Forum: Politik
Obamas Wahlkampf: Amerikas Linke traut sich nicht
AFP

Die Republikaner geben sich große Mühe, Barack Obama als Quasi-Kommunisten abzustempeln. Daher scheut der Präsident im Wahlkampf linke Rhetorik. Doch ein sozialeres Amerika kann er nur dann verwirklichen, wenn er selbstbewusst an die progressiven Wurzeln der USA erinnert.

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muellerthomas 04.09.2012, 17:37
10.

Zitat von Takapuna
Was für eine Demokratie ist dies eigentlich, wo man nur zwischen 2 Parteien wählen kann?
Es gibt mehr Parteien, einfach mal informieren.

Zitat von
Eine Regierung die abwechselnd mal Demokraten und mal von Republikanern gestellt wird, sieht trotz Stars and Strips irgend wie monochrom aus.
Eine Regierung, die abwechselnd von CDU und SPD gestellt wird, sieht trotz schwarz-rot-gold irgendwie monochrom aus....

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haspelbein 04.09.2012, 17:42
11.

Wenn man den Artikel liest, dann beantwortet sich die Frage selbst: Es geht um Themen, die in der derzeitigen Wirtschaftskrise nur wenig relevant sind.

Die Gewerkschaften haben sich zwischen den Praesidentschaftswahlen verausgabt, und mussten einige empfindliche Niederlagen einstecken. Ihre Hochburgen wie Kalifornien oder Illinois gelten derzeit eher als abschreckende Beispiele denn als Zukunftsvisionen, und die Occupy-Bewegung verausgabte sich in Kalifornien mit politischen Eigentoren.

Viele sozialpolitische Themen sind derzeit Selbstlaeufer ueber Parteigrenzen hinaus, und nicht sonderlich gut fuer eine Auseinandersetzung mit der anderen Partei geeignet, wenn man mal von der Einwanderungspolitik absieht.

Es nuetzt nichts, klassische Rezepte der Arbeiterbewegung aufzuwaermen, die vor 50 bis 100 Jahren definiert wurden, aber in einer weitgehend globalisierten Welt ihre Wirkung verloren. Man kann es auch anders ausdruecken: Solange Detroit eine Ruine bleibt kommt der Glauben an die Arbeiterbewegung nicht zurueck.

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prometheus11 04.09.2012, 17:48
12. Die Gruenen als Alternative

Die Gruenen vereinen tatsaechlich alle im Artikel aufgefuehrten Punkte in ihrem Programm, aber da es ein Zwei-Parteiensystem ist, haben die natuerlich keine Chance. Man kann nur zwischen Pest und Cholera waehlen. Solange das amerikanische Wahlsystem nicht reformiert wird und dem Spendenirrsinn Einhalt geboten wird bzw. eine Entkoppelung zwischen Politik und Wirtschaft stattfindet, kann man von dort nichts Gutes mehr erwarten. Es ist keine Demokratie mehr, sondern eine Oligarchie.

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hxk 04.09.2012, 17:55
13.

Zitat von Takapuna
Was für eine Demokratie ist dies eigentlich, wo man nur zwischen 2 Parteien wählen kann?
1. Spielen Parteien in den USA eine viel, viel geringere Rolle als in Deutschland.

2. Geben in Deutschland zwei große Parteien den Ton an, ein paar kleinere machen Hintergrundmusik und der Klanf näher sich mehr und mehr einander an.

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sozialminister 04.09.2012, 18:05
14.

Zitat von muellerthomas
Es gibt mehr Parteien, einfach mal informieren.
Und wo sind diese Parteien? Warum sieht man nie deren Stellvertreter im Senat und im Kongress? Wo sind die selbst auf lokaler Ebene?

In der DDR gab es auch mehr Parteien, als bloss die SED. Nur konnten die gewählt werden? Hatten die was zu sagen gehabt? Das Wahlsystem der USA mit ihren Wahlmännern und die politische Fokussierung auf die sogenannten Swing States ist für jeden Menschen mit demokratischem Verständnis äußerst kritikwürdig.

Ich bin ja nicht einmal mit unserem System noch wirklich einverstanden. Selbst hier geht es noch weitaus demokratischer. Aber was soll ich dann erstmal von den USA halten?


Zitat von
Eine Regierung, die abwechselnd von CDU und SPD gestellt wird, sieht trotz schwarz-rot-gold irgendwie monochrom aus....
Nicht die CDU und SPD stellen die Regierungen, sondern es sind fast ausschließlich Koalitionen aus mehreren Parteien, die diese Regierungen bilden. So wie es die meisten Demokratien auf dieser Welt heutzutage auch tuen. Die USA allerdings nicht.

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derandersdenkende 04.09.2012, 18:08
15. Strategie

Zitat von sysop
Die Republikaner geben sich große Mühe, Barack Obama als Quasi-Kommunisten abzustempeln. Daher scheut der Präsident im Wahlkampf linke Rhetorik. Doch ein sozialeres Amerika kann er nur dann verwirklichen, wenn er selbstbewusst an die progressiven Wurzeln der USA erinnert.
Obama kann diese Wahl nur gewinnen, wenn er seinen Wählern die ihm das erste Mal das Vertrauen geschenkt haben, offen entgegentritt, Asche aufs Haupt streut und gelobt in deren Sinne mehr in Bewegung zu bringen, statt bei seinen Versprechungen zu verharren.
Jedes Ansinnen Republikaner auf seine Seite zu ziehen, wird erfolglos sein, weil er eigene Wähler verliert.
Die amerikanische Gesellschaft ist wie andere Gesellschaften auch tief gespalten.
Dies im Wahlkampf zu vergessen, wäre grob fahrlässig.

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Spiegelkritikus 04.09.2012, 18:10
16. Die Demokraten müssen Farbe bekennen

Zitat von sysop
Die Republikaner geben sich große Mühe, Barack Obama als Quasi-Kommunisten abzustempeln. Daher scheut der Präsident im Wahlkampf linke Rhetorik. Doch ein sozialeres Amerika kann er nur dann verwirklichen, wenn er selbstbewusst an die progressiven Wurzeln der USA erinnert. ------ dass eine Gesellschaft, in der die Eigentümerfamilie der Supermarktkette Wal Mart über so viel Vermögen verfügt wie rund 40 Prozent der ärmsten Amerikaner, auf Dauer ein Demokratieproblem hat. -----
Obama ist vorsichtig, weil er genau weiß, wie es um Amerikas sog. Demokratie steht: Herrschen tut das Kapital und die Bevölkerung wird manipuliert bis zum geht nicht mehr. Er müsste den längst überfälligen großen Wurf wagen, den tatsächlichen Zustand dieser Gesellschaft beschreiben und anprangern - Wahlkampfspenden hin oder her.

Das alte amerikanische Zivilsationsmodell hat längst ausgedient und ein Zurück in die Vergangenheit gibt es nicht, ohne dass es zu sozialen und kriegerischen Katastrohen kommt. Den Amis muß klar (gemacht )werden, dass viele von ihnen trotz aller religiöser Ideologie in erster Linie dem Gott des Geldes huldigen, dem Mammon und dass es so nicht weitergehen kann.

Diese Aufgabe müssen die Demokraten übernehmen, die Reps sind dazu nicht willens und nicht fähig, sie wollen lediglich das Rad der Geschichte zurückdrehen und an vermeintlich glorreiche Zeiten anschließen. Einen solchen Wahnsinn können sich die USA jedoch nicht mehr leisten, schon G.W. Bush war nicht mehr tragbar.
Obama sollte sich dieser großen Aufgabe stellen, falls ihn das nicht überfordert.

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mhampel 04.09.2012, 18:13
17.

Zitat von Takapuna
Was für eine Demokratie ist dies eigentlich, wo man nur zwischen 2 Parteien wählen kann?
Nein. Man wählt nicht zwischen zwei Parteien, sondern 3x zwischen zwei Kandidaten (jeweils für das Repräsentantenhaus, den Senat und den Präsidenten). Es sind keine Parteien, sondern Menschen, die man da wählt. Diese unterliegen, im Gegensatz zu unseren Abgeordneten, keinem Fraktionszwang. Sie stimmen sich zwar innerhalb ihrer Partei ab, um die anstehenden politischen Fragen effektiver angehen zu können, aber es gibt keine Verpflichtung sich der Parteilinie anzuschließen. Die sind viel unabhängiger als bei uns in Deutschland.

Das ist halt ein anderes System als in Deutschland, wo die Regierung (Exekutive) vom Parlament (Legislative) abhängt und gestützt werden muss (Kanzlermehrheit). So ergibt sich bei uns eine Schicksalsgemeinschaft aus Parlament, Regierung und Parteien. Die Gewalteintrennung ist hier stark eingeschränkt, da unser Parlament nicht wirklich die Regierung kontrolliert. Es ist eher so, dass die Regierung die Parlamentsmehrheit steuert.

In den USA muss sich ein Präsident erst einmal Stimmen für ein politisches Vorhaben in den Parlamentskammern zusammensuchen. Da ist es nicht selbstverständlich, dass die Abgeordneten seiner Partei ihn ohne Widerspruch stützten. Die Abgeordneten sind nicht dem Präsidenten oder ihrer Partei, sondern den Wählern ihres Wahlkreises verantwortlich.

Das sind halt fundamental anders aufgebaute Systeme. Man kann die Parteien in den USA nicht einfach mit unseren Parteien vergleichen. Die Parteien an sich haben erheblich geringeren Einfluss auf die Politik als bei uns. Sie sind praktisch nur lose Vereine, in denen sich Menschen treffen, die ähnliche politische Grundeinstellungen besitzen. Sie geben aber nicht die Politik des Landes vor.

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chrimirk 04.09.2012, 18:17
18. USA kann nicht gesunden.

Zitat von sysop
Die Republikaner geben sich große Mühe, Barack Obama als Quasi-Kommunisten abzustempeln. Daher scheut der Präsident im Wahlkampf linke Rhetorik. Doch ein sozialeres Amerika kann er nur dann verwirklichen, wenn er selbstbewusst an die progressiven Wurzeln der USA erinnert.
Die ehemaligen europäischen Auswanderer nach Amerika hatten in ihrer alten Heimat nichts mehr zu verlieren. Keine Arbeit, Hundertod vor den Augen, das Militär (Rekrutenjagd!) und die Polizeiorgane im Nacken, Seuchen, religiöse Verblendung.
Und in Amerika? Ein riesiges Land, Einheimische leicht auszurotten, vorher zu berauben, die schier endlose Natur kostenlos zu Verfügung, Sklavenraub aus Afrika und Ausbeutung ersparte den Rücksichtslosesten arbeiten zu müssen usw.
Man erinnere sich: Luis Armstrong durfte sogar schon als weltberühmter Musiker, lange Zeit nicht in ein Hotel für Weisse!

Die USA Bevölkerung wuchs zum großen Teil als eine Gesellschaft von Desperados auf. Daran ändern die zweifellos auch vorhanden Glanztaten mehrer US-Bürger nichts.
Und heute sind diese/solche Strukturen in den USA überall sichtbar.
Alle paar Sekunden geschieht ein Kapitalverbrechen, über 30 000 Morde jährlich usf. In keinem Land der Welt sitzen so viele Menschen pro 1000 der Bevölkerung, ihre schweren Straftaten ab wie in den USA. Rund 25 - 28 % der US-Bürger sind Analphabeten.

Die Probleme sind gewaltig und gefährlich. Kein "Präsident" der USA kann grundlegend was ändern, allenfalls etwas verzögern. Aber auch schnell die Welt in eine Katastrophe stürzen.
Den anderen in der Welt, macht ein solches Land Angst, ruft Abneigung, Empörung und Hass wegen der endlosen "Taten" hervor.
Die Liste ist lang. Allein im vorigen und diesem Jahrhundert hat niemand so viel Elend, Not und Kummer in der Welt erzeugt. Direkt oder indirekt.
Und nun soll der Obamas Konkurrent dank unermesslichem Kapitalzufluss, die Wahl also die Steuerung der USA, ergreifen.
Neu gegenüber 2008 ist, dass er jetzt u. a. nicht als Nazi sondern als Kommunist verunglimpft wird.
Und der Gegen-Kandidat sagt dazu kein Wort!
Es bleibt also bis auf weiteres, wie es war. USA ist und bleibt ein schlimmes Land.

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trackerdog 04.09.2012, 18:20
19. Pech für Obama

Es gab mal Zeiten, da mußten Linke mit hochgeschlagenem Mantelkragen und Hut im Gesicht zu ihren Versammlungen schleichen.
Heute müssen das die Konservativen in Europa tun.
Obama sollte als Präsident der EUdSSR kandidieren - aber dafür wäre er europas Linken zu rechts.

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