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Obolus für reiche Unternehmen: Wähler in San Francisco stimmen für Obdachlosensteuer
REUTERS

Im reichen San Francisco leben besonders viele Menschen auf der Straße. Die Stadtregierung hat versucht, Obdachlose durch krude Praktiken zu verscheuchen. Eine neue Steuer soll den Wohnungslosen helfen.

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realitätssprecher 08.11.2018, 13:16
20.

Zitat von tobias1971
Inwiefern Jack Dorsey darin einen Schnellschuss sieht, ist mir rätselhaft. Ich glaube eher, dass seine Antwort ein Schnellschuss war. Die Situation ist ja nicht erst seit gestern so. Und natürlich horten die o.g. Unternehmen Milliarden. Wozu sie immer ungeschoren lassen?
Weil die "die reichen Unternehmen sollens zahlen" Nummer halt das Problem hat, dass die Unternehmen wenn die Kosten zu hoch werden einfach umziehen. Dann ist San Francisco Arbeitsplätze und Steuereinnahmen los.

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yuri_ber 08.11.2018, 13:43
21.

Proposition C sieht eine Unternehmenssteuer, und keine Personensteuer vor, daher werden die Stadteinwohner nicht belastet. Dafür aber die Unternehmen, und zwar mit mehr als 500 Millionnen USD Umsatz. Viele dieser Unternehmen haben, zum einen, Steuererleichterungen dafür bekommen bekommen, dass sie in San Fransisco Downtown Ihre Headquaters ansiedeln, zum anderen, sind indirekt für Mietexplosion mitverantwortlich.
Der größte Befürworter dieser Initiative - Marc Benioff - ist der Chef des größten Arbeitgebers der Stadt Salesforce Inc., daher kann man Initiative schlecht als popilistisch bezeichnen. Und wer in San Fransisco schon war, kennt die prekäre Lage. Dass das Geld vernüntig und nachhaltig investiert werden soll, unter anderem, in Sozialwohnungsbau, ist den Initiatoren auch klar.

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blabla55 08.11.2018, 13:45
22.

Zitat von Allenore
Ein Stadtregierung sollte einen Missstand nicht auf Kosten der bevormundeten Bürger finanzieren, sondern bekämpfen. Wer nicht bereits ist, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen, sollte sich woanders Dumme suchen. Suchtkranke gehören in Pflege und Beaufsichtigung, damit sie andere nicht schädigen können.
Ja,ja,schon einmal mit bekommen das es jedern Treffen kann! Und noch etwas zu Pflege,die geht jetzt schon den Bach runter.

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magic88wand 08.11.2018, 13:54
23. Das ist in der Politik halt so

Zitat von toledo
eine Notwendigkeit für solch eine zweckgerichtete Steuer erkennen, verstehe ich nicht, wieso sie nicht von allen Steuerzahlern gleichmäßig nach ihrer......
Steuererhöhungen einfach nur so genießen keine große Akzeptanz. Wenn man einen wohlklingenden Zweck angibt schon eher. Das ist auch bei uns so, siehe "Solidaritätszuschlag". Den hätte man auch über eine Einkommensteuererhöhung erheben können. Tut man aber nicht, obwohl das verwaltungstechnisch viel einfacher und billiger wäre.

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deka88 08.11.2018, 13:57
24. @realitätssprecher

Das gleiche Argument bekomme ich auch immer zu hören, wenn ich sage, dass die Reichen ruhig mehr für die Gesellschaft leisten sollten und könnten (Eigentum verpflichtet). Warum man es überall in der kapitalistischen Welt zulässt, dass diese so agieren können, kann ich einfach nicht nachvollziehen. Diese Leute sind wohl zu mächtig, ihre Anzahl kann es nicht sein... das sind für mich die wahren Wirtschaftsflüchtlinge!

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ruhepuls 08.11.2018, 14:01
25. Genau so ist es...

Zitat von toledo
eine Notwendigkeit für solch eine zweckgerichtete Steuer erkennen, verstehe ich nicht, wieso sie nicht von allen Steuerzahlern gleichmäßig nach ihrer Leistungsfähigkeit erhoben wird. Ich vermute mal ganz stark, dass es dann keine Mehrheit dafür gegeben hätte.
Klar ist das so. Wenn wir über die Steuern bestimmen dürften, die ANDERE bezahlen (aber wir nicht), gäbe es einen Haufen neue Steuern. Nur die Angst, dass es uns selbst auch treffen würde bzw. dass unsere Politiker die Kriterien (beispielsweise wer als reich gilt) zu unseren Ungunsten verändern würden, verhindert so eine Steuerflut.
Ganz nebenbei: Wenn es nun San Francisco so eine Steuer gibt, wird es bald mehr Obdachlose geben, denn leider spricht sich sowas schnell rum.

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ruhepuls 08.11.2018, 14:05
26. Wieso nur die Reichen?

Zitat von deka88
Waren sie schonmal in San Francisco? Ich war erschüttert wie viele Obdachlose es mitten in Downtown gibt. Abends sieht man deutlich mehr Obachlose als "normale Menschen". Vielleicht verstehen sie es nicht ganz, aber es kann eben nicht jeder Chef eines Technologiekonzerns sein und sich dementsprechend Wohnraum leisten. Auch ganz normale Leute werden in San Francisco obdachlos, das hat selten etwas mit Faulheit oder......
JEDER, der "gut verdient" ist an der Schaffung des Problems beteiligt. Auch bei uns. Denn wenn nicht so viele Leute bereit wären (und in der Lage dazu) hohe Mieten zu bezahlen, gäbe es diese hohen Mieten ja erst gar nicht. Aber es gibt eben genug, die sie bezahlen können. Also müssten die auch alle zu Ausgleichzahlungen heran gezogen werden. Die Milliardäre nehmen keinem Normalbürger die Wohnung weg..

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downgrade0815 08.11.2018, 14:34
27. Verteilung...

Geld wird nur "umverteilt".
Somit ist es nur logisch, das eine Rückverteilung bei immer wniger, die mehr horten..sinnvoll ist.
man darf Unternehmern ruhig auch vorwerfen, das Gewinmaximierung natürlich nicht Folgenlos bleibt. Gesellschaften und Ungleichgewichte tun sich eben nicht gut.
Das "nur die Reichen".. Was ist das denn für eine Aussage ?
Zum einen, sind es Unternehmen, da kann ich ganz emotionslos davon sprechen das ich es mit einer "Person" zu tun habe. Und wenn dann der Vorwurf kommt, das dadurch die Mitarbeiter es aufbringen müssen, dann liegt es meist mehr an wenigen, welche sich ihre Pfründe eben dort sichern und diese Last nach unten hin abeben. Auch dafür habe ich wenig Verständnis. Wer eben eine gesellschaft dazu nutzt - um sich (finanziell) dort zu bereichern (was nicht negativ gemeint ist) ..der macht es eben durch Umverteilung innerhalb dieser Gesellschaft. Somit halte ich es pers. absolut nicht für moralisch verwerflich, wenn man dort ein Gegengewicht schafft.
Was hier von einigen Diskutanten über Obdachlose gesagt wird, zeigt nur ihr beschränktes Wissen (und ab und an ebenso nur ihre unwissende Menschenverachtung). Die Gründe hinter dieser, sind vielfältig und haben sehr oft eben mit Umverteilung und Bereicherung (anderer) zu tun. Von Scheidungsfällen (vornehmlich Männer) bis hin eben zu Veteranen (und das problem haben wir sogar hier im Land..wird nur ungern von gesprochen). Und auch in unserem land, wird beleibe nicht jedem geholfen..sondern oftmals (!) noch zusätzlich betraft, wenn man (selbst unverschuldet) nichts mehr hat..Armut kostet mitunter eine Menge..was einem nicht mehr erlaubt, diese Spirale nach unten zu verlassen.

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Tante_Frieda 08.11.2018, 14:58
28. Etwa

Zitat von Allenore
Ein Stadtregierung sollte einen Missstand nicht auf Kosten der bevormundeten Bürger finanzieren, sondern bekämpfen. Wer nicht bereits ist, seinen Lebensunterhalt selbst zu.....
"Wer nicht bereit ist,seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen,sollte sich woanders Dumme suchen".Bei diesem Satz in Ihrem Post dachte ich mir spontan "Aha,wieder eine/einer dieser sozial eiskalten FDP-Wähler/innen...".
Immerhin lenken Sie dann zum Schluss noch etwas ein,wenn Sie schreiben,dass Suchtkranke in Pflege gehören.Allerdings kostet die ja auch Geld,was Ihnen vermutlich nicht schmecken dürfte...
Meine Meinung zum Thema:Die Obdachlosensteuer ist an und für sich eine gute Sache,wenn sie dafür verwendet wird,den Betroffenen effektiv zu helfen.Diejenigen,die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen,haben durchaus auch ein Recht,in der Stadt zu leben und nicht per Gentrifizierung aus ihr vertrieben zu werden.Auch wenn es manchen Besserverdienern sauer aufstößt,so ist es ganz gut,wenn sie täglich sehen,dass die Welt nicht nur aus schicken,schönen und smarten Erfolgsmenschen besteht und dass nicht jeder selbst schuld ist,wenn er Pech im Leben hat.

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misterxyz 08.11.2018, 15:25
29. Verursacherprinzip

Sehr sinnvolle Lösung. Ganz im Sinne des Verursacherprinzips.
Die Firmen, die für die horenden Mieten verantwortlich sind müssen zahlen

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