Forum: Politik
Papst-Rede zur Lage Europas: Weckruf für den Krisenkontinent
REUTERS

Europa ist zerrüttet, Populisten umgarnen die Wähler - mitten in dieser Krise sendet der Papst eine Kampfansage: An AfDler, Pegida-Mitmarschierer und die neuen Nationalisten im Osten Europas.

Seite 24 von 24
info@buch-perl.de 07.05.2016, 18:16
230. Für die Einführung eines hassfreien Tages

Der sehr vereinfachende Artikel von Peter Müller provoziert duch seine Verkürzung uninformierte AfD-Anhänger zur Rechtferigung ihrer Hass"vernunft".
Das entschuldigt zwar nicht deren Lieblingsbeschäftigung, völlig ahnungslos loszugrölen, bietet aber genau dafür ein willkommenes Forum, um mit 10 Millionen bis 2 Milliarden, die dann trockenen Fußes kommen, weil im Mittelmeer schon so viele ertrunken sind, zu drohen. Noch ein wenig Merkel, reiche Kirche, TTIP, Ausländerpapst usw. reingemischt und schon sind all die umfassenden, teilweise von Papst Franziskus angesprochenen Probleme gelöst.
Franziskus hat, und da hat Peter Müller völlig recht, auch entsolidarisierte Menschen z.B. in der AfD gemeint. Aber er hat in erster Linie die in dieser vor ihm Sitzenden gemeint. Und er hat alle Menschen gemeint. Er hat allen ins Gewissen geredet. Allen, die sich für Menschen überhaupt noch interessieren. Und allen, die das nicht tun, aber vielleicht über eine Umkehr ihres unseeligen Weges nachdenken. Denn nur sehr Viele gemeinsam können sichtbare und unsichtbare Katatrophen menschliche, soziale, wirtschaftliche und ökologische verhindern.
P.S. Katholische, evangelische u.a. Kirchen gehen in ihrer Hilfe für Flüchtlinge an Leistungsgrenzen. Da sie dies, wie viele nicht kirchliche Organisationen auch, tun, statt darüber zu reden, weiß man´s nicht, wenn´s einen nicht interessiert.
Ich fordere einen hassfreien Tag pro Woche!

Beitrag melden
marialeidenberg 07.05.2016, 18:27
231. Verständnisfrage!

Zitat von Eliza
Nur zum besseren Verständnis, geben Sie doch einmal ein Beispiel dafür, wie Sie den Ausdruck "Dogma" verwenden. Der Ausdruck ist zwar auf katholischer Seite definiert. Aber was ist in IHREM Wort-Gebrauch ein Dogma? Gar eins, was modernisiert gehörte?
Das will ich gerne tun: z.B. die Jungfrauengeburt, oder die leibliche Himmelfahrt Marias, beides 'echte' Dogmen, beide gehören überarbeitet.

Aber auch die Frage nach der Rehabilitierung Giordano Brunos wäre noch zu beantworten. Papst JP II hat sich leider windelweich um dieses Problem herumgedruckst.

D'accord?

Beitrag melden
Eliza 07.05.2016, 20:41
232.

Zitat von bjbehr
Schon mal was von Kreuzzügen gehört? (1) Sie haben mich nicht verstanden, sei's drum. (1b) Mit dem Hinweis wollten Sie auch sicher nur Ihren Punkt 2 verstärken. I(2) m Übrigen sehe ich davon ab, Ihre Rechtschreibfehler hier aufzuführen. (3) Angesichts Ihrer lobenswerten über 5000 Beiträge (4)
(1a) Was tun DIE zur Verbesserung Ihres seltsamen Neologismus?

(1b) Treffender: Sie haben sich unklar ausgedrückt.

(2) Abschwächen wollte ich den sicher nicht.

Und all Ihre Bemühungen jetzt tun ja nichts dazu, dass die angebliche Beseitigung der Frommen durch die Säkularisation, die Sie behaupten, die Realität nicht treffen, sondern sogar weitgehend fälschlich auf den Kopf stellen. QED.

(3) Kann schon sein, dass da ein paar Verschreibungen dabei sind. Kommt ein bisschen auf die Tageszeit bzw den Grad meiner Ermüdung an.

Sie würden aber eher keine auf Missverständnisse angelegten Neo-Formen bzw stilistischen Verrenkungen finden.

(4) Angesammelt in 11 Jahren sind das durchschnittlich kaum mehr als 1,3 Beiträge pro Tag. Nur kein Neid.

Beitrag melden
Eliza 07.05.2016, 20:51
233.

Zitat von marialeidenberg
Das will ich gerne tun: z.B. die Jungfrauengeburt, oder die leibliche Himmelfahrt Marias, beides 'echte' Dogmen, beide gehören überarbeitet. (1) Aber auch die Frage nach der Rehabilitierung Giordano Brunos wäre noch zu beantworten..(2) D'accord?(3)
(1) Wozu? (In der Tat, diese beiden sind Glaubenssätze bzw Dogmen. Ebenso sind es alle Sätze des Glaubensbekenntnisses, die gleichfals vieles enthalten, was sich unserer Schulweisheit nicht fügt.)

Doch scheint Ihr Wortgebrauch immer noch nicht der katholische zu sein.

(2) Was auch immer die Verurteilung Brunos war, ein Justizmord oder was auch immer man der Kirchenleitung da zur Last legen muss: Ein Dogma der katholischen Kirche war das nicht.

(3) Nein.

Beitrag melden
marialeidenberg 08.05.2016, 14:01
234. Differnzierung

Zitat von Eliza
(1) Wozu? (In der Tat, diese beiden sind Glaubenssätze bzw Dogmen. Ebenso sind es alle Sätze des Glaubensbekenntnisses, die gleichfals vieles enthalten, was sich unserer Schulweisheit nicht fügt.) Doch scheint Ihr Wortgebrauch immer noch nicht der katholische zu sein. (2) Was auch immer die Verurteilung Brunos war, ein Justizmord oder was auch immer man der Kirchenleitung da zur Last legen muss: Ein Dogma der katholischen Kirche war das nicht. (3) Nein.
Ich hatte

erstens beispielhaft von D o g m e n (Jungfrauengeburt und leibliche Himmelfahrt Marias) gesprochen, die Sie relativierend in eine Reihe mit anderen problematischen Glaubensgrundsätzen stellen. Das verbessert die Lage natürlich nicht, da argumentativ unsauber.

Ich hatte

zweitens - auch wieder beispielhaft - von der Verbrennung Giordano Brunos als F r a g e gesprochen, die einer Neubewertung noch immer entgegensieht. Papst JP II hat sich in kunstvoller Sprache von dem Vorgang distanziert, sich aber nicht zu einer Rehabilitierung durchringen können. Insofern hat er - anders als Sie - die Verantwortung der katholischen Kirche sehr wohl gesehen. Die Haupttäterschaft der Kirche ist auch historisch gut bewiesen.

Beitrag melden
Eliza 09.05.2016, 10:19
235. Der entscheidende Punkt

Zitat von marialeidenberg
Ich hatte erstens beispielhaft von D o g m e n (Jungfrauengeburt und leibliche Himmelfahrt Marias) gesprochen, (A) die Sie (B)... in eine Reihe mit anderen problematischen Glaubensgrundsätzen stellen. (C) Das verbessert die Lage natürlich nicht, da argumentativ unsauber. (D) Ich hatte zweitens - auch wieder beispielhaft - von der Verbrennung Giordano Brunos als F r a g e gesprochen, die einer Neubewertung noch immer entgegensieht. (E)
Dass "Dogma" einen Glaubenssatz bezeichnet (A, C), insoweit stimmt unser Gebrauch überein

Dass Sie obendrein den Begriff auf eine letztinstanzliche Entscheidung einer streitigen Glaubensfrage durch das Kirchenoberhaupt einengen (B) wie bei Ihren Beispielen, nützt jedoch nichts für Ihre Forderung nach „Modernisierung“ bzw verfälscht den entscheidenden Punkt, dass Glaubenssätze ihrem Wesen nach wenig mit Modernisierung zu tun haben.

(D) Eben IHRE falsche Zusammenzwingung von "Dogmen" mit "Fragen" in ein und derselben Satzkonstruktion in Ihrem Original-Statement, Fragen, mit denen irgendetwas geschehen müsste, auf dass alles modern werde, die erscheint unsauber. Zumindest missverständlich.

Beide Sorten von Glaubenssätzen (ob es sich nun um die Glaubenssätze des Glaubensbekenntnisses oder die letztinstanzlichen Entscheidungen von Papst oder Konzilien in Glaubens- und Sitten-Fragen handelt), werden gerade auf einem Gebiet verkündet, wo der Mensch zur Daseinsbewältigung nicht auf die grundsätzliche Falsifizierbarkeit (und dadurch Modernisierbarkeit) der Aussagen angewiesen ist, ja diese gar nicht möglich ist.

Es ist das Gebiet von Liebe, Hoffnung und Vertrauen, das Gebiet des moralischen Solls, für das der Glaubende gerade NICHT die durch gescheiterte Falsifikationsversuche wachsende (oder im umgekehrten Fall, abnehmende) intersubjektive Sicherheit von Naturgesetzen reklamiert. Wohl aber seinen Glauben als hinreichende Motivation für sein moralisches Handeln benötigt.

Für den Glaubenden ist es das primum datum, dh er SAGT von vornherein, dass er das GLAUBT, bzw glauben WILL, nicht aber in einem alltäglichen Sinn weiß.

Es steht jedermann frei, bestimmte christliche Glaubensaussagen nicht zu akzeptieren. Bei essenziellen Sätzen wird er sich dann nicht [mehr] mit den Christen identifizieren.

Für naturwissenschaftliche Sätze gilt diese Freiheit nicht. Sie sind nach dem Stand der Erkenntnisse von jedermann entweder zu akzeptieren oder zu verwerfen.

Allerdings bedürfen Glaubenssätze als Grundlage des moralischen Solls und als hinreichendes Motiv für moralisches Handeln statt ständiger Modifikation gerade der Stabilität (so das Empfinden eines Christen].

WAS genau würden Sie an welchen Dogmen ändern wollen? Auf Grund welcher Evidenz? Und welches Gute soll dabei herauskommen?

Beitrag melden
bellissimamaria 09.05.2016, 18:18
236. Liza #243

Zitat von Eliza
Dass "Dogma" einen Glaubenssatz bezeichnet [...]
Es stand nicht zu allen Zeiten jedermann frei, bestimmte Dogmen zu akzeptieren. Der Ketzer wurde erpresst, gefoltert, verbrannt. Das ist noch nicht so lange her. Die katholische Kirche will sich nicht entschuldigen. Deshalb sind immer noch viele mißtrauisch. Kann man/frau verstehen.

Ob die katholische Kirche an der Jungfrauengeburt festhält oder nicht - an dieser Frage wird die Welt nicht zugrunde gehen. Was Gott davon hält, wer will das wissen? Vielleicht schmunzelt der alte Connaisseur, er war ja dabei.

Wichtig ist, und das hat die Moderne geschafft, daß niemand mehr vom Papst in den Schraubstock gezwungen werden kann, der nicht an das Dogma von der Jungfrauengeburt glauben mag. Es geht eigentlich nicht um die Modernisierung der Dogmen selbst, sondern um die Modernisierung des Umgangs mit Dogmen.

Die Legalisierung der Ketzerei ist eine der großen Errungenschaften der Moderne. Wenn der Papst diesen Satz unterschreibt, kann er glauben, was er will.

Beitrag melden
Seite 24 von 24
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!