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Paradoxien der Geschlechterdebatte: Die Frage des Unterschieds
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Eine Umfrage legt nahe: Es gibt beim Wissen über politische Themen einen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Was sagt uns das?

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katjastorten 24.08.2017, 22:05
60. Frauen =/= Männer

Wir werden eines Tages in der westlichen Hemisphäre feststellen, dass Frauen und Männer unterschiedlich sind und zwar einfach aufgrund ihrer Biologie. Sie agieren und reagieren unterschiedlich, weil ihre Hormonhaushalte nicht gleich sind. Wieviel Willen in uns steckt und wieviel einfach nur ablaufendes genetisches Programm des Körpers (damit auch des Gehirns) ist, wissen wir noch lange nicht.
Deswegen brauchen wir die Gleichberechtigung! Unterschiedliche menschliche Wesen bringen unterschiedliche Aspekte , in jedem Bereich! Auf Ihr Forscher, traut Euch, uns das klar zu machen!

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Criticz 24.08.2017, 22:06
61. ...und wie wird das Paradoxon aufgelöst?

eben jedesmal so, dass Frauen profitieren.

Beispiel?

Irgendwie sind wir ja alle gleich, aber wenn es um Förderung geht, spielt das Geschlecht wieder eine Rolle - sprich, es gibt eben nur eine FRAUENquote.

Irgendwie sind ja alle gleich, aber wenns m Diversitiy geht, ist es irgendwie ganz wichtig, dass wir unterschiedlich sind. Konkret: bestimmten Gruppen (sagen wir mal alle außer Mann, weiß, alt) werden einfach mal pauschal positive Eigenschaften zugeschrieben und entsprechend bevorzugt.

Und deshalb haben wir Quoten, aber nur für Frauen (keine Männerquoten in Kindergärten usw. obwohl wir auch dort Lichtjahre von einer Parität entfernt sind), und nur dort, wo es um tolle Jobs geht (alsbald in Vorständen, aber bitte nicht auf dem Bau).

Ja - schon alles sehr sehr paradox. Aber es wird eben so hingezimmert dass nur eine Gruppe profitiert - und die verkauft das dann noch als Gleichberechtigung.

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Ijob 24.08.2017, 22:08
62. Wieder mal ein Volltreffer

Herr Fleischhauer. Wieso gibt es eigentlich mehr Journalisten ihres Formats? Da fällt mir nur Harald Martenstein ein. Einersteits wird uns ständig suggeriert, dass es eigentlich keine Unterschiede gibt aber nun ist gerade bei ZON zu lesen, was denn wäre wenn nur Fraune zu entscheiden hätten?? Na was den nun?

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Tacitus73 24.08.2017, 22:10
63.

Zitat von isegrim der erste
die sie auch, bis in unsere Zeit hinein, von ewig gestrigen Personen anerzogen bekommen. Wie z.B. Interesse des Mannes: Politik, Wirtschaft, Auto, Fußball, ... Interessen der Frau: Kinder, Kücher, Kleider, ....
Ja, das ist ein großes Problem. Sowohl Männer als auch Frauen werden durch diese Rollenbilder eingeengt. Ich erinnere mich, dass bei mir in der Klasse früher ein Junge war, der wirklich nicht gut Mathe konnte und dem auch die Naturwissenschaften nicht lagen. Weil aber alle um ihn herum, vor allem seine Familie und natürlich auch er selbst, der Ansicht waren, ein Junge müsse einen technischen Beruf ergreifen, quälte er sich im Mathe-und Physik-Leistungskurs und ist am Ende gescheitert. Einem Mädchen aus unserer Klasse dagegen hat der Lehrer damals davon abgeraten, in den Mathe-Leistungskurs zu gehen, obwohl sie mit einer guten Zwei vorbenotet war. Es sind solche durch Rollenbilder geprägten Richtungsentscheidungen, die Mädchen oder Frauen an einer freien Entwicklung ihrer Fähigkeiten behindern, die aber auch Jungs oder Männer oft in eine Richtung zwängen und ebenfalls behindern. Ich bin der Auffassung, dass sowohl Frauen als auch Männer davon profitieren würden, wenn man ihnen vorurteilsfrei zugesteht, auf jedem Fachgebiet gut zu sein, ihnen also Freiheit zur Selbstentfaltung gibt. Aufgrund der beschriebenen Erfahrungen bin ich äußerst skeptisch, wenn ich von den ewig wiederkehrenden, stereotypen angeblichen Unterschieden höre. Ja, es gibt einen Unterschied - ohne Frage! Jenseits dieses entscheidenden "kleinen Unterschieds" sollte man aber sehr vorsichtig mit pauschalen Zuweisungen sein.

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allessuper 24.08.2017, 22:16
64. Ich befürchte

Zitat von Echt jetzt
Die Trefferquote der Männer ist bereits extrem schwach, die Frauen haben anscheinend blind geraten. In was für einem Land lebe ich denn bitteschön?
eher, diese Fakten sind für uns Männer so wichtig, dass wir uns geradezu daran klammern. Frauen wissen anderes. Es wäre mal interessant, Fragen zu stellen, die Frauen wichtig sind und aber ebenso lebensrelevant.

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Criticz 24.08.2017, 22:17
65. Ja -und es sind zwei Aspekte die Männer längst verstummen lassen

Zitat von freigeistiger
"Ich habe schon vor Langem aufgehört, mich aufzuregen, wenn jemand dummerhafte Bemerkungen über Männer macht." Man hat aber allerorten, wie auch im Artikel, verinnerlichte Selbstzensur. Kritik an Frauen ist diskriminierend und sexistisch. Herabsetzung von Männern ist (vermeintliche) Selbstbestimmtheit. __ ""dass sich Frauen zwar für XXX interessieren, es aber mit Fakten nicht so genau nehmen. Denken Frauen, obwohl sie nachweislich über bessere Bildungsabschlüsse verfügen, dass der allgemeine Eindruck wichtiger ist als Detailkenntnis?" Gute Beschreibung. Kann auch der Grund dafür sein, dass Frauen in Führungspositionen weniger vertreten sind. Dass immer nur auf das Geschlecht zu schieben und Gleichstellung zu fordern ist einfacher.
zum einen sind es oft die weißen alten, ach so bösen, Männer die noch ganz ritterhaft Frauen wo es nur geht helfen und sie bevorzugen, einfach weil sie so gelernt haben. Das wird dann von einigen, natürllich nicht allen, Damen gerne "mitgenommen".

Und, weitaus schlimmer, diejenigen, die durchaus wissen dass sie diffamiert und benachteiligt werden (man beachte nur mal die Postenvergabe im ÖD oder die Förderpraxis an Universitäten wo Professorenstellen faktisch nach Zuschüssen und Fördergeldern vergeben werden - also an Frauen usw.), aber längst Angst haben, den Mund aufzumachen. Weil sie um ihren Job fürchten müssen (Prof. Hunt, der Google-Mitarbeiter...vieles läuft natürlich subtiler ab). Gestandene Professoren zucken vor der Gleichstellungsbeauftragten zusammen weil sie wissen, ein "falsches" Wort, und sei es noch so nötig und gerechtferigt, und sie bekommen massive Probleme.

Und trotzdem, Herr Fleischhauer ist die rümliche Ausnahme und es ist schlichtweg mutig dass er das Thema so aufgreift, lesen wir tagtäglich nur von der Benachteiligung von Frauen.

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allessuper 24.08.2017, 22:18
66. Ja steht alles im erwähnten Artikel

Zitat von Matzimaus
Gibt es irgendwelche empirischen Befunde für Ihre 30-Prozent-Hypothese oder gar für Ihre 50-Prozent-Hypothese? Gibt es irgendeinen wissenschaftlichen (also nicht genderistisch identifizierten) Wirkungskanal, der eine bessere "weibliche" Welt postuliert? Beispiel: Weniger Pöstchen? Die ganzen Gleichtellungsbeauftragtinnen (es sind ja defacto ausschließlich Frauen) und die aus wissenschaftlicher Sicht höchst unproduktive (und a priori nicht mal positiv, sondern normativ arbeitende) Genderwissenschaft deuten in eine andere Richtung. Vermutlich gibt es Ihre Befunde schlicht nicht. Das ist bisher nichtmal eine Hypothese...
und das mit den 30% ist mathematisch sehr gut erforscht.
Derzeit lässt sich das ja nicht prüfen, da nirgendwo die 30% erreicht sind. Ich lasse Sie mal suchen, dann haben Sie mehr davon als einfach alles zu verleugnen, was Ihnen nicht passt.

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Tacitus73 24.08.2017, 22:22
67. Was für ein Argument soll das sein?

Zitat von Robert_Rostock
"Die Frauen folgen eben Rollenmustern, die sie auch, bis in unsere Zeit hinein, von ewig gestrigen Personen anerzogen bekommen." - Da frage ich mich doch, wer diese ewig gestrigen Personen sind, die die armen Frauen erziehen. Müsste man mal erforschen, wer da in der Familie, in Kindertagesstätten und Grundschulen tätig ist. Können ja nur Männer sein.
Nee, das sagt ja auch keiner. Es sind zu einem erheblichen Anteil die Frauen, die für den Fortbestand bestimmter Rollenmuster sorgen. In manchen Ländern Afrikas, wo es noch die brutale Tradition der Beschneidung gibt, sind es (neben den Männern) auch die Frauen, die entscheidend dafür sorgen, dass diese Sitte beibehalten wird. Wer hat denn gesagt, dass Frauen Rollenbilder nicht an ihre Kinder weitergeben? Sie sind ja ebenfalls davon geprägt.

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Criticz 24.08.2017, 22:23
68. Es wird eben nur das thematisiert was Vorteile bringt

Zitat von heinzgünther
Was mich bei der Gender Pay Gap (auf die sie ja anspielen) schon immer gewundert hat, ist Folgendes: Frauen machen bessere Schulabschlüsse, gehen weniger oft komplett ohne Abschluss von der Schule ab, bleiben weniger oft sitzen und haben in den Abschlüssen bessere Noten. So beginnt ja die Argumentation oft. Dann bekommen Frauen im Schnitt so 3 - 5% weniger Gehalt. Das Drama und die ganze Energie wird auf letzteren Sachverhalt angewand, während ersterer nicht nur okay ist, sondern Teil der Argumentation! Bemerkenswert meiner Meinung nach!
Unterrepräsentanz von Frauen auf dem Bau, Müllabfuhr usw. ? Kein Problem.

Unterrepräsentanz von Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen? Problem - Gesezt wird gemacht.

Jungs schlechter in der Schule - kein Problem.

Mädchen wählen - autonom übrigens - Berufe die schlechter bezahlten werden - Problem, Gesetz wird gemacht.

Wie nennt man das? Richtig: Rosinenpickerei, mit Gleichberechtigung hat das alles nichts mehr zu tun.

PS: zum (angeblichen) Gender Pay Gap und was davon zu halten ist immer wieder interessant : Studie des IW Köln "Der Skandal bleibt aus".

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allessuper 24.08.2017, 22:23
69. Da stimme ich voll zu,

Zitat von mpigerl
Ich unterstütze, Sie voll mit der Forderung, dass Frauen 50% aller Führungspositionen besetzten sollen. Aber damit wird die Welt nicht automatisch besser. Keine Regierungschefin der Welt (begonnen bei Cleopatra über die russische Zarin bis hin zu Margaret Thatcher oder Christina Kirchner) hat das Versprechen einer menschenfreundlicheren Politik eingelöst. Wer Chefinnen in Firmen erleben durfte, weiß dass es vielleicht im Team weniger lautstarke Auseinandersetzung gibt, aber dafür mehr Intrigen im Geheimen und hinter den den Rücken von Kollegen. Ja, ich bin für gemischte Teams, sie sind wesentlich effektiver wie Teams, die nur von Mitgliedern eines Geschlechts besetzt sind. Aber zu glauben, dass das Paradis ausbricht, wenn mehr Frauen an die Macht kommen ist reichlich naiv. Frauen sind eben auch "nur" Menschen.
aber auch Ihnen empfehle ich, den Artikel mit der besagten Ökonomin aus Harvard zu lesen. Es ist tatsächlich so, dass Frauen in Führungspositionen sich derzeit so durchsetzen müssen, dass sie sich wie Männer benehmen, was natürlich absolut unsympathisch rüberkommt, siehe das Heidi-Howard Experiment. Sobald aber diese Hürde der 30% verändert, verändert sich auch das Umfeld bzw. die Unternehmenskultur. Und damit werden mehr Ziele umgesetzt, die Frauen wichtig sind. Offen gestanden haben wir Männer aus dieser Welt wirklich einen ganz schlimmen Ort gemacht. Man kann also nur hoffen, dass Frauen es anders tun. Das ist eigentlich das Pragmatischste und Realistischste was man sich denken kann..

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