Forum: Politik
Oskar Lafontaine: Erreger des Jahres

Er treibt Union und SPD mit seiner populistischen Linkspolitik zu Korrekturen und gibt den Wortführer in der Debatte über soziale Gerechtigkeit: Oskar Lafontaine ist schon lange nicht mehr Minister - aber sein politischer Einfluss ist heute so groß wie selten zuvor.

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Andreas Hoberg 23.12.2007, 13:21
1. na nu, der SPIEGEL kann sachlich

ja eine Analyse, die ungewohnt fuer den neuen neolieberalen Spiegel sachlich ist und inhaltlich aussagekraeftig, auch wenn es dem Autor natuerlich nicht passt, dass Oskar trotz neolieberaler Schwaetzerwelt so erfolgreich ist....im uebrigen teile ich die optimistische Analyse zugunsten der "Linken" nicht...12% sind immer noch viel zu wenig, um die Hartzparteien zu einer Abkehr von ihrem idiotischen Kurs zu bringen...aber vielleicht wird das noch.

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madamef 23.12.2007, 13:21
2. Nicht käuflich

Als einer der wenigen Politiker, die nicht käuflich sind, kann Lafontaine die Wahrheit sagen. Ich habe ihn und Heiner Geißler, auch ein Unbestechlicher, 2003 auf einer Podiumsdiskussion zum Thema Neoliberalismus hören dürfen. Sehr beeeindruckend.
Leider wird Politikern, die auf sozialen Ausgleich bedacht sind, Popolismus und Rückwärtsgewandtheit vorgeworfen, während man den herrschenden Casinokapitalismus mitsamt seinen Spielarten ( Heuschrecken, überbordene Managergehälter, Verschleuderung von Volksvermögen durch Privatisierungen usw.) als unumgänglich im Rahmen der Globalisierung darstellt.
Die gleichgestalteten Medien folgen wie die Lemminge den Leimruten der INSM.
Lafontaine und DIE LINKE sind meine einzige Hoffnung darauf, dass Deutschland nicht komplett leer gefressen und ausgesaugt wird.

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Hercules Rockefeller 23.12.2007, 13:26
3. Warum die Verwunderung?

Das Lafontaine für dermaßen viel Wirbel und Verwunderung verantwortlich ist, ist ja eigentlich nur dadurch zu erklären, daß sich die "etablierten Parteien" offenkundig nichtmal mehr vorstellen können, Politik nach den Interessen der Wähler zu gestalten.

Offenbar glaubt man, nur wer ein schwarzes Köfferchen überreicht oder einen Vorstandsposten anbietet, dürfe die politische Richtung beeinflussen.

Aber auch die Amigos haben nur eine Stimme bei der Wahl (noch, bald kommen ja die elektronischen Wahlmaschinen) und wer eine Minderheitenpolitik wie SPD/CDU/Grüne sie derzeit veranstalten betreibt, der muss sich nicht echauffieren, wenn das Volk sein Kreutz in Zukunft bei der Linkspartei macht.

Wenn die käuflichen Dilletanten der Regierungsparteien so weiter machen, dann stellen sie in naher Zukunft für eine Übergangszeit noch den Kanzler, regieren tun aber andere.

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lusitania1 23.12.2007, 13:38
4. Oskar Lafontaine

Zitat von madamef
Lafontaine und DIE LINKE sind meine einzige Hoffnung darauf, dass Deutschland nicht komplett leer gefressen und ausgesaugt wird.
Was ist das für ein Land, in dem der populistische Rattenfänger von Saarbrücken die "einzige Hoffnung" darstellt? Warum ist er denn nicht Finanzminister von Rot-Grün geblieben und Vorsitzender der grossen Regierungspartei SPD? Hat er Angst gehabt vor der Verantwortung? Oder etwa vor der Rezession am Horizont?
Reissaus nehmen, wenn's schwierig wird, ja das kann er wirklich gut. Und populistische Reden schwingen, das kann er noch besser.

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maksim 23.12.2007, 13:38
5. Hartz IV

Nichts stellt die hohlen Sprüche der Marktfetischisten mehr, bloss, als die Existenz der Linken. Warum wählen die Leute die Linken? Aus lauter Boshaftigkeit und Undankbarkeit gegenüber ihren neoliberalen Wohltätern, nachdem die sich alle Mühe mit den Arbeitnehmern und Rentnern gegeben haben?

Nichts hat diese ehrenwerten Herrschaften in Berlin und den Vorstandsetagen so desavouiert, wie dieser Peter H. aus Wolfsburg, sein nach ihm benanntes Gesetz und die Umstände der Entstehung desselben. Hartz IV ist die Kriegserklärung der Politik im Verbund mit dem Kapital an die deutschen Arbeitnehmer. Hartz IV ist die Peitsche, die dem deutschen Arbeitnehmer am Morgen, zum Mittagessen und vor dem Schlafengehen vor die Nase gehalten wird.

Die Linken, Sozialisten und Kommunisten aus den Parlamenten rauszuhalten, liegt ganz allein in der Verantwortung der so genannten Neoliberalen. Das wird aber nicht passieren, weil diese die niederen Instinkte nicht im Griff haben. Die niederen Instinkte, die den Wesenskern dieser Ideologie bilden.

Das Gezeter der so genannten Neoliberalen über die Linken entspricht dem Gejammer des Alkoholikers über seinen Kater am Morgen danach. So wie der Kater die Folge eines Saufgelages ist, ebenso sind die Linken die Folge von ökonomischen Exzessen. Man kann die Warnsignale des Körpers ernstnehmen und sein Verhalten ändern. Oder auch nicht und muss aber dann dafür die Folgen tragen.

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lawinchen 23.12.2007, 13:43
6. Realitäten

Zitat von Andreas Hoberg
ja eine Analyse, die ungewohnt fuer den neuen neolieberalen Spiegel sachlich ist und inhaltlich aussagekraeftig, auch wenn es dem Autor natuerlich nicht passt, dass Oskar trotz neolieberaler Schwaetzerwelt so erfolgreich ist....im uebrigen teile ich die optimistische Analyse zugunsten der "Linken" nicht...12% sind immer noch viel zu wenig, um die Hartzparteien zu einer Abkehr von ihrem idiotischen Kurs zu bringen...aber vielleicht wird das noch.
Lafontaine steht für die Lebensrealitäten weiter Bevölkerungskreise, er formuliert ihre Wahrnehmung der Realität, die seit langer Zeit durch Medien (inkl. des SPIEGELs) und Politik ignoriert werden.
Ich persönlich finde es bezeichnend, daß meine gut gestreuten Bekannten (Unternehmer, Lehrer, leitende Angestellte, Arbeitnehmer und Arbeitslose) dieselbe irritierende Wahrnehmung einer der Realität völlig entfremdeten Politik haben und sich in Berlin (oder auch Düsseldorf) nicht vertreten fühlen.

Lafontaine redet Tacheles, und das ist gut so.

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merlin69 23.12.2007, 13:45
7. Mach weiter so!!!

Meine Stimme und Sympathie hast Du!

Timy

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profprom 23.12.2007, 13:50
8. "Populistische Linkspolitik" ???

Wenn die Mehrheit dieses Volkes mit den herrschenden Verhältnissen nicht einverstanden ist und Lafontaine diese Unzufriedenheit mit grossem Können artikuliert - ist das dann populistische Politik? Oder ist er das Sprachrohr des Volkes? Was soll diese Propaganda?

Lafontaine war einer der wenigen, der auf die immensen Wiedervereinigungskosten aufmerksam machte. Lafontaine hat den Kurs Schröders nicht mitgetragen, wie Beck, Clement und die anderen. Er zog es vor, die gut dotierten Posten abzugeben. Was Schröder und seine Mannschaft angerichtet hat und von Merkel fortgestzt wird, haben die meisten kleinen Leute schmerzhaft zu spüren bekommen.

Lafontaine ist das Korrektiv.

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waldheim 23.12.2007, 13:51
9. alter Wein in löchrigen Schläuchen

Jetzt ist er wieder da, der alte Dampfplauderer. Warum nur hat er damals den Schwanz eingezogen als er hätte etwas bewegen können ? Die einzig richtige Antwort scheint mir, daß er nach wie vor polemisiert, jedoch über kein Konzept verfügt, wie er seine Forderungen umsetzen könnte, ohne Deutschland "kahlzufressen". Wenn er die Kühe melken will, die er im Visier hat, dann braucht er erst mal einen zuverlässigen Zaum um Deutschland herum, sonst ist die Herde schneller im Ausland, als Ossi "Steuererhöhung" sagen kann. Aber soweit denkt der ja nicht. Sollte es tatsächlich einmal wieder soweit kommen, daß er seinen Worten Taten folgen lassen könnte, wird er schon einen Grund finden, sich beleidigt zurückzuziehen.

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