Forum: Politik
Notwehr im Nahverkehr: Bürger, fahrt schwarz!
Marco Krefting / DPA

Viele fragen sich, warum so viele Menschen im Alltag die Nerven verlieren. Als S-Bahn-Kunde stellt sich mir eine andere Frage: Weshalb geschieht es nicht viel öfter?

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brotzeitholer 18.04.2019, 21:58
300. traurige wahrheit

neben dem kollabierten Wohnungsmarkt, das zweite große übel in München. Die Verkehrspolitik hat in München komplett versagt. Radfahren ist manchmal lebensgefährlich, beim Autofahren auf vielen Strecken Dauerstau, MVV überlastet, teuer und unpünktlich. Dazu wenig Infos für Fahrgäste über Störungen und wenn dann auch noch falsche... Sehr schön zu beobachten am Bahnsteig der S-bahn, die S-bahn Minuten denen sich, 4 S-bahn Minuten sind meistens 8 Echte.

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Stäffelesrutscher 18.04.2019, 22:05
301.

»Da sitzen dann die Akademiker ohne Fahrkarte und diskutieren mit den einfachen Mitarbeitern über Schwarzfahren und Ihren Artikel.«
Ich glaube, niemand hindert den Chef des MVV daran, bei Fahrkartenkontrolleuren ein Mindestmaß an intellektuellem Verständnis zur Einstellungsvoraussetzung zu machen. »A Ruah!«-Brüller, die gar nicht begreifen, dass die Tarifstruktur voller Fallen ist, sind dort fehl am Platze.

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Seraphan 18.04.2019, 22:28
302. Ohnmacht

Es ist doch nur ein Symptom unter vielen. Wer möchte, kann überall und immer mehr ohnmächtige Wut fühlen, wenn er Missstände erkennt, und sie nicht abstellen kann. So bieten viele Firmen heute keinen Telefonsupport mehr an. Stattdessen muss man schriftlich anfragen. Viele Tage Antwortzeit scheint offensichtlich bei niemandem Bedenken zu verursachen. Dann wird man mit Standardantworten, die nicht einmal ansatzweise die Frage beantworten, gequält. Wenn es mal eine Hotline gibt, scheint deren Bestreben eher das Abwimmeln und das Beschwören, wie leid es doch tut, als die Lösungsfindung zu sein. Nach einem höheren Servicelevel zu fragen, ist sinnlos. Man ignoriert es. So bleibt es dann auch bei der Münchner Bahn wie es ist. Die glaubt, sie sei die tollste Bahn der Welt und geliebt in der eigenen Stadt. Die Bahnfahrer sind frustriert, nutzen die Bahnen wegen fehlender Alternativen. So ist es in Deutschland. Man lässt sich alles gefallen, wird weiter abkassiert, ohne dass sich irgendjemand fragt, wer eigentlich alles bezahlt.

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schgucke 18.04.2019, 22:31
303. Fleischhauer! Ein Mal Sie und ich!

wer hätte das gedacht.
danke für diesen Beitrag. schön, dass das endlich gesagt wurde und der MVV zwar diesmal sofort antwortete, allerdings wieder keine Schuld hat.
es rastet so selten jemand aus, weil wir am Bahnsteig gelernt haben, mit diesem Frust umzugehen.
noch zwei Dinge, die im Artikel fehlen: der abgebildete Bahnhof "Münchner Freiheit" braucht endlich einen Ausgang am anderen Ende des Bahnsteigs, wie wir deutlich sehen, und mit der S-Bahn zum Flughafen fahren nur die unerfahren Umländer, die die S-Bahn einmal im Jahr brauchen. alle anderen wissen Bescheid.

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metastabil 18.04.2019, 22:42
304.

Ohje.
Im HVV benötigen sie beim Fahrtantritt generell einen Fahrschein, der für die gesamte Fahrtstrecke gültig ist. Das bedeutet: sie müssen an einem Halt innerhalb des Gültigkeitsbereich die Fahrt beginnen, müssen die Fahrt an einem Halt innerhalb des Gültigkeitsbereiches beenden, und dürfen keine Fahrtstrecken wählen, die außerhalb des Gültigkeitsbereichs verläuft. Wir müssen hoffentlich auch nicht lange diskutieren, wenn ich nun feststelle, dass man eine Fahrt an einer Haltestelle nur beginnen kann, wenn das gewählte Fahrzeug dort auch hält, genauso wie man eine Fahrt an einer Haltestelle nur beenden kann, wenn das genutzte Fahrzeug dort auch hält.
So, nun sieht der HVV für Einzelfahrscheine und Tageskarten nach deren Kauf keine Erweiterung des Gültigkeitsbereichs vor. Eine Tageskarte Hamburg AB gilt also prinzipiell nur in den Ringen A und B, und kann nicht durch einen weiteren Fahrschein um Strecken außerhalb dieses Gebiets ergänzt werden. Möchte man die Ringe A und B nun doch verlassen, muss man zwei Fahrten durchführen: einmal mit der Tageskarte bis zum letzten Halt im Gültigkeitsbereich, und von dort eine zweite Fahrt mit einem für die Reststrecke gültigen Fahrschein.
Der Metronom, den sie genommen haben, hält nach Hamburg-Harburg erst wieder in Buchholz, außerhalb des Gültigkeitsbereichs ihres Tagestickets. Der letzte Halt im Gültigkeitsbereich war also Hamburg-Harburg, und daher hätten sie auch einen Einzelfahrschein von Hamburg-Harburg nach Tostedt benötigt.
Der Haltepunkt Klecken befindet sich zwar noch in Ring B, und auch auf der Strecke ihres Metronoms, allerdings hielt ihr Zug dort nicht, und daher konnten sie dort weder die Fahrt mit ihrem Tagesticket dort beenden, noch konnten sie die Fahrt mit dem Fahrschein Klecken-Tostedt dort beginnen. Das sie den Fahrschein Klecken-Tostedt kaufen konnten, ändert nichts daran, denn man kann durchaus mit dem Zug von Klecken nach Tostedt fahren - nur muss man dafür die Regionalbahn nehmen, die auch in Klecken hält. Wenn sie die genommen hätten (die fährt etwa 20 Minuten nach dem Regionalexpress), hätte ihr Plan übrigens funktioniert. Nur im Regionalexpress geht das eben nicht.

Den Polizeieinsatz zur Personalienfeststellung kann man ihnen übrigens in Rechnung stellen, wenn sie die Herausgabe ihrer Personalien verweigern.

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Erythronium2 18.04.2019, 22:46
305.

Als Inhaber einer sauteuren Jahreskarte für den ebenfalls oft unpünktlichen und manchmal überfüllten Nahverkehr in meiner Ecke des Landes bin ich entsetzt. Der angeblich konservative Herr Fleischhauer ruft zu Straftaten auf. Es zwingt ihn ja niemand, den ÖPNV zu benutzen, aber wenn er das tut, muss er eben dafür bezahlen wie alle anderen Leute auch. Wenn die Bahn zu unpünktlich ist, dann wäre das etwas für politische Proteste, nicht etwa dafür, aus angeblicher "Notwehr" ohne Fahrkarte zu fahren. Falls übrigens Schwarzfahren zur Ordnungswidrigkeit werden sollte, wird man immer noch seine Strafe zahlen müssen.

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jkbremen 18.04.2019, 22:58
306.

Einfach alles kaputt machen während der Fahrt. Wenn die Züge so arg demoliert sind, dann geht’s schneller mit der Ersatzbeschaffung neuen Materials.
Außerdem ist Rache süß.

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wiseacre 18.04.2019, 23:23
307. Landleben

Hier auf dem Land funktioniert der öffentliche Nahverkehr fast reibungslos. Abgesehen davon, dass die zwei Buslinien nur stündlich fahren statt abwechselnd jede halbe Stunde, sind sie meistens pünktlich und fast immer so gut wie leer. Weil fast jeder lieber mit dem eigenen Wagen fährt. Das gilt auch für den Verkehr innerhalb des Dorfes. Statt Fahrrad benutzen die weitaus meisten ihr Auto, von dem jede Familie mindestens zwei besitzt. Die Fahrpreise für den ÖPNV sind natürlich wie überall zu hoch. Schwarzfahren ist aber nicht drin, weil die Tickets vom Busfahrer kontrolliert werden. Gibt halt auch in diesem Bereich ein Stadt- Landgefälle.

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herrschläfer 19.04.2019, 00:04
308. @301

Die Gehälter lassen sich dann sicher über das zehnfach erhöhte Beförderungsentgelt bezahlen. Sollte sogar noch die ein-oder andere Neueinstellung drin sein.

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stollm 19.04.2019, 00:31
309. ich bin froh

dass ich schon so alt bin und mir diesen Quatsch nicht mehr antun muss.Die Strassen sind verstopft, Der Diesel muss draußen bleiben. Die Öffentlichen sind unzuverlässig oder überfüllt . Termine sind nur noch Absichtserklärungen. Aber Flexibilität ist gefragt. Die haben sie doch nicht mehr Alle

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