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NSA-Ausschuss: Ruf nach Schreibmaschine löst Spott und Kritik aus
REUTERS

"Grotesk", "lächerlich", "absurd": Der Chef des NSA-Ausschusses im Bundestag zieht mit einer ungewöhnlichen Idee Unmut auf sich. CDU-Mann Patrick Sensburg hatte ein Comeback der Schreibmaschine gefordert - um Spione abzuwehren.

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kabian 14.07.2014, 17:44
20. Er hat recht

Schreibmaschinen sind durchaus eine Alternative sich von Spionage zu entziehen. Ich kenne jemanden der sich mit Hilfe einer Mofa der Überwachung entzog. Er übernachtete bei unterschiedlichen Freunden und hat jede Woche gestohlene Simkarten gewechselt. Das funktionierte erstaunlich gut. Allerdings sind die Knackpunkte immer der Kontakt mit Menschen die unvorsichtiger sind alse er selbst.

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Xaver 14.07.2014, 17:47
21. Symbolisch gemeint?

Ich könnte mir vorstellen, dass Herr Sensburg das eher symbolisch gemeint hat und sich nicht wirklich ein Zurück zur Schreibmaschine wünscht. Vielleicht wollte er nur die mittlerweile verzweifelte Hilflosigkeit zum Ausdruck bringen, mit der sich Privat-, Geschäfts- und Politikmenschen dem Überwachungsapparat gegenüber sehen. Vermutlich weiß auch er, dass weder elektrische noch mechanische Schreibmaschinen Sicherheit gegen Abhören bieten würden. Zum Beispiel verrät ein Mitschneiden der Tastengeräusche was geschrieben wurde.
Vielleicht wollte er durch diese Aussage gerade den Irrwitz überdeutlich herausstellen, dass es keine Vertraulichkeit mehr gibt und ein vernünftiges Arbeiten kaum noch möglich ist. Egal ob die Technik uralt oder hochmodern ist. Was wir alle brauchen, ist ein Schnitt, ein Bruch mit den Geräten, Apps und Diensten, die wir alle so gerne benutzen und ein Neuanfang mit wohlkontrollierten Neuentwicklungen, die von Anfang an auf komplette Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aller Daten setzt.

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emil_sinclair73 14.07.2014, 17:53
22. Grotesk ist das nur für Leute mit

mangelndem technischen Verständnis. Zweifelt wirklich noch jemand daran, dass uns die PC-Industrie nicht von den Segnungen der Clound überzeugen wird.

Warum will man uns Geräte ohne Speicherkartenslot verkaufen. Warum bringt Google bereits ein Betriebssystem (Chrome OS) das ohne Internetanbindung gar nicht mehr läuft? Intel will auch mittelfristig die USB-Schnittstelle durch eine Drahtloslösung ersetzen.

Ziel ist im Prinzip eine geschlossene Kiste mit Onlinezwang. Das wird uns als Feature verkauft (iPad) und es wird auf den hohen Komfort hingewiesen, dass wie jederzeit, von überall auf unsere Daten zugreifen können. Das Problem ist nur: Nicht nur wir!

Es lohnt sich alte Hardware aufzubewahren. Und ob es direkt Schreibmaschinen sein müssen weiß ich nicht. Vielleicht tut es ja auch einfach alte Hardware:

"Erfolgsautor George R.R. Martin – verantwortlich für Game of Thrones – hat bei Conan O’Brien verraten, dass er seine Geschichten auf einem alten DOS-Rechner mit Wordstar 4.0 verfasst – seiner Meinung nach der perfekte Schutz vor Computer-Viren."

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kopfschütteler 14.07.2014, 17:54
23. Grotesk, lächerlich, absurd ...?

Verschiedene Dienste in Russland benutzen bereits seit geraumer Zeit wieder die gute alte Schreibmaschine. Aber was will man von deutschen Politkern auch schon erwarten. Wie hieß noch gleich der SPD-Kanzlerkandidat, der sich im Wahlkampf durch betreutes Twittern (er saß daneben, ein Praktikant haute die Messages rein) als besonders technikaffin präsentieren wollte ...?

Langer Rede kurzer Sinn: Der Mann hat absolut recht. Nur was nicht in digitalem Format vorliegt, ist vor Cyberangriffen sicher.

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AbgedunkelterBMW 14.07.2014, 17:54
24. Albern

Mechanische Schreibmaschinen jetzt nutzen zu wollen ist doch mehr als albern.

Worauf es jetzt ankommt, ist Snowden endlich nach Deutschland einzuladen und ihm ein sicheres Visa zu gewaehren.

So kann sich Deutschland in dieser Sache endlich mal von dem "grossen Bruder" emanzipieren.

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makromizer 14.07.2014, 17:55
25.

So ist das halt, wenn man von Technik keine Ahnung hat. Dann wird halt mit Stöcken auf Felsen gekritzelt...

Es ist problemlos möglich, sichere Rechner zu gewährleisten, aber das muss man dann halt auch wollen. Selbstverständlich geht das nur mit Hard- und Softwarekomponenten aus vertrauenswürdigen Quellen. Ein direkt mit dem Internet verbundener Windows-PC fällt da halt nicht unbedingt darunter. Netzwerkanschluss nur unter Sicherstellung, dass nur bekannte Programme an irgendwelchen Ports hängen, alles andere ist Tabu. Speicherung der Daten natürlich nur entsprechend sicher verschlüsselt, und eine Interaktion dieser Daten nur nach erfolgter Benutzerauthentifizierung. Benutzung der Rechner nur in einem Bereich, bei dem sicher gestellt ist, dass er von ungewollten nicht eingesehen werden kann. Auch jegliche Peripheriegeräte müssen entsprechend angeschlossen werden. Wenn es gelingt, die Keyboardeingaben oder Bildschirmausgabe weiterzuleiten, ist die Sicherheit natürlich dahin.

Die Einhaltung solcher Maßnahmen sind natürlich wesentlich unangenehmer, als Dokumente einfach irgendwo auf einen Server auszulagern, wo sich dann jeder Hilfsadmin im Bundestag einfach mal eine Kopie der Platten zieht, und sich diese vergolden lässt.
Solche IT-Umgebungen sind in sicherheitskritischen Umgebungen durchaus üblich, auch wenn da sicher auch schon mal verpatzte Konzepte eingesetzt wurden. Aber ich glaube nicht, dass man demnach dazu über geht, die Abschussmechanismen von Atomraketen per Schreibmaschine umzusetzen...

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Tiananmen 14.07.2014, 17:55
26.

Das ist doch genial. Da spioniert die NSA aus was der deutsche NSA-Ausschuss herausbekommen hat. Die gefährlichen Spione fotografieren mit dem Handy (tja, James, die Zeiten ändern sich) die hochgeheimen maschinengeschriebenen Dokumente ab. Ob sich da die Ausschussmitglieder nicht ein bißen zu wichtig nehmen? Vielleicht sollte die GSG9 als Personenschutz für diese Gruppe abgestellt werden.

Was soll dieser Affenladen eigentlich? Dass wir ausspioniert werden, wissen wir. In welchem Umfang, können wir uns allenfalls vorstellen. Von den Amis oder unserem Freund in Moskau werden wir es nicht erfahren. Der hat mittlerweile sein Verfallsdatum erreicht oder bereits überschritten.

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meinung2013 14.07.2014, 17:56
27. Spott & Kritik

ist unangebracht. Nachdenken wäre schon eher angebracht. Dieser Gedankengang zeigt doch eigentlich nur auf, wie unsicher der elektronische Austausch ist. Auch zeigt er auf, daß der heute übliche sorglose Umgang mit den Daten & Informationen schon eher Anlass zu Spott & Kritik ist. Das Vertrauen auf Passwörter ist ein Irrläufer, auch das Vertrauen auf Gesetze zum Schutze der Daten. Spoot & Kritik sollte all jenen gelten, die ihre persönlichsten Daten irgendwo im Netz preisgeben, die die Messung ihrer Körperfunktionen wie Puls, Blutdruck, Stuhlgang etc. via App aufzeichnen und im Netz speichern, die in ihr Auto eine Box mit SIM Karte verbauen lassen, um im evtl ein paar Euros bei der Versicherung zu sparen.
Spott & Kritik verdienen all diejenigen, die immer noch an die Technik glauben, in ihr Smartphone starrend nicht emhr mitkriegen, was in D, in der Welt los ist. Die sich zwar empören, wenn facebook ihre Bilder für einen Versuch manipulieren, aber immer noch facebook nutzen.
Nein, der Spott und die Kritik sollte nicht dem NSA Ausschuss gelten.

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colinchapman 14.07.2014, 18:12
28. Wer erinnert sich noch an Stasi-Methoden?

Die Stasi setzte ganze Heerscharen von Technikern darauf an, verschiedene Schreibmaschinen ihrem Schriftbild zuzuordnen. Es gab zigtausende Dokumente, die man deswegen exakt dem Autor zuordnen konnte, auf dessen Maschine sie geschrieben worden waren. Man möge sich "Das Leben der Anderen" angucken, dann versteht man, was ich meine.
Darüber hinaus denke ich, dass selbst die Amerikaner, die ja angeblich jeden Datenpups auf der Welt erfassen, eben wegen ihrer Datenflut z.B. nicht rekonstruieren können, wo der Flug MH370 abgestürzt ist.
Ich finde, man sollte den Geheimdiensten dieser Welt ALLES an Datenmaterial zugänglich machen. Damit hätte man sicher gestellt, dass sie so sehr mit dem Sammeln beschäftigt sind, dass sie garantiert mit der Auswertung überfordert sind und nichts mehr aus den riesigen Datenmengen schließen können.

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tsunami69 14.07.2014, 18:13
29. Eine sinnvolle Überlegung...

... die selbst ich schon erwäge. Ich bin es absolut leid, ständig aufpassen zu sollen, was ich wo schreibe. Und habe daher meine Kommunikation auf das Allermindeste beschränkt gehabt. Obgleich ich mich natürlich völlig unschuldig und ohne jedwede notwendige Geheimnisse wähne. - Ach so, Ironie aus.

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