Forum: Politik
Österreichs Außenministerin verweigert Rücktritt: Kneissl pocht auf Bleiberecht
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Sie kam auf Geheiß der FPÖ ins Kabinett - aber nach dem Ende der Regierung geriert sich Außenministerin Karin Kneissl als unabhängig. Sie will nicht weichen. Dabei war sie schon in der Vergangenheit ein Problemfall.

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cobaea 22.05.2019, 16:40
50.

Zitat von lspring
Wer wird denn schon eine solch tolle Frau mit ihren noch viel tolleren Russian Connections aus einem Kabinett schmeissen? Nicht mal der honorige Sebastian. Da steht er dem mafiösen HC in nichts nach. Und Geld kann schliesslich auch die ÖVP immer gut gebrauchen. Daran hat sich auch nach der unfriendly Takeover der Partei durch Kurz nichts geändert. Der österreichische Immobilienmogul Benko wird ja wohl kaum alles finanzieren. Nein. Keine Verschwörungstheorie. Nur angedachte Realität.
Kurz kann Kneissl sowieso nicht "schmeissen", dazu hat er keine Kompetenz. Er kann nur dem Präsidenten beantragen, sie zu entlassen. Wenn van der Bellen das aber nicht tut, dann muss sich Kurz arrangieren. Eine weitere Möglichkeit sie los zu werden, wäre ein Misstrauensantrag gegen sie im Parlament. Das Parlament ernennt zwar - auch in Österreich - keine Minister. Aber es kann sie in Österreich per Misstrauensantrag loswerden. Auch der Kanzler ist in Österreich Minister - wenn auch "Erster unter Gleichen", aber er hat - anders als in Deutschland - gegenüber seinen Mit-Ministern keine Weisungsbefugnis.

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kuac 22.05.2019, 16:45
51.

Zitat von ilmoran
Zitat: "Natürlich ist nichts daran privat, wenn Österreichs Außenministerin vor Russlands Staatschef auf die Knie geht, während die Kameras des russischen Staatsfernsehens mitfilmen." Herzlichen Dank für die Belehrung, was ich dazu zu denken und wie ich den Vorfall einzuordnen habe. Ein "Ist das jetzt klar!" dahinter hätte mich womöglich noch wirksamer vor eigener Meinungsbildung geschützt.
Warum so empfindlich? Wenn eine Außenministerin Österreichs vor Putin auf die Knie geht, dann ist das eine Nachricht, so wie Willi Brand damals in Warschau.
Allerdings, Brand hatte sehr gute Gründe dafür und das hat ihm weltweit sehr viel Respekt gebracht. Und Frau Kneissl? Was waren ihre Gründe? Sie muss aufpassen und das nicht mit Trump machen. Trump könnte das falsch verstehen.

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cobaea 22.05.2019, 16:47
52.

Zitat von Mr. K
Mal davon abgesehen, dass Hasnain Kazim und Raniah Salloum in der Vergangenheit nicht unbedingt für objektiven Journalismus bekannt waren, ist dieser Artikel wieder ein schönes Beispiel für den Zeigefinger-Journalismus, der selbst ernannten PC-Elite. Einige Forumsteilnehmer haben es ja schon richtigerweise angemerkt. Der Artikel ist weder Kommentar noch Kolumne, schwappt aber über vor subjektiven Meinungsäußerungen. Das der Putin-Hochzeitsbesuch bei den beiden Autoren und einigen Forumsschreibern immer noch zur hysterischen Schnappatmung führt, verstehe wer will. Man stelle sich mal vor, Netanjahu wäre zu Besuch gewesen. Würde das Gekeife auch da immer noch anhalten? Also einfach mal den Ball flach halten.
Selbstverständlich würde die Kritik auch anhalten, wenn die Dame vor Netanjahu den Hofknicks hingelegt hätte. Kein Mitglied einer Regierung eines souveränen Staates geht vor dem Oberhaupt eines anderen Staates derart in die Knie. Einfach weil das eine historische Unterwerfungsgeste ist. Man muss sich nur mal vorstellen, Macron würde sowas vor Trump hinlegen.....

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wiseguyno1 22.05.2019, 17:07
53. SPON sucht das Super-Framing

Zitat von emil_erpel8
Von ihrer Politik mag man denken, was man will, aber das ist in der aktuellen Krise die erste Politikerin, von der ich höre, die Verantwortung für ihr Land übernehmen will. Davon sollen sich die vielen Eigeninteressenvertreter eine dicke Scheibe abschneiden. (Auch in Großbritannien könnte ein bischen Verantwortung gegenüber dem Souverän nicht schaden.)
Nach "Andersdenkende/r" ist "Verantwortung für das Land übernehmen" definitiv auf Platz zwei der aktuellen Framing-Phrasencharts ...
;-)

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miggelbauer 22.05.2019, 17:11
54. Leider keine Ausnahme

Zitat von andre_36
Entschuldigen Sie, wenn ich korrigiere: Es handelt sich hier nicht um eine Kolumne oder eine andere Form der privaten Meinungsäußerung, sondern um einen journalistischen Nachrichten-Artikel. Unabhängig davon, ob ich inhaltlich mit der Interpretation der Geschehens übereinstimme, finde ich es überaus bedenklich, dass hier dem Leser eine Tendenz untergejubelt wird. Das widerspricht dem Prinzip der möglichst objektiven Berichterstattung und bestätigt das verbreitete Misstrauen in die Unabhängigkeit des Journalismus.
Die Artikel gerade dieses Kollegen zeichnen sich durchweg durch eine unangenehme starke persönliche Note aus. Das nennt man dann Haltungsjournalismus. Auch ich würde gern drauf verzichten.

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raoul2 22.05.2019, 17:15
55. Karin Kneissl als Mesut Özil?

Wer sich an die Aufregung um den Kicker und die untertänigsten Beziehungen zu "seinem Präsidenten", dem Sultan Tayyip Erdogan, erinnert, wird sich verwundert die Augen reiben. Hatten doch manche seiner Verteidiger bisher stets "argumentiert", er sei eine Privatperson und nicht einmal als Mitglied in der deutschen Nationalmannschaft so etwas wie ein "Amtsträger". Ich warte nun auf die Fotos von seiner Hochzeit, wenn er vor seinem Sultan niederkniet und seinem Tayyip die Hände, die Füße oder noch ganz anderes anderes küßt. Igittigitt.

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ilmoran 22.05.2019, 17:35
56.

Zitat von Stereo_MCs
Um diesen Satz geht es: Natürlich ist nichts daran privat, wenn Österreichs Außenministerin vor Russlands Staatschef auf die Knie geht, während die Kameras des russischen Staatsfernsehens mitfilmen. Das ist nicht das aus der rechten Ecke erfundene, angebliche "betreute Denken", sondern schlicht ein Fakt auf internationaler politischer Bühne. [...]
Sorry, aber diese Meinung teile ich nicht.

Es ging mir in der Tat und nur um den journalistischen Stil. Es hätte auch ein Artikel über Erbsensuppe sein können. Wenn der Autor ein Rezept liefern soll, wäre "lecker" schon fehl am Platze. Und da spielt es keine Rolle, ob ich persönlich nun Erbsensuppe mag oder nicht.

Dass Frau Kneissl bei Putin war, ist eine Meldung. Dass sie dort einen Knicks hingelegt hat, ist auch eine Meldung. Dass sie selbst (!) behauptet hat, es sei eine private Angelegenheit, ist auch eine Meldung.
Und diese Meldungen reichen, um sich darüber eine Meinung zu bilden. Der eine Zeitgenosse mag denken, dass es selbstverständlich Fr. Kneissls Privatsache war. Der andere Zeitgenosse mag denken, dass Fr. Kneissl sich elegant entlarvt hat, als sich vor Putin förmlich in den Staub warf.

Der Satz "Natürlich ist nichts daran privat" ist erstmal kein objektives Faktum, sondern die Auslegung der Autoren. Die hat in diesem Artikel aber nichts zu suchen.

Und um das mal klarzustellen: Ich bin zwar weder Putin-Fanboy noch mache ich ihn und die Russen für alles Schlechte seit Abraham verantwortlich.
Ich begrüße dagegen ausdrücklich, wie die FPÖ entlarvt wurde. Ich hoffe sehr, dass Ähnliches auch dem deutschen Geschwür auf der rechten Seite widerfahren möge.

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ilmoran 22.05.2019, 18:00
57.

Zitat von kuac
Warum so empfindlich? Wenn eine Außenministerin Österreichs vor Putin auf die Knie geht, dann ist das eine Nachricht, so wie Willi Brand damals in Warschau.
Richtig, das ist eine Meldung. Und die will ich auch lesen. Aber die Einordnung, ob das Privatsache war oder nicht, ist keine Meldung sondern Meinung. Und das habe ich kritisiert, da der Artikel nicht als Kommentar gekennzeichnet war. Dieses sehr nachdrückliche "Natürlich ist das keine Privatsache..." empfand ich schon fast als übergriffig. Der Herr Autor möge mir bitte überlassen, was ich als "natürlich Privatsache" bewerte.
Man stelle sich vor, in der Tagesschau käme plötzlich nach einer Meldung über einen Trumpschen Desastertweet so was wie "...und natürlich hat Trump damit Recht". Die oder der Sprecher/in hätte schon vor der Wetterkarte keinen Job mehr...

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s.l.bln 22.05.2019, 18:09
58. Das ist nur die halbe Wahrheit

Zitat von cobaea
Selbstverständlich würde die Kritik auch anhalten, wenn die Dame vor Netanjahu den Hofknicks hingelegt hätte. Kein Mitglied einer Regierung eines souveränen Staates geht vor dem Oberhaupt eines anderen Staates derart in die Knie. Einfach weil das eine historische Unterwerfungsgeste ist. Man muss sich nur mal vorstellen, Macron würde sowas vor Trump hinlegen.....
Insbesondere geht es hier darum, daß die Rechten Europas inzwischen Putins stärkste Waffe gegen den inneren Zusammenhalt europäischer Gesellschaften sind.
Daher hat ihr Kniefall, noch dazu als Braut auf der eigenen Hochzeit, nochmal einen ganz besonderen Geschmack.
Ich gehe davon aus, daß sie nicht reihum auch bei anderen Gästen auf die Knie gefallen ist.
Das wär nur noch steigerbar, hätte ihr "Gebieter", irgendeiner alten Tradition folgend, noch sein Anrecht auf die Hochzeitsnacht geltend gemacht...

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labellen 22.05.2019, 18:09
59. der Hofknicks war ihre persönliche Form,

sich für die Annahme der Einladung bei Putin zu bedanken.
Österreich sieht sich aufgrund traditionell guter Kontakte zu osteuropäischen Staaten als Mittler zwischen der EU und Osteuropa, also auch Russland.

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