Forum: Politik
Oettingers Italien-Eklat: Wenn der Falsche das Richtige sagt
REUTERS

Günther Oettinger ist mal wieder in den Fettnapf getreten: Diesmal hat der EU-Haushaltskommissar nicht nur seinen Chef, sondern auch weite Teile Italiens gegen sich aufgebracht. Dabei hat er eigentlich recht.

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Abies Lusitanica 30.05.2018, 10:41
50. Grenzenlose Überheblichkeit

Ein bisschen mehr Zurückhaltung und Respekt gegenüber den Wählern im demokratischen Italien wäre angebracht. Es ist immer wieder dasselbe Muster...In Portugal gab es vor einigen Jahren bekanntlich einen Regierungswechsel, einen sog. Linksruck. Wäre es nach Herrn Schäuble und anderen deutschen Politikern gegangen, hätte es eine Abwahl der damaligen konservativen Regierung Passos Coelho nicht gegeben. Auch damals gab es „mahnende Worte“, um es wohlwollend auszudrücken. Die düsteren Vorhersagen aus Deutschland haben sich im Ergebnis als nicht zutreffend erwiesen. In Deutschland weiß man aber immer alles besser, so sehr viel besser, dass man nicht davor zurückschreckt, sich immer wieder wie ein Oberlehrer aufzuspielen. Das ist lächerlich und kommt nicht gut an.

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Wolfgang Heubach 30.05.2018, 10:45
51. Oettinger hat auch das Falsche gesagt !

Der Falsche hat auch etwas völlig Falsches gesagt, denn aus seiner Einmischung ist unzweifelhaft herauszulesen, daß er ein Anwalt der Groß-Banken und des Groß-Kapitals ist. Der "Heuschrecken" also, wie es einst Franz Müntegring in einem anderen Zusammenhang völlig richtig formulierte. Wichtig sind ihm offenbar nicht die Menschen und ihre unverschuldeten Schicksale. Das hat sein Parteifreund Schäuble schon so mit Griechenland gehalten.

Nein, die EU-Kommission gleicht schon lange einem privilegierten und autoritären Oligarchen-Klub. Das hat mit den Vorstellungen und Zielen der Gründerväter Europas nicht mehr das geringste zu tun.
Und noch eines: Ursächlich verantwortlich der Zustände in Italien und Griechenland sind konservative und sozialistische Kräfte der Vergangenheit. Dazu zählte auch die DC, einst Oettingers Schwesterpartei in Italien. Heute zur Bedeutungslosigkeit auf Grund ihrer Skandale geschrumpft. Nur auf einem solchen politischen Nährboden konnten andere Kräfte wachsen. Das ist die Wahrheit, doch die negiert auch Oettinger.

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KingTut 30.05.2018, 11:01
52. Quellen

Zitat von taf73
Na dann nennen Sie doch einfach mal eine Statistik die das belegt.
Hallo,
gerne gebe ich die Quellen für die in meinem Beitrag # 40 gemachten Angaben preis:
https://www.zeit.de/wirtschaft/2017-06/exportueberschuss-deutsche-wirtschaft-eu-jobs
http://www.spiegel.de/wirtschaft/deutschland-sichert-4-8-millionen-jobs-in-der-eu-a-1152385.html

Ich zitiere den Spiegel aus obigem Link:
"Der Erfolg der deutschen Wirtschaft gehe zulasten anderer Länder - argumentiert nicht nur Donald Trump. Eine Schweizer Studie tritt der Kritik entgegen: Eine starke deutsche Wirtschaft sei gut für Europa."
Diese Gegebenheiten sind eigentlich unschwer nachzuvollziehen. Hinzu kommen ja noch die erheblichen Leistungen Deutschland zum EU-Haushalt, die diesen Ländern ebenfalls zugute kommen. Man kann natürlich erwarten, dass mit den Transferleistungen verantwortungsvoll umgegangen wird.
Für mich unbegreiflich ist der Umstand, dass ein Berlusconi mehrmals wiedergewählt wurde. Er hat an dieser Misere einen wesentlichen Anteil. Italien könnte wesentlich besser da stehen, wenn es von kompetenten Politikern regiert würde.

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Strichnid 30.05.2018, 11:07
53.

Zitat von fromtheoff
Italien hat zwei Probleme die nichts mit der EU zu tun haben. Korruption auf allen Ebenen der Gesellschaft und Steuerhinterziehung ist bei Italienern so populaer wie Fussball.
Aber das ist doch bei uns haar genauso.
Erst kürzlich kam raus, dass Waffenschieber vermutlich deutsche Politiker bestochen haben. Korruption ist in Baubehörden gang und gäbe. Und Steuerhinterziehung? Auf Grillabenden wird sich gegenseitig auf die Schulter geklopft, wenn jemand besonders "schlau" war, um noch ein paar Euro weniger zahlen zu müssen.

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CSc5911 30.05.2018, 11:28
54.

Zitat von bruno_67
Wenn nun EU-Kommissar Oettinger den italienischen Wählern sagt, wie sie gefälligst markt- und eurokonform zu wählen haben, soll das das richtig und in Ordnung sein ??
So interpretieren SIE Oettingers Äußerung. Gesagt hat er das nicht.
MEINE Interpretation sieht so aus: Oettinger hat gesagt, dass bei einer Regierung linker und/oder rechter Populisten einschneidende wirtschaftliche Konsequenzen zu erwarten sind. Außerdem hat er gesagt, dass die Folgen ein Signal sein könnten, Populisten von links und rechts nicht zu wählen. (Das würde natürlich nur dann zutreffen, wenn die Wähler(inne)n rechter bzw. linker Populisten diese wirtschaftlichen Konsequenzen für nicht wünschenswert halten).

So kann man den Ihnalt der Äußerung schon einmal sehr unterschiedlich verstehen. Vielleicht auch verstehen wollen ...
Für mich heißt das nun: inhaltliche Interpretation s.o., eine Bevormundung kann ich darin nicht erkennen. Andere mögen sich bevormundet fühlen, was ich persönlich nicht nachvollziehen kann.

Am schlimmsten finde ich aber die, die nun wiederum ANDEREN einreden, sie würden mit Oettingers Äußerung bevormundet. Diese "vorgeschriebene" Interpretation, wie eine Äußerung gefälligst zu verstehen ist, ist doch die eigentliche Bevormundung! Die wird garantiert stattfinden, diese Chance lassen sich die Populisten nie und nimmer entgehen. Ein Polit-Profi kalkuliert das ein und bietet solch eine Flanke nicht. Anders Herr Oettinger ... ;-)

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Nikos34 30.05.2018, 12:07
55. Merken viele von Ihnen noch...

was sie da von sich geben? Egal ob GR oder IT oder oder oder, immer sind die anderen, Faul, korrupt, können nichts, Betrüger, wollen nur an das dt. Geld.....Liebe Leute, Ihr seid keine heiligen, ihr seid nichts besseres oder fähigeres. Kommt mal wieder runter. In den größten Wirtschaftsskandalen der Welt sind meistens dt. Unternehmen die Spitzenreiter. Sie bestechen, machen Druck, umgehen Bestimmungen und Resolutionen. Sie sind genauso problematisch wie die, mit denen sie es machen.

Seid froh, dass das jetzige Wirtschafts, - und politische EU System EUCH zu Gute kommt, mehr als anderen. Die Zeiten können und werden sich wieder ändern. Hochmut kommt vor dem Fall, und an Hochmut sind wir hier in D Weltspitze.

Es gibt nicht eine einzige Meldung eines europ. Staates, der ein Problem hat, bei dem nicht immer die gleiche Leier aus D ertönt. Und nein, es sind nicht einige wenige, es ist eine breite, imposante Masse, die in dieses Horn blässt.

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CSc5911 30.05.2018, 12:14
56. Insalata mista

Zitat von pansenhans75
..., und man wundert sich das in Italien tausende auf die Straße gehen weil ihr Wahlergebnis von Öttinger und Co nicht anerkannt wird..... ich kann das ehrlich gesagt irgendwie verstehen
1. Was können Sie irgendwie verstehen? Dass "man sich wundert", oder dass Tausende auf die Straße gehen? :-)
2. Wer ist überhaupt "man" - also wer wundert sich?
3. Woher nehmen Sie die Erkenntnis, dass das "Wahlergebnis von Öttinger und Co nicht anerkannt wird"?

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taf73 30.05.2018, 12:14
57.

Zitat von KingTut
Hallo, gerne gebe ich die Quellen für die in meinem Beitrag # 40 gemachten Angaben preis: https://www.zeit.de/wirtschaft/2017-06/exportueberschuss-deutsche-wirtschaft-eu-jobs http://www.spiegel.de/wirtschaft/deutschland-sichert-4-8-millionen-jobs-in-der-eu-a-1152385.html
Tja, haben Sie die Artikel auch richtig gelesen?
Da steht nämlich unter anderem, dass wir durch unseren Import 4,8 Millionen Jobs in der EU sichern.
Das Problem dabei ist, das wir durch unsere Exportüberschüsse eben auch Arbeitslosigkeit exportieren, und zwar mehr als wir durch unseren Import schaffen, ist ja eigentlich auch logisch.

Das bemängeln im Übrigen nicht nur die Italiener sondern auch der aktuelle POTUS (die vorherigen allerdings auch) und Andere. Die drohenden Zölle sind der 1. Warnschuss vor den Bug. Sollte man in Deutschland nicht endlich umdenken (nach dem Festhalten an der schwarzen Null und den Tarifabschlüssen der IG Metall und des öffentlichen Dienstes sehe ich das jedoch nicht), wird Trump als Nächstes alles dafür tun um den Dollar abzuwerten, außerdem halte ich das Ende des Euros für wahrscheinlich.
Mal sehen, ob die großmäuligen Deutschen dann immer noch ihre tollen Produkte verkauft bekommen, wenn die ca. 25 bis 30 Prozent teurer werden.

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CSc5911 30.05.2018, 12:32
58.

Zitat von Leser161
Die Grundlage von Demokratie ist, dass ein jeder sich dem demokratischem Mehrheitsvotum unterzuordnen hat. Unabhängig davon ob das gut für ihn ist oder nicht. Wenn die Märkte also die Italiener lehren (sollen) sich richtig zu entscheiden ist das halt nicht demokratisch.
Nur so theoretisch:
Ich verspreche Ihnen, dass ich Ihnen jeden Monat 1.000 Euro schenke. Einfach so. Das Geld dafür verlange ich von meinen Nachbarn und vom Finanzamt. Außerdem kann sich meine Bank die Rückzahlung meines Hauskredits abschminken.
Sie finden das alles ganz prima und wählen mich auf einen gut dotierten Posten.
In der Folge stellt sich heraus, dass ich meine Versprechen nicht halten kann.
Sie sind enttäuscht und geben mir beim nächsten Mal Ihre Stimme nicht mehr.
Was genau finden Sie daran "nicht demokratisch"?

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CSc5911 30.05.2018, 12:40
59.

Zitat von Nandiux
Der Kommentar ist ähnlich arrogant wie von Oettinger. Es ist anmaßend und nicht in Ordnung, eine demokratische Wahl so zu kommentieren.
Die Wahl wird im Artikel mit keinem Wort kommentiert.
Mit k e i n e m Wort!

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