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Oppositionelle in Haft: Wie Kongos Präsident die Opposition traktiert
REUTERS

Kongos Präsident Kabila geht brutal mit Oppositionellen um - viele sperrt sein Geheimdienst einfach weg. Manche verschwinden. Hier erzählt Fred Bauma von seinen 535 Tagen als politischer Gefangener.

K. Behnert 07.11.2016, 13:24
1.

allein das in unseren Medien immer wieder benutzte Wort "Demokratische Republik Kongo" ist doch schon der grösste Bluff. Dass sich "Präsidenten" solcher Länder wie dem Kongo solche Titel zulegen, mag ja noch für sie selbst Geltung besitzen, nur muss das ja nicht heissen, dass wir hier in Europa deren Wortwahl übernehmen. Jeder Normalo weiss doch, wie in diesen Ländern die Regierungen gebildet werden und wenn ich daran denke, dass deren Diplomaten hier in unseren Hauptstädten ihr Unwesen treiben dürfen, mit all ihnen zustehenden Rechten und Freiheiten, dann stellt sich doch die Frage, ob wir solchen menschenverachtenden "Volksvertretern" nicht besser die Einreise in unser Land verbieten sollten. Unsere Regierungsvertreter sind über die unglaublichen brutalen Methoden dieser Herrscher dort in Afrika besser informiert als der normale Bürger hier. Dass man solche Banditen dann auch noch hier mit Samthandschuhen anfasst und sie wie Diplomaten agieren lässt, das will mir nicht in den Kopf.

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jouvancourt 07.11.2016, 13:44
2. Nichts Neues aus Afrika!

In den meisten afrikanischen Staaten ist dieses Vorgehen Tagesgeschäft! Auch in manchen hochgelobten, ruhigen, friedlichen Ländern gibt es seit Jahrzehnten Razzien, um aufmüpfige Bürger in ihre Schranken zu verweisen. Wie im Karpfenteich werden oft am Wochenende hundert, zweihundert Menschen zufällig von der Strasse geholt und viele verschwinden einfach. Damit wird der Bevölkerung jegliche Lust auf Kritik genommen, da ja jeder im Land Verwandte oder Freunde hat, denen es schlecht ergangen ist.

Im Zeichen des "langsamen Demokratisierungsprozesses" (eingeleitet 1960) tolerieren westliche Länder solche Vorgehensweisen und belohnen diese Schlächter sogar noch mit gewaltigen Entwicklungshilfegeldern, die großteils nur der herrschenden Clique zugute kommen! Nun, heute sind die Chinesen in Afrika beliebter als alle anderen Nationen und sie werden die Zukunft des Kontinentes auf alle Fälle prägen! Weniger mit großen Spenden, als mit massiven Forderungen!

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newbie99 07.11.2016, 14:36
3. Die Rolle Chinas in Afrika

Von jouvancourt "Nun, heute sind die Chinesen in Afrika beliebter als alle anderen Nationen und sie werden die Zukunft des Kontinentes auf alle Fälle prägen! Weniger mit großen Spenden, als mit massiven Forderungen!"

Wer sich heute in Afrika umschaut sieht eine chinesische Präsenz allen Orten. Warum sind sie so beliebt gerade bei Regierungen? Wohl kaum weil sie "massive Forderungen" für ihr Engagement stellen. Im Gegenteil: Sie stellen überhaupt keine Fragen sehen einzig ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten. Umweltschutz, Menschenrechte? Das spielt für China keine Rolle.

Zweifelsfrei sind "westliche" Konzerne alles andere als Musterknaben bei ihrem Engagement in Afrika. Sie sehen sich aber moralischer Forderungen ihrer Heimatgesellschaften ausgesetzt, die sie nicht selten zu umgehen versuchen, aber dennoch ein gewisses Korrektiv oder limitierenden Faktor bilden. Mit solchem Idealismus schlagen sich Chinas Investoren erst überhaupt nicht herum.

Es ist richtig, das China dabei ist, den Kontinent mit zu prägen. Ob das aber wirklich positiver ist, als europäische Entwicklungsbemühungen? Wohl kaum!

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sascha2.0 07.11.2016, 14:55
4. Kongo und Kongo

Zum Namen, auch wenn die "Demokratische Republik Kongo" "demokratisch" im Namen hat: So heißt dieser Staat nun mal korrekt und vollständig, nicht zuletzt als Unterscheidung zur "Republik Kongo", klein, aber auch ein Staat.

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Celegorm 07.11.2016, 15:12
5.

Zitat von K. Behnert
allein das in unseren Medien immer wieder benutzte Wort "Demokratische Republik Kongo" ist doch schon der grösste Bluff.
Ist halt wie bei der DDR: Wenn man derart verzweifelt im Namen zu betonen versucht, wie demokratisch man wäre, dann ist eigentlich klar, dass die Realität so ziemlich dem Gegenteil entspricht. Da gibts im übrigen noch etliche, teils deutlich bessere Beispiele, etwa die "Demokratische Volksrepublik Korea"..

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neanderspezi 07.11.2016, 15:45
6. Methoden der Ausbeutung sind so hoch entwickelt, dass die Ausgebeuteten sich kaum noch bewusst werden, was mit ihnen passiert

China betreibt in Afrika dank geschickter Hofierung dominierender politischer Kreise einen etwas verdeckten und eifrig praktizierten Neokolonialismus mit vorwiegend wirtschaftlichem Aspekt, der ihnen Zugang zu den Ressourcen der auserwählten Staaten garantiert und dies auf Dauer und ohne sich dabei irgendwelche Skrupel auferlegen zu müssen. Sie lassen von den Gewinnen ihrer Nutzungsrechte für die zu Marionetten ihrer Geschäftstüchtigkeit gemästeten Korruptionsdiener der gebeutelten Staaten mit ressourcenreichen Revieren soviel abtropfen, das diese 'Staatsdiener' ihrer Gier nach Reichtum locker nachkommen können. Hierbei treten die Chinesen mit den westlichen Industriestaaten in Konkurrenz im Ausbeutungsmarathon, haben aber womöglich in ideologischer Unbeschwertheit einen schwer zu übertrumpfenden Vorteil. Die eigentlichen Verlierer bei diesen Übungen werden von den zunehmend verarmenden Bevölkerungen dieser zur Ausbeutung vorgesehenen afrikanischen Staaten gestellt, ihnen bleibt neben schlecht bezahlter Arbeit zusätzlich noch ein kümmerliches Dasein und eine unerfreuliche Zukunft.

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hansriedl 07.11.2016, 23:26
7. Der Kongo

Bodenschätze, Armut, Kriege
Die Demokratische Republik Kongo ist eines der rohstoffreichsten Länder Afrikas. Wegen Misswirtschaft, Korruption und Bürgerkriegen gehört das zentralafrikanische Land jedoch zu den ärmsten Staaten der Welt. Der Osten des Landes, in dem sich die wichtigsten Bodenschatz-Vorkommen befinden, wird nicht von der Regierung in Kinshasa, sondern weitgehend von verfeindeten Milizen und den Nachbarstaaten der ostkongolesischen Region kontrolliert.

Bei den wieder aufgeflammten Unruhen geht es in erster Linie um die Kontrolle der Vorkommen an Gold, Diamanten, Kupfer und Kobalt. Auch das zur Handy-Herstellung notwendige Coltan gibt es in der mehr als 2,3 Millionen Quadratkilometer großen Republik, die sechseinhalb Mal größer ist als Deutschland.
Tageöhner in den Bergwerken

Seit Jahrzehnten beuten kriminelle Gruppen den Kongo aus. Ihre Milliarden-Gewinne landen meist im Ausland oder in den Taschen der Mächtigen. Viele Menschen arbeiten in Bergwerken als Tagelöhner für weniger als einen Dollar pro Tag. Auch weil fast niemand einen festen Job hat, geht es den rund 63 Millionen Kongolesen schlecht. Etwa ein Viertel der Bevölkerung leidet Hunger.

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