Forum: Politik
Paragraf 218: Eine Abtreibung muss legal möglich sein
DPA

Die Debatte um das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche wird von Gegnern und Befürwortern mit höchster Empörung geführt. Doch in Wirklichkeit geht es nicht um die Werbung, sondern um das Recht auf Abtreibung.

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Pless1 13.12.2018, 19:46
70.

Zitat von jo125
Nicht gedacht, dass es sowas noch gibt. Und Sie meinen ehrlich, die Zellansammlung um Uterus wäre ohne Frau lebensfähig? Sie sind also - obwohl direkt biologisch vom Körper der Mutter abhängig - selbständig und nicht "Eigentum" - wenn nicht Bestandteil der Mutter? Da muss ich mein Weltbild und meine biologischen Kenntnisse denn wohl hinterfragen.
Das sollten Sie in der Tat.

Und im Übrigen: wir kennen nun Ihre Auffassung. Sie müssen diese nicht ständig wiederholen und so versuchen, diese als allgemeingültig darzustellen. Eine Mehrheitsmeinung ist gegeben, wenn die Mehrheit der Menschen diese vertritt, es zählt nicht die Anzahl der Postings, wenn diese wieder und wieder von den selben Usern kommen.

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Andraax 13.12.2018, 19:47
71. Gipfel vom zzipfel

Zitat von zzipfel
kann *frau* beispielsweise die Beine zusammenhalten oder Kondome nutzen - das schützt auch vor Geschlechtskrankheiten. Abtreibung sollte keine normale Sache sein, um sich nicht um gezeugte Kinder kümmern zu müssen: Adoption wäre dann eine sinnvolle Alternative.
Das ist also die Haltung "Frauen dürfen Sex NUR zum Zeugen von Kindern haben" - Chauvinistischer Scheiß!

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Fassungsloser 13.12.2018, 19:47
72. Is klar

Zitat von udo l
weshalb ich mit dem Konservatismus der Christlichen nicht, oder nur schwer umgehen. Ich habe nichts dagegen wenn Menschen nach ihren Wertvorstellungen oder Moral leben, niemals würde ich mir darüber ein Urteil erlauben. Wenn diese aber dann anders denkenden ihre Vorstellungen aufzingen, wie in diesem Fall zu sehen, dann macht mich dies unglaublich wütend. Leider ist dies erfahrungsgemäß aber eine typische Eigenschaft der konservativen.
Welche politische Richtung wollte ganze Völker umerziehen, waren das nicht die Kommunisten? Wer beanspruchte die "Lufthoheit über den Kinderbetten", war das nicht Sigmar Gabriel? Welche politische Richtung hatte in der Bundesrepublik jemals ein größeres Sendungsbewusstsein als die Grünen? etc pp

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marcaurel1957 13.12.2018, 19:48
73.

Zitat von whgreiner
Nach unserem bisherigen Verständnis (darüber waren sich bei der letzten Ausgestaltung von §218 ff ALLE Parteien einig!) ist auch schon ein ungeborenes Kind ein MENSCH, und der hat nun mal unveräußerliche Menschenrechte und Menschenwürde wie jeder andere Mensch auch. "Mein Bauch gehört mir" kann kein Argument mehr sein, wo das Lebensrecht eines anderen Menschen zur Disposition steht! Deshalb konnte und kann man eine Abtreibung niemals legalisieren, sondern allenfalls straffrei stellen. Illegal bleibt sie trotzdem, und für etwas Illegales darf selbstverständlich auch nicht geworben werden. --- Im Übrigen sind nur verschwindend wenige der abgetriebenen Kinder das Resultat einer Vergewaltigung, die so oft und gerne als "Rechtfertigung" zur Tötung zitiert wird. In den allermeisten Fällen stehen dem Lebensrecht des Kindes sehr viel banalere Motive seitens der Mutter gegenüber.
Die Motive der Frau einen Abbruch durchführen zu lassen, sind irrelevant...JEDER Grund ist ausreichend! Auch der bereits gebuchte Zweiturlaub!

Im übrigen irren Sie, das Status „Mensch“ wird mit Einsetzen der Geburtswehen erreicht, nicht vorher.

Sie irren weiterhin hinsichtlich der strafrechtlichen Bewertung, ein Abbruch nach §218a ist nicht tatbestandlich, nicht rechtswidrig und nicht strafbar. Somit also legal! (Steht so wortwörtlich im §218a)

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jo125 13.12.2018, 19:48
74. Stimmt

Zitat von dulcineadeltoboso
Das wahre Problem des §218 scheint mir also darin zu bestehen, dass er so klug formuliert ist, dass die meisten ihn nicht verstehen. Da wäre "mein Bauch gehört mir!" doch viel einfacher. Das versteht jede Dödel*in.
Und was wäre falsch daran? Wenn die Frau "Abwirft", kann sich ja gern die ach so besorgte Gesellschaft oder die Kirche (die wird sich hüten) um das Produkt kümmern.

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simie 13.12.2018, 19:50
75.

Zitat von luxemb
In den Urteilen der höchsten deutschen Gerichte zur Frage, ob einem Entführungsverdächtigen Folter zur Rettung des Entführten angedroht werden darf, stand bei den Urteile immer die Menschenwürde des Verdächtigen in der Grundrechtsabwägung an zentraler Stelle. Und nach unserer Verfassung und deren höchstrichterlichen Auslegung haben alle Menschen, auch die ungeborenen, dieses Grundrecht! Und ich denke das ist gerade auch aus den Erfahrungen unserer Geschichte ein ganz zentrales, nicht durch Verfassungsänderung aufhebbares Grundrecht. Vor einer Abtreibung muss deshalb immer abgewogen werden zwischen der Menschenwürde der werdenden Mutter und eben der Menschenwürde des ungeborenen Kindes. Einfach zu argumentieren, wenn die werdende Mütter sich frei dazu entscheidet, wird sie es schon richtig machen und das ungeborene Kind wird sie schon richtig würdigen, da finde ich Frau Höhne machen Sie es sich zu einfach: 1. Auch eine Abschaffung von Paragraph 218 enthebt die Justiz nicht der Pflicht die Grundrechtsabwägung gegebenfalls zu prüfen und da wird es Fälle geben, wo wie z.B. wie jetzt von den Jusos gefordert, Kinder noch direkt vor der Geburt abgetrieben werden. Was ist da noch der Unterschied zur Tötung direkt nach der Geburt? 2. Mit Ausnahme des Falles der Vergewaltigung, kann ich mir in Deutschland nur wenige Situationen vorstellen, in denen ein Paar, und sei es nur der one night stand, eine ungewollte Schwangerschaft nicht schon vor der Einnistung des Embryos verhindern kann, sei es über die Pille, ein Kondom oder auch die "Pille danach". Warum kann man von erwachsenen Menschen nicht verlangen, das Sie beim Sex Verantwortungsgefühl walten lassen? Auch ansonsten dürfen Sie nicht einfach einen Menschen, und sei er noch so hilflos, einfach töten, weil er Ihnen ohne eigenes Zutun bei ihren Plänen in die Quere gekommen ist, nur weil sie nicht alle notwendigen Absicherungsmaßnahmen getroffen haben? Seien wir doch mal ehrlich, ein Kondom zu benutzen hat nun wirklich keinerlei bekannte dramatische medizinische Nebenwirkungen und seine Benutzung ist wirklich nicht Zuviel verlangt als Übernahme von Verantwortung! Entsprechend kann ich für mich, und ich bin eine Frau, nur sagen, dass Abtreibung immer eine Güterabwägung zwischen der Menschenwürde des ungeborenen Kindes und derjenigen der Frau ist, und es nicht Zuviel verlangt ist, dass Sexualpartner vor dem Sex Verantwortung übernehmen. Das heißt natürlich auch, dass im Fall einer Vergewaltigung und auch bei Gefährdung des Lebens der Frau die Güterabwägung natürlich auch eine Abtreibung bis zu einer gewissen Schwangerschaftswoche erlauben muss. Das stellt aber Paragraph 218 sicher.
Man kann durchaus auch dann schwanger werden, wenn man sorgfältig verhütet. Sei es gerissene Kondome, die nicht sofort bemerkt werden, sei es Versagen der Pille infolge einer Krankheit, sei es eine fehlerhafte Charge der Pille etc.. Und in allen diesen Fällen braucht eine selbstbestimmte Frau doch keine demütigenden Zwangsberatung, sondern sollte zu Beginn der Schwangerschaft selbstbestimmt über eine Abtreibung entscheiden dürfen, auch wenn sie nicht das Glück hat im Grenzgebiet nach Holland zu wohnen.

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Pless1 13.12.2018, 19:52
76.

Zitat von marcaurel1957
Darin sehe ich absolut kein Ethisches Problem, solange es sich um einen undifferenzierten Zellhaufen ohne Ich-Bewusstsein und Persönlichkeit handelt.
Diesem Argument kann ich - zumindest für mich - nicht folgen.

Denn ICH (!) weiß doch, dass das menschliches Leben ist, was ich gegebenenfalls töten würde. Diese Erkenntnis verlangt aus meiner Sicht, dass ich auch danach handele. Damit verbietet sich das für mich.

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marcaurel1957 13.12.2018, 19:53
77.

Zitat von Gastone
Die Autorin fordert allen Ernstes eine Fristenlösung und formale Legalisierung von Abtreibungen? Das gab es nach der Wiedervereinigung schon mal, und das BVerfG hat eindeutig entschieden, dass das gegen den grundgesetzlich garantierten Schutz des Lebens verstößt, der ausdrücklich auch pränatal gilt. Genau aus diesem Grund wurden §§ 218 und 219 so konzipiert und formuliert. Fristenlösung und Legalisierung sind mit unserem Grundgesetz schlichtweg nicht vereinbar. Karlsruhe locuta, causa finita.
Nun ja, auch das BVerfG ändert zuweilen sein Uraltrechtssprechung....das wäre keine Überraschung.

Im übrigen wäre eine 12 Wochen Fristenlösung prinzipiell nichts anderes, als wir es heute haben....

Übrigens sind Abbrüche nach § 218 a durchaus legal

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interessierter Laie 13.12.2018, 19:53
78. richtig erkannt aber den falschen Schluss gezogen

es geht um eine Abwägung von Grundrechten. Grundrechte kollidieren und regelmäßig, wenn es um mehrere Individuen geht. Und es ist hier die Frage, wo Individuum also Menschsein beginnt. Die Mehrheit der Abtreibungen folgt eben nicht auf eine Vergewaltigung, auch nicht auf eine Behinderung oder Gefährdung der Mutter. Sie folgt auf - ich sag's Mal bewusst krass: Schusseligkeit und/oder Dummheit oder Druck des sozialen Umfelds. Frau Kipping sagt, man würde doch kein Kind abtreiben, weil man denkt: Oh ein Schnäppchen. Aber die Schwangerschaft entsteht offenbar aus ähnlich oberflächlichen Gründen. Ich finde den Kompromiss richtig. Alles andere als ein Kompromiss ist hier einfach nicht angebracht.

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julekh 13.12.2018, 19:55
79.

"Es ist leider Ansicht der Abtreibungsgegner zu kämpfen bis zur Geburt, danach ist dies Leben einem egal", schreibt ein Kommentator. - Wie kommen Sie eigentlich darauf? Sehr viele Einrichtungen für Kinder und Jugendliche hierzulande und weltweit werden von den in diesem Kontext mal wieder übelst diffamierten Kirchen betrieben. Ich würde eher sagen: "Es ist leider Ansicht der Abtreibungsbefürworter, nur für die Frau zu kämpfen, das Leben des Kindes (und die Ansicht des Vaters!) ist egal." Heutzutage und hierzulande - ausgenommen natürlich immer Vergewaltigungen, aber die machen einen winzigen Anteil der Abtreibungen aus - ist eine Schwangerschaft doch keine Diskriminierungsfrage oder Machtausübung des Mannes mehr, Herrschaftszeiten! Immer diese Selbstviktimisierung der Frauen (bin übrigens selbst eine). Hier geht es vor allem um das Leben, das vor allen anderen Rechtsgütern wie Selbstverwirklichung etc. Vorrang hat (auch hier m.E. mit Ausnahme der Extremsituation einer Vergewaltigung). DAS ist zivilisiert. Das jetzige Recht ist doch ein guter Kompromiß, an dem nicht leichtfertig gerüttelt werden sollte.

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