Forum: Politik
Operation Willküre: Merkel, Erbfolgerin des deutschen Widerstands
Clemens Bilan/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Die CSU als Macht des Bösen, die Kanzlerin in der Tradition des Widerstands vom 20. Juli: Angela Merkel hat in einem bislang unbeachtet gebliebenen Satz die historischen Koordinaten ihres Denkens offenbart.

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luny 26.07.2018, 20:46
20. Verständnisfrage

Zitat von Richard W
Vielmehr hat sie gesagt, welche Bedeutung die Flüchtlingsfrage für den Auftrag des Grundgesetzes, "Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen" (Präambel) hat. Und da hat sie nun mal recht.
Hallo Richard W,

was hat denn ein vereintes Europa mit der Flüchtlingsfrage zu tun?

Die Flüchtlingsfrage spaltet Europa.

LUNY

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postit2012 26.07.2018, 20:52
21. Aha, ein Volksentscheid und das über die Struktur

Zitat von generation-golf
Frau Merkel ist die letzte Feindin der direkten Demokratie. Solange sie dran ist gibt es keinen bundesweiten Volksentscheid. Weil sie den Bürgern nicht traut und gar nicht merkt, wie sehr sie die Gesellschaft in die mit privater und die ohne privater Krankenversicherung spaltet, nur um selbstsüchtig länger zu regieren als Adenauer und Kohl. Ich mag Söder nicht, aber sein bayrischer Volksentscheid zur Amtszeitbegrenzung auf 10 Jahre setzt Zeichen auch für die nächste Kanzlerin. Die neue Mitte ist links mit rechts, siehe Italien, und macht als erstes den italienweiten Volksentscheid! Schade, dass es dafür erst einen Berlusconi braucht. In diesem Sinne, ja es ist gut, dass die Männer vom 20. Juli gescheitert sind und so den Weg für Europa freigemacht haben. Möge auch Merkel bald scheitern und den Weg für die direkte Demokratie frei machen.
der Krankenversicherung? Es ist Ihnen hoffentlich klar, dass zu dieser Frage maximal zwei Dutzend Leute in Deutschland irgendeinen vernünftigen Kenntnisstand haben? Und absolut keinen gemeinsamen Nenner?

Soll der Mist mit Referenden wie im UK jetzt ewig so weitergehen?

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spon_4_me 26.07.2018, 20:55
22. @ generation-golf: Sie plädieren,

werter Co-Forist, für die direkte Demokratie, für den Entscheid des Wahlvolks bei wichtigen Themen? Wissen Sie, was Sie da herbeisehnen oder romantisieren Sie nur? Was, wenn das Volk mehrheitlich aus Idioten besteht oder Leuten mit der Aufmerksamkeitsspanne eine gedopten Dreijährigen - was, wenn dann für Quatsch gestimmt mehr, weil keiner die Zeit oder die Kompetenz hat, sich mit komplexen Themen zu beschäftigen? Wollen Sie persönlich über die künftige Finanzierung der Renten, die Umsetzung dezentraler Energiekonzepte oder die Reform der Subventionierung landwirtschaftlicher Produktion entscheiden? Nein? Wollen Sie, dass Leute, die keines der o.g. Worte verstehen, sondern - falls sie dann bereits von ihrer Partymache zurück sind - um vier Uhr morgens Schlange stehen, um das neue Eifon oder ein Autogramm von Justin Bieber zu erhaschen, wollen Sie, das diese Leute solche Dinge mitentscheiden? Ich sag jetzt mal was Böses: Funktionierende Demokratie erfordert die Reduktion der urteilsunfähigen Massen auf Leute, die Kreuze hinter Namen machen. Alles andere wäre bei unserem Bildungs- und Informationsniveau ein Ticket nach Katastrophanien.

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luny 26.07.2018, 21:00
23. Europäische Lösung

Zitat von Sokrates II
Die Bundeskanzlerin hat nichts weniger im Sinn als die Abschaffung der Bundesrepublik Deutschand als unabhaengigen Nationalstaat. Sie fuehlt sich den Buergern dieses Landes nicht verpflichtet, sondern einem internationalen Finanz- und Wirschaftskonsortium . Deutschlands Position der Zukunft ist dann nur noch ein Bundesland welcher aber wohl aufgrund seiner (noch) bestehenden Wirtschaftskraft den Finanzausgleich aller anderen EU Laender bewerkstelligen wird.
Hallo Sokrates II,

die amtierende Bundeskanzlerin spricht nur noch von "europäischen
Lösungen", die ihr im September 2015 herzlich egal waren, was die
"Flüchtlingsfrage" anbelangt.

Ansonsten scheint sie sich als "große Europäerin" zu sehen, was
ihrem Verhalten von 2015 deutlich widerspricht.

Sie betreibt Geschichtsklitterung, benutzt auch noch einen schrägen
Vergleich mit den Widerstandskämpfern vom 20. Juli, denen es
mitnichten um Europa ging, sondern um Deutschland, wie Herr
Fleischhauer richtig anmerkt.

Aus dieser Frau werde ich nicht schlau. Sie ist halt gerne Bundes-
kanzlerin und wäre gerne mit dem Friedensnobelpreis geehrt
worden.

Anders kann ich mir ihr Verhalten nicht erklären.

LUNY

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Sokrates II 26.07.2018, 21:06
24. Liebe Vera Gehlkiel

Zitat von vera gehlkiel
Ich bin in der Randzone des Ruhrpotts aufgewachsen, und die alten bei uns, alles SPD glaube ich, obzwar ich von Vaters Seite her als kleine Göre wahrscheinlich sowieso nur Sozen kannte, redeten immer von dem dicken Mastschwein, was man haben muss, um keine Sorgen, damit keine Abhängigkeiten zu haben. Ob das historisierende Betrachtungen waren, oder wo diese Schweine gehalten wurden, wenn überhaupt, habe ich nie nachgehalten. Jedenfalls hat sich mir das Prinzip, in besseren Kreisen heute als "Leckt-mich-Kohle" bekannt, tief verinnerlicht. Schon zu wirren linksradikalen Studizeiten hatte ich einen verschlagenen und kaltblütigen kleinbürgerlichen Sinn dafür, dass das Unerlässliche eben getan werden muss, wenn man im Durchhalten zäh und am Ende damit überhaupt wirksam sein will. Und in diesem Kontext habe ich die wirtschaftliche Prosperität der Bundesrepublik Deutschland eben nie als Selbstzweck gesehen. Sondern wie das Mastschwein, das dem Bergmann die drängendsten Sorgen nimmt, ihm sein Freiheitsgefühl, und real besehen tatsächlich seine nötige Beinfreiheit, verschafft. Ich denke, bei Merkel ist zumindest die Erkenntnis, dass wirtschaftliche Prosperität die unerlässliche Voraussetzung dafür ist, heute noch politische Wirksamkeit draussen in der Welt zu erzielen (man also vulgo über genügend "Leckt-mich-Kohle" verfügen muss, wenn man mitmachen will) wesentlich mitbestimmend für ihre politische Agenda, ist diese Prosperität keineswegs ein reiner Selbstzweck. ...
ihre Botschaft hoer ich wohl, allein mir fehlt der Glaube an ihrer Darstellung. Sicherlich waere ihr Welbild vorbildlich, scheitert aber leider an der Realitaet. Ein einiges stabiles und wehrhaftes Europa ist eine Utopie welche aufgrund der verschiedenen europaeischen Kulturen und daraus resultierendem diferenzierten Lebensgefuehl niemals Wirklichkeit werden wird. Eine Zusammenarbeit war und ist natuerlich weiterhin moeglich und gut . Ein kuenstlich erzeugter "Fast Food Staatenbund" eher nicht.

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Richard W 26.07.2018, 21:08
25. Antwort auf LUNY's Verständnisfrage

Zitat von luny
Hallo Richard W, was hat denn ein vereintes Europa mit der Flüchtlingsfrage zu tun? Die Flüchtlingsfrage spaltet Europa. LUNY
Es muss eine gemeinsame europäische Antwort/Strategie geben (Merkels Position). Wenn Deutschland einseitig und ohne Absprache die Grenzen dichtmacht (Position der AfD und dann auch Seehofers), bringt das Europa nur noch weiter auseinander, und entspricht nicht der z.B. in der Präambel des Grundgesetzes ausgedrückten Verantwortung der Bundesrepublik.

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merkel123 26.07.2018, 21:09
26. Merkels Agenda

wer Merkels Agenda verstehen will, sollte sich mit ihrer Biografie beschaeftigen. Lesenswert zB. Gerd Langguth.
Vor diesem Hintergrund kommt Merkel in Fleischhauers Kolumne doch recht gut weg.
In einem sei eine Korrektur erlaubt: Merkel hat die SPD weniger marginalisiert als einfach inhaltlich durch die CDU ersetzt.

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luny 26.07.2018, 21:20
27. Politisches Erbe

Hallo Herr Fleischhauer,

Sie schreiben:

"All das stellte die Kanzlerin auf den Kopf. Aber es ging ihr erkennbar auch nicht um historische Wahrheiten, es ging darum, ihre Politik in eine Traditionslinie zu stellen, die in diesem Fall von einem Sommertag in einem Befehlsstand in Ostpreußen bis in die deutsche Regierungszentrale im Juli 2018 reicht. Wenn man Angela Merkel richtig versteht, dann sieht sie sich als eine Art Erbfolgerin des Widerstands gegen Hitler, nicht anders lässt sich das Wort "Auftrag" deuten, das sie im Zusammenhang mit dem 20. Juli benutzte."

Ja, die amtierende Bundeskanzlerin "bastelt" an ihrem politischen
Erbe bzw. an ihrem Platz in den Geschichtsbüchern.

Ihr Mentor hatte das Glück, daß die Wiedervereinigung in seine
Amtszeit fiel.

Die amtierende Bundeskanzlerin meinte, sie könne einen ähnlichen
Stellenwert erringen, indem sie die Grenzen nicht schloß und alle
einreisen ließ, die an der deutschen Grenze standen.

Der Friedensnobelpreis wäre für diese humanitäre Aktion ja wohl
das Mindeste!

Das ging gründlich schief.

Deutschland ist innerhalb der EU völlig isoliert, was die "Flüchtlings-
politik" anbelangt.

Und nun einen Bogen zu den Widerstandskämpfern vom 20.07.44
spannen zu wollen, geht voll daneben.

Was bleibt von ihrer Kanzlerschaft?

Substanzlose Phrasen, die nie in reale Politik mündeten.

"Wir sind der Überzeugung, daß wir nun ganz entschieden etwas
machen wollen und auch machen müssen! Daran besteht kein
Zweifel. Wir sind hier gefordert und werden eine europäische
Lösung finden."

Oder so ähnlich.

LUNY

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fortelkas 26.07.2018, 21:24
28. Ich frage mich:

Wer berät die Kanzlerin eigentlich? Die Ereignisse des 20. Juli 1944 in den Zusammenhang ihrer Politik zu stellen, zeugt von einem völligen politischen Realitätsverlust. Im übrigen kann ich im Moment kaum Regierungshandeln, das den politischen Namen verdient, feststellen. Es scheint im Moment die Flüchtlingsfrage alles zu überlagern. Dabei hat die Kanzlerin doch in einem Punkt recht behalten: Bis jetzt haben wir das geschafft.
Erwin Fortelka

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Sokrates II 26.07.2018, 21:35
29.

Zitat von spon_4_me
werter Co-Forist, für die direkte Demokratie, für den Entscheid des Wahlvolks bei wichtigen Themen? Wissen Sie, was Sie da herbeisehnen oder romantisieren Sie nur? Was, wenn das Volk mehrheitlich aus Idioten besteht oder Leuten mit der Aufmerksamkeitsspanne eine gedopten Dreijährigen - was, wenn dann für Quatsch gestimmt mehr, weil keiner die Zeit oder die Kompetenz hat, sich mit komplexen Themen zu beschäftigen? Wollen Sie persönlich über die künftige Finanzierung der Renten, die Umsetzung dezentraler Energiekonzepte oder die Reform der Subventionierung landwirtschaftlicher Produktion entscheiden? Nein? Wollen Sie, dass Leute, die keines der o.g. Worte verstehen, sondern - falls sie dann bereits von ihrer Partymache zurück sind - um vier Uhr morgens Schlange stehen, um das neue Eifon oder ein Autogramm von Justin Bieber zu erhaschen, wollen Sie, das diese Leute solche Dinge mitentscheiden? Ich sag jetzt mal was Böses: Funktionierende Demokratie erfordert die Reduktion der urteilsunfähigen Massen auf Leute, die Kreuze hinter Namen machen. Alles andere wäre bei unserem Bildungs- und Informationsniveau ein Ticket nach Katastrophanien.
Folgt man ihren Ausfuehrungen in letzter Konsequenz bliebe aufgrund des "dummen Wahlvolkes" dann ja nur noch die Diktatur?
Schaun Sie doch mal in die Schweiz oder sind dort die Menschen schlauer als bei uns?
Etwas mehr Mitsprache in politischen Fragen , wie z.B. zu Europa, Fluechtlingspolitik usw waere wuenschenswert.

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