Forum: Politik
Paragraf 218: Eine Abtreibung muss legal möglich sein
DPA

Die Debatte um das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche wird von Gegnern und Befürwortern mit höchster Empörung geführt. Doch in Wirklichkeit geht es nicht um die Werbung, sondern um das Recht auf Abtreibung.

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ambulans 13.12.2018, 17:38
1. sehr

geehrte frau höhne - auch wenns mir leid tut: viel lärm um nichts. dass der § 218 StGB noch aus dem kaiserreich stammt und damit uralt ist, hat nichts mit seiner bedeutung in/für zivilisierte/n gesellschaften zu tun. § 219a ist eine folgerichtige weiterentwicklung in der vorgelagerten (hier: werbung für ...) bereich; dürfte insoweit wohl nachvollziehbar sein. die zugrundeliegende "wert"-entscheidung ("darf entstehendes leben - unter welchen begründungen auch immer - vor der geburt final beendet werden" - ja oder nein?) ist und bleibt die krux für jeden, der sich damit beschäftigt. es sind übrigens - auch wenn das allzuoft übersehen wird - mind. drei personen insgesamt daran beteiligt; ich zähle sie hier einmal, der vollständigkeit halber, auf: vater, mutter - und, nicht zu übersehen, "das werdende kind" (wenn mans denn "werden" lässt) ...

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udo l 13.12.2018, 17:47
2. Das ist der Grund,

weshalb ich mit dem Konservatismus der Christlichen nicht, oder nur schwer umgehen. Ich habe nichts dagegen wenn Menschen nach ihren Wertvorstellungen oder Moral leben, niemals würde ich mir darüber ein Urteil erlauben. Wenn diese aber dann anders denkenden ihre Vorstellungen aufzingen, wie in diesem Fall zu sehen, dann macht mich dies unglaublich wütend. Leider ist dies erfahrungsgemäß aber eine typische Eigenschaft der konservativen.

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keine-#-ahnung 13.12.2018, 17:47
3. Eigentlich schade ...

Frau Höhne beginnt ihren Artikel in völlig ungewohnter, weil unaufgeregter und überlegter Manier.

Aber dann wird es - vornehm gesagt - realitätsfern:
"Die fortgesetzte Rechtswidrigkeit der Abtreibung ist ein Problem. Frauen, die eine Schwangerschaft - aus welchen Gründen auch immer - abbrechen, werden durch diese Regelung kriminalisiert. Auch wenn der Vorgang nicht geahndet wird, bleibt er eine Straftat. Die Frau wird zur Täterin. "

Nein, die Frau wird nicht zur Täterin nach §218 StgB, da der §218a dies ausschliesst:
"(1) Der Tatbestand des § 218 ist nicht verwirklicht, wenn
1. die Schwangere den Schwangerschaftsabbruch verlangt und dem Arzt durch eine Bescheinigung nach § 219 Abs. 2 Satz 2 nachgewiesen hat, daß sie sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff hat beraten lassen,
2. der Schwangerschaftsabbruch von einem Arzt vorgenommen wird und
3. seit der Empfängnis nicht mehr als zwölf Wochen vergangen sind. "

Wenn ein Tatbestand NICHT verwirklicht wird (und der 218a erklärt für jeden HONK leicht verständlich, wann und warum der Tatbestand nicht verwirklicht wird), gibt es KEINE strafbare Tat und damit auch KEINE Täterin.

Eigentlich nicht so schwer zu verstehen?

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Leser161 13.12.2018, 18:05
4. This aint the problem

Das Problem ist, das ganz wertfreie Information zu Schwangerschaftsabbrüchen von findigen Juristen zur Werbung umdefiniert und als Geldquelle genutzt.

Wir haben kein Problem mit Ethik. Wir haben ein Problem mit denjenigen die jenseits aller Ethik sind.

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hansa_vor 13.12.2018, 18:08
5.

"Bislang findet diese Diskussion aber nur bei Aktivisten statt."

Unsinn, jedes Paar welches sich mit einer Abtreibung beschäftigt diskutiert sinnvoller und logischer darüber als irgendein Depp der sich "Aktivistin" nennt je könnte.

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HerrTurtur 13.12.2018, 18:16
6. Leider kein sachlicher Kommentar

Spiegel darf und soll eine Meinung haben, aber es sollten Fakten korrekt dargestellt werde; das erwarte ich von einer Onlinezeitung und von der verfassenden Journalistin. Die abtreibende Frau wird nicht kriminalisiert, denn Abtreibung ist straffrei. Holen Sie jetzt nicht eine Diskussion wieder hoch, die längst geführt ist? Ist es nicht zuzumuten zu einer Beratungsstelle zu gehen und sich einen Schein zu holen, dann dort oder je nach Bundesland beim Gesundheitsamt die Liste mit Ärzten zu bekommen. Im Zeitalter des Internets ist das in Minuten zu googeln.

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Interzoni 13.12.2018, 18:21
7. Warum

spielt eigentlich keine Rolle, dass eine klare Mehrheit sowohl der Abgeordneten als auch der Bevölkerung diesen Paragraphen abschaffen möchte? Die CDU Haltung ist ja klar, aber wie die SPD wieder den Pudel spielt, ist schon erbärmlich.

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Pollowitzer 13.12.2018, 18:22
8. Das die mittelalterliche CDU...

...da so viele Steine wie möglich in den Weg legt ist doch klar - Frauen werden schäbig im Stich gelassen anstatt ihnen maximale Hilfe zu bieten in dieser schweren Situation - mögen die Frauen das beim nächsten Urnengang berücksichtigen.

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thunderflash 13.12.2018, 18:24
9. Es ist leider

Ansicht der Abtreibungsgegner zu kämpfen bis zur Geburt, danach ist dies Leben einem egal.
Die Befürworter denken jedoch mehr an das danach und die damit verbundene Verantwortung diesem Leben gegenüber..
Beide wollen Gutes schützen und Leid vermeiden.
Doch sehe ich das langfristige Denken als Gesünder für uns als Gesellschaft

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