Forum: Politik
Orlando-Massaker: Jedermanns Mörder

Wer war der Attentäter von Orlando? Der IS sieht einen Helden. Der Muslimhasser einen Islamisten. Der Schwule einen Homophoben. Die Feministin den gewalttätigen Mann. Was aber, wenn Omar Mateens Hass nicht "uns" galt - sondern sich selbst?

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zeichenkette 16.06.2016, 17:56
10. Immerhin

scheint sich bei einigen Leuten so langsam die Erkenntnis durchzusetzen, dass der IS uns militärisch nichts anhaben kann - die Zerstörung unserer Gesellschaft, die sie anstreben, werden wir besorgen müssen. Und wir sind fleißig dabei. Alle streiten sich derartig darum, welche Deutung die richtige ist, dass man sich schon fast fragt, wie das ausgehen würde, wenn alle sich bewaffnet gegenüberstehen würden. Denn dass zwei Seiten zum Terrorismus gehören, ist klar. Als vor einem Jahr ein deutscher Pilot sich und seine Passagiere gegen einen Berg flog, waren auch alle tot. Flughäfen bombardieren und Piloten ausweisen wollte aber trotzdem keiner. Was wäre damals passiert, wenn der Pilot auch depressiv und durchgedreht gewesen, aber ein Moslem gewesen wäre? Ich mag darüber gar nicht nachdenken. Wir tun dem IS den Gefallen, alles nur noch durch die religiöse Brille zu sehen und besorgen damit sein Geschäft.

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Manni Gerstenschloss 16.06.2016, 17:56
11. Wir alle sind schuld?

Vielleicht verstehe ich die dreifachen geistigen Purzelbäume von Jakob Augstein nur nicht, weil ich nicht so linksintellektuell bin, wie er. Egal ob weisser alter Mann, Schwuler oder Selbsthasser, es geht "hier nicht um Schlüssigkeit"?. Um was denn dann, wenn ich fragen darf? Ich fürchte es geht darum, das Wort Islam aus der Diskussion zu halten.
Zu guter Letzt kommt dann noch der Paukenschlag: ein schärferes Waffengesetz hätte den Anschlag verhindert.
Klar Herr Augstein, das haben wir in Paris und Brüssel gesehen.

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Ultras 16.06.2016, 17:58
12. Danke, Augstein!

Bis auf den letzten Satz - der in einer grundsätzlich links ausgerichteten Kolumne aber ja irgendwo verschmerzbar ist - ein Kommentar, der ob dieser schrecklichen Tat, einen kühlen Kopf bewahrt und all jene enttarnt, die die Opfer für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren; hier ist auch die LGBT-Gemeinde gemeint. Wenn der Täter nämlich tatsächlich homosexuell gewesen sein sollte, und danach sieht es ja nun aus, dann ist es nicht so einfach wie sich das viele Kommentatoren zu diesem Thema wünschen. Von daher: Danke, Augstein, für etwas Ratio in dieser stark überemotionalisierten Debatte!

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großwolke 16.06.2016, 17:59
13.

Als die Hintergrundinfos zu dem Täter kamen, hatte ich ähnliche Gedanken. Allein, was da wirklich in seinem Kopf vorgegangen sein mag, spielt keine Rolle mehr. Der Mann ist tot, und am meisten daraus macht, wer es am ehesten für sich instrumentalisieren kann. Am ehesten ist das Donald Trump. Weil er Amerikaner ist, weil ihm der Vorfall ins Konzept passt. Für uns hier drüben, weit weg und in einer Ecke der Welt, in der man solche Akte gut planen müsste, um nicht schon bei der Waffenbeschaffung den Ermittlern in die Hände zu laufen, war es einfach nur ein weiterer dieser Tage, an denen die Welt wieder ein bisschen unsicherer geworden zu sein schien.

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micromiller 16.06.2016, 18:01
14. Der § 175 des deutschen Strafgesetzbuches

wurde erst vor einigen Jahren abgeschafft!! Die heiligen Bücher der Bestandreligionen drohen allesamt mit Steinigung. Die Feudaldiktaturen am Golf & Co, deren Herrscher von GROKO und Gauck mit militärischen Ehren empfangen werdn praktiziert die alten Sitten auf die eine oder andere Art. Die Rechte der Menschen sind bei uns nicht sehr alt. Die Paarung, Selbstdarstellung mit Religion als ultimative Selbstverwirklichung ist die denkbar schlimmste Form der Mensxhenverachtung und sollte auf allen Ebenen mit allen Mitteln bekämpft werden.

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sinasina 16.06.2016, 18:03
15. Sehr geehrter Herr Augstein,

Sehr geehrter Herr Augstein,

aber ist dies nicht gerades etwas, was den Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet: Für scheinbar Unerklärbares Erklärungen zu finden?
*
Ohne diesen Drang würde Wissenschaft jedenfalls noch in den Kinderschuhen von vor etlichen 1.000 Jahren stecken.

Der Täter hätte bei seinem Anruf bei der Polizei ja auch allerhand andere Gruppen oder Gründe nennen können. Hat er laut einer Vielzahl von Berichten aber nicht.
*
Aus diesem Grund ist der Artikel von Herrn Lobo so interessant: Auf »Zuruf« Mitglied in einer (bestimmten) Menschengemeinschaft zu sein, obwohl dies im realen Leben womöglich weder stattfand, noch möglich gewesen wäre.
Was aber macht einen »Zuruf« so erstrebenswert?

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Koana 16.06.2016, 18:05
16. Mir stellen sich andere Fragen....

.... haben sich die Opfer wirklich alle auf dem Boden liegend, einzeln erschießen lassen ?
Ich stelle mir gerade vor, ein Mann, von mir aus in jeder Hand eine Waffe, fängt zu schießen an, in einem Club, - wie lange dauert es, bis man ihn überwältigt, wenn 300 Leute da sind? (So ein Magazin hat ca. 30 Schuss.... - musste der nie das Magazin wechseln, bzw. blieben alle wie die Lämmer paralysiert, als er es tat? War dann jeder Schuss ein Treffer? Waren ja Minimum vier Magazine die er leerschoss...... sorry - glaubt das wirklich jeder Journalist, der einen bezahlten Job bei einer der führenden Zeitungen inne hat?

Sorry, ich würde zu gerne dem Team angehören, das die forensischen Untersuchungen leitet - nicht als Teil einer verschworenen Gemeinschaft, als unabhängiger Mensch, der die Wahrheit öffentlich macht.

Aber es scheint tatsächlich nur die üblichen Verschwörungstheoretiker auf den Plan zu rufen - von den Mainstreammedien wird nicht der Hauch von Zweifel geäußert - im Gegenteil, man spekuliert fleißig, wer, wie und warum am meisten "gelitten" hat, bzw. leiden wird.

Sorry - die 100 Opfer haben zu Hälfte ihr Leid hinter sich, die andere Hälfte dürfte teils ein Leben lang Schmerzen zu ertragen haben.
Von den Angehörigen noch nicht mal gesprochen.

Doch auch von dieser Seite - zumindest im Mainstream - keine Zweifel am Tathergang, bzw. der Einzeltäterschaft.

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stefanmargraf 16.06.2016, 18:09
17. Was soll uns das sagen?

Das der arme Omar eine Therapie gebraucht hätte? Das Hitler wahrscheinlich auch schwul war? Mir egal, er identifizierte sich mit homophoben Islamisten und aus diesem Kontext heraus wählte er sich ein Ziel für seinen erweiterten "Märtyrer" Suizid. Es hätten auch Juden oder Armeeangehörige sein können, oder, wie anderen Fällen, irgendwer, inklusive Moslems.

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Central Park 16.06.2016, 18:10
18. Schon bei Erscheinen der Kolumne falsch

Da schreibt Augstein: "Das Einzige, was die Toten von Orlando dann hätte retten können, wäre ein anderes amerikanisches Waffengesetz gewesen. Aber mit der Erkenntnis lässt sich natürlich kein 'Krieg gegen den Terrorismus' führen - nicht einmal Zeitungsdebatten."

Zumindest die letzte Aussage ist eher Ausdruck des in linken Kreisen üblichen und bei Augstein ins Pathologische gesteigerten Anti-Amerikanismus. Denn wer etwa die Titelseite des Boston Globe gesehen hat (und anderer Titel auch), weiß, dass zur Stunde in den USA die Diskussion über schärfere Waffengesetze anders als Augstein behauptet, intensiv debattiert wird.

Aber vielleicht interessiert sich Augstein ja gar nicht für die Welt außerhalb von Blankenese. Oder er kann kein Englisch.

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Schraube 16.06.2016, 18:12
19. Nette Thesen Herr Augstein

Dschihadismus bzw. allgemein religiöser Fanatismus bzw- übersteigerter Militarismus als Resultat verkorkster Homosexualität.

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