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Ochsenfurt nach dem Axt-Attentat: Ausgerechnet er, ausgerechnet hier
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Der junge Flüchtling Riaz Khan Ahmadzai galt als vorbildlich integriert. In Ochsenfurt, einem deutschen Vorzeige-Städtchen. Dann griff er zur Axt. Die Reaktion vieler Bürger: Jetzt helfen wir erst recht.

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Aberlour A ' Bunadh 20.07.2016, 22:18
50. Der Amoklauf

Zitat von wer_wind-saeht
Schlaft weiter, reagiert nicht, wiederholt euer ewiges Mantra von MEHR Flüchtlingen, MEHR Willkommenskultur, MEHR Anpassung der Deutschen an die neue Realität und MEHR Kampf gegen Rechts. Der Axtkämpfer war also gut integriert? Hatte schnell unsere Sprache gelernt? War sehr unauffällig? Hatte Kontakte in Deutschland geknüpft? War scheinbar in seiner neuen Heimat angekommen? War der nette Junge von nebenan, dem man sowas nie zutraut? Was die Presselandschaft dieser Tage mit "über Nacht radikalisiert" beschreibt, ist uns allen seit Jahren als Schläfer bekannt. Und er ist nicht der einzige, den wir hier reingelassen haben. Wacht endlich auf! Der 17-jährige Afghane ist es bereits! Und weitere werden ihm folgen!
von Winnenden durch Tim K. forderte 15 Todesopfer. Der Todessschütze war auch unauffällig, "der nette Junge von nebenan", bis irgendetwas in seinem Kopf den Schalter umgelegt hat, was ihn zu dieser Wahnsinnstat veranlasst hat. Ohne tieferliegende psychische Deformationen, sind solche Attentate nicht erklärbar. Und mehr "Kampf gegen Rechts" ist für mich eine Herzensangelegenheit, auch wenn sie das nicht gerne hören.

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frenchie3 20.07.2016, 22:24
51. Jetzt bin ich mal ketzerisch

Wieso müssen die Einheimischen die Integrationsbemühungen erhöhen? Ich bin selbst Einwanderer. Ich werde freundlich behandelt, das muß reichen. Ansonsten mache ich es wie die Einheimischen. Wenn ich mit Freunden darüber spreche was,mir nicht paßt gibt es prinzipiell zwei Antworten 1) so ist es eben oder 2) Du hast Recht, aber so ist es eben.

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Gaztelupe 20.07.2016, 22:25
52.

Zitat von Actionscript
[...] Je jünger man ist, desto anfälliger ist man dafür. Ich bin sicher, dass wir hier bei aelteren Flüchtlingen keine Sorge zu haben brauchen. Um die jungen muessen wir uns jedoch besonders kümmern.
Geschenkt. Alte eignen sich nicht besonders für Gewalttaten. Und sind naturgemäß für so etwas kaum motiviert; ein funktionaler Körper gehört schon dazu, um mit Äxten Ungläubige zu schlachten. Womit wir beim frischen, jungen Testosteron wären, welches sich einen Dreck um Integrationsbemühungen schert und um das sich zu »kümmern« vergebliche Liebesmüh ist.

Apropos Liebesmüh: Ein schönes Synonym für die Parole von der Willkommenskultur. Man muss nur alle liebhaben - schon bleibt alles friedlich und liebt zurück - Love! Ein bisschen simpel als politische Idee, meine ich.

Keine Missverständnisse: Gegen Love & Peace, Verständnis und Geduld ist nichts einzuwenden. Damit ist jedoch - wie Köln, Nizza und Ochsenfurt jetzt zeigen - noch nichts geleistet oder gewonnen, wenn das Gegenüber in ganz anderen Kategorien, herrenmenschlich geradezu, denkt. Radikale sind eben auch nicht alle so gleich, wie wir sie gerne hätten: Mit ein paar marxistisch verblendeten Terroristen kann man sogar noch über dies und das reden, weil man mehr mit ihnen teilt als die Luft zum Atmen, mit Dschihadisten nicht.

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neanderspezi 20.07.2016, 22:29
53. Es sollte womöglich anstelle von

Die ehrenamtlichen Integrationshelfer und auch die professionellen Helfer wollen weder erkennen, noch wahrhaben, dass die womöglich traumatisierten Bewerber um Aufenthaltsrecht in Deutschland in ihrer ursprünglichen Welt einer strengen religiösen Indoktrination ausgesetzt waren, die ihnen konsequent und in zahllosen Wiederholungen vorschrieb, als gewissermaßen höchstes Gebot ihres Glaubens, allen Ungläubigen höchste Verachtung und lebensunwerte Einschätzung entgegenzubringen, mit der zusätzlichen Vorgabe, diese Geringachtung nicht zu erkennen zu geben. Bezeichnenderweise werden die vielen Stellen in ihrem Heiligen Buch, die davon handeln, in nichtislamischen Kulturen nie einem Disput mit Vertretern des Islam ausgesetzt, sondern es wird stets von einer ungeprüften friedlichen Religionsausübung gefaselt und alle Suren die einer friedlichen Auslegung eindeutig widersprechen, einer Falschinterpretation oder falschen Übersetzung angeklagt. Kein Integrationshelfer oder dazu Beauftragter sollte ohne gründliche Kenntnisse des Korans sich der Eingliederung von Muslimen in eine christliche Gesellschaft widmen dürfen, er wird sonst höchstwahrscheinlich niemals verdeckte Antriebskräfte zu Terrorbereitschaft gegen sogenannte Ungläubige frühzeitig wahrnehmen können.

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hema-31 20.07.2016, 22:32
54. Was ist integriert?

Man kann einen roten Punkt in einer Reihe mit weißen Punkten stecken. Zusätzlich noch gelbe, grüne und blaue Reihen darstellen. Der rote Punkt ist in der Reihe mit den weißen Punkten integriert, ein Teil dieser Reihe. Deswegen ist der rote Punkt noch lange nicht weiß.
So ähnlich ist das mit Moslems, welche die Scharia als göttliches Gesetz ansehen. Bei Muslime, die in Deutschland aufgewachsen sind, zur Schule gingen, somit sozialisiert wurden besteht kein Unterschied zu deutschen Bürgern.
Aber es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Integration und Sozialisation.

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pinam1 20.07.2016, 22:39
55.

Zitat von nordlys
Das mag alles so sein. Nur, was ist Ihre Schlussfolgerung? 500.000 psychologisch geschulte Sozialpädagogen den zwei Millionen Migranten, die in den letzten 18 Monaten gekommen sind, zur Seite stellen, wird ja nicht gehen. Sollte man also nicht besser den Zustrom stoppen, wie es Ungarn, Österreich etc. erreicht haben (unbedingt ergänzt durch Absenkung der Leistungen auf europäisches Durchschnittsniveau)? Sollte man nicht genau Herkunft und Identität der Menschen prüfen, die ins Land kommen, und prinzipiell niemanden ohne Papiere einreisen lassen (Menschen ungeklärter Herkunft werden Plätze in Sammellagern außerhalb der EU angeboten).
Meine Schlussfolgerung habe ich in der Tat vergessen. Leider aus Resignation. Dieselbe Partei und Kanzlerin, die schon in den Neunziger Jahren versäumt und teilweise auch abgelehnt hat, ein sorgfältig erarbeitetes und abgestimmtes Einwanderungsgesetz auf den Weg zu bringen, öffnet plötzlich die Grenzen. So eine Kehrtwende ist gefährlich, da in keinster Weise Strukturen aufgebaut wurden, um dem Ganzen gerecht zu werden. Es ist erschreckend naiv in der Umsetzung. Leider fehlen die prominenten Berater und Kritiker aus dem sozialen Sektor, die differenziert und sachlich diese Haltung vertreten. Aus Angst mit den rechten Scharfmachern und Hetzern in einen Topf geworfen zu werden. Da es für die meisten nicht mit ihrer politischen Sozialisation zusammen geht, angesichts von Leid und Krieg eine kontrollierte Zuwanderung zu fordern und einzuhalten. Aber genau das muss man aushalten, so schwer es auch ist, wenn man links und sozial tickt. Alles andere ist verantwortungslos und dient mehr dem Erhalt des eigenen Selbstbildes. Ich habe keine Lösungsvorschläge. Aber ein Anfang wäre tatsächlich mehr qualifiziertes Personal UND eine kontrollierte Zuwanderung. Und endlich mal die Waffenlieferungen stoppen. Aber das ist nur ein Teil des ganzen komplexen Chaos. Egal wo man hinfasst, so viel Versäumnisse über Jahrzehnte.

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timi_moon 20.07.2016, 22:44
56.

... das Wort wird geradezu inflationär verwendet. Sozusagen ein Persilschein, für alles, was uns noch von moslemischen Flüchtlingen drohen könnte. Die wenigsten von denen sind traumatisiert. Es wurden "Traumatisierte" schon von Fachleuten untersucht, die dann aber kein Trauma finden konnten. Trauma ist nämlich nachweisbar, unabhängig von Geschichten, die präsentiert werden.

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Lady Hesketh-Fortescue 20.07.2016, 22:55
57. Und hier ist der Beleg dafür

Zitat von defy_you
Die Gefahr des Terrorismus bei Flüchtlingen sei "nicht größer und nicht kleiner ist als in der übrigen Bevölkerung". Und eine überzeugende Begründung gabs auch noch dazu: Denn so sagt er, die deutschen Behörden würden bereits bei der Einreise von "Flüchtlingen" großen Wert auf den Abgleich mit Datenbanken legen, in denen terroristische Gefährder registriert seien. Dass dieses Beispiel zeigt, dass man in Deutschland scheinbar weder weiß, woher die sog. Flüchtlinge kommen noch wie alt sie wirklich sind (oder wovor sie flüchten, da ja das angegebene Herkunftsland unrichtig zu sein scheint, dürfte auch ein Fluchtgrund höchst fraglich sein), soll die überzeugende Erklärung von Herrn Altmaier an dieser Stelle natürlich nicht abwerten.
Die Attentäter von Paris sind über mehrere Grenzen gekommen mit unterschiedlichen Identitäten. Das belegt Herrn Altmaiers Aussage ganz gut.

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miram-m 20.07.2016, 23:02
58. @ulli7

Ich finde das toll, dass Sie und Ihre Familie trotz Schwierigkeiten nicht aufgegeben haben! Für mich bleibt die Politik des Auswärtiges Amtes einfach erschreckend: Die Einwanderung bleibt weiterhin unkontrolliert, was eindeutig in die Hände von Populisten spielt. Migranten können Bereicherung werden. Man sollte ganz genau analysieren, welche Chancen haben Menschen mit bestimmten Voraussetzungen, und für die endlich funktionierende Einwanderungsgesetze schaffen. Integration ist kein Monsteraufwand, wenn die Menschen bereit sind, die Werte und Gesetze des Aufnahmelandes zu akzeptieren. Wenn man noch dazu eine Arbeitsstelle (Pflege, IT-Branche, andere Mangelberufe) findet, dann steht überhaupt nichts im Wege. Das zeigt Ihr Beispiel. Aus unerklärlichen Gründen fehlt der politische Wille dazu, für ERFOLGREICHE Einwanderung Hindernisse zu räumen.

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dajafung 20.07.2016, 23:07
59. Einfach umgekehrt

Man stelle sich vor Westeuropäer müssen nach Afghanistan flüchten. Ein aufgeklärter 17 jähriger, der gelernt hat seit frühester Kindheit respektvoll gegenüber Frauen aufzutreten, sie als gleichberechtigt anzuerkennen, ihnen die Hand zu geben, sie nicht zu schlagen.
Kommt nun nach Afghanistan und lebt dort mit einer Frau zusammen. Vielleicht würde er zustimmen dass sie verschleiert das Haus verlässt - aber würde er ihr verbieten zu lesen? Sich zu bilden? Ihm zu widersprechen? Würde er sie schlagen, nur weil es in einem anderen Land so üblich ist? Nein, denn der Glaube an die von frühester Kindheit an vermittelten Werte und Regeln und Vorstellungen sind bei weitem nicht jedem aber doch vielen so tief verwurzelt, dass man sie nicht einfach so abschütteln kann. Ich bin Christ, habe aber kein Problem mit Atheisten, Buddhisten, Moslems oder Juden - denn ich wurde in Familie, Schule und Kirche dahingehend erzogen. Ein Moslem aus Afghanistan hat eine etwas andere Erziehung genossen (zumindest ein sehr großer Teil), denn ihm wurde vermittelt in Schule, Familie und Mosche, dass die Ungläubigen eben weniger wert sind.
Wieso sollte ein Flüchtling aus Afghanistan der 20 Jahre Krieg erlebt hat, in dessen Gesellschaft Frauen und Männer unterschiedlich viel wert sind, der nie gelernt hat dass Religionen gleichberechtigt sind, wieso sollte der seine Meinung und sein Weltbild ändern? Die türkische Kultur und die westeuropäische haben 100 mal mehr gemeinsam und sind sich so viel näher - trotzdem gibt es Parallelgesellschaften und unüberwindbare Hindernisse. Wer glaubt einen Flüchtling aus völlig fremder Kultur durch ein paar Sprachkurse, ein bisschen Pflegefamilie und Willkommensfeste zu einem integrierten Mitbürger zu machen ist einfach nur naiv.

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