Forum: Politik
Öffentliche Meinung in Russland: Putins Paralleluniversum
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Moskaus Propaganda produziert groteske Falschmeldungen in Serie: Ukrainische Banden wollen Atomkraftwerke sprengen, die CIA mischt Drogen ins Trinkwasser. Geglaubt wird in Russland inzwischen fast alles.

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DMenakker 05.08.2014, 10:37
280.

Zitat von phaenologos
Dann sollten Sie den Spiegel aber keinesfalls mehr lesen, denn der ist in Russland gut beziehbar. Sicher ist es auch "Linientreu" oder könnte es sein, dass Sie keine Ahnung haben?
Sie wissen aber schon, dass es Ausfuhrbeschränkungen für den RMB gibt, und zwar nicht nur für Westler, sondern für ALLE. Und er ist eben nicht, egal was Sie hier schreiben, als Devise zwischen Rubel und RMB frei handelbar. Denn glauben Sie mir eines. Ein freigegebener RMB, egal in welcher konvertierbaren Währung, wäre für ALLE Spekulanten dieser Welt, egal ob sie in Russland, USA GB oder sonst wo sitzen, die Lizenz zum Gelddrucken.

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barabbaschen 05.08.2014, 10:39
281.

Zitat von pansatyr
es hilft wirklich nicht weiter, die Maidan-Revolution als westliche Inszenierung zu diskreditieren. Aber nach Ansicht des Kreml waren ja schon alle früheren Freiheitsbewegungen in Ungarn und Ostdeutschland ein bezahlter fake,
Das kennem wir doch auch. Die Friedensbewegung und die US-Bürgerrechtsbewegung soll ja auch vom damaligen Feind inszeniert worden sein. Und das hatte Konsequenzen, da die Geheimdienste und in den USA das FBI mit Mitteln gegen diese Bewegungen vorgingen welche jetzt Putin auch anwendet.
Und nein, wir haben uns dahingehend kaum verändert. Rasmussen hat es ja wieder getan als er die Antifracking Bewegung mit Putin in Verbindung brachte. Man kann annehmen dass damit nicht nur die NATO sondern auch die nationalen Geheimdienste gegen diese angeblichen feindlichen Kräfte vorgehen werden.

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acre 05.08.2014, 10:40
282. Meine Anwort auf Ihren Kommentar auf meine ....

Zitat von k.u.m.
Sie sagen es: Die Uno wirft Russland den Bruch des Memorandums vor. Und was sagt uns das? Die Uno konnte bisher in keinem Konflikt nachhaltig hilfreich sein, siehe gerade Israel. Aber das Memorandum betrifft Russland und die Ukraine, kein Land sonst. Insoweit gibt es für den Westen keinen Grund, sich auf die Seite einer mehr als zweifelhaften Klicke, genannt Regierung in Kiew, zu schlagen. Den Konflikt muss die Ukraine mit Russland klären.
Russland ist Mitglied in der UNO. Da Aktionen der UNO nur einstimmig erlaubt sind, können diese durch ein Veto eines Mitgliedstaates verhindert werden. So geschehen im Fall Syrien.

Im Budapester Memorandum sind Kasachstan, Weißrussland, Ukraine gegen ein Nuklearwaffenverzicht in Art. 1 die die Souveränität mit den bestehenden Grenzen dieser Länder und in Art. 2 die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu achten zugesichert worden und zwar von den USA, GB und Russland.

Es ist also ein Vertrag zwischen mehren Parteien und betrifft nicht nur Russland und die Ukraine.

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DMenakker 05.08.2014, 10:43
283.

Zitat von wohliver
Und wie steht es mit den staatshörigen, merkeltreuen deutschen Medien? Wir dürfen nicht den Fehler machen und so tun, als sei alles jenseits unserer Grenzen geistiges und moralisches Entwicklungsland. Das wäre vor allem sehr arrogant.
Die angeblich so staatshörigen deutschen Medien sind vor allem eines: Frei. Da kann jede Zeitung, jeder Sender, jeder Privatmann gegen Mutti stänkern, so viel er will.

Und nein, natürlich ist nicht alles jenseits der Grenzen geistiges und moralisches Entwicklungsland. Lange nicht alles. Russland allerdings schon.

Und das ist nicht arrogant, sondern eine nüchterne Beschreibung des status quo.

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spon-facebook-10000012354 05.08.2014, 10:53
284. Russische Militärtechnik

Zitat von Hank Hill
Guter Witz. Die Russen haben noch nie etwas auf die Beine gestellt was state of the art ist. Kein Auto, keine Computertechnik, kein richtiges Flugzeug, schlicht und ergreifend alles was das Leben lebenswert macht kommt auf jeden Fall nicht aus Russland. Ihr System gibt das einfach nicht her. Die Russen sind heute noch genauso laecherlich wie damals die DDR mit ihrem Gefasel von "Weltniveau". LOL
So pauschal kann man das nicht sagen. Die russische Militärtechnik ist und war traditionell eine der besten der Welt. In der Sowjetunion hatte sie immer in den Planungen die Priorität. Die Versorgung der Bevölkerung mit Konsumgütern war zwar tatsächlich in der Planwirtschaft sekundär, aber für die Militärtechnik gilt dies nicht. Russland hatte allerdings immer eine andere Philosophie als der Westen, d.h. man hat weniger technologische Spitzenleistungen angestrebt, sondern bei der Entwicklung der Waffen stärker die Robustheit der Systeme und die Möglichkeit der Massenproduktion im Blick gehabt. Diese Sachlage würde übrigens auch eine gewisse Rationalität im Vorgehen gegen die Ukraine begründen, da ein Teil der Militärtechnik dort produziert wird. Da Russland aber von der EU bzw. Frankreich und England hochwertige Rüstungsgüter kaufen kann oder kaufen konnte, ist es schwer nachzuvollziehen, warum die Westorientierung der Ukraine ein militärisches Vorgehen begründen soll mit dem Ziel die dortigen Produktionsfirmen unter die Kontrolle zu bringen.

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marienkäfer 05.08.2014, 10:58
285.

Zitat von k.u.m.
Das wäre nicht schwer zu begreifen, wenn es denn so wäre. Sie wollen doch wohl nicht diese mehr als zweifelhafte Revolution der Maidan-Protestanten als den Beginn einer autonomen Entscheidung bezeichnen? Im Gegenteil: Schon über ......
Blödsinn! Sie scheinen zu übersehen, dass dies aktuell eine Ausnahmesituation ist. Die Ukraine befindet sich quasi im Krieg mit Russland. Die Ukrainer würden sich schon melden, wenn sie das Gefühl hätten, dass Ihre Regierung nicht legitim ist.

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Bondurant 05.08.2014, 11:01
286.

Zitat von atzlan
Der Durchnschnittsdeutsche doch auch, sonst würde er nicht mehr permanent die US- und wirtschaftshörigen Parteien CDU/CSU und SPD wählen. Der Artikel im völlig einseitig berichtenden SPON gleicht einem Dieb, der einen Räuber als kriminell bezeichnet. Absolut unglaubwürdig, selbst wenn die Vorwürfe stimmen sollten. Die Leitmedien beider Staaten sollte man nur lesen, um zu wissen, was die jeweilige Bevölkerung gerade glauben soll.
Sie verkennen das Problem: natürlich befänden sich die westlichen Staaten völlig im Recht, wenn sie der Ukraine bei einer antirussischen Frontstellung, die aus dortigen demokratisch gebildeten Wünschen folgte, hülfe. Nur: man ist auch im Recht, wenn man einer bunten Truppe erlebnisorientierter Jungmänner entgegenruft, sie dürften einen nicht schlagen. Der Erfolg solchen Tuns ist zweifelhaft, besser man verschwindet unauffällig. In diesem Fall hätte man sich nun klar sein müssen, dass eine wiedererstarkte russische Zentralgewalt die "Niederlage" von 1990 ff. nicht so ohne weiteres hinnehmen würde. Die Ukraine "gehört" eigentlich schon immer zu Russland. Ihre Einwohner wurden gern auch "Kleinrussen" genannt. Dass eines Tages Mütterchen Russland sein verlorenes Kind heimholen würde, hätte jedem denkenden Menschen klar sein müssen (Außer vielleicht denen, die glauben, Geschichte spiele kein Rolle mehr, weil wir ja alle inzwischen facebook accounts haben. Aber die haben ja auch an den arabischen Frühling geglaubt.) Man hätte also von Anfang an die Alternative leben müssen: entweder man vermeidet alles, was den Russen einen Vorwand gibt, die Ukraine zurückzuholen. Oder man signalisiert, dass man zur Not auch Krieg führt für die "Unabhängigkeit" der Ukraine. Alles dazwischen konnte nur zum Chaos führen. Und das haben wir jetzt. Mögen höhere Mächte verhindern, dass Schlimmeres daraus wird.

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Olaf 05.08.2014, 11:04
287.

Zitat von tjivi
Wir sollten uns um Frieden in Europa bemühen, und dafür müssen wir mit Putin reden. Ich glaube nicht, dass nur ein Forist widersprechen würde, wenn der Ernstfall eintreten sollte. Gelogen wird auf allen Seiten. Nicht die Politiker stehen an der Front, sondern das Volk bzw. der Soldat.
Das scheinen viele zu vergessen. Ich kann nur hoffen, dass die Sorglosigkeit in diesem Forum gegenüber dem dritten Krieg in 100 Jahren mit Russland, nicht repräsentativ für die Bevölkerung ist.

Sonst könnte man sich schon fragen, ob die Menschen denn nichts aus der Vergangenheit gelernt haben.

Erschreckend, wie schnell man auch heutzutage, in unserer doch angeblich so aufgeklärten Zeit, Stimmungen steuern kann. Ich kann mir jetzt jedenfalls besser vorstellen, wie einfach es vor 100 Jahren war jubelnde Massen, die sich auf den Krieg freuen, zusammen zu bekommen.

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gerd_hofmann 05.08.2014, 11:13
288. Natürlich kann man viel im TV behaupten.

Aber solche Aussprüche wie im Artikel beschrieben: "Ukrainische Banden wollen Atomkraftwerke sprengen, die CIA mischt Drogen ins Trinkwasser.", konnte ich im russischen Staatsfernsehen (Perwij Kanal) nicht hören. Da die meisten in Deutschland gar kein russisches Fernsehen haben, ist es natürlich leicht, solche Behauptungen zu verbreiten. Es kann ja nicht nachvollzogen werden und dann glauben das hier alle sofort. Muss ja auch so sein, die russische Führung ist die Böse nur wir hier im Westen können die Guten sein. Natürlich wird in Russland Propaganda betrieben, nur warum fast alle das es diese im Westen nicht gibt? Die Schnittmenge aus den Berichten von beiden Seiten, gibt mir die besten Informationen.

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bammy 05.08.2014, 11:16
289.

Zitat von Olaf
Das scheinen viele zu vergessen. Ich kann nur hoffen, dass die Sorglosigkeit in diesem Forum gegenüber dem dritten Krieg in 100 Jahren mit Russland, nicht repräsentativ für die Bevölkerung ist. Sonst könnte man sich schon fragen, ob die Menschen denn nichts aus der Vergangenheit gelernt haben. Erschreckend, wie schnell man auch heutzutage, in unserer doch angeblich so aufgeklärten Zeit, Stimmungen steuern kann. Ich kann mir jetzt jedenfalls besser vorstellen, wie einfach es vor 100 Jahren war jubelnde Massen, die sich auf den Krieg freuen, zusammen zu bekommen.
Da stimme ich Ihnen zu. Ich kann mir das auch inzwischen vorstellen.
Allerdings sind die Menschen in Deutschland so aufgeklärt, das sie sich nicht von sogenannten Mahnwachen für den Frieden einlullen lassen. Wo sich in Wirklichkeit das Who is Who der deutschsprachigen Verschwörungstheoretikerszene versammelt, um ihre Ideologie auf das Volk auszuschütten.
Die Teilnehmerzahlen sind rückläufig.
Aber wenn unsere Politik große Fehler im Umgang mimt dem eigenen Volk macht, können solche Veranstaltungen gefährlich für unsere Demokratie werden.
Da erwarte ich mehr Verantwortungsbewusstsein von unseren führenden Politikern, als bisher.
Ich erwarte das eine Bundeskanzlerin eine Pressekonferenz mit einer Regierungserklärung zu diesem Thema abhält, wenn Sie merkt, wie die Stimmung hier im Land ist. Wo viele Leute Angst vor einem Krieg haben.

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