Forum: Politik
Paragraf 218: Soll man bis zur Geburt abtreiben dürfen?
DPA

Beim Streit über das Werbeverbot für Abtreibungen geht es in Wahrheit um viel mehr. Die Jusos haben gerade einen Antrag auf Streichung des Paragrafen 218 beschlossen. Damit wären Schwangerschaftsabbrüche bis zum 9. Monat möglich.

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susie.soho 13.12.2018, 17:22
50. Ein ungeborenes Kind...

....ist ab dem 8./9. Schwangerschaftsmonat (das vorliegende Beispiel mal aufgenommen) allein lebensfähig. Deshalb kann da gar keine Abtreibung stattfinden, sondern nur Geburtshilfe. Ist das Kind allerdings im 8./9. Monat im Mutterleib bereits verstorben, so kann man durch eine Abtreibung der Mutter vielleicht die REGULÄRE Geburt des toten Kindes ersparen. Alle anderen Überlegungen des Jan F. sind Unfug. Und geht man davon aus, dass der Autor vor kurzem Vater geworden ist, dann ist der einseitige Vortrag verständlich.

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simie 13.12.2018, 17:23
51.

Zitat von HerrTurtur
Manchmal bildet auch Googlen. Ich habe gerade mal Ihre Behauptung gecheckt bezüglich Bayern und folgendes gefunden: https://www.schwanger.bayern.de/kein-kind/abbruch/index.php In Bayern gibt es die Info bei den Gesundheitsämtern, für das Googeln gäbe ich 3 Minuten gebraucht. Was ist unzumutbar daran, dass man den Beratungsschein erst nach der Beratung erhält? Jede Frau, die die Schwangerschaft abbrechen möchte, kann dies nach der Beratung tun. Was ist an einer Fristenlösung ein Kompromiss?
Ich rede nicht von dem Beratungsschein, sondern von den Listen mit Ärzten, die Abtreibungen anbieten. Und die erhält man in Bayern laut ihrem Link auch bei den Gesundheitsämtern nur mit Beratungsschein. Dabei ist es aus Sicht der Frau durchaus sinnvoll den Termin bereits frühzeitig festzulegen. Man verliert durch die Zwangsberatung und die Wartezeit eh schon viel Zeit. Auch um die Belastung der Frau möglichst niedrig zu halten, wäre es dann sinnvoll hier nicht noch mehr Zeit zu vergeuden.

"Was ist an einer Fristenlösung ein Kompromiss?"

Das ist doch nicht schwer zu verstehen! Eine echte Fristenlösung ist ein Kompromiss zwischen den Rechten der Frau und des Embryos. Anders als die derzeitige Lösung, die die Rechte des Embryos weit über die der Frau stellt ("Austragungspflicht ").

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Sportzigarette 13.12.2018, 17:24
52. Unterstellung auf AfD Niveau!

Es reicht! Es ist eine Unverschämtheit unseren Jusos zu unterstellen, sie wollten Abtreibungen bis zur Geburt erlauben! Das ist einfach falsch und dreist. Kevin Künert hat dies in einer Talkrunde auch schon klar gestellt. Der § 218 gehört meiner Meinung nach dennoch abgeschafft, ebenso wie die Zwangsberatung. Aber dieser Artikel von Fleischhauer ist AfD Niveau!

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dasfred 13.12.2018, 17:25
53. Fleischis Fans sind leicht zu befriedigen

Vorab, wo es gerade um ein medizinisches Thema geht, wo bekommt man das Zeug, dass Herr Fleischhauer nimmt, wenn er seine Donnerstagskolumne schreibt. Oder reicht eine Flasche Trollinger. Wenn Herr Fleischhauer hier so tut, als würden alle Jusos Abtreibungen bis zum neunten Monat fordern, dann stellt er sich auf eine Stufe mit Menschen, die aufgrund dreißig Jahre alter Diskussionspapiere behaupten, die Grünen wollen Sex mit Kindern erlauben und viele die ihm zujubeln, würden jede Internet Petition begrüßen, die die Kastration von Vergewaltigern fordert. Das ganze Thema wird hier auf widerliche Weise in eine Richtung gesteuert, die keine Partei in ihrer Mehrheit gefordert hat. Während selbst streng katholische Länder langsam eine Regelung finden, werden Frauen in Konfliktsituationen bei uns immer noch stigmatisiert. Das einzige, was Männer dazu beitragen dürfen, ist, dass Frauen gar nicht erst in eine Situation kommen, in der sie diese Schwangerschaft in Frage stellen müssen. Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist nicht geeignet, um hier falsche Moral zu predigen und unsachlich zu polemisieren. Was soll eine Frau denken, die heute erfahren hat, dass sie in der zehnten Woche ist, der Vater war ein flüchtiges Abenteuer, sie lebt allein und hat gerade nach Jahren einen Ausbildungsplatz und was noch so zu beachten ist. Für das wöchentliche Honorar hätte es auch unverfängliche Aufreger gegeben.

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g_bec 13.12.2018, 17:25
54. Naja,

Zitat von im_ernst_56
Haben Sie den Beitrag von Herrn Fleischhauer überhaupt gelesen? Es geht um die Diskussion bei den Jusos um die Streichung des § 218 StGB, nicht (nur) um die Streichung des § 219a StGB. Bei einer Streichung des § 218 StGB wäre eine Abtreibung bis zum 9. Monat möglich. Allerdings wäre das nach der Rechtssprechung des BVerfG verfassungswidrig. Es ist schon ein Kreuz mit diesem Grundgesetz.
Naja, die Abschaffung des 218 des Strafgesetzbuches verhindert ja keine anderweitige Festlegung einer Fristenlösung, die eben dies verhinderte. Das unterschlägt Herr F. in seiner Kolumne aber geflissentlich. Denn dann bräche ja seine Argumentation zusammen.
Und, um bei Herrn F. zu bleiben: Man wird das ja wohl noch sagen dürfen, dass man für die Abschaffung des 218 ist. Oder sollte hier Herr F. auf einmal eine Art Denkverbot im Sinne der Political Correctness entdeckt haben? Aber die ist doch doof, oder nicht?

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querdenker22 13.12.2018, 17:25
55.

Zitat von tclaussnitzer
Meine Meinung ist ziemlich klar, wenngleich für viele Hart. Solange der Säugling im Bauch der Mutter ist und nich nicht ein Teil der Gesellschaft, liegt die volle und alleinige Entscheidung bei der Mutter und ggf. des Vaters. Das geht schlichtweg niemanden etwas an.
Ich habe bei der Arbeit mit jungen Menschen Kinder erlebt, die es nicht schaffen werden, am regulären Leben teilzunehmen, weil ihre Mutter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken oder andere Drogen genommen hat. Diese Kinder werden auch sehr hohe Allgemeinkosten verursachen - Unmengen an Steuergeldern, um es klar zu sagen. Und dennoch darf die Frau das, weil das Kind noch im Bauch ist?
Es gibt Kinder, die kommen in der 22. Schwangerschaftswoche mit gerade mal 300 Gramm auf die Welt - und werden inzwischen so gut versorgt, dass sie am Leben bleiben und oft ein selbst erfülltes Leben führen werden können. Ärzte würden gegen viel Geld verklagt werden, würden sie so ein Frühchen vorsätzlich schädigen. Aber nur, weil das Kind im Bauch ist, hat es weniger Rechte? Das ist Absurd!

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FocusTurnier 13.12.2018, 17:28
56. Parteimeinung

Zitat von spon-facebook-10000020185
Unabhängig davon, ob das beschriebene Ansinnen zur Abschaffung des §218 tatsächlich Juso- oder gar Parteimeinung ist,
Weit und breit hat niemand der Verantwortlichen der SPD auch nur den Versuch einer Schadensbegrenzung unternommen.

Juso-Chef Kevin Kühnert, der seine Nase sonst gern in jede Kamera hält und der zu jedem beliebigen Thema ungeheuer viel zu sagen hat, hält lieber seine Klappe.

Die Familienministerin, die sonst medial gern mal am ganz großen Rad dreht, z.B. in ihrer Kampagne zur häuslichen Gewalt, hat gerade ganz anderes zu tun, als sich um die Tötung von Kindern zu kümmern (vgl. Genderama von heute).

Die Vorsitzende Nahles hat zwar bei Übernahme ihres Parteipostens ihre Geschlechtszugehörigkeit lässig in den Vordergund geschoben („Wenn es leicht wäre, könnte es ja auch ein Mann machen“), aber sie kommt jetzt nicht einmal auf die Idee, dass ja auch eine Frau mal klarstellen könnte, dass die Tötung von Kindern kurz vor der Geburt nicht unbedingt notwendig zum „Selbstbestimmungsrecht der Frau“ gehört.

Auch unter den Partei“verantwortlichen“ ist es allen egal, welcher Schaden ihrer Partei entsteht – sie achten vor allem darauf, sich in diesem schmutzigen, und schmutzig geführten Konflikt nicht selber dreckig zu machen.

Was daran aber immerhin klar wird: Die SPD aber ist tot, weil in ihr nur noch Leute agieren, die für sich selbst herausholen wollen, was noch zu holen ist – weil aber niemand ein Interesse daran hat, sie irgendwie zu retten.*)

*)Zitat Lucas Schoppe

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querdenker22 13.12.2018, 17:28
57.

Zitat von mostly_harmless
Für Herrn Fleischhauer ist es also gar kein Problem, wenn sich eine Frau nicht im Netz darüber informieren kann, welchen Arzt sie für eine Abtreibung aufsuchen kann, sondern zu pro Familia & Co. gehen muss. Und wir lernen: Auch Fleischhauer ist ein alter weisser Mann, für den Internet Neuland ist.
Das ist wohl eher ein Nebenthema des Artikels. Klingt nach fehlenden Argumenten!

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schreckgespenst 13.12.2018, 17:32
58. Vielen Dank

Zitat von querdenker22
Doch, diese Forderungen haben die Jusos tatsächlich aufgemacht. Die stellvertretenden Vorsitzenden gab dazu in WeltOnline am 06.12.18 ein Interview: https://www.welt.de/politik/deutschland/article185090042/Abtreibungen-Juso-Vize-Katharina-Andres-fordert-mehr-Rechte-fuer-Frauen.html Darin heißt es wörtlich: WELT: Bedeutet das, dass ein Schwangerschaftsabbruch beziehungsweise eine verfrühte Einleitung der Geburt diesem Beschluss entsprechend auch im achten oder neunten Schwangerschaftsmonat möglich sein könnte? Andres: Es ist absurd zu glauben, dass eine Frau sich im achten oder neunten Monat auf einmal zu einem Schwangerschaftsabbruch entscheidet. Und selbst dann können Ärzte und anderes medizinisches Personal verweigern, Abtreibungen durchzuführen. Ganz ehrlich: dann lieber die verrückten evangelikalen Lebensschützer ...
Ich habe das selbe Interview gelesen und musste bei dieser Aussage schlucken. Es zeigt die klassische Haltung, wenn man das offensichtliche nicht zu geben möchte: Man lenkt ab.
De Facto verlangen die Jusos die vollkommene Freigabe der Abtreibung bis zum Geburtsdatum.
Das kann man gut oder schlecht finden, ehrlich wäre es aber offen darüber zu diskutieren.
Wer für die Streichung der beiden Paragraphen ist, muss auch die letztendlich Konsequenz nennen. Es wird dann Menschen geben, die aus welchen Gründen auch immer, in der letzten Schwangerschaftsphase (35. Woche +) Abtreibungen vornehmen.

Man kann dafür sein oder auch dagegen. Wenn man es befürwortet soll man an anderer Stelle dann jedoch nicht über Menschenrechte reden!

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schreckgespenst 13.12.2018, 17:33
59. blubb

Zitat von g_bec
Und die Liste gibt es beim Gesundheitsamt? Ja super, total easy, mal so eben zum Amt latschen müssen und sich da von irgendwelchen Beamten beäugen lassen zu müssen. Könnte man da nicht eventuell noch weitere Instanzen einfügen? Den örtlichen Pfarrer z.B., das Einwohnermeldeamt oder die Umweltschutzbehörde?
Den Kommentar finde ich unglaublich zynisch. Ganz ehrlich, wenn jemand das Leben eines anderen verhindern will, soll er sich zumindest die Zeit nehmen "zum Amt (zu) latschen"!

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