Forum: Politik
Oettingers Italien-Eklat: Wenn der Falsche das Richtige sagt
REUTERS

Günther Oettinger ist mal wieder in den Fettnapf getreten: Diesmal hat der EU-Haushaltskommissar nicht nur seinen Chef, sondern auch weite Teile Italiens gegen sich aufgebracht. Dabei hat er eigentlich recht.

Seite 9 von 9
horstu 31.05.2018, 10:52
80. Die EU opfert die Demokratie einer maroden Währung

Das marktkonforme und elitäre Demokratieverständnis der EU tritt immer deutlicher zutage, nach dem sich der künstliche Nebel gelegt hat, dass die Populisten die bösen Antidemokraten seien. Italien stand kurz vor einer Regierung, die "die Interessen aller Italiener verteidigt" hätte. Dies scheiterte an der Einmischung des Präsidenten, die für existenzielle Notzeiten reserviert ist, der dem designierten Finanzminister die Anerkennung verweigerte, nur weil dieser als Euroskeptiker gilt. Nun wird Italien von einem IWF-Technokraten regiert, der nicht gewählt wurde. Deutschland und die Banken freuen sich, Italiens Wähler schauen in die Röhre. Die EU opfert die Demokratie einer maroden Währung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
theodtiger 31.05.2018, 12:47
81. populistische Argumentation

Zitat von horstu
Das marktkonforme und elitäre Demokratieverständnis der EU tritt immer deutlicher zutage, nach dem sich der künstliche Nebel gelegt hat, dass die Populisten die bösen Antidemokraten seien. Italien stand kurz vor einer Regierung, die "die Interessen .....
Der Forist liefert ein Musterbeispiel für populistische Argumentation. Warum? Weil er von der Fiktion eines einheitlichen Volkswillens ausgeht. Er sagt: "Italien stand kurz vor einer Regierung, die "die Interessen aller Italiener verteidigt" hätte." Allerdings ist niemand in der Lage die Interessen aller zu vertreten, da diese in jeder etwas grösseren Gruppe unterschiedlich sind. Dann grenzt er die anderen als Feinde aus, selbst wenn sie zur Gruppe derer gehören, deren Interessen angeblich vertreten werden. Der italienische Staatspräsident ist zweifelsfrei auch Italiener, aber weil er anderer Meinung ist gehört er nicht dazu. Alles was politisch in Italien derzeit entsprechend der italienischen Verfassung - nach seiner Ansicht schlecht - läuft, wird dann schließlich noch einer fremden Macht in die Schuhe geschoben. Jedoch mischt sich die EU derzeit ganz und gar nicht in diese inneritalienische Angelegenheit ein. Die EU wäre erst dann betroffen und aktiv, wenn Italien gegen EU Recht verstieße.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kochra8 01.06.2018, 12:56
82. Europa uneins

Oettinger sagt mit seinen Äusserungen "zum arbeitsscheuen Italiener" der EU seinen Kampf an, währenddessen Berlin einen Extrafreientag durchboxen will. Besser sind Systemkollisionen nicht zu haben. Damit lassen sich Krisen befeuern. Das ist DER Jubeltag hoch 2 für alle Rechtsnationalen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 9 von 9