdings gegen gefangene Ditib Spione austauschen und die Beziehung zur türkei wäre erst mal im Eimer. Kurz, es ist ein echtes Desaster...

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fatal.justice 24.01.2018, 07:50
3. Nachdem...

... die türkische Republik fröhlich nahezu allen vormaligen Kriegsparteien durch strukturelle und militärische Unterstützung zu einer substanziellen Selbstdezimierung verhalf, kann sie nun unbehelligt ihren eigenen Kriegszielen nachgehen. Völkerrechtswidrig, kriegsrechtswidrig und menschenrechtswidrig. Der seine Hände in Unschuld reibende Rest der Weltgemeinschaft ergeht sich mal wieder darin, was er am besten kann: Wegducken, wegtauchen und mit einem moralischen Hüsteln ein Pflänzchen geheuchelten Mitleids in der Negev zu pflanzen. Hoffentlich haben sie wenigstens die Schamgrenze, diesmal keinen Olivenbaum einzubuddeln.

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toll_er 24.01.2018, 07:55
4. Freude kommt auf

Ja, bei diesen tollen militärischen Erfolgen wird doch helle Freude aufkommen bei den deutschen Panzer/Waffenbauern. Sicherlich sind Beobachter dieser Firmen vor Ort. Endlich mal wieder deutsche Panzer im Kriegseinsatz! Und sie "neutralisieren" so effektiv. Mir wird übel.

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kladderadatsch 24.01.2018, 07:59
5. Die Bundesregierung muss jetzt handeln

Die Bundesregierung ließ sich seinerzeit zusichern, dass die Panzer nur Nato-Verteidigungsfall eingesetzt werden. Also ist jetzt der Deal rückabzuwickeln. Viel Spaß!

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Navygo 24.01.2018, 08:21
6.

Zitat von kladderadatsch
Die Bundesregierung ließ sich seinerzeit zusichern, dass die Panzer nur Nato-Verteidigungsfall eingesetzt werden. Also ist jetzt der Deal rückabzuwickeln. Viel Spaß!
Und für diese Behauptung haben Sie sicher auch Belege bzw. Quellenangaben, oder ?

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Kurt2.1 24.01.2018, 08:28
7. .

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gabriels Absprachen mit dem türk. Außenminister nicht von Merkel gewollt und abgesegnet waren.
Auch wenn andere Teile der Regierung inzwischen tun, was sie wollen, hat Gabriel hier sicher auf ihre Initiative gehandelt. Fatal ist, dass Gabriel es nicht von sich aus abgelehnt hat, einen Staat zu unterstützen, der soeben einen anderen überfällt. Das ist keine deutsche (Außen)Politik, dass ist nur ein ständig fortgesetzter Ko-Tau vor Erdogan. Diese rückgratlose Schleimerei ist einfach nur eklig.

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kurpfaelzer54 24.01.2018, 08:30
8. Dilemma für die Bundesregierung ?

Die Erkenntnis, dass Erdogan und seine Islamisten-Clique deutsche Waffen missbrauchen könnten für Kriegsverbrechen gegen die Kurden, die ist doch wahrlich nicht neu. Erdogan ist nicht zu trauen. Nur kann er sich gegenüber Berlin so ziemlich alles herausnehmen ohne ernsthafte Konsequenzen fürchten zu müssen. Außenminister Gabriel hat hier ebenso wie BK Merkel auf voller Linie versagt. meine Forderung für die GroKo-Verhandlungen: Keinerlei Waffenlieferungen mehr an die Türkei und wirksame wirtschaftliche Sanktionen gegen das Regime in Ankara !

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matthyk 24.01.2018, 08:41
9. Türkische Propaganda unkritisch übernommen

Zitat von muster.schieber
Entgegen der absurden türkischen Regierungspropaganda scheint es der türkischen Armee auch nach drei Tagen Überfall auf die einzige Region in Syrien, die bislang vom Krieg verschont geblieben war, nicht gelungen zu sein, irgendeinen substantiellen.....
Ich habe auch wenig Verständnis, warum man hier so unkritisch die Propaganda der türkischen Seite 1:1 übernimmt. Ein Blick auf die Karte zeigt doch auf einen Blick, dass es trotz massiver Artillerie- und Luftunterstützung und mehreren Vorstößen aus 3 verschiebenen Richtungen kaum gelungen ist, substantiell vorwärts zu kommen. An mehreren Stellen mussten sich die Angreifer anschließend wieder hinter der türkischen Grenze in Sicherheit bringen.
Die Strategie, mit erdrückender Überlegenheit aus mehreren Richtungen schnell vorzustoßen, dürfte schon jetzt als gescheitert gelten. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich die verschiedenen dschihadistischen Gruppen unter dem Label der FSA auf Dauer für diese Sache verheizen lassen werden, während sie Idlib gleichzeitig Stück für Stück an Boden verlieren. Letztendlich wird Erdogan eigene Bodentruppen in substanzieller Zahl einsetzen müssen, wenn er hier zu einem - vermutlich blutigen - Erfolg kommen will.

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