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Parlamentswahl in der Ukraine: Selenskyjs Diener vor dem Durchbruch
imago images/ ZUMA Press

Die Ukraine wählt an diesem Sonntag ein neues Parlament: Die Partei des neuen Präsidenten Selensky geht als Favorit in die Abstimmung. Schaffen seine "Diener des Volkes" sogar die absolute Mehrheit? Der Überblick.

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westin 21.07.2019, 09:27
1.

Von der Bühne zur Realität
Wünsche Selenski alles Gute aus Deutschland.

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aliof 21.07.2019, 10:10
2. Freut mich sehr

.. dieser super ausgearbeitete Artikel .. (werde mich dadurch gern mit Einzelheiten beschäftigen .. wird ja über kurz oder lang (trotz aller Widrigkeiten) auch näher zur EU kommen).

.. wußte ja schon vorher, wo ungefähr dieses Land liegt, hatte auch schon Kollegen von dort ..
Ist jetzt, auch dadurch wieder , viel besser vorstellbar , auch das Land mal zu besuchen.

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gioka2 21.07.2019, 10:48
3. Danke für diesen Artikel

Die Ukrainer haben die Chance erkannt dass man das Bestehende nicht einfach verwalten sollte, sondern in eine konstruktive Gangart schalten sollte - man kann leider Russland nicht einfach vor die Tür stellen, man kann aber die Demokratie in einer Art und Weise stärken dass es den Russen nicht möglich ist ihre „wir wollen ja nur helfen“ Propaganda weiterhin aufzubauen.
Die Ukraine hat Potential, der Agrar- und IT-Sektor sind gute Beispiele. So die Bürger nicht nur das Gefühl bekommen dass sich etwas verändert, wird diese Nation eine gute Identität aufbauen.
Die junge Generation zeigt das bereits: pragmatisch, nicht ideologisch-religiös.
Bonne chance!

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hdwinkel 21.07.2019, 11:11
4. Der patriotisch geprägte Westen des Landes

Der "patriotisch geprägte Westen des Landes" war vor einigen Jahren die Hochburg Rechsextremer russophober Nationalisten und Anhänger Banderas. Siehe z.B. die Wahlerfolge der rechtsextremen Svoboda 2012, also vor den Ereignissen in Kiew und den Folgeereignissen auf der Krim und im Donbas: https://commons.wikimedia.org/wiki/F...png?uselang=ru
Das Wort 'patriotisch' sollte weder in Deutschland verwendet werden, um völkische Tendenzen zu verharmlosen, noch in der Ukraine.

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hdwinkel 21.07.2019, 11:25
5. Kein Messias

Normalerweise bin ich immer skeptisch, wenn ein neuer Messias nun alle Probleme der Vergangenheit binnen kürzester Zeit lösen soll. Von Null auf 50% bedeutet wohl vieles gleichzeitig:
- eine Bankrotterklärung der bisherigen Politik, die ja selbst einmal als Heilsbringer gegenüber deren Vorgängern gepriesen wurde
- ein Akt der Verzweiflung, nahezu Unbekannten die Macht eher zuzutrauen als allen bekannten Politikern
- ein Zeichen der Hoffnung auf tatsächliche Änderungen, also Kampf gegen die Oligarchie, Korruption, Ämterkauf usw; überfällige Umsetzung der Minsker Vereinbarungen und damit Chancen auf ein Ende des Bürgerkrieges im Donbas, die mittel und langfristige Versöhnung der vielen Bevölkerungsteile usw.usw.

Man kann der Bewegung auf ihrem Weg hin zu einer reiferen Demokratie und vor allem einem besseren Leben aller Ukrainer nur Erfolg wünschen. Viele Alternativen scheint es ja nicht mehr zu geben.

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Emderfriese 21.07.2019, 11:54
6. Maidan

"...Von Null auf 50% bedeutet wohl vieles gleichzeitig:
- eine Bankrotterklärung der bisherigen Politik, die ja selbst einmal als Heilsbringer gegenüber deren Vorgängern gepriesen wurde..."

Damit stellen die ukrainischen Wähler auch die Frage nach den Vorgängen um den Maidan neu. Wenn alle Protagonisten des Umsturzes derartig abgestraft werden, kann die Zustimmung des Volkes zum Maidan inzwischen auch nicht mehr groß sein. Jedenfalls nicht, was das Ergebnis dieses "Aufstandes" mit Poroschenko, Jazanjuk & Co. war. Möglich, dass im Anschluss an einen großen Sieg der "Diener des Volkes" auch eine Neubestimmung der Umstände erfolgt. Da sind noch viele Fragen offen...

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bauklotzstauner 21.07.2019, 17:08
7.

Zitat von hdwinkel
Der "patriotisch geprägte Westen des Landes" war vor einigen Jahren die Hochburg Rechsextremer russophober Nationalisten und Anhänger Banderas. Siehe z.B. die Wahlerfolge der rechtsextremen Svoboda 2012, also vor den Ereignissen in Kiew und den Folgeereignissen auf der Krim und im Donbas: https://commons.wikimedia.org/wiki/F...png?uselang=ru Das Wort 'patriotisch' sollte weder in Deutschland verwendet werden, um völkische Tendenzen zu verharmlosen, noch in der Ukraine.
Seien Sie froh, daß Frau Hebel nur von "Patrioten" spricht! Das ist ja schon fast ein Hauch von Ehrlichkeit gegenüber etwa der Tagesschau, die in ihrem "Faktenfinder" von heute allen Ernstes von der "liberal orientierten Stadt Lwiw" gesprochen hat!

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/russland-aussenpolitik-ukraine-101.html

Wohlgemerkt, das ist jene Stadt im Westen der Ukraine, in der im Wochentakt faschistische Aufmärsche mit in Deutschland verbotenen Symbolen und Parolen stattfinden! Dagegen ist jeder rechte Aufmarsch in Chemnitz oder Dresden ein Kindergeburtstag!

DAS ist die Gegend der Ukraine, von der Frau Hebel schreibt, daß man dort "Poroschenkos Engagement für die ukrainische Sprache schätze" und "allem Russischen mit Skepsis begegne"...

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hugahuga 21.07.2019, 17:16
8.

Unteressant ist die Einlassung zu dem, was über Platz 3 geschrieben steht: "Ihre Hochburgen liegen im überwiegend patriotisch geprägten Westen des Landes, an der EU-Grenze und in Kiew, wo viele etwa das Gesetz des Ex-Staatschefs zur Stärkung der ukrainischen Sprache unterstützen."
Dass der "patriotisch geprägte Westen des Landes" in weiten Teilen der Nazi Ideologie verbunden ist, hätte die Beschreibung treffender abgerundet. Ist leider unterblieben, aus welchen Gründen auch immer.

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bauklotzstauner 21.07.2019, 17:23
9.

Zitat von Emderfriese
"...Von Null auf 50% bedeutet wohl vieles gleichzeitig: - eine Bankrotterklärung der bisherigen Politik, die ja selbst einmal als Heilsbringer gegenüber deren Vorgängern gepriesen wurde..." Damit stellen die ukrainischen Wähler auch die Frage nach den Vorgängen um den Maidan neu. Wenn alle Protagonisten des Umsturzes derartig abgestraft werden, kann die Zustimmung des Volkes zum Maidan inzwischen auch nicht mehr groß sein. Jedenfalls nicht, was das Ergebnis dieses "Aufstandes" mit Poroschenko, Jazanjuk & Co. war. Möglich, dass im Anschluss an einen großen Sieg der "Diener des Volkes" auch eine Neubestimmung der Umstände erfolgt. Da sind noch viele Fragen offen...
Zum Beispiel die Frage danach, WER denn nun geschossen hat, als die "himmlischen Hundert" starben.

Die Prozesse dazu sind jedenfalls seit Monaten ausgesetzt. Grund: Nicht nur daß andauernd Beweismittel "verschwinden" und zudem keine einzige sichergestellte Kugel den Waffen der "Berkut" zuzuordnen war, die ja offiziell dafür verantwortlich gemacht wird, nein auch praktisch alle Zeugen, die damals mit auf der Straße waren und beschossen wurden, deren Freunde neben ihnen im Kugelhagel starben, gaben übereinstimmend und unter Eid zu Protokoll, von Gebäuden aus beschossen worden zu sein, die unter der Kontrolle der "Majdan-Kräfte" standen....

Auch so eine Wahrheit, die natürlich zensiert werden muß, Nicht, SPON?

...sag ich ja... keine 3 Minuten - schon zensiert. Das nenne ich doch mal aktiv gewahrtes Recht auf freie Meinungsäußerung...

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