Forum: Politik
Parlamentswahl: Dänemark steuert auf Regierungswechsel zu
René Schütze / Ritzau Scanpix / AFP

Die Sozialdemokraten könnten laut Prognosen als Sieger aus der dänischen Parlamentswahl hervorgehen. Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen räumte bereits seine Niederlage ein. Er will am Donnerstag zurücktreten.

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johannes-kh 06.06.2019, 05:34
1. Die Sozialisten in Dänemark..

haben mit unserer SPD nichts gemein. Sie fahren einen knallharten Kurs gegen Migranten, um den Sozialstaat für die eigene Bevölkerung nicht zu gefährden. Wer solch eine sozialistische Partei hat, braucht
keine Populisten. Davon können wir nur träumen.

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FocusTurnier 06.06.2019, 06:48
2. Wer sich sich für die Sozis freut.....

....sollte bedenken, daß die dänischen Sozialdemokraten ein komplett anderes Verständnis von Sozialdemokratie haben und Positionen besetzen, die hierzulande eigentlich nur die AfD vertritt:

https://www.tagesspiegel.de/politik/parlamentswahlen-in-daenemark-sozialdemokraten-die-mit-rechten-themen-erfolgreich-sind/24412466.html

Von deutschen Sozis erwartet man sowas nicht (mehr) und es wäre auch absolut unglaubwürdig, wenn die deutsche SPD ihre Einstellungen zur Migration ändern würde. Die SPD verteilt lieber Geschenke an die Neubürger, die von den schon länger hier Lebenden bezahlt werden dürfen, wie zB in Berlin den anonymen Krankenschein für illegale Einwanderer:

https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/senat-verspricht-krankenkasse-fuer-menschen-die-anonym-bleiben

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Mikrator 06.06.2019, 07:17
3. Ist Dänemark klein und gemein ?

Frau als Spitzenkandidatin nimmt der Dänischen "AfD" durch harten Kurs bei der Migrantenbehandlung Wähler weg und der Linkskurs im Sozialen macht sie zur stärksten Partei, allerdings unter 30 %.
Was ist da passiert, die Deutsche SPD unter Nahles bringen das wohl nicht zusammen , oder ?
Und in der Tat, gemessen an den Antrags - und Duldungszahlen sind
das alles relativ zur Einwohnerzahl schlicht Marginalien in DK. Auch die "schnelle Integration durch Bezahlung nach Lernfortschritten" wirkt äusserst restriktiv.

Bevor jetzt das "Linkstum" in Deutschland versucht, die dortigen Sozialdemokraten als "missratene" Populisten zu benutzen , um die aktuellen deutschen Migratengesetze zu diskreditieren, sollte man

1. die Mentalitätsunterschiede von kleineren, egalitären Ländern mit gut ausgebautem Sozialstaat respektieren und nicht deutsche Beserwisserei "einmarschieren lassen".
2. als deutsche SPD vielleicht daran denken , dass sie anders als Linke und Grüne weniger der Globalisierung und dem Internationalismus verpflichtet sein sollten, sondern primär dem deutschen, bezahlbaren Sozialstaat . Der deutsche Facharbeiter
möchte Schutz spüren. Die türkischstämmigen Mitglieder werden der SPD dann vielleicht verloren gehen, wenn sie es nicht anständig kommunizieren.
3. nicht übersehen : Die deutsche SPD ist im Unterschied zudem uneinig und konzeptionell und personell fraktioniert. Schwache Vorstellung und undeutliche Gesinnung passen einfach nicht zusammen.

PS. Ich kritisiere durchaus auch das deutschen Migrationspaket , ....

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rheinufer9365 06.06.2019, 08:17
4. Frau Mette Frederiksen ist wohl die einzige

europäische Sozialdemokratin, die, anders als die restlichen Traumtänzer und Pappnasen den EU-Schwesterparteien, zur historischen Zielgruppe ihrer Partei zurückgefunden hat. Das sind nicht pseudo Grün-Liberale die in den angesagten und teuren Vierteln der Großstädte wohnen, die Realität ignorieren und ihre Kinder von "Schmuddelkinder" fernhalten.
Aus ihrer Biografie:
"Die Herausforderung, der wir uns gegenübersehen, ist keine vorübergehende. Unser Wohlfahrtsmodell gerät unter Druck, ebenso wie unser hohes Niveau an Gleichheit und unsere Lebensweise. Es wird immer klarer, dass der Preis für unregulierte Globalisierung, Masseneinwanderung und die Freizügigkeit von Arbeitskraft von den unteren Schichten bezahlt wird."
Sie erkannte, dass die Zielgruppe der Rechtspopulisten sich mit der der Sozialdemokraten überschneidet. Nur ein Rechtsschwenk könne ihrer Meinung nach daher den Wohlfahrtsstaat retten.
Eine plausible Feststellung, auf die jedoch nie einer der SPD-Pappnasen kommen würde.

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Peter Schmidt -fsb 06.06.2019, 10:20
5. Haben Sozialdemokraten wirklich gewonnen?

Wieso werden bei Berichten über die Wahlen anderer europäischer Länder nicht die gleichen Standards angelegt wie bei deutschen Wahlen? Eine Grafik zum Ergebnis, eine Grafik mit der Sitzverteilung und eine Grafik mit Gewinnen und Verlusten im Vergleich zur letzten Wahl sollten doch wohl im Budget liegen.
Wenn man das machen würde, würden auch die Diskussionen auf höherem Niveau stattfinden.

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Das Grauen 06.06.2019, 10:20
6. Mit Dänen sollte unsere SPD mal reden, da kann sie was lernen.

Da werden sicher wieder viele Genosse des linken Flügels kommen, und den klaren Kurs der dänischen Kollegen schlechtreden wollen, aber wer erfolgreicher ist, ist offensichtlich - beinahe doppelt so hohe Wählerzustimmung! Zudem machen sich linke Kritiker der Heuchelei schuldig. Man darf ja nicht ständig unkritisch von der EU und der Sozialistischen Internationale schwärmen, dann aber andere Meinungen in anderen Ländern mit so wenig Respekt behandeln. Leider ein verbreitetes Verhalten, obwohl die Scheinheiligkeit offensichtlich ist: Europa ist nur super, wenn die anderen genau das tun, was linke Deutsche wünschen. Wenn das nicht so ist, wie bei der Einwanderung, und sogar eine Mehrheit andere Politik will, da wird auf einmal nicht mehr von Europa und demokratischen Spielregeln gesprochen, sondern nur noch von den Einzelstaaten, mit denen man ein Problem hat: Ungarn, Polen, Italien, Österreich, Tschechien, Slowakei und auch Dänemark.

Diese egozentrische, arrogante Einstellung ist kein Deut besser als die Maxime Kaiser Wilhelms des Zweiten: "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen" (der Schöpfer des Zitats hatte das aber anders gemeint). Wer ernsthaft behauptet, "Europa ist die Antwort", dann aber unbequeme Antworten anderer europäischer Staaten auf die Einwanderungsfrage ignoriert oder gar verdammt, der macht sich komplett unglaubwürdig. Daß die deutsche SPD diesen Widerspruch endlich erkennt und auflöst, halte ich aber angesichts des starken linken Flügels für unwahrscheinlich. Da würde man eher das Scheitern an der 5% Hürde riskieren, als von anderen Ländern etwas zu lernen. Vorwärts, Genossen, es geht weiter abwärts!

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rainbow-warrior999 06.06.2019, 12:15
7. Ich kenne zwar die dänischen Besonderheiten nicht so genau,

deswegen will ich mich auch erst noch genauer informieren, aber zwei Aspekte nicht unerwähnt lassen, weil sie meiner Ansicht nach durchaus auch auf Verhältnisse in D anwendbar sind. Speziell im Hinblick auf das aktuelle sPDesaster. Die #NoGroKo-Kampagne hatte vor über einem Jahr dazu auch realistische Forderungen, nämlich eine SPD-geduldete
Minderheitsregierung. Ich frage mich bis heute: was geht in anderen (skandinavischen) Ländern offensichtlich gut, was bei uns nicht geht und warum ?

Ausserdem fände ich es ganz toll, wenn nach der nächsten BTWahl solche "Breaking-News" lauten würden:

"Großer Verlierer der Wahl war die rechtspopulistische AfD : Sie stürzte auf 0,3 Prozent ab - nach 12,6 Prozent bei der Parlamentswahl 2017. " :-)
Die Flasche Moet Chandon , die für spezielle Anlässe seit Jahren im Keller lagert, würde dann von mir auf jeden Fall geöffnet werden ;-) !

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schwester arno 06.06.2019, 12:29
8.

Zitat von Mikrator
Frau als Spitzenkandidatin nimmt der Dänischen "AfD" durch harten Kurs bei der Migrantenbehandlung Wähler weg und der Linkskurs im Sozialen macht sie zur stärksten Partei, allerdings unter 30 %. Was ist da passiert, die Deutsche SPD unter Nahles bringen das wohl nicht zusammen , oder? ..
Bleiben wir doch mal bei den Fakten: Die Sozialdemokraten haben 0.4 % der Stimmen verloren im Vergleich zu 2015. Während die radikale Ventre und sozialistische Volkspartei 4 bzw. 3.4 % dazugewonnen haben. Soviele Stimmen von der Dänischen Volkspartei dürften da nicht dabei gewesen, zumal die Sozialdemokraten ca. 10'000 Stimmen verloren haben. Ihre "Analyse" greift also nicht wirklich.

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Das Grauen 06.06.2019, 13:11
9. Nur 0,4% verloren? Da träumt die SPD doch nur von!

Zitat von schwester arno
Bleiben wir doch mal bei den Fakten: Die Sozialdemokraten haben 0.4 % der Stimmen verloren im Vergleich zu 2015. Während die radikale Ventre und sozialistische Volkspartei 4 bzw. 3.4 % dazugewonnen haben. Soviele Stimmen von der Dänischen Volkspartei dürften da nicht dabei gewesen, zumal die Sozialdemokraten ca. 10'000 Stimmen verloren haben. Ihre "Analyse" greift also nicht wirklich.
Im Vergleich mit Deutschland, aber auch Frankreich und Griechenland, ist das doch ein hervorragendes Ergebnis! Und ich könnte mir vorstellen, daß die Umfragewerte nich steigen, wenn Frederiksen diesen Kurs in der Regierung konsequent durchzieht. Viele Wähler dprften da noch skeptisch sein und deshalb nicht sozialdemokratisch gewählt haben, aber wenn diese überzeugt werden können, werden die Rechtspopulisten Stimmen verlieren. Denn im Grunde wollen die Menschen doch sozialdemokratische Politik, aber ohne radikale Einwanderungspolitik und moralische Zeigefinger.

Fredriksen macht es völlig richtig, wenn Sie sich an den Wählern orientiert, statt an wenigen, aber lautstarken abgehobenen Kosmopoliten (die höchstens in den Medien die Mehrheit haben). Das sollte auch hier Schule machen. Wer Wahlerfolge will, darf den Wählern keine Kröten vorsetzen. Das ist doch eigentlich wirklich nicht schwer zu verstehen.

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