Forum: Politik
Obama bei der Uno: "Es gibt keine Abkürzung im Nahost-Friedensprozess"

Die Palästinenser sind mit großen Hoffnungen in die Uno-Vollversammlung gegangen - Barack Obama enttäuschte sie: Nicht durch Resolutionen, sondern nur durch Gespräche mit Israel könnten sie einen*selbstständigen Staat erreichen, stellte der US-Präsident klar.

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Emil Peisker 25.09.2011, 19:22
120. Friedensengel Netanjahu

Zitat von nahal
Abbes macht aber "Fortschritte". Bei seiner UN-Rede hat er es sich üner das Herz gebracht, doch einen Juden als Teil der Geschichte des Heiligen Landes anzuerkennen: "“Excellencies, ladies and gentlemen, I come before you today from the Holy Land, the land of Palestine, the land of divine messages, ascension of the Prophet Muhammad (peace be upon him) and the birthplace of Jesus Christ (peace be upon him), to speak on behalf of the Palestinian people..." Und dieser "Friedensengel" will die Welt uns vorschreiben.
Wer ist "uns" nahal?

Ihnen will er sicher nichts vorschreiben, er kämpft um den Staat, den ihm schon viele, auch Juden, in den letzten Jahrzehnten versprochen haben.

Netanjahu hat schon bei seiner Wahl 1996 gezeigt welche Versprechen Rabins er bereit ist zu erfüllen: Keines.

Der Wahlsieg Benjamin Netanjahus hat Schockwellen ausgelöst, die weit über die Levante hinausreichen. Mit 26 517 Stimmen Vorsprung ist dieser Sieg nicht überwältigend ausgefallen.
Läßt man jedoch das Votum der arabischen Israelis außer acht, so zeigt sich, daß Netanjahu unter den jüdischen Wählern eine satte Marge von zehn Prozent erreicht hat: ein Triumph der Angst über die Hoffnung.

Diese Mehrheit ist rechts, religiös und reserviert gegenüber den Osloer Friedensabsprachen. Kein Wunder, daß der Eindruck aufkommt, da sei politisch vollendet worden, was der Attentäter Yigal Amir mit der Pistole zu beginnen trachtete: die Zerstörung des Friedenswerkes von Jitzhak Rabin und Schimon Peres.


http://www.zeit.de/1996/24/thema.txt.19960607.xml

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anathema 25.09.2011, 20:33
121. Wer oder was garantiert die Sicherheit Israels?

Zitat von sysop
Obama bei der Uno: "Es gibt keine Abkürzung im Nahost-Friedensprozess" Die Palästinenser sind mit großen Hoffnungen in die Uno-Vollversammlung gegangen - Barack Obama enttäuschte sie: Nicht durch Resolutionen, sondern nur durch Gespräche mit Israel könnten sie einen*selbstständigen Staat erreichen, stellte der US-Präsident klar.
Obama hat anfangs seiner Regierungszeit – vielleicht beflügelt durch eine übereilte Nobelpreisehrung – versucht und sich dabei eine blutige Nase geholt.
Als ihm als „Yes, we can“-Kandidaten der „Geduldsfaden“ riss, hatte er sich als gewählter US-Präsident wohl vorgenommen, den roten Faden der Politik Israels seit seiner Staatsgründung nicht weiter zu registrieren.

Hört man seine jetzigen Worte vor der UNO, so scheint er seine Lektion so gründlich gelernt zu haben, dass er sogar sein Veto gegen einen UN-Beschluss ankündigt, durch das sein eigener früherer Lösungsansatz für die offene Wunde Nahost konterkariert zu werden scheint.

Denn der geheime Plan des Staatsgründers – an dem bisher alle israelischen Regierungen sich abgearbeitet haben – stammt aus einer Zeit, als ein Obama noch nicht geboren war, und er ist noch längst nicht umgesetzt.

Jeder, der diesen Plan kennen lernen will, kann das ohne Schwierigkeit in einer Publikation des Ben Gurion-Biographen und des ehemaligen Mitglieds der Knesset Michael Bar-Zohar!
Welche die eigentlichen Überlegungen Ben Gurions waren, die im Grunde genommen bis heute konsequent umgesetzt werden, hat er nach eigener Darstellung angeblich in schlichten Worten nur seinem Sohn Amos anvertraut, der wiederum dem Autor der Biographie diese Information weitergab!
Zitat von
Ein geteilter jüdischer Staat ist nicht das Ende, sondern der Anfang ... Wir werden so viele Juden wie möglich in diesem Staat unterbringen. ... Wir werden eine moderne Verteidigungsmacht aufbauen, eine erlesene Armee ..., und ich bin davon überzeugt, dass uns niemand daran hindern wird, in anderen Teilen des Landes zu siedeln, entweder indem wir uns mit unseren arabischen Nachbarn einigen oder auf eine andere Weise. ... eine andere Sprache werden wir erst dann haben, wenn wir einen Staat haben. – Bar-Zohar, Michael, Wenn David zu Goliath wird. Geschichte und Entwicklung des israelisch-palästinensischen Konflikts. 1990, pp. 31-33 Knaur TB
Wäre es heute wie damals nicht die verdammte Pflicht und Aufgabe der UNO, diese palästinensische Staatsgründung mit 60jähriger Verspätung endlich zu ermöglichen – ohne jedes verhindernde Veto und mit großer Mehrheit angesichts der katastrophalen Folgen ihres ersten Beschlusses vom 29. November 1947 - da gab es kein Veto und nur 33 Prostimmen gegen 13 Contra und 10 Enthaltungen?
Siehe auch
http://forum.spiegel.de/showpost.php...&postcount=136

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Mononatriumglutamat 25.09.2011, 21:58
122. Nochmal ganz langsam...

Zitat von Landegaard
Es ist schon ein starkes Stück, den Standpunkt, dass ein Opfer ein Opfer ist, als terroristische Propaganda zu bezeichnen.
Darum geht es gar nicht. Ein Opfer ist ein Opfer. Aber ein Opfer der Hamas-Strategie der menschlichen Schutzschilde ist ein Opfer der Hamas. Ihre naive Verkürzung macht es hingegen zu einem Opfer der Israelis, und genau damit sind Sie der terroristischen Propaganda auch schon perfekt auf den Leim gegangen.

Warum missbraucht die Hamas Menschen als Schutzschilde? Doch nicht, weil sie daran glauben würde, dass die IDF so "geschützte" Ziele nicht bekämpfen würde. Die Hamas-Leute sind keineswegs dumm, und sie wissen ganz genau, dass ein legitimes militärisches Ziel auch dann ein legitimes Ziel bleibt, wenn sie Zivilisten dort hinstellen. Militärisch ist diese Strategie also völlig wirkungslos, eine echte Schutzwirkung wird damit nicht erreicht.

Aber wenn diese Strategie doch offensichtlich militärisch erfolglos ist, warum wendet die Hamas sie dann trotzdem an? Ganz genau: aus propagandistischen Gründen. Das soll Ihr Mitleid erregen und Sie so auf die Seite jener angeblich Bemitleidenswerten ziehen. Die Hamas-Opfer sind natürlich trotzdem bemitleidenswert, nicht dass wir uns dabei falsch verstehen, aber sie sind und bleiben Opfer der Hamas.

Im Nahen Osten ist nichts, wie es scheint. Jede verkürzende oder vereinfachende Betrachtung wird zwangsläufig falsche Schlüsse provozieren -- und in diesem Falle ganz genau die falschen Schlüsse, die der Terror bezweckt. Indem Sie diese falschen Schlüsse nun verbreiten und Ihre Argumente darauf aufbauen, machen Sie sich unbewußt quasi zum Mittäter der terroristischen Propaganda.

Ich weiß ja: es ist eine schmerzhafte Erkenntnis, dass man sich hat missbrauchen lassen und dies nicht einmal gemerkt hat. Ich habe mich noch vor zehn oder fünfzehn Jahren ganz ähnlich missbrauchen lassen wie Sie. Aber ich bin über meinen Schatten gesprungen, habe mich intensiv und seriös mit dem Konflikt befasst und dazugelernt. Ich würde mich freuen, wenn Sie das auch schaffen.

Zitat von Landegaard
Der Terror der Hamas ist nämlich -gemessen an seiner Zielsetzung- nicht erfolgreich.
Im Gegenteil: ein Drittel der Einwohner von Sderot ist bereits fortgezogen. Für die Hamas ist das ein Erfolg.

Zitat von Landegaard
Es ist aber nicht nötig, eine wichtige Sicht auf die Opferzahlen deshalb zu Terrorpropaganda zu definieren.
Diese Sicht ist unwichtig, irreführend und kontraproduktiv. Sie ist unwichtig, weil sie überhaupt nichts aussagt. Sie ist irreführend, weil sie Opfer nicht dem richtigen Täter zuordnet. Und sie ist kontraproduktiv, weil Ihre Schlüsse daraus genau das sind, was die Terroristen bezwecken.

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Mononatriumglutamat 25.09.2011, 22:49
123. Fakten

Zitat von Emil Peisker
Vor dem Angriff der IDF auf Gaza waren in den vorausgegangenen 8 Monaten 4 oder 5 Granaten abgeschossen worden, und auch die waren nicht von der Hamas gebilligt.
Mai: 206 R, 149 M, Juni: 158 R, 87 M, Juli: 4 R, 8 M, August: 8 R, 3 M, September: 1 R, 3 M, Oktober: 1 R, 1 M, November: 125 R, 68 M, Dezember: 361 R, 241 M (R=Raketen, M=Mörsergranate)

In summa: in den acht Monaten vor dem Gazakrieg waren es also 864 Raketen und 560 Mörsergranaten. Soll ich Ihnen noch vorrechnen, um wieviel Tausend Prozent Ihre Angaben von der Realität abweichen?

Zitat von Emil Peisker
Die IDF hat den Waffenstillstand mit der hamas vorsätzlich gebrochen, weil es im Jahr darauf Wahlen gab und da wollte man "Kante" zeigen.
Die IDF hat am 4. November einen Tunnel zerstört, den die Hamas nach Israel grub, mutmaßlich um Selbstmordattentäter nach Israel einzuschleusen und weitere Soldaten wie Gilad Schalit zu entführen. Natürlich war dieser Tunnelbau durch die Hamas ein eindeutiger Bruch des Waffenstillstandes. Warum unterschlagen Sie das?

Im Übrigen ist Israel ein demokratischer Rechtsstaat. Da geht selbstverständlich niemand einfach hin und verletzt einen Waffenstillstand, nur weil es seinen politischen Ambitionen dienlich sein könnte. So ein Verhalten finden Sie nur in den Diktaturen und Despotien rund um Israel herum, aber nicht in Israel.

Wenn Ihre Argumentation nicht ohne Verschwörungstheorien, Tatsachenverdrehungen und blanke Lügen wie oben auskommt, dann sollten Sie sie dringend überdenken.

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nahal 25.09.2011, 22:50
124. uns

Zitat von Emil Peisker
Wer ist "uns" nahal?
Ich hatte schon den leisen Verdacht, Sie verstünden Wesentlcihes nicht.

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Mononatriumglutamat 25.09.2011, 23:15
125. Ach so?!

Zitat von HKo
missverstehen oder verschleiern sowohl die Motivation als auch die (offensichtlichen) Ziele Israels.
Welche Ziele sollen das denn sein?

Zitat von HKo
Wenn IL tatsächlich Frieden wollte, würde es mit der Fatah zusammenarbeiten, um die verbrecherische Hamas zu isolieren.
Haargenau das geschieht. Die Sicherheitsbehörden arbeiten nach Angaben beider Seiten sehr intensiv und gut zusammen. Die Checkpoints wurden entschärft, viele sogar abgebaut. In der West Bank gibt es endlich so etwas wie Stabilität, wie staatliche Strukturen und, ja, sogar eine stabil wachsende Wirtschaft. Natürlich liegt das vor allem an der wirklich guten Arbeit von Fayyad und Abbas. Aber es liegt eben auch daran, dass Israel das zulässt und tatkräftig unterstützt.

Zitat von HKo
Aber IL braucht die Hamas, um seine Ziele erreichen zu können.
Welche Ziele sollen das denn bitte sein, die Sie da unterstellen? Da bin ich aber mal gespannt.

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Mononatriumglutamat 25.09.2011, 23:28
126. Soso...

Zitat von jo-swift
Über fast drei Generationen hat man immer wieder Vorwände und „Stöckchen“ gefunden, bei denen die Israelis sich von vornherein sicher waren, dass kein Palästinenser darüber springen würde oder könnte.
Die israelische Forderung, Israel als Staat der jüdischen Ethnie anzuerkennen, ist die Konsequenz aus der erwiesenen und vielmals beteuerten und betonten Abneigung der Araber, in friedlicher Koexistenz mit den Juden zu leben.

Zitat von jo-swift
Hätte man ihnen selbst vergleichbare vorgehalten, wären sie unter großem Protest vor die Weltöffentlichkeit mit den üblichen Argumenten der Sicherheit, Anerkennung etc. gegangen und sie hätten nicht nur Gehör, sondern auch unendliches Verständnis für ihre Sache gefunden.
Israel ist sogar freiwillig über Stöckchen gesprungen, die ihm nicht einmal irgendjemand vorgehalten hat. Es hat den Sinai und Teile Transjordaniens für den Frieden mit Ägypten und Jordanien geräumt. Es hat aber darüber hinaus auch noch freiwillig den Südlibanon, den Gazastreifen und Teile der West Bank geräumt.

Zitat von jo-swift
Auch die Obama-Regierung hat kurz nach Amtsantritt Netanjahu mehrmals zu einem sofortigen Siedlungsstopp vergeblich aufgefordert.
Tatsächlich hat Israel daraufhin einen bislang einmaligen, auf zehn Monate befristeten Siedlungsstopp durchgesetzt. Haben Sie das etwa schon vergessen?

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Emil Peisker 25.09.2011, 23:37
127. Ausländer im eigenen Land ohne Rechte

Zitat von Mononatriumglutamat
Im Nahen Osten ist nichts, wie es scheint. Jede verkürzende oder vereinfachende Betrachtung wird zwangsläufig falsche Schlüsse provozieren -- und in diesem Falle ganz genau die falschen Schlüsse, die der Terror bezweckt. Indem Sie diese falschen Schlüsse nun verbreiten und Ihre Argumente darauf aufbauen, machen Sie sich unbewußt quasi zum Mittäter der terroristischen Propaganda.
Der ideologische Tunnelblick führt irgendwann dazu, dass man die Opfer der Gegenseite generell deren eigenem Fehlverhalten anlastet, ganz gleich wie unangemessen die militärische Gewalt angewendet wird.

Dass führte dann dazu, dass beim letzten Gazaangriff über 1.000 Palästinenser, unter denen viele Frauen und Kinder waren, getötet wurden, ohne dass dem Krieg eine schwere Bedrohung aus dem Gaza vorangegangen war.

Israel beklagte bei dieser Auseinandersetzung 6 oder 8 Opfer.

Wenn die andere Seite als terroristisch angesehen wird, dann entfällt die Ausgewogenheit, und alle Maßnahmen werden nur noch ergebnisorientiert durchgezogen. Rücksicht auf Zivilisten wird dann kaum noch genommen.

Sie beschreiben es recht anschaulich in Ihrem Beitrag.

Ihre Ablehnung, die Opferzahlen zumindest als Anlass zu sehen, über die Maßnahmen nachzudenken, wird Ihrerseits damit begründet, dass alle Opfer nur durch das Verhalten der Palästinenser verursacht werden. Die IDF scheint überhaupt keine Wahl mehr zu haben.

Das ist das perfekte Orwellsche Denken.

Man kann selbst keine Fehler mehr machen, die Gegner sind grundsätzlich selber schuld.

Wer sich bis zu diesem Punkt entwickelt hat, wird den Palästinensern auch keine Chance auf einen eigenen Staat mehr geben wollen. Irgendwann sind in Ihren Augen alle Palästinenser Terroristen.

Nur stellt sich die Frage, was man langfristig mit den Menschen in den besetzten Gebieten vorhat.

Wird man die besetzten Gebiete irgendwann als Teil Israels betrachten und die dort lebenden Palätinenser als Ausländer im eigenen Land ohne Rechte behandeln?

So hart dies klingt, Lieberman ist heute schon so weit, so man ihn denn lässt.

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otto huebner 26.09.2011, 02:53
128. obama ist genau so ein schwaetzer ...........

Zitat von Gandhi
Es ist doch bezeichnend, dass Netanjahu erst jetzt, im Vorfeld der Abstimmung, seine Bereitschaft zu Gespraechen erklaert. Nachher wird er schon noch einen Grund finden, warumalles so bleiben muss wie bisher (abgesehen vom Weiterbau der illegalen siedlungen).
wie die anderen auch und hat damit wieder einmal bewiesen das er nicht herr im eigenen haus ist. die israelische lobby sagt ihm was er zu machen hat. im mittleren osten hat er verloren. aber die amis sind eh dabei den bach runter zu gehen.

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nahal 26.09.2011, 06:45
129. Tunnelblick

Zitat von Emil Peisker
Der ideologische Tunnelblick ...... Wird man die besetzten Gebiete irgendwann als Teil Israels betrachten und die dort lebenden Palätinenser als Ausländer im eigenen Land ohne Rechte behandeln? So hart dies klingt, Lieberman ist heute schon so weit, so man ihn denn lässt.
Ihre ständigen Wiederholungen sind der beste Beweis für den beklagten ideologischen Tunnelblick.

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