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Obama und Ferguson-Unruhen: Der geplatzte Traum des Barack Obama
AP

Die USA versinken in der schwersten Rassenkrise seit Generationen. Nur Präsident Obama, einst Symbol einer postrassistischen Nation, spielt dabei keine Rolle mehr - er hat seine gesellschaftliche Autorität verloren.

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lupenrein 20.08.2014, 11:29
90.

Zitat von demokratie-troll
Multiethnische Gesellschaften sind stets rassistisch, weil in ihnen Identitätsbildung durch Ausschließung des Nachbarn stattfindet. Dieser Rassismus bedingt sich stets wechselseitig. Wer auch immer die Macht hat - egal ob schwarz oder weiß - ist dann als rassistischer Unterdrücker definiert. Es ist also keine große Überraschung, dass multiethnische Gesellschaften instabil sind. Und noch weniger kann überraschen, dass das auch gar nicht anders gewollt ist. Eine Gesellschaft, die sich in jeder Hinsicht auseinander dividieren lässt, entwickelt unter dem Strich weniger summarische Macht gegen die Herrschenden, und die einzelnen Gruppen lassen sich nach kolonialistischem Herrschaftsprinzip gegeneinander ausspielen. Die Herrschenden aber sind in einer globalisierten Welt in den einzelnen Regionen nichts anderes mehr als eine Besatzungsmacht.
Stimmt. Das ist exakt die Philosophie der 'Offenen Gesellschaft'.
Und die Ergebnisse ihrer Umsetzung sind weltweit zu
betrachten......

Und über allem steht der 'lachende Dritte'.....

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fn745 20.08.2014, 11:29
91. Er weiß es selbst am besten

Barack Obama ist intelligent genug um zu wissen, dass seine gesamte Präsidentschaft ein einziges Versagen ist. Was er auch anfasste, es ist gescheitert. Er möchte seine Amtszeit einfach ohne großes Aufleben nur noch zu Ende bringen. Daher darf auch keiner mehr viel von ihm erwarten. Nicht nur viele Amerikaner, sondern auch er selbst sehnen den 20. Januar 2017 herbei.

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passagier1 20.08.2014, 11:30
92. Schade eigentlich

Sicherlich ist es nicht die schwerste Rassenkrise seit Generationen, aber immer wieder flammen die Rassenunruhen auf, meist als Antwort auf brutale Polizeigewalt.
Die höchste Inhaftierungsrate der Welt mit einem überproportional hohen Anteil Afroamerikaner spricht eine deutliche Sprache. Wer hier trotzdem noch von Gerechtigkeit spricht hat den "Black Code" nicht verstanden. Nach wie vor und sogar verstärkt wird der schwarze Bevölkerungsteil ins wirtschaftliche und soziale Aus gedrängt. Dagegen wollte schon Martin Luther King vorgehen und hat für seine gewaltfreien Aktionen den Friedensnobelpreis erhalten. Den gleichen Preis erhielt Obama für seine Vorstellungen von einer atomwaffenfreien Welt. Beide sind gescheitert, der eine gewaltsam der andere durch Tatenlosigkeit.

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Freeman69 20.08.2014, 11:31
93. Träume

Zitat von otzer
die Probleme eines 320-Millionen-Staates lösen?
Träume haben nur Menschen und er ist nur ein Schauspieler. Mehr nicht. Und nicht einmal ein guter. Schauspieler können für 90 Minuten Emotionen erzeugen, aber sie können und wollen auch nicht die Welt ändern.

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coronator 20.08.2014, 11:31
94. Immer ist ...

Immer ist Obama schuld. Die Platte hängt, Herr Pitzke.

Die weitestgehend erfolgreiche Einführung einer gesetzlichen Krankenversicherung sowie das Herunterfahren der vom kleinen Bush begonnenen Kriege im Irak und in Afghanistan, thematisiert Herr Pitzke dabei genauso wenig, wie die unsägliche Hetze und die mit viel Geld gesteuerte Polarisation durch erzkonservative US-Milliardäre.
Schämen Sie sich, Herr Pitzke, Sie sind Teil des Diffamierungs-Problems, nicht der Aufklärung.
Schade!

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Gregor Gerland 20.08.2014, 11:32
95. Ach so, Obama hatte mal „gesellschaftliche Autorität“?

Ja, stimmt. Damals, als er die Zockerbanken verstaatlicht und die Ölindustrie an die Kandare genommen hat nach der Deepwater-Katastrophe. Ganz zu schweigen davon, wie er nach all den Amokläufen mit der Waffenlobby aufgeräumt hat. Und militante Abtreibungsgegner und christliche Fundamentalisten überkommt heute noch das kalte Grauen, wenn sie nur seinen Namen hören. Ach ja, er hatte mal einen Ruf wie Donnerhall. Warum hat er bloß so nachgelassen?

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charlybird 20.08.2014, 11:34
96. Mit tut BO fast ein bisschen Leid.

Er ist in der Tat sehr forsch angetreten und hat sich viel vorgenommen und versprochen. Aber er hat nicht mit der eisernen Ablehnung der Konservativen, auch aus den eigenen Reihen, gerechnet, die aus Prinzip alles unterminiert haben, was er politisch angehen wollte, trotz angebotener Zusammenarbeit. Viele einflussreiche Rechte haben seine Herkunft angezweifelt, rassistische Abfälligkeiten losgelassen und nur damit polarisiert. FOX NEWS hat jeden Monat neue abstruse Kampagnen gegen ihn gefahren, die zum Teil ultrarechten und rassistischen Teabagger ins Leben gerufen und ihn zu einem, das muss man sich wirklich vorstellen, Sozialisten und sogar Kommunisten abgestempelt. Das was ich teilweise mitbekommen habe, war nicht nur unter Gürtellinie, das war nur noch reines Wadenbeißen. Es war schwer darauf zu reagieren und er hat entscheidende Fehler begangen, einer war den Friedensnobelpreis anzunehmen, ein weiterer, sein schwerster, auf die GOP zuzugehen, anstatt sie bloßzustellen. Everybodys Darling geht nicht als US Präsident. Seine Außenpolitik war nicht überzeugend, für die Hardliner zu weich, für viele Demokraten das Gegenteil. Er hat bei vielen Denkern und Intellektuellen Rückhalt gefunden, sie haben versucht seine innenpolitischen Erfolge zu erklären, no Chance, man wollte nicht sehen, was nicht sein darf, ( deutlich weniger Schulden als sein Vorgänger, Wirtschaft und Arbeitsmarkt angehoben, Gesundheitsreform durchgesetzt), aber insgesamt war es zu wenig. Ich denke, eine gewisse Resignation hat ihn schon längst ereilt, aber durch seine Inkonsequenz ist das auch selbst gemacht. Die jetzigen Ausbrüche wirken da irgendwie fast schicksalshaft am beginnenden Ausklang seiner Amtszeit.

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Sumerer 20.08.2014, 11:34
97.

Die US-Gesellschaft verliert ihren weltweiten Führungsanspruch.

Das wirkt sich innen- wie auch außenpolitisch aus.

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nik.macchiavelli 20.08.2014, 11:34
98. Traum hin oder her..

Die USA sind kein Land für einen fortschrittlichen Präsidenten. Da wurden Leute gewählt weil sie eine gute Frisur hatten oder weil sie auf die Bibel schworen! Die USA sind, gemessen an ihrer wirtschaftlichen u. politischen Macht, das rückständigste Land der Erde! Die wollen wieder einen Cowboy, und einen Cowboy werden sie bei der nächsten Wahl auch bekommen!

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waltersubject 20.08.2014, 11:36
99. Just a man

Zunächst mal: Wenn es eine „Rassenkrise“ gibt, dann sucht diese die Rasse Mensch heim. Soviel Wissenschaft muß sein, auch wenn im angloamerikanischen Sprachraum beizeiten der „racial war“ ausgerufen wird. Davon abgesehen hat @hman2 (#32) völlig Recht: Die L.A.Riots waren eine komplett andere Liga. Daß die Unruhen in Ferguson anhalten ist auch nicht unbedingt ein Zeichen staatlichen Versagens, sondern Ausdruck einer vorhandenen Zivilgesellschaft, die längst verstanden hat, wie der „Fox“ läuft: Trauermärsche und Lichterketten erregen nicht halb so viel mediale Aufmerksamkeit, wie es solide Krawalle tun. Obama war stets (nur) ein Symbol und er ist es noch, denn seine Hilflosigkeit steht stellvertretend für die Hilflosigkeit vieler Bürger, die schmerzhafterweise erkennen, daß ihre Repräsentanten nicht zwangsläufig repräsentativ sind. Der Kampf zwischen schwarz und weiß ist letztlich ein Verteilungskampf. Die Gesellschaft nachhaltig zu verändern, meint daher weit mehr, als ein paar schwarze Polizeichefs einzusetzen Es heißt, eine Entwicklung aufzuhalten, die dazu führt, daß immer weniger noch mehr und immer mehr Menschen fast nichts mehr besitzen. Es heißt, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, daß schon jetzt ein riesiger Teil der Bevölkerung im Knast sitzt. Sich über die Freakshow der Tea-Party lustig zu machen ist ja schön und gut, doch solange die wirtschaftliche Hegemonie der Neokons ungebrochen ist, ist das purer Galgenhumor. Das alles sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben.

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