Forum: Politik
Oettingers Italien-Eklat: Wenn der Falsche das Richtige sagt
REUTERS

Günther Oettinger ist mal wieder in den Fettnapf getreten: Diesmal hat der EU-Haushaltskommissar nicht nur seinen Chef, sondern auch weite Teile Italiens gegen sich aufgebracht. Dabei hat er eigentlich recht.

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bruno_67 30.05.2018, 07:53
1. Wie bitte ?

Er hat natürlich nicht Recht.

Gerade unsere Medien haben sich doch wochen- und seitenlang über die angebliche Beeinflussung der US-Wahl, Brexit, franz. Präsidentenwahl usw........ durch Russland echauffiert.

Wenn nun EU-Kommissar Oettinger den italienischen Wählern sagt, wie sie gefälligst markt- und eurokonform zu wählen haben, soll das das richtig und in Ordnung sein ??

Wieder mal werden unterschiedliche Maßstäbe angelegt, denn wir (Brüssel) sind ja die Guten, wir dürfen das.

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hefe21 30.05.2018, 08:00
2. Höchstens 4,9 auf der Oettingerskala

Da hat Häuptling geschwäbelte Zunge sein verbales Saiiiitenwüürschtchen wohl in zu heisses Wasser geworfen und die "stolzen" Italiener platzen vor Wut. Die platzpatronigen Salven von Salvini waren öd erwartbar und ähneln der verschwörerischen Theorie von Erdogan, der Kurs seiner Lira wär von ebensolchen Kräften zu Boden gezogen worden. Apropos Lira: die Italiener wären aktuell froh, hätten sie noch gleichnamiges Zahlungsmittel mit JoJo-Effekt.

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KURT E.Schewe 30.05.2018, 08:09
3.

Recht haben und damit das genaue Gegenteil dessen zu erreichen, was Herr Oettinger eigentlich wollte, ist nicht
nur "unklug" wie Kommissionspräsident sich ausdrückte - sondern schlicht dumm. Doch bereits einmal
wurde diesem Kommissar aufgrund peinlicher Äußerungen von Junker ein Maulkorb verpasst. Es ist an der Zeit für eine Ablöse des alten Mannes. Auch der ehemalige EP-Präsident und in Deutschland an der Wirklichkeit kläglich gescheiterte Martin Schulz warnte die Italiener einst, "ja nicht Berlusconi zu wählen." Ebenfalls hellste Empörung über die Einmischung aus Brüssel, zudem von einem Deutschen. Und so passierte was zu erwarten war: Jetzt erst recht; der Politclown Berlusconi erhielt 30% der Stimmen, während sich Marion Monti als EU-Befürworter sich mit 10% zufrieden geben musste.
wie auch

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pelayo1 30.05.2018, 08:10
4.

So ist die EU eben; ein Verein, der den Bürgern in ganz Europa aufzwingen will, was den Großunternehmen und den Politikern nützt, auch gegen den demokratischen Souverän.

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coyote38 30.05.2018, 08:11
5. Hast Du einen Opa, ...

... dann schick ihn nach Europa. Man kann Günther Oettinger nun wahrlich nicht vorwerfen, dass er während seiner GESAMTEN politischen Laufbahn irgendwann einmal durch semantisch sonderlich elegante Einlassungen aufgefallen wäre ... ganz gleich in welcher Sprache auch immer. Aber - und da liegt der Artikel richtig - in der Sache hat er durchaus nicht unrecht. --- Und dann würde mich noch interessieren, was an der Wahrnehmung Italiens als "Sommerkolonie" eigentlich falsch ist ...?

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wasistlosnix 30.05.2018, 08:13
6. Man denke an den Brexit

Als sich die Engländer für den Brexit entschieden haben, wurde erwartet das die Finanzmärkte reagieren. Wenn sie dies haben, dann ist da nichts beim gemeinen Volk angekommen.
Warum sollte es in Italien anders sein.
Was interessiert den kleinen Händler/Arbeiter/Angestellten die Staatsverschuldung und nach 10 Jahren Rezession kann es vermeindlich nur besser werden.

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gertrud,dieleiter 30.05.2018, 08:14
7. Ein interessantes Demokratieverständnis,

dass sich in diesem Kommentar wiederspiegelt. Die Märkte sollen also die Entscheidungsgewalt haben? Muss man sich da noch wundern, dass die Menschen mehr und mehr den Parolen der Rechten auf den Leim gehen?

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fischmops 30.05.2018, 08:14
8. Wenn der Falsche sich auch noch in Trumpism versucht

So wie schon Schäuble die Griechen durch seine ständigen Belehrungen eben nicht nur gegen sich sondern die Deutschen insgesamt aufgebracht hat, was - mit Verlaub - mehr als nur bescheuert war und kontraproduktiv obendrein, so macht sich Oettinger jetzt die Italiener zum Feind. Was soll das? Stärkste Wirtschaftsmacht Europas und dann dauernd den Oberlehrer raushängen. Wen kann es da noch wundern, dass keiner die Deutschen mag. Würde gerne mal Oettingers Reaktion sehen, wenn italienische Politiker den Deutschen die Wahl der AfD empfehlen. Man sollte sich darauf beschränken, gewisse Dinge im Notfall hinter verschlossenen Türen auszusprechen, aber ganz sicher nicht in die Öffentlichkeit rauszuposaunen. Das zwingt die entsprechenden Regierungen ja geradezu, auf Gegenkurs zu gehen. Kann man sowas nicht irgendwo lernen?

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mariakar 30.05.2018, 08:23
9. Wenn jemand seiner Hoffnung Ausdruck gibt,

ist das dann schon Einmisschung? Ich war lange Zeit ein Anhänger der EU. Aber das wandelt sich. Es kann doch nicht sein, dass alle immer nur wollen und verlangen. Nach dem Motto nur Rechte, aber keine Pflichten.
Der Euro und die damit verbunde Zwangsgemeinschaft trennt eher, als dass er eint.
Und bei uns gibt es zu dem Fall Oettinger einen Spruch: Ihm wurde das Wort im Mund umgedreht. Meiner seiner Aussage liegt er aber vollkommen richtig.

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