Forum: Politik
Obama-Auftritt in Berlin: Der Ton stimmt
AFP

US-Präsident Barack Obama lässt bei seinem Deutschland-Besuch seinen gesamten Charme spielen - und überzeugt. Es ist Zeit, sich über diesen US-Präsidenten wieder etwas mehr zu freuen.

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Olligigagags 19.06.2013, 21:44
220. Der Ton stimmt...

... mit meiner Stimmung 2008 nicht mehr überein.

So, wie seine Rhetorik mich damals erwärmte, so lässt sie mich heute -trotz des Wetters- fröstelnd zurück,nicht nur, weil sie so berechenbar geworden ist, sondern weil sich Worte und Taten Obamas eklatant widersprechen. Da erwähnt er Kant und spricht von freedom, humanity und justice. Und kann dabei charmant lächelnd vergessen machen, dass sich hinter diesen wohlklingenden abstrakten Wertbegriffen auch der unter seiner Präsidentschaft entwickelte abstrakte Begriff der "signature strikes" verbirgt, mit dem ein Prinzip gemeint ist, das wiederum nicht alles so "genau" nehmen will: Mit diesem Prinzip entschied die US-Regierung 2009, dass es nicht länger notwendig sei, die Identität der Zielpersonen von Drohnenangriffen zu kennen. Es dürfen seitdem auch Gruppen von Männern angegriffen werden, die "bestimmte Merkmale haben oder Charakteristiken, die mit terroristischen Aktivitäten in Verbindung gebracht werden können." Der Schießbefehl erfolgt auf der Grundlage von "Verhaltensmuster-Analysen". Das Resultat:Lediglich zwei Prozent aller (368) Drohnen-Attacken trafen hochrangige Al-Kaida-Führer, alle übrigen waren Zivilisten, darunter Frauen und Kinder.

"Für Staaten kann es nach der Vernunft keine andere Art geben, aus dem gesetzlosen Zustande herauszukommen, als einen Völkerstaat, der zuletzt alle Völker der Erde befassen würde..."(Kant:"Zum ewigen Frieden")

Und Kant will noch was speziell zu Obamas Rede sagen: "Es ist sehr schön, aus Liebe zu Menschen und teilnehmendem Wohlwollen ihnen Gutes zu tun, oder aus Liebe zur Ordnung gerecht zu sein, aber das ist noch nicht die echte moralische Maxime unseres Verhaltens."

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MiniDragon 19.06.2013, 21:45
221. Danke für die Antwort

Zitat von Hans58
Glauben Sie, dass in irgendeiner vergleichbaren Rede von irgendeinem Staatsoberhaupt irgendein eigener Satz enthalten ist? An der Rede haben mindestens ein Dutzend Menschen zu gearbeitet.
Aber es war auch nur ne rhetorische Frage, um den vielen Lobhudler, welche sich hier so hingerissen äußern, bewußt zu machen, welcher Täuschung sie unterliegen.

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maledicto 19.06.2013, 21:46
222. titel

Zitat von Mars82
Ich werde das Gefühl nicht los, dass man den Leuten der Welt einen Talkmaster als Präsidenten verkaufen will. Für mich hat dieser ach so lockere und hippe Obama nicht mal im Ansatz sowas wie ein ernstzunehmendes Präsidentenformat - und schon garnicht für eine selbsternannte Weltmacht. Ein belangloser Medienkasper - leider wohl das Nonplus Ultra im 21. Jh.
Mehr muss ein US-Präsident auch nicht sein. Ein Medienkasper um die Wiederwahl zu sichern.

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maledicto 19.06.2013, 21:46
223. titel

Zitat von Hans58
Stellen Sie sich vor, mich hat es interessiert.
Dann waren Sie doch hoffentlich dort. Oder haben Sie keine Eintrittskarte erhalten?

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joachim_m. 19.06.2013, 21:48
224. Hallelulja

Herr Nelles, mit allem Respekt: Das ist kein Kommentar, dass ist ein Hohelied auf ihren persönlichen Messias. Es ist ihnen natürlich unbenommen, zu glauben, was sie wollen, wir haben Religionsfreiheit, aber dem Spiegel hätte ich mehr zugetraut als die Veröffentlichung dieses unkritische Hallelulja auf jemanden, der offensichtlich Menschenrecht für obsolet hält, wenn es um Menschen geht, die keine US-Bürger sind! Nein, niemand hat das Recht, wesentliche Teile der Erklärung der Menschenrechte außer Kraft zu setzen, auch nicht Barak Obama.

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maledicto 19.06.2013, 21:49
225. titel

Zitat von pennywise_the_clown
Die Kanzlerin hat ganz offen zu Obama gesprochen, hat zugeben, dass Deutschland ein Entwicklungsland ist: "Das Internet ist für uns alle Neuland" (sic!) - wohl ihm Bezug auf Prism. Angesichts solcher Sätze kann man nur den Kopfschütteln und sich fremdschämen.
Man kann sich richtig gut vorstellen, wie Merkel Obama nach Prism fragt und Obama antwortet, das wäre alternativlos. Woraufhin Merkel antwortet: "Wenn du es sagst, ich hab von diesem ganzen Internet eh keine Ahnung."

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to5824bo 19.06.2013, 21:55
226. Pappkameradschaft

Zitat von manschu
OK, dann werden wir mal konkret: Obama hat beschlossen, seine Absicht, das Atomwaffenarsenal zu reduzieren, in Berlin zu verkünden. Um dem einen Hauch Glaubwürdigkeit zu schenken, hätte er dazu sagen können, dass bis Ende des Jahres alle Atomwaffen aus Deutschland entfernt werden. Welche Wand hätte ihn daran gehindert? Deutschland wünscht, dass die weg kommen (insbesondere Westerwelle). Glauben Sie wirklich, er würde sich damit bei der Opposition, den Militärs oder sonst wo eine blutige Nase holen? Falls ja: dann hätte er die Ankündigung ganz sein lassen sollen. Denn wenn er sich schon da nicht ran traut, dann ist sie komplett wertlos und verlogen. Falls nein: na also. Es liegt eben doch an ihm. Dass weit und breit kein besserer Kandidat in Sicht ist, macht es einfach nur traurig. Eine Auszeichnung für Obama ist es nicht. Denn das gilt auch für Kim Dickerchen in NK.
Dass es in meinem Beitrag und meiner Diskussion mit dongerdo um die innenpolitische Frage von "gay rights" geht und nicht um Atomwaffen, haben Sie aber schon bemerkt, oder?

Es ist erschreckend, wie einem von manchen Foristen hier immer wieder die Worte im Mund herum gedreht werden.
So lange, bis man ins eigene Feindbild passt und dann als Pappkamerad zum Abschuss frei gegeben wird.

Und wenn Sie lieber unter "Kim Dickerchen" in NK statt unter Obama in den USA leben würden - nur zu.
Ich freue mich auf Ihre erste Postkarte aus NK, denn eine E-Mail werden Sie aus diesem freundlichen Land kaum herauskriegen.

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HeinrichMatten 19.06.2013, 21:56
227. Wofür und warum

Zitat von Hans58
... Wofür heute noch in Deutschland A-Waffen lagern, kann ich nicht nachvollziehen.
Können Sie denn erdenken, warum sie hier lagern?

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carlostwo 19.06.2013, 21:59
228. Danke, b.freitag für Ihren Beitrag

„An ihren Taten sollt ihr sie erkennen…
Und es gibt eigentlich nur negative Dinge, womit sich dieser Präsident hervorgetan hat. ...”

Danke für Ihren sehr guten Beitrag. Leider ist er hier für mich nicht mehr aufindbar.

Ich denke, und bin mir sicher, dass Sie zu unserem Glück nicht der Einzige sind, der dieses Schmierentheater durchschaut.

Die veröffentlichte Meinung gleichgeschalteter, eng verzahnter Medienkonzerne in Händen weniger Inhaber - gesteuert und munitioniert von Profit, Gier und Macht. Dazu sollen partizipierende Meinungsmacher die Deutungshoheit verkaufen, dubiose Think Thanks entsprechende Strategien entwickeln und eingekaufte Journalisten-Claqeure sich embedded der Meinungsmache widmen (...wohlfeil, Ausnahmen sollten diese Regel bestätigen).

Dank (noch) zugänglicher Informationsquellen und Blogs im Internet - wird diesem Konglomerat der „Achse der Manipulation” die Informationshoheit immer mehr entzogen.

Wenn uns diese eingebetteten Systemkraken ihre „Wahrheit” verkaufen wollen, ist die Lüge schon längst die Basis Ihres heuchlerischen Handelns. Diese vielfach grotesk eitlen, selbsternannten Führungsfiguren in Medien und Politik werden tagtäglich der Manipulation überführt, bei dreisten Lügen erwischt, geben sich mit tumber Rethorik der Lächerlichkeit preis.

Sie haben zutiefst asoziale Zielsetzungen, und ihre dummdreisten Attitüden werden immer mehr durchschaut. Die Fassade bröckelt. Und dann werden sie gefährlich für freie Information, für freie Medien und für „freie” Menschen.

Das heißt für mich, wer sich duckt, hat schon verloren. Also, immer wieder die Finger in Ihre Lügenkonstrukte stecken und fragen Cui boino?

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jean pierre aussant 19.06.2013, 21:59
229. "wie sich eine kulturelle Diktatur offenbart"

Jenseits der üblichen Banalitäten, eines bleibt interessant: In einer Rede, die sich als historisch verkaufen möchte und trotz der größten Probleme , die den ganzen Planet betreffen, hat Präsident Obama nicht anders machen können, als auch ein Plädoyer für die Legalisierung der „gegen Gott und Natur“ Homoehe zu liefern. Das hat wenigstens den Vorteil die Macht der politisch-korrekt kulturellen Diktatur, die in der Welt herrscht, zu offenbaren oder präziser gesagt, zu bestätigen.

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