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Österreich und die Wahl in Südtirol: Doppelter Pass, doppelter Ärger
LISI NIESNER/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Österreich mischt beim Wahlkampf in Südtirol kräftig mit. Vor allem das Thema doppelte Staatsbürgerschaft sorgt für Spannungen. Gefährdet der Vorstoß das Zusammenleben in Italiens Alpenprovinz?

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Brain 23.09.2018, 10:39
10. Hoffnung

Man kann nur hoffen, dass die italienische Regierung dieses Spiel der Rechtspopulisten aus Österreich nicht mitspielt.

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spaceagency 23.09.2018, 10:41
11. Autonomie

Südtirol geniesst den besten Minderheitsschutz und Autonomie die man dich vorstellen kann. Österreich veranstaltet ein populistisches Theater schlechtester Kategorie

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Besserwisser1970 23.09.2018, 10:42
12. Wie

soll denn eigentlich nachgewiesen werden, wer diesen Pass bekommt? Sprachtest, Ortszugehörigkeit, Abstammungsnachweise? Würde mich mal interessieren.
Die Südtiroler, alles deutschsprachige, da arbeiten ja einige davon hier in Bayern, interessiert der Pass nicht.
Die zücken viel lieber ihren Südtirol Ausweis. Und sind zutiefst genervt von der Diskussion.
Alles war friedlich und jetzt kommen ein paar Nationalisten und fangen an das Zusammenleben wieder einzureíssen. Politisch ist der Versuch schon klar, die Rechten in Österreich wollen das umsetzen, da das Wählerstimmen sind, die ihnen zufliessen.

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michael.kohrs 23.09.2018, 10:48
13. Zu spät

Wieder einmal zeigt sich, dass es historische Entscheidungen sind, die zu Fehlern führen. So war es unter demokratischen Bedingungen einfach falsch, 1918 Spdtirol abzutrennen, ohne die Bevölkerung zu fragen. Interessanterweise hat auch Hitler, der sich im Sudetenland und in Polen mit den bekannten Folgen für die Rechte der Deutschen stark gemacht hat, für die Südtiroler keinen Finger krumm gemacht. Die Sowjetunion hat es in 70 Jahren nicht geschafft, in ihren Republiken die lokale nationale Identität zu unterdrücken, und so waren sie dann 1990 auch flugs alle weg - mit mehr oder weniger erfreulichen Ergebnissen. Aber in Südtirol liegt der Fall doch ganz anders. Alle Möglichkeiten zur freien Entfaltung sind gegeben. Niemand hindert Österreich daran, Südtirolern noch intensivere kulturelle Unterstützung zukommen zu lassen, etwa über erweiterte Studienmöglichkeiten u. Das funktioniert Ä. Aber die Südtiroler sind doch nicht unterdrückt. Es ist einfach keine Basis und ernsthafte Begründung dafür da, den status quo jetzt zu ändern, sondern es würde nur neues Unrecht geschaffen. Bei den Dänen in Deutschland und den Deutschen im Dänemark klappt es doch auch. Der Unterschied ist allerdings, dass es damals im Norden tatsächlich eine Abstimmung gegeben hat, deren Ergebnisse selbst das NS-Regime nie in Frage gestellt hat.

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mhitzler2 23.09.2018, 10:52
14. Schönes Beispiel...

...dafür, wie Nationalismus Probleme löst, die keine sind, mit Lösungen, die echte Probleme schaffen.

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Sixpack, Joe 23.09.2018, 11:05
15. Belgien?

Wäre der nächste Schritt? Die Hälfte geht an die Niederlände, die andere Hälfte an Frankreich. Und so gibt es noch etliche Möglichkeiten in Europa. Herr Kurz ist dabei die EU aufzulösen.

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amikino 23.09.2018, 11:16
16. UlliMueller hat recht!

Dass die Italiener sich selbst immer beschützen, aber bei den anderen dann genau hinschauen, wird immer gerne vergessen. Selbst Italiener der dritten Generation, welche m Ausland leben, können den Italienischen Reisepass beantragen!
Was ist denn so schlimm daran sich zwei Staatbürgerschaften zuzulegen? Ich kenne Menschen mit 4 und mehr Reispässen, alle legal, haben aber nur eine wirkliche Heimatliche Identität.

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phlogiston 23.09.2018, 11:26
17. 1. und 2. Autonomiestatut

"Und schließlich die Enttäuschung, als nach dem Zweiten Weltkrieg Südtirol Italien erneut zugesprochen wurde. Allerdings sicherte Italien im Jahr 1946 der deutsch- und ladinischsprachigen Minderheit autonome Grundrechte zu und akzeptierte Österreich als Schutzmacht."

Dass das 1. Autonomiestatut nicht viel wert war, weil alle wichtigen Kompetenzen der Region Trentino-Südtirol zugeteilt wurden wird hier gerne unterschlagen. Erst mit dem 2. Autonomiestatut 1972 wurde erst ein zumutbarer Zustand für die deutsche Minderheit geschaffen. Da hätte Frau Zingerle in der Oberschule besser aufpassen sollen.

Doch Bella Italia ist auch jetzt sicher kein Paradis für minderheiten. Ein aktuelles Beispiel, ist der Besuch von EU-Kommisar Öttinger in Rom, wo man einen Senator aus Südtirol bei dem Versuch ein Grußwort in Deutsch zu verfassen niedergebuht wurde. https://www.suedtirolnews.it/italien/hier-zeigt-sich-die-haessliche-fratze-des-nationalismus
Ich könnte mir das im deutschen Bundestag nicht vorstellen, würde ein dänischer EU-Kommisar in seiner Muttersprache von einem Bundestagsabgeordneten aus der dänischsprachigen Minderheit begrüßt.

Auch wenn der Doppelpass hauptsächlich von der deutschen Rechten unterstützt wird, so sind es hauptsächlich die Grünen, die eine Spaltung der Südtiroler Gesellschaft heraufbeschwören. Doch die Südtiroler Gesellschaft interessiert dies höchstens am Rande. Viele werden Ihn einfach nicht ansuchen, weil sie keine Lust haben den Wehrdienst ableisten zu müssen, nur weil sie in Österreich arbeiten oder studieren möchten.

Doch dass der sog. Doppelpass ein Steigbügelhalter für den Anschluss Südtirols an Österreich sein könnte ist lächerlich. Österreich kann unilateral entscheiden, wen es seine Staatsbürgerschaft verleiht. - Mit oder ohne diplomatische Verstimmungen. - Doch wie sollte eine Territoriumsabtretung von statten gehen? Jedes mir vorstellbare Szenario ist mehr als Absurd.

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phlogiston 23.09.2018, 11:29
18.

Zitat von roithamer
Nichts ist so stabil, dass man es nicht kaputt machen könnte. Es ist nicht schön, dass es zur Spaltung von Tirol gekommen ist. Aber es gibt doch wohl bessere Wege, das Zusammenlebenzu fördern als so ein zweiter Pass.
Es geht hier nicht darum das Zusammenleben zu fördern, sondern den Südtirolern eine offizielle Bindung zu ihrem Vaterland zu ermöglichen.

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phlogiston 23.09.2018, 11:35
19.

Zitat von friesenheino
der Artikel hat die Situation gut beschrieben, aber wir sollten unser Bestreben darauf richten, in Europa nur noch eine - die europäische Staatsbürgerschaft - zu haben, egal ob Deutscher, Italiener, Franzose etc.. Wir brauchen die Vereinigten Staaten von Europa, aber kein Klein-Klein der Einzelstaaten. Der Name EU wäre schön.
Es gibt viele Feindseligkeiten gegenüber den Südtirolern in Italien. (Siehe den kürzlichen Besuch Öttinger im italienischen Parlament) Die Staatsbürgerschaft ist eine weitere Möglichkeit dass Österreich ihre Rolle als Schutzmacht wahrnimmt.

Natürlich würde ich eine EU-Staatsbürgerschaft auch gerene Befürworten, doch der Weg ist nocht weit und mit Polen und Ungarn so wie sie sind kann ich mir kaum vorstellen.
Doch das kann erst Sinn machen wenn wichtige Kompetenzen auf die europäische Ebene übertragen werden. Wie Außen- und Sicherheitspolitik, Grenzschutz, Steuerhoheit, Sozialsystem. Das deutsche Grundgesetz wäre dann einer europäsichen Verfassung untergeordnet.
Ein treffender Name dafür wäre dann Europäische Föderation. (EF)

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