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Offensive gegen Kurden: US-Regierung irritiert über türkische Syrien-Operation
AP

Interessenkonflikt zweier Nato-Staaten: Die Türkei geht gegen Kurden vor, die von den USA unterstützt werden. Nach dem türkischen Einmarsch in Nordsyrien warnt Washington: Haltet euch zurück.

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mollymalone 22.01.2018, 11:27
10. Fluchtursachen bekämpfen oder erneut wegducken?

Jetzt könnte unsere Regierung doch endlich mal ihren hehren Worten "Fluchtursachen bekämpfen" Taten folgen lassen, denn soeben schafft Erdogan ganz neue Fluchtursachen.

Aber es ist nicht allzu schwer, sich auszurechnen, wie das jetzt aus deutscher Sicht weitergehen wird - same procedere as in every conflict:

Steinmeyer & Merkel und co. werden mal wieder traurig schauen, mal wieder ihre "tiefe Besorgnis" zum Ausdruck bringen und selbstverständlich mal wieder "den Gesprächsfaden nicht abreissen" lassen wollen. Den greift Erdogan natürlich gerne auf, um während des folgenlosen Geredes Tatsachen zu schaffen. Als Nächstes erwarten uns dann zur Abwechslung mal kurdische Flüchtlingswellen.

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HeisseLuft 22.01.2018, 11:32
11.

Zitat von Hans_Kammerer
Statt gemäß den Vorschlägen der zweitgrößten Nato Armee gemeinsam mit der Türkei und der "FSA" gegen den IS vorzugehen wählten die USA entgegen aller Bedenken, Proteste und Konsequenzen den Weg die Waffenbrüder der PKK, die u.a. auch innerhalb der EU und der USA eine verbotenen Terrororganisation darstellen, mit modernstem Kampfgerät auszustatten und eine reguläre 30.000 Mann starke Armee formen zu wollen. Und nun ist man wirklich irritiert, dass die Türken als "Kollateralschaden" einer erneut verfehlten US Nahostpolitik die Zähne zeigen und gegen amerikanischen Widerstand Fakten schaffen ? Die Beweggründe der Türken scheinen berechtigt. Irritiert wird man in Washington eher darüber sein, dass es jemand trotz anhaltender Destabilisierungspolitik der USA wagt, diesen die Stirn zu bieten. Wer überdies mal aufmerksam verfolgt hat wie die Destabilisierung Syriens per Stellvertreterkrieg chronologisch abgelaufen ist, den wird die Türkische Reaktion angesichts ca 15 - 20 mio Kurden im eigenen Land eher nicht wundern. Die Türken befinden sich seit 50 Jahren immer auf einem schmalen Grat an der Schwelle zu einem Bürgerkrieg. Potenziell einsickernde PKK Kämpfer aus Syrien und die Bewaffnung türkischer Kurden mit diesen dort nun gelieferten Waffen wären der Auftag zu syrischen Verhältnissen in der Türkei. 10 mio Flüchtlinge inklusive.
"Statt gemäß den Vorschlägen der zweitgrößten Nato Armee gemeinsam mit der Türkei und der "FSA" gegen den IS vorzugehen"

Ach - wann hat die Türkei denn diese Vorschläge gemacht?
Im Jahr 2014 - als der IS immer weiter vorstieß?
Im Jahr 2014 - als die USA zuerst im Irak, dann in Syrien gegen den IS aktiv wurden?
Im Jahr 2014 - als die IC die Kurden zu unterstützen begann? Um Kobani und bald auch anderswo?

Irgendwie nicht, oder? Die Türkei wurde erst dann laut, als statt des IS sich die YPG und ihre Verbündeten ausdehnten.

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treime 22.01.2018, 11:35
12. @ 5.

Das ist doch die Definition der amerikanischen Außenpolitik! Wundert das noch irgendwen? Ist es irgendwann mal anders gewesen? Klar, mit Partner wie UK, F und D machen die USA sowas nicht, aber die ganzen kleinen Staaten und Gruppierungen... Hauptsache: Ziel erreicht (IS zermalen).

Und das alles auch noch ohne eigene Bodentruppen. Besser hätte es für die USA nicht laufen können. Wenn man bedenkt, das Obama einst kryptisch mit "mehr" gedroht hatte, falls Assad Chemiewaffen gegen sein Volk einsetzt. Der Friedensnobelpreisträger Obama hat da eben keine Truppen geschickt.

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brandmauerwest77 22.01.2018, 11:35
13. @Hans_Kammerer

Eine Frage: Wer hat denn den Verständigungsprozess mit den Kurden innerhalb der Türkei einseitig
wieder beendet und Ihre politischen Führer unter fadenscheinigen Begründungen ins Gefängnis gesteckt ?
Die Inhaftierten sind immerhin demokratisch gewählte Mitglieder des türkischen Parlaments und einer
offiziell nicht verbotenen Partei, die die Interessen der kurdischen Bevölkerung der Türkei legal vertritt.
Die Wahrheit ist, dass die HDP mit über 10 % Wählerstimmen Herrn Erdogan bei seinem Plan, eine Ver-
fassungsänderung zu seinen Gunsten zu erzwingen, im Weg war. Und jetzt greift Er auch noch die Kurden
auf dem Boden eines benachbarten Staates an. Vermutlich Völkerrechtswidrig. Der Mann geht über Leichen,
wenn Er seine Macht bedroht sieht. Dass Er dabei noch vom deutschen SPD Außenminister unterstützt wird,
wirft zusätzlich auch kein gutes Licht auf die derzeitige deutsche Regierung.

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mimoun74 22.01.2018, 11:38
14. Der Hindukusch der Türkei

Man muss bevor man etwas beurteilt, die Äußerungen der letzen Vergangenheit betrachten um die Reaktion der Türkei zu verstehen.
Die USA wollten die SDF/PYG (andere Namen für PKK) zu einer 30000 Mann starken Armee mit weiteren schweren Waffen aufrüsten.
Und das nachdem der IS bis auf kleine Nester besiegt ist. Kein Land der Welt lässt an seiner direkten Grenze langsam eine komplette feindliche Armee aufbauen und wartet bis die einmaschiert. Die Türkei hat der USA lange genug versucht zu erklären das man das nicht zulassen wird.
Russland hat den Kurden einen Ausweg gewiesen den die PYG abgelehnt hat.
Sie sollten sich östlich des Euphrat zurückziehen und die Gebiete wieder der Syrischen Armee von Assad unterstellen. Russland hätte dann die Türkei überzeugen können nicht militärisch einzugreifen.
Aber die PYG hat lieber auf die USA gesetzt die sich langfristig Militärstützpunkte in Nordsyrien sichern möchte.
Jetzt wird sich die USA entscheiden müssen ob sie lieber kommunistische Milizen unterstützt um völkerrechtswidrig Militärstützpunkte in Syrien zu bekommen oder die NATO Infrastruktur der Türkei.
P.S. Wenn Deutschland im Hindukusch verteidigt wird, ist es noch legitimer für die Türkei seine direkten Grenzen zu verteidigen.

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dosmundos 22.01.2018, 11:38
15. Genau!

Zitat von Hans_Kammerer
Statt gemäß den Vorschlägen der zweitgrößten Nato Armee gemeinsam mit der Türkei und der "FSA" gegen den IS vorzugehen wählten die USA entgegen aller Bedenken, Proteste und Konsequenzen den Weg die Waffenbrüder der PKK, die u.a. auch innerhalb der EU und der USA eine verbotenen Terrororganisation darstellen, mit modernstem Kampfgerät auszustatten und eine reguläre 30.000 Mann starke Armee formen zu wollen. Und nun ist man wirklich irritiert, dass die Türken als "Kollateralschaden" einer erneut verfehlten US Nahostpolitik die Zähne zeigen und gegen amerikanischen Widerstand Fakten schaffen ? Die Beweggründe der Türken scheinen berechtigt. Irritiert wird man in Washington eher darüber sein, dass es jemand trotz anhaltender Destabilisierungspolitik der USA wagt, diesen die Stirn zu bieten. Wer überdies mal aufmerksam verfolgt hat wie die Destabilisierung Syriens per Stellvertreterkrieg chronologisch abgelaufen ist, den wird die Türkische Reaktion angesichts ca 15 - 20 mio Kurden im eigenen Land eher nicht wundern. Die Türken befinden sich seit 50 Jahren immer auf einem schmalen Grat an der Schwelle zu einem Bürgerkrieg. Potenziell einsickernde PKK Kämpfer aus Syrien und die Bewaffnung türkischer Kurden mit diesen dort nun gelieferten Waffen wären der Auftag zu syrischen Verhältnissen in der Türkei. 10 mio Flüchtlinge inklusive.
Die pösen, pösen Amis haben die Schuld daran, dass die Türkei ihre kurdischen Landsleute nicht mehr nach Herzenslust unterdrücken kann!
Da übernehmen wir doch gleich mal die Rhetorik des Sultans (alle Kurden = PKK = Terroristen) und freuen uns, dass wenigsten Friedensfürst Erdogan da unten Ruhe schafft. Nachdem die pösen, pösen Amis es zuerst gewagt haben, dem syrischen Volk einzureden, es würde vom Wohltäter Assad unterdrückt und müsste sich gewaltsam erheben. Und das nur, um danach auch noch die lokale kurdische Bevölkerung dabei zu unterstützen, Opfer des IS zu werden, anstatt diese Aufgabe dem anerkannten IS-Fresser Erdogan, der ja niemals nicht mit diesem Abschaum der Menschheit gekungelt hatte, zu überlassen!

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balduinbandwurm 22.01.2018, 11:40
16. Neue Terrorwelle

Die Nato - vornehmlich USA und auch Deutschland - hat die Kurden massiv mit Waffen unterstützt, solange sie sie gegen den IS gebaucht haben. Auch Russland hat die Kurden unterstützt. Die YPG / PKK unterhält immerhin ein eigenes Büro in Moskau. Die Kurden haben viel Blutzoll gezahlt, in der Hoffnung auf ein eigenes Land, welches Ankara niemals akzeptieren wollte. Jetzt lassen die USA und die Russen ihre Verbündeten eiskalt fallen. Die USA weil sie nie Nato Partner Türkei nicht vergrämen wollen und die Russen, weil Erdogan ihrem Verbündeten Assad elegant die Kurden vom Leib hält. Dreimal darf man raten von die nächste große Terrorwelle nach dem Ende des IS ausgeht...

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Antalyaner 22.01.2018, 11:42
17. Irritiert ?

Das einzige was die USA irritieren wird ist, dass sie den gemeinsam mit Israel geplanten Garnisonsstaat unter einer PKK Marionettenregierung im Norden Syriens nicht errichten werden können.

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opa klaus 22.01.2018, 11:44
18. 2 Seiten

Die Türkei hat auch eigene Interessen und will, um Ärger im eigenen Lande zu vermeiden, keinen Kurdenstaat zulassen. Das vergessen viele EU -oder USA-Politiker! Die Kurden sollten eines nicht vergessen: Wenn die USA sie nicht mehr brauchen, werden sie fallengelassen, siehe Vietnam, Kambodscha und so weiter!

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hanfbauer2 22.01.2018, 11:46
19. irritierst sein langt nicht...

Die einzige Reaktion die Erdogan versteht ist die Ausrüstung der YPG mit Luftabwehrraketen (wozu natürlich auch die passende Ausbildung gehört).

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