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Österreichs Interimskanzler Löger: Kürzer als Kurz
Leonhard Foeger/ REUTERS

Sebastian Kurz wurde geschasst, nun ist Ex-Finanzminister Hartwig Löger österreichischer Kanzler. Wer ist der Mann? Und warum wird er nach wenigen Tagen schon wieder abgelöst?

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joes.world 28.05.2019, 17:33
1. Das kommt davon, wenn man einen Kanzler hatte, der scheinbar

hauptberuflich Pokerspieler war. Wie der Kurz. Dessen kurze Kanzlerschaft nun noch mal unterboten wird. Aber nur wegen ihm selber. Und heute hat Kurz auch noch einen Rüffel vom Bundespräsidenten gekommen. Den selben Mann, den er immer wieder vorschob, weshalb seine Minderheitsregierung weiter machen sollte: weil der Präsident es wollte.

Der Präsident sagt nun ganz klar, dass man nicht immer erst auf Andersdenkende zugehen kann, wenn man sie braucht. Ud davor ignoriert. Denn der Pokerspieler Kurz sah sich zwischen Trump, Putin, Xi scheinbar besser aufgehoben als einmal im Monat einen Kaffee mit der menschlich sympathischen Rendi-Wagner zu trinken und die Gesprächsbasis offen zu halten. Nun also tadelte der Präsident Kurz. Zu glauben die anderen stehen immmer nur bereit, wenn Kurz sie gerade braucht und ansonsten können sie ihm am A.. lecken - ist halt keine nachhaltige Politik. Und rächt sich. Wie man an Kurz und Lögers und dessen Nachfolgers kurzer Regentschaft sehen wird.

Kurz , wie es viele Süchtige (auch andauernd zu pokern und darüber die Menschen hinter den Karten zu vergessen, ist eine Sucht) tun, log auch nicht wenig. Vor Kameras behauptete er erst unlängst, die Ministerliste seiner Minderheitsregierung mit der SPÖ abgesprochen zu haben. Das war natürlich unrichtig.

In Wirklichkeit sprach er mit der SPÖ-Chefin erst, als er die neue Ministerliste schon an die Presse weitergegeben hatte. Das ist kein Austausch, das ist pure Geringschätzung. Sie also gar nichts mehr mitreden konnte. UNd es wird nicht besser, wenn er vor der Presse so tat, als hätte die SPÖ-Chefin nichts besseres vorgeschlagen. Überheblichkeit wie sie meistens langjährige Herrscher entwickeln. Kurz aber auch dies in knapp ünber einem Jahr hinbekam.

Kurz kann nicht Team!

Auch sein Rückzug aus dem Parlament bis zur Wahl in 3 Monaten, zeigt sehr gut wie er tickt. Anstatt nun im freien Spiel der Demokraten den schwierigen Weg zu gehen, Mehrheiten zu suchen, bevorzugt er von der ÖVP-Zentrale aus, "seinen" Wahlkampf zu orchestrieren. Ganz ohne Störung und Ablenkung durch Parlamentarismus. Als nun die gesamte Regierung zur Amtsenthebung zum Bundespräsidenten kam, fehlte Kurz. Scheinbar fürchtete er die Fernsehbilder im Wahlkampf, wenn man ihn sieht, wie er - nach verpokertem Regierungsamt - die Demission erhält. Ein schaumschläger und Selbstverkäufer erster Klasse.

Ja, es war gestern eine gute Stunde für den Parlamentarismus, als dieses abgehobene Knäbchen aus der Regierung abberufen wurde.

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adal_ 28.05.2019, 17:44
2. Märtyrer-Bonus

Für Kurz läuft der Wahlkampf optimal. Besser als mit Kanzler-Bonus.

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semiotik 28.05.2019, 18:22
3. Eieiei

Österreicher toppen immer.

Nach einem Drei-Kaiser-Jahr in Deutschland ein Vier-Kanzler-Jahr im Nachbarland.

?

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der_bulldozer 28.05.2019, 18:29
4. @ #1: Mir ist aufgefallen....

Aufgegafallen ist mir wie sehr Sie Kanzler Kurz offensichtlich gern haben. Ihn als spielsüchtigen Pokerspieler und Lügner zu apostrophieren scheint mir etwas kurz gesprungen zu sein. Naja, gottseidank haben wir ja unsere Merkel und nun auch noch AKK. Oder Nahles.

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StefanB. 28.05.2019, 18:51
5. Keine Sternstunde

Zitat von joes.world
Ja, es war gestern eine gute Stunde für den Parlamentarismus, als dieses abgehobene Knäbchen aus der Regierung abberufen wurde.
Ich habe Kurz 2017 nicht gewählt, auch nicht bei der EU-Wahl; werde es aber im September tun. Warum? Weil ich es, wie viele andere Österreicher auch, einfach nicht verstehe, dass man das Instrument des Misstrauensantrages für parteipolitischen Hickhack missbraucht. Eine ideologiebefreite SPÖ, die unter "Opposition" offenbar nur mehr die Zerstörung des politischen Gegners um jeden Preis versteht und ein eigenes Programm vermissen lässt, ist für weite Teile der Bevölkerung unwählbar. Dazu kommt eine völlig überforderte Spitzenkandidatin: Pamela Rendi-Wagner erinnert in ihrer melodramatischen Art, beim kleinsten Windstoß das Ende der Welt auszurufen, ein wenig an Ri Chun Hee, die legendäre nordkoreanische Fernsehsprecherin. Ist irgendwie witzig - allerdings auch ein Garant für das Wahldebakel der SPÖ im Herbst.

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könig der jogis 28.05.2019, 18:55
6. Europa quo vadis ?

Der Präsident sagt nun ganz klar, dass man nicht immer erst auf Andersdenkende zugehen kann, wenn man sie braucht. Ud davor ignoriert. Denn der Pokerspieler Kurz sah sich zwischen Trump, Putin, Xi scheinbar besser aufgehoben als einmal im Monat einen Kaffee mit der menschlich sympathischen Rendi-Wagner zu trinken und die Gesprächsbasis offen zu halten. Nun also tadelte der Präsident Kurz. Zu glauben die anderen stehen immer nur bereit, wenn Kurz sie gerade braucht und ansonsten können sie ihm am A.. lecken - ist halt keine nachhaltige Politik. Und rächt sich. Wie man an Kurz und Lögers und dessen Nachfolgers kurzer Regentschaft sehen wird.

Kurz , wie es viele Süchtige (auch andauernd zu pokern und darüber die Menschen hinter den Karten zu vergessen, ist eine Sucht) tun, log auch nicht wenig. Vor Kameras behauptete er erst unlängst, die Ministerliste seiner Minderheitsregierung mit der SPÖ abgesprochen zu haben. Das war natürlich unrichtig.

In Wirklichkeit sprach er mit der SPÖ-Chefin erst, als er die neue Ministerliste schon an die Presse weitergegeben hatte. Das ist kein Austausch, das ist pure Geringschätzung. Sie also gar nichts mehr mitreden konnte. Und es wird nicht besser, wenn er vor der Presse so tat, als hätte die SPÖ-Chefin nichts besseres vorgeschlagen. Überheblichkeit wie sie meistens langjährige Herrscher entwickeln. Kurz aber auch dies in knapp über einem Jahr hin bekam.

Gloria Austria. Würde mich nicht wundern, wenn als nächstes nach Löger der weltbekannte Charmeur "Mörtel" Lugner mit seinen Häschen österreichischer Kanzler wird. Der braucht wenigstens keine illegalen Parteispenden.

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babbi7 28.05.2019, 19:24
7. Kuriosität...

Lieber SPON, als Kuriosität erscheint mir dieses Ereignis weniger, sondern viel mehr als erfolgreicher Putsch seitens des Spiegels, vielleicht initiiert durch die EU bzw. DE, um rechte Parteien zu demontieren. Nun ja, dies ist ihnen in DE mit Unterstützung der öffentlich rechtlichen Sender gelungen, jedoch nicht Europaweit, wie die Wahlergebnisse gezeigt haben. In DE hat jeder fünfte Wähler Grün gewählt, in den übrigen Ländern maximal jeder zehnte. Zusätzlich haben rechte Parteien insgesamt stark dazugewonnen.. Ich behaupte nicht, dass rechte Parteien auf alles eine Antwort haben, welche Partei hat das schon. Aber sie haben auch Lösungen, die unterschiedliche Meinungen und Ansichten wieder unter einem Dach bringen können, wenn man sie nur mal akzeptieren würde und somit aufeinander zugeht. Ja, AFD ist rechts, ein B. Höcke ist untragbar, da stimme ich zu! Könnte man nicht unter der Bedingung, dass solche Mitglieder geschasst werden, eine Koalition eingehen? Passiert doch bei etablierten Parteien auch.

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Darwins Affe 28.05.2019, 19:39
8. Bedenken

Zitat von joes.world
hauptberuflich Pokerspieler war. Wie der Kurz. Dessen kurze Kanzlerschaft nun noch mal unterboten wird. Aber nur wegen ihm selber. Und heute hat Kurz auch noch einen Rüffel vom Bundespräsidenten gekommen. Den selben Mann, den er immer wieder vorschob, weshalb seine Minderheitsregierung weiter machen sollte: weil der Präsident es wollte. Der Präsident sagt nun ganz klar, dass man nicht immer erst auf Andersdenkende zugehen kann, wenn man sie braucht. Ud davor ignoriert. Denn der Pokerspieler Kurz sah sich zwischen Trump, Putin, Xi scheinbar besser aufgehoben als einmal im Monat einen Kaffee mit der menschlich sympathischen Rendi-Wagner zu trinken und die Gesprächsbasis offen zu halten. Nun also tadelte der Präsident Kurz. Zu glauben die anderen stehen immmer nur bereit, wenn Kurz sie gerade braucht und ansonsten können sie ihm am A.. lecken - ist halt keine nachhaltige Politik. Und rächt sich. Wie man an Kurz und Lögers und dessen Nachfolgers kurzer Regentschaft sehen wird. Kurz , wie es viele Süchtige (auch andauernd zu pokern und darüber die Menschen hinter den Karten zu vergessen, ist eine Sucht) tun, log auch nicht wenig. Vor Kameras behauptete er erst unlängst, die Ministerliste seiner Minderheitsregierung mit der SPÖ abgesprochen zu haben. Das war natürlich unrichtig. In Wirklichkeit sprach er mit der SPÖ-Chefin erst, als er die neue Ministerliste schon an die Presse weitergegeben hatte. Das ist kein Austausch, das ist pure Geringschätzung. Sie also gar nichts mehr mitreden konnte. UNd es wird nicht besser, wenn er vor der Presse so tat, als hätte die SPÖ-Chefin nichts besseres vorgeschlagen. Überheblichkeit wie sie meistens langjährige Herrscher entwickeln. Kurz aber auch dies in knapp ünber einem Jahr hinbekam. Kurz kann nicht Team! Auch sein Rückzug aus dem Parlament bis zur Wahl in 3 Monaten, zeigt sehr gut wie er tickt. Anstatt nun im freien Spiel der Demokraten den schwierigen Weg zu gehen, Mehrheiten zu suchen, bevorzugt er von der ÖVP-Zentrale aus, "seinen" Wahlkampf zu orchestrieren. Ganz ohne Störung und Ablenkung durch Parlamentarismus. Als nun die gesamte Regierung zur Amtsenthebung zum Bundespräsidenten kam, fehlte Kurz. Scheinbar fürchtete er die Fernsehbilder im Wahlkampf, wenn man ihn sieht, wie er - nach verpokertem Regierungsamt - die Demission erhält. Ein schaumschläger und Selbstverkäufer erster Klasse. Ja, es war gestern eine gute Stunde für den Parlamentarismus, als dieses abgehobene Knäbchen aus der Regierung abberufen wurde.
1) Ich bin ja nicht gerade ein Anhänger einer Kanzler- bzw. Präsidialdemokratie. Einen Vergleich mit euren deutschen Politikern braucht Sebastian Kurz aber doch wohl nicht zu scheuen.
2) Zwei deutsche Presseorgane haben die Regierung Österreichs gestürzt. Ob sich Wladimir Putin das geheimdienstartige Vorgehen gegen seine Schützlinge von der Rechtsaussen-FPÖ wohl gefallen lässt?
3) Meine Bedenken: Putin könnte durchaus mithilfe des FSB ein Schmierentheater gegen deutsche und österreichische Politiker aller Couleurs in Gange setzen. Österreich ist schon regierungsunfähig, Deutschland könnte es genauso gehen.

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Claes Elfszoon 28.05.2019, 19:42
9. Viel Text ...

Zitat von joes.world
hauptberuflich Pokerspieler war. Wie der Kurz. Dessen kurze Kanzlerschaft nun noch mal unterboten wird. Aber nur wegen ihm selber. Und heute hat Kurz auch noch einen Rüffel vom Bundespräsidenten gekommen. Den selben Mann, den er immer wieder vorschob, weshalb seine Minderheitsregierung weiter machen sollte: weil der Präsident es wollte. Der Präsident sagt nun ganz klar, dass man nicht immer erst auf Andersdenkende zugehen kann, wenn man sie braucht. Ud davor ignoriert. Denn der Pokerspieler Kurz sah sich zwischen Trump, Putin, Xi scheinbar besser aufgehoben als einmal im Monat einen Kaffee mit der menschlich sympathischen Rendi-Wagner zu trinken und die Gesprächsbasis offen zu halten. Nun also tadelte der Präsident Kurz. Zu glauben die anderen stehen immmer nur bereit, wenn Kurz sie gerade braucht und ansonsten können sie ihm am A.. lecken - ist halt keine nachhaltige Politik. Und rächt sich. Wie man an Kurz und Lögers und dessen Nachfolgers kurzer Regentschaft sehen wird.
... wenig Substanz. Aber immerhin eine Meinung. Für Kurz stehen die Dinge doch gut. Eine vorzeigbare Regierungsbilanz, dreiviertel der Bevölkerung auf seiner Seite und taktisches Geschick mit einem hervorragenden Team, das ihm gut zuarbeitet (da sind Sie völlig auf dem Holzweg). Van der Bellen hat die schräge Aktion der SPÖ deutlich missbilligt und für unnötig befunden. Mit seiner Bemerkung kann er Kurz schon deshalb nicht meinen, weil in Österreich mittlerweile die zahlreichen Medien-Recherchen zu den Hintergründen des "Ibiza-Vids" sehr aufschlussreiche Details an die Öffentlichkeit gehoben haben. Danach ist sein sehr früh angedeuteter Verdacht, dass die SPÖ hierbei einigen oder einem Auftraggeber sehr nahegestanden hat (das alles ist ja während des Schmutzwahlkampfs 2017 geschehen), bis hin zu einem Zehnjahres-Vertrag bei einem großen öffentlichen Unternehmen, für einen der anwaltlichen Player. Warum sollte Kurz auf eine Partei zugehen, die zumindest (und das wäre ja nicht das erste Mal) im Verdacht steht, sich mit Hilfe von dubiosen Firmen, Anwälten und sonstigen Dunkelmännern aus dem Rotlicht- und anderen Milieus, "Vorteile" zu verschaffen?
Falls der Spiegel und/oder andere mit Herrn Hessenthal und seinem Partner Herrn Dr. Mirfakhrai noch "investigative" Geschäftskontakte pflegen sollte, entschuldige ich mich für meine in Deutschland offenbar (noch) verpönte Offenheit.

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