Forum: Politik
Notwehr im Nahverkehr: Bürger, fahrt schwarz!
Marco Krefting / DPA

Viele fragen sich, warum so viele Menschen im Alltag die Nerven verlieren. Als S-Bahn-Kunde stellt sich mir eine andere Frage: Weshalb geschieht es nicht viel öfter?

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europäer 18.04.2019, 18:46
260. "Servicecenter Fahrgastrecht"

Ich fahre jedes Wochenende ICE - wenn er denn fährt. Das "Servicecenter Fahrgastrechte" erstattet dann bei 200 Minuten Verspätung großzügig - und zugegeben im Einklang mit der einschlägigen EU-Verordnung - 50 % des Fahrpreises, meint aber das Taxi nach Hause müsse die Bahn nicht zahlen, da ich die Reise am selben Tag habe fortsetzen können. Angekommen bin ich um 3 Uhr am Folgetag. Auch sei es so, dass ich den ICE-Preis zahlen müsse, da der "Festpreis" auch zu zahlen sei, wenn nur diverse ICs und ein Bus genutzt werden könnten. Trotzdem: Immer schön Anträge stellen. Das tut der Bahn ein wenig weh und sichert die Arbeitsplätze im sog. "Servicecenter Fahrgastrechte".

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Aberlour A ' Bunadh 18.04.2019, 18:48
261. "The Regels sind the Regels"

"The Regels sind the Regels" (Marc Terenzi, Philosoph). Aushilfs-Anarchist Fleischhauer macht sich mit dieser Kolumne einfach nur lächerlich. Ich glaube ihm kein Wort - schon gar nicht das angekündigte Schwarzfahren aus Prinzip. Und dann auch noch trotzig wie ein Kind, dem man die Süßigkeiten weggenommen hat, mit dem Fuß auf den Boden stampfen und andere auffordern, die "Nerven zu verlieren". Nein, Fleischhauer, es gibt schon genug Psychopathen da draußen, die die Kontrolle über ihr Leben verloren haben. Nicht noch mehr rumschreiende und rumpolternde Zeitgenossen an Supermarktkassen oder Umtauschschaltern, die §Rechte§ einfordern, die sie gar nicht haben. Wobei der kleine Jan, da bin ich mir ganz sicher, persönlich brav und souverän, wie Japaner in einer überquellenden U-Bahn in Tokyo, auch die größten Zumutungen mit stoischer Gelassenheit über sich ergehen lässt. Vorsicht aber vor Regelverletzungen aus Prinzip, die der gute Jan hier anpreist. Sonst ergeht es euch wie dem Anwohner, der sein Auto aus Prinzip immer ins Halteverbot gestellt hat und anstandslos die Strafzettel bezahlt hat - nach dem Motto: ihr könnt mir gar nichts. Bis man seinen Jagdschein eingezogen hat. Begründung des Gerichts: ein notorischen Regelverletzer (im Straßenverkehr) hat nicht die sittliche Reife, so etwas regelaffines wie einen Jagdschein führen zu dürfen. Das tat dem leidenschaftlichen Jäger sicherlich mehr weh, als das regelmäßige Bezahlen der Strafzettel. Sollte es ja auch.

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klausensimon 18.04.2019, 18:48
262. Mvv?

Die S-Bahn in München gehört der Deutschen Bahn.....
Nur so nebenbei gesagt......
Dann...... ist es ja kein Wunder!
Das Chaos

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silbersee 18.04.2019, 18:53
263. Verständlich

aber bedenklich...so, wie Sie es schreiben, ist das ein Aufruf zu einer Straftat, was wiederum strafbar ist.

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dondon 18.04.2019, 18:54
264. mutig

"Ich habe beschlossen, nur noch schwarz zu fahren." Mutige Aussage von jemandem, der einen gewissen Wiedererkennungswert hat. Im Übrigen: Wäre den Politiker ernsthaft daran gelegen intensiv etwas für die Umwelt zu tun, so würden sie die öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei zur Verfügung stellen. Aber das wäre ja eine Art Revolution. Dann wäre Fahrradfahren Luxus.

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f82s 18.04.2019, 18:54
265.

Man sollte zumindest konsequent immer dann keinen Fahrschein lösen, wenn die letzte Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel problematisch war, sozusagen als Entschädigung in Selbstjustiz. Die Politik versagt vollends. Beweis sind andere Länder, in denen es klappt. Es ist also kein Naturgesetz, was hier abläuft. Der Nahverkehr sollte komplett aus einer Hand laufen, und zwar regional. Allein im Rhein/Ruhr Ballungsraum gibt es drei Verkehrsverbünde. Da braucht man ein Studium um nicht schwarz zu fahren. Zwischen privaten und kommunalen Betreibern, der Bahn und den Verkehrsverbünden wird der Schwarze Peter hin und hergeschoben. Dieses System muss endlich ein Ende haben. Ich kann es mir zum Glück leisten, auf das Auto umzusteigen, auch wenn ich das eigentlich nicht möchte. Nur kann ich es mir nicht leisten, ständig irgendwo zu stranden. In Holland z.B. hat man seit Jahrzehnten ein nationales Tarifsystem und die Bahn ist so organisiert, dass sie pünktlich ist. Ich sehe das Problem darin, dass jede kleinere Großstadt ihren eingenen Verkehrsbetrieb haben muss, mit gut dotierten Pöstchen zum Abschieben altgedienter Parteifunktionäre. Und die bezahlen wir dann.

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tommuc1978 18.04.2019, 18:57
266. ...und warum ist das so??

Bleibt die Frage warum die Grünen Weltverbesserer nicht seit Jahren das Thema MVV angegangen sind. Denn sie regieren im Münchner Rathaus schon viele Jahre immer wieder mit, gell Herr Monatseder?? Aber den Bürgern Vorschriften machen ist viel einfacher. Vor allem wenn man selbst immer nur davon redet, aber nicht selber drinsitzt. Gerade letzte Woche mal wieder erlebt. Wer saß mit mir in der Business Class der Lufthansa von Berlin nach München? Claudia Roth. Wieso fährt Frau Roth nicht mit dem super umweltfreundlichen ICE wie sie es gerne von uns Bürgern verlangt? Nein sie sitzt mit im bösen, dreckigen und lauten Flugzeug! In der S-Bahn vom Flughafen nach München habe ich sie dann übrigens nicht mehr gesehen, naja so ein Dienstwagen mit Fahrer ist sicher auch viel bequemer als der MVV wo einem permanent die Alkoholausdünstungen der Mitfahrer begegnen. Es ist einfach nur extrem, wenn man sieht wieviele Fahrgäste mit Bierflaschen einsteigen. Das juckt in München keinen. Ich weiß schon warum ich lieber mit dem Auto im Stau stehe als allzuoft mit dem MVV zu fahren....

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flytogether 18.04.2019, 19:09
267. Ich fahre seit 5 Jahren nicht mehr

mit diesem armseligen Verkehrssystem. Lieber stehe ich einer Stunde im Auto im Stau als mich von diesem miesen System wie der letzte I. behandeln zu lassen.
Ändern wird sich erst dann etwas wenn wieder mehr Bürger Ihr Auto benutzen. Dann kommen auch die Politikerbonzen nicht mehr rechtzeitig nach Hause weil die Straßen verstopft sind. Erst dann wird sich was ändern.

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Ein Stein! 18.04.2019, 19:11
268. Nein

Zitat von suferone
Auch wenn ich absolut der selben Meinung bin. Diese Geschichten selber als Münchner live miterleben muss, so würde es mich nicht wundern wenn dem Autor eine Anzeige droht wegen Aufforderung zu einer Straftat oder so! Würde mich mal interessieren wie die Kontrolleure reagiert hätten wenn jemand wie Uli Hoeneß, der fährt zwar wahrscheinlich nicht mit der S- Bahn, an stelle dieser Frau gewesen wäre. Der Uli hat es ja nicht nötig 20 cent zu sparen also kann man auch mal ein Auge zudrücken. Es war ja keine Absicht würden sie wohl argumentieren. Bei jedem "normal sterblichen" Fahrgast geht man aber immer von "erschleichen von Leistungen" aus, also das eine Absicht dahinter war! [...]
Der Unterschied wird bestimmt durch denjenigen, der die Kontrolle durchführt.
Die Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen haben keinen persönlichen Vorteil, jemanden des "Schwarzfahrens" zu überführen, und sind häufiger geneigt, dem Kunden Glauben zu schenken. Auch sind sie bemächtigt, ein Auge zuzudrücken. Nicht entwerteter Fahrschein, aber zumindest einen dabei? Kommen Sie, steigen wir aus und Sie entwerten diesen.
Keinen Fahrschein dabei?
Kommen Sie mit raus und kaufen sich 2. Einen entwerten Sie und dürfen Ihre Fahrt damit fortsetzen, den zweiten zerreißen Sie und werfen ihn in den Müll. Strafe muss sein.
Dem gegenüber stehen Kontrollkräfte von Privatunternehmen im Auftrag der Verkehrsbetriebe.
Zum Einen haben sie nicht die Berechtigung, kulantes Verhalten an den Tag zu legen.
Kein Fahrausweis ist kein Fahrausweis.
Außerdem gibt es Regelungen in diesen Betrieben, die ein freundliches Verhalten erschweren.
Ist eine bestimmte Anzahl von Feststellungen erreicht, so endet der Kontrolleinsatz. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Mitarbeiter dieser Unternehmen 8 Stunden Arbeitsleistung bezahlt bekommt, die erforderliche Anzahl an Feststellungen aber bereits nach 3 Stunden erreicht hat. Glaubt hier ernsthaft jemand, ein solcher Kontrolleur lässt sich "erweichen"?
Diese sind übrigens gern in Gebieten mit hohem Touristenanteil vertreten. Warum wohl?

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John Mellor 18.04.2019, 19:15
269. Als Berufspendler (250km/ täglich) mit der DB in Fernzügen

bin ich den geschilderten Kummer (Verspätungen ohne Ende) zwar gewohnt und in meiner Heimatstadt ist die S-Bahn nur marginal kommoder, als jene in München. Aber, Herr Fleischhauer, Ihre Argumentation hat in etwa die Logik des notorischen Autobahndränglers: "Ich rase doch nicht, ich möchte nur vor dem Stau am Stau vorbei sein"

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