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NSDAP-Vergleich: Piraten in der Nazi-Falle

Die etablierten Parteien attackieren die Piraten für einen weiteren NSDAP-Vergleich. Auch in den eigenen Reihen sorgt das heikle Zitat des Berliner Piraten Delius für Empörung. Der Abgeordnete zieht seine Kandidatur für ein Amt im Bundesvorstand zurück. Erledigt ist die Debatte aber längst nicht.

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cato-der-ältere 22.04.2012, 18:29
10.

Die Frage ist schon wer diese Debatte will. Nicht nur die Konkurrenzparteien wie die Grünen, die langsma fürchten von ihren Fleischtöpfen vertreiben zu werden. An denen man sich erst seit Joschkas Amts-Zeiten so schön eingerichtet hatte. Man das Spiel doch jetzt genau so gut spielen kann wie die Alt-Etablierten, die Scheinkämpfe, die Rhetorik, die Manöver.
Hilfe, und jetzt soll das nicht mehr funktionieren?
Nun, das ganze Establishement möchte gerne die Piraten - die Spielverderber irgendwie zur Räson bringen, auch die Frankfurter Rundschau hat ja die Headline "Braun statt Orange" gebracht. So man die Linke mit Stasi- und Antisemitismus gerne zusammen bringt.

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McMacaber 22.04.2012, 18:30
11.

"... unter dem Schutz der piratigen Freiheitsideale ihre Gesinnungen ausleben."

wie koennen sie es wagen? na denn, sofort eine grenze ziehen - man ist nur frei fuer diejenigen, welche freiheit genauso interpretieren wie man selbst.

hat man vllt nur 96% vom volk, aber anyway, ist definitiv noch liquid.

ui stop, da sind noch welche, die sind pro atom. wie unvernuenftig. weg damit. etc.

wenn man den anspruch erhebt, die partei zu sein, welche den willen des volkes direkt in die politik traegt, muss man einen weg finden, mit dem extremismus umzugehen, ohne ihn auszugrenzen / zu verbieten.

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peterregen 22.04.2012, 18:32
12.

Zitat von sysop
Die etablierten Parteien attackieren die Piraten für einen weiteren NSDAP-Vergleich. Auch in den eigenen Reihen sorgt das heikle Zitat des Berliner Piraten Delius für Empörung.
Was sorgt genau für Empörung? Ist etwas am Vergleich falsch? Oder weil "irgendwas mit NS gesagt wurde, und da muß man einfach automatisch empört sein"?

Delius macht mir eigentlich nicht den Eindruck, als würde er mit billigen Ka-Lauer-n um Aufmerksamkeit heischen.

Was hat er genau gesagt? Und was hat er damit gemeint? Wie hätte er sich richtig ausdrücken müssen?

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AndyDaWiz 22.04.2012, 18:35
13. Die Medien...

Zitat von Paul-Merlin
sind die Piraten ja schon. Allerdings werden die Jungs und Mädels ja nicht wegen der eigenen Stärke gewählt sondern wegen der Verlogenheit und Dummheit der etablierten Parteien. Insofern ändert sich nichts.
...haben ja schon was gegen uns alle.
Insofern aendert sich wirklich nichts. Bloss greifen koennen die Medien die Piraten nicht, wie schoen !

Gefaehrlich sind nur die "Verteiler von CDU bis Links."

Was sind schon Buergschaften fuer Banken gegen echte Billionen-Ausgaben fuer Schmarotzer.

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peterregen 22.04.2012, 18:36
14.

Zitat von tksuper
"Die Piraten müssen klarstellen, dass mit ihren rechtsextremistischen Umtrieben nicht der Eindruck entsteht, sie fischten rechte Proteststimmen ab", sagte FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Warum fallen mir an dieser Stelle Stichworte wie "Möllemann" oder "Projekt 18" ein?

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MasaGemurmel 22.04.2012, 18:37
15.

Wie sich die politisch durchsetzten Medien jetzt auch die Piratenpartei stürzen. Das Land ist von Sinnen.

Kaum luke sie über die 5% Hürde und werden den etablierten Gruppen gefährlich, wird draufgehauen.

Der Vergleich war dumm, vielleicht sogar dämlich. Aber einen Rücktritt rechtfertigt das nicht.

In Berlin zerlegen sie schleichend unsere Verfassung und das Land beschäftigt sich mit jungen Politikern, die gerade lernen, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen.

Ein wirklicher rechter Wirrkopf - Sarrazin - wird in den Medien erst hochgejubelt und darf dann ungeschoren weitermachen...

...und ein junger Politiker wird sofort niedergetrampelt.

Quo Vadis, Bundesrepubik?
Murmel.

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Dramidoc 22.04.2012, 18:37
16.

Meine Meinung nach ist das Ganze ziemlich lächerlich. Das wirkt wie eine Kampagne gegen die Piraten.

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beka48 22.04.2012, 18:40
17.

Die aktuellen politischen Strukturen sind nun mal hierarchisch gegliedert und auf Macht fixiert - von so her dürfte es fraglich sein, ob die Piraten mit ihrem Anspruch auf offene, basisdemokratische Strukturen in der etablierten Parteienlandschaft überhaupt bestehen können!

Denn es reicht nicht, nur seine eigenen Strukturen erhalten zu wollen und in den etablierten anderen Strukturen "Karriere" machen zu wollen!
Dazu müssten sie auch die etablierten Strukturen verändern und das ist eine gewaltige Aufgabe, aber schaffen sie das nicht, werden sie entweder von der bestehenden hierarchischen Strukturen geschluckt oder sie gehen unter!

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jokerx55 22.04.2012, 18:45
18.

Nerz:
"Das betreffende Mitglied ist bereits 2008 dafür verwarnt worden, und man kann nach den Grundsätzen der Rechtsprechung nicht jemanden zweimal für dasselbe Vergehen bestrafen."

Was hat die Verwarnung eines Parteigremiums mit Rechtsprechung zu tun ?!?
Steht wahrscheinlich im Internet, allerdings nicht in der juristischen Fachliteratur.

Marsching:"Unser Ur-Gedanke, dass jeder mitstimmen darf, funktioniert so nicht mehr", sagte Marsching. Aus seiner Sicht haben die Piraten "keine Basisdemokratie". Die Vorstellung, dass die Basis bei jedem Thema gefragt werden müsse, sei in der Politik unrealistisch, sagte Marsching.

Tja, der „Ur-Gedanke“. Zu Perikles` Zeiten– soll ja schon ein paar Tage her sein – war die direkte Demokratie bei ein paar hundert stimmberechtigten Athenern sicherlich praktikabel; die indirekte bzw. repräsentative Demokratie ist aufgrund wachender Bevölkerung und territorialer Ausweitung nicht für Nüsse eingeführt worden. Könnte man in der politologischen Fachliteratur oder lediglich in einer Schulbroschüre nachlesen, aber lesen ist zu anstrengend, wenn man im Netz in freibeuterischer Geschwindigkeit ein paar Mausklicks setzen kann.

Die Aufgabe der sog. Basis-Demokratie mussten auch die Grünen akzeptieren; ansonsten wäre keine Teilhabe am realen politischen Leben möglich gewesen.

Schön zu sehen, dass einige Spontis realistischer werden und merken, dass die ganze Chose kein Videospiel ist. Einige Herren - weniger Damen - aus den Vorständen haben ja schon ihr Warholsches Erlebnis gehabt: für einige Minuten in den Medien ein Star (?), Dummes von sich gegeben und wieder weg oder am Stuhl verklebt bis zum nächsten Aussetzer.

Ich hätte viel Sympathie für eine auf realistischer Basis und Substanz begründeten Alternative zum derzeitigen Parteienspektrum, aber der Dilettantismus, die (politische) Arglosigkeit , Arroganz und – ich muss es leider sagen – Dümmlichkeit in der Argumentation schrecken nicht nur mich ab, sondern werden weite Teile der Bevölkerunk noch a-politischer machen, als sie eh schon sind.

Abgewandelt von: ich war jung und brauchte das Geld …
jetzt: ich bin jung und kann gerade die Maus bedienen

lesen, denken und dann (evtl.) sprechen wäre schon hilfreich

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schweineigel 22.04.2012, 18:46
19. Schön,,,

da hat man sich also endlich ein Urteil gebildet. Die Piraten sind NAZIS!
Ich hatte schon erwartet, dass sie als Kommunisten dargestellt werden, wegen der Einstellung zum Urheberrecht.

Auch war der Vorwurf des Chauvinismus gekommen. Da wird pubertär gegen Mädchen gepöbelt, die keifen kindisch zurück... Nun, da haben gerade die Konservativen selber mit ihrer Familienministerin Probleme; Mist, das geht also auch nicht...
Auch dass sie nur wenig Parteiziele haben, war kein Angriffspunkt. Damit stehen sie nur in Konkurrenz zur FDP.

Aber nachdem gerade so schön über Rechtsradikale hergezogen wird, haben die Meinungsmacher in ihrer Not halt das genommen. Jetzt sollte sich also die SPD, darauf einschießen.

Demnächst wird noch jemand behaupten, dass die Piraten in Deutschland bekannter als Jesus sind, das FSM der wahre Gott ist und die Piraten deren Gläubige; dann haben auch die "C" Parteien was zu schimpfen.
(Bin mal gespannt, bis wann die pastoral-regierende Kanzler/Präsidentenspitze diesen Gag kapiert :) )

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