Forum: Politik
Obama bei Merkel im Kanzleramt: Mach's gut, ich muss geh'n
REUTERS

Eine politische Freundschaft, ein vertrauliches Gespräch, aber ganz ausdrücklich kein Zeichen an Donald Trump: Bundeskanzlerin Angela Merkel traf sich im Kanzleramt mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama.

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kajoter 06.04.2019, 09:59
60. Es gibt keinen Grund,...

... dieses Treffen mit primitiven, persönlichen Anfeindungen zu kommentieren.
Obama musste während seiner gesamten Amtszeit gegen eine auf Fundamentalopposition eingeschworene GOP regieren. Genau deshalb konnte er Guantanamo nicht schließen und genau deshalb wurde Obamacare zu einem mit Fehlern behafteten Vorhaben. Er erbte von Bush ein gigantisches Hashaltsdefizit und musste die USA durch die Weltfinanzkrise steuern. Und er hat gerade diese beiden Punkte gut gelöst. Aber es ist noch etwas anderes, was ihn auszeichnet und das gerade im Vergleich zu seinem völlig inkompetenten Nachfolger auszeichnet: Seine Begründungen seines Tuns waren logisch und zeigten, dass er Vorhaben durchdachte. Er zeigte, dass wissenschaftliche Erkenntnisse Einfluss auf die Politik haben müssen, dass Empathie eine Fähigkeit ist, die auch in der Politik Geltung besitzen muss. Und er zeigte sich als Mensch, der mit guten Argumenten erreichbar war.
Natürlich war er kein perfekter Präsident und wahrscheinlich gb es nur wenige, ebenfalls kompetente Vorgänger, die so wenig Bleibendes hinterlassen haben wie er. Aber - wie gesagt - er musste gegen eine rigorose Fundamentalopposition regieren und die nährte sich vor allem aus den wirren Thesen der Tea Party und aus einem latenten Rassismus. Obama galt als schwarz und damit als unerwünscht oder gar untragbar - seine Frau wurde z.B. immer wieder damit bepöbelt, dass "die doch ein Mann in Frauenkleidern" wäre. Wie sehr dieser primitive Rassismus hinter der gesamten Anti-Obama Kampagne steckt, sieht man jetzt unter dieser orangenen Ausgeburt an Unfähigkeit: Die "white supremacy" wurde auf einmal zu einer erkennbaren politischen Richtung. Aber tatsächlich war sie bereits unter Obama vorhanden.

Und nun trifft sich also Merkel mit Obama und das ist begrüßenswert. Denn davon abgesehen. dass dieses ein privates Treffen war: Trump mag es verfolgt haben und sich dadurch in seiner bisherigen Linie gegenüber Deutschland bestätigt sehen. Die Demokraten werden es aber auch verfolgt haben und sie werden darin ein Zeichen einer nach wie vor vorhandenen Partnerschaft gesehen haben. Und auch das ist mMn begrüßenswert.

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kajoter 06.04.2019, 10:04
61. @ #59

Zitat von spon-facebook-1393188940
Cameron, Macron, den Havel damals. Sie gibt sich immer als die tolle Europäerin. In der Sache allerdings ist sie ganz Germany First. Angesichts ihrer Haltung dem Trump sein America First ständig vorzuhalten, ist schon ein Fall von extremer Heuchelei.
Und was hat Ihr Beitrag mit dem beschriebenen Treffen zu tun?
Man nennt so etwas neuerdings "Whataboutism" - nebenbei gesagt.

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Jor_El 06.04.2019, 15:20
62.

Zitat von Babsi
War das nicht der Typ, der Merkels Handy abgehört hat?
Gute Freunde stalked man ein bisschen. ;-)
Im Ernst: Das Abhören war schon vorher gängige Praxis und wurde höchstwarscheinlich auch nicht unter Trump gestopt. Der schickt gleich Botschafter mit Anweisungen an deutsche Politiker und Industrielle.

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Kosmopolit08 09.04.2019, 10:16
63. Unsinnige EInschätzung

Das Merkel und Obama unterschiedlicher Parteienfamilien angehören ist Unsinn. Obama gilt zwar in den USA bei seinen Gegnern als Sozialist und bei wohlgesonnenen als progressiv in Sachen Realpolitik ist Obama aber weitaus konservativer als die Merkel-CDU in wirklich allen Belangen. Das Problem in den USA ist eher, dass die Republikaner spätestens seit Bush junior soweit in die faschistoide rechte Ecke gewandert sind, das bereits eine CSU als linke Partei angesehen würde.

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