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Österreichs Außenministerin verweigert Rücktritt: Kneissl pocht auf Bleiberecht
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Sie kam auf Geheiß der FPÖ ins Kabinett - aber nach dem Ende der Regierung geriert sich Außenministerin Karin Kneissl als unabhängig. Sie will nicht weichen. Dabei war sie schon in der Vergangenheit ein Problemfall.

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andre_36 22.05.2019, 18:37
60.

Meine oder Ihre Meinung zu dem Verhalten der Dame sind nicht Gegenstand meiner Kritik an dem Artikel. Auch habe ich nichts gegen die Meinungsäußerung eines Journalisten einzuwenden, wenn dies im Rahmen einer gekennzeichneten Kolumne geschieht. Ja, ich stimme sogar mit Ihrer Sichtweise überein, was Sie wohl überraschen wird. Ich vermisse jedoch die Einhaltung des Prinzips der (weitgehend) objektiven Berichterstattung in diesem Zusammenhang. Bereits durch die Verwendung des Wortes "natürlich" wird die erwartete Denkrichtung vorgegeben. Vielleicht reagiere ich als früherer DDR-Bürger etwas empfindlicher auf Manipulationen des Lesers. Und vielleicht kann ich deshalb nachvollziehen, warum immer mehr Bürger sich von dieser Form der pädagogischen Lenkung abgestoßen fühlen. Es geht vielen Kritikern der Nachrichtenmedien überhaupt nicht um die Inhalte. Es geht um die Art und Weise, die ein Gefühl der Unmündigkeit beim Lesen erzeugt. Man kann, so wie es zur Zeit die wichtigsten Verlage und Fernsehsender tun, diese Kritik von sich weisen. Man sollte dann aber auch akzeptieren, dass die Leser kein Vertrauen mehr in die Seriosität der Berichterstattung haben. Das "Betreute Denken" war übrigens lange vor dem Erstarken rechter Kreise ein geflügeltes Wort in systemkritischen Kreisen. Auf der anderen Seite der Mauer. Und auch zu dieser Zeit wurden Systemkritiker gern als Nazis diffamiert. Es hieß ja auch "antifaschistischer Schutzwall".

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andre_36 22.05.2019, 18:43
61.

Zitat von ilmoran
Richtig, das ist eine Meldung. Und die will ich auch lesen. Aber die Einordnung, ob das Privatsache war oder nicht, ist keine Meldung sondern Meinung. Und das habe ich kritisiert, da der Artikel nicht als Kommentar gekennzeichnet war. Dieses sehr nachdrückliche "Natürlich ist das keine Privatsache..." empfand ich schon fast als übergriffig. Der Herr Autor möge mir bitte überlassen, was ich als "natürlich Privatsache" bewerte. Man stelle sich vor, in der Tagesschau käme plötzlich nach einer Meldung über einen Trumpschen Desastertweet so was wie "...und natürlich hat Trump damit Recht". Die oder der Sprecher/in hätte schon vor der Wetterkarte keinen Job mehr...
Leider geschieht das immer öfter bei der Tagesschau. Allerdings haben dann die Gegner Trumps, Putins etc. "natürlich Recht". Ich möchte noch hinzufügen, dass mich die tendenziöse Berichterstattung auch deswegen ärgert, weil damit der Propaganda aus extremistischen Lagern das nötige Futter geliefert wird, während gleichzeitig nicht einer der Mitläufer zum Umdenken motiviert wird.

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daNick73 22.05.2019, 18:50
62. Danke ...

... allen Foristen, die nicht müde werden, grundsätzliches journalistisches Handwerk auch dann einzufordern, wenn es „gegen Rechts“ geht. Gerade die Reporter, die aus Österreich berichten, verwechseln oft „berichten“ mit „Partei ergreifen“.

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kuac 22.05.2019, 19:03
63.

Zitat von labellen
der Hofknicks war ihre persönliche Form, sich für die Annahme der Einladung bei Putin zu bedanken....
Sie ist eine Person des öffentlichen Lebens. Deshalb, warum Kniefall? Das sieht nach Unterwürfigkeit aus. Händedruck hätte es auch getan.

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claus7447 22.05.2019, 19:15
64. Mich stört jedoch etwas anderes

Zitat von andre_36
Leider geschieht das immer öfter bei der Tagesschau. Allerdings haben dann die Gegner Trumps, Putins etc. "natürlich Recht". Ich möchte noch hinzufügen, dass mich die tendenziöse Berichterstattung auch deswegen ärgert, weil damit der Propaganda aus extremistischen Lagern das nötige Futter geliefert wird, während gleichzeitig nicht einer der Mitläufer zum Umdenken motiviert wird.
https://www.merkur.de/politik/gefaelschte-accounts-und-profile-facebook-sperrt-fake-seiten-mit-afd-werbung-vor-europawahl-zr-12310148.html

Vermutlich auch wieder tendenziös! Aber erwiesen!

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enrico.salado 22.05.2019, 19:26
65. Mit Knicksen kann ich nicht dienen

Aus den Lebenserinnerungen von Loki Schmidt: “Ob ich vor der Queen in die Knie gegangen bin? Ich habe weder vor der englischen Königin noch sonst vor irgendwelchen gekrönten Häuptern einen Knicks gemacht. Ich habe mich zwar protokollgerecht verhalten, aber mit Knicksen konnte ich nicht dienen. Das wollte ich auch ganz bewusst nicht, denn irgendwie widerspricht diese Geste meiner persönlichen Grundhaltung.“

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ilmoran 22.05.2019, 19:32
66.

Zitat von daNick73
... allen Foristen, die nicht müde werden, grundsätzliches journalistisches Handwerk auch dann einzufordern, wenn es „gegen Rechts“ geht. Gerade die Reporter, die aus Österreich berichten, verwechseln oft „berichten“ mit „Partei ergreifen“.
Ja, es ist zum Verzweifeln: Gerade in diesen Zeiten sucht der interessierte Newsjunkie händeringend nach verlässlichen, untendenziösen Nachrichten.
Mir ist durchaus bewusst, dass ich mit Spiegel Online ein kostenloses Medium konsumiere und mithin eigentlich gar kein Recht zur Kritik habe. Niemand zwingt mich ja dazu, das zu lesen.
Nun wäre ich auch durchaus bereit dazu, für wirklich gute, unabhängige(!), untendenziöse(!) Nachrichten zu bezahlen - Lesen, was ist! Nicht mehr, nicht weniger.
Nur, wenn ich z.B. für SPIEGEL+ bezahlte, bekäme ich zwar mehr Hintergrund, den ich in der Tat gern läse. Die Qualität der eigentlichen Nachrichten wäre aber noch immer nicht besser und ich müsste mich nach wie vor über solche Artikel wie diesen ärgern. Was tun...

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andre_36 22.05.2019, 19:42
67.

Zitat von claus7447
https://www.merkur.de/politik/gefaelschte-accounts-und-profile-facebook-sperrt-fake-seiten-mit-afd-werbung-vor-europawahl-zr-12310148.html Vermutlich auch wieder tendenziös! Aber erwiesen!
Könnten Sie bitte den Zusammenhang mit meinem Kommentar erläutern? Ich stehe da auf dem Schlauch. Übrigens: Danke für den Link, ein sehr gutes Beispiel, wie korrekter Journalismus aussehen sollte: Die Darstellung von Fakten und Hintergründen, ohne offensichtliche Parteinahme und belehrenden Unterton.

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mafey 22.05.2019, 19:48
68.

Der Knicks einer Dame vor einem Herrn (vor dem Wiener Walzer) ist zwar etwas aus der Mode gekommen, aber dennoch ein nettes Ritual, was ich auch lustig finde.
Was hier wieder alles hinein gelesen wird, typisch für unsere geistiig kastrierten Mainstreammedien.
Jeder der mit Putin, der um Klassen vernünftiger ist als Trump oder dessen saudischer König, Kontakt hat, wird immer gleich verdächtigt mit dem Feind zu kollaborieren.
Wer Russia Today Interviews gibt, darf im GEZ Fernsehen nicht mehr auftreten,....... Hirnwäsche pur!
Leute beim Spiegel, begreift doch endlich, Putin ist kritisch zu sehen, aber er ist nicht unser Feind, er ist in demokratischer Oligarch wie auch die meisten US Präsidenten, er ist ein abgedankter Kommunist, der die Vorzüge der Marktwirtschaft erkannt hat und gleichzeitig ein Nationalist a la AFD oder FPÖ....Damit gehören Frau Kneissl und Herr Putin eher zu meinen politischen Gegnern, mit denen ich aber gerne diskutieren und nicht mit dem Säbel rasseln würde.
Von Rußland geht die deutlich geringere Gefahr für den Weltfrieden aus als von den USA, egal ob Clinton oder Trump. Beide sind außenpolitische Hasardeure, die nicht begreifen, dass das Zeitalter des US-Imperiums sich dem Ende neigt.

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ilmoran 22.05.2019, 19:49
69.

Zitat von claus7447
https://www.merkur.de/politik/gefaelschte-accounts-und-profile-facebook-sperrt-fake-seiten-mit-afd-werbung-vor-europawahl-zr-12310148.html Vermutlich auch wieder tendenziös! Aber erwiesen!
Nein, warum tendenziös? Es wird stets im Konjunktiv und mit Verweis auf die Quelle geschrieben. Es ist jederzeit klar, dass es sich nicht um die Meinung oder Position des Autors oder Blattes handelt, sondern eines "Kampagnen- Netzwerks", "einiger Experten" oder sonstwem. An keiner Stelle wird mir gesagt, wie ich etwas zu bewerten habe. Stattdessen finde ich genug Informationen, mit denen ich weitermachen kann, wenn ich will. Wer ist dieses Netzwerk? Wer sind diese "Experten"? etc.
Fand ich ganz gut.

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