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Parlamentswahl: Thailands König nennt Kandidatur seiner Schwester "unangemessen"
AP

Die 67-jährige Prinzessin Ubolratana hat sich in Thailand überraschend als Kandidatin für die Parlamentswahlen aufstellen lassen. Ein politisches Novum - auf das der Monarch mit Unmut reagiert.

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stat_ist 08.02.2019, 18:58
1. Königsfamilie sollte abdanken

Thailands Entwicklung stagniert seit Jahren der Militärherrschaft, die Bevölkerung erhofft sich durch die Wahlen eine Verbesserung der Situation.
Unabhängig davon scheint es ein strukturelles Problem zu geben - die Monarchie, die nicht wie in UK rein repräsentativ ist, übt Macht aus ohne Kontrolle entspr. der Gewaltenteilung. Das mag - wenn ein "guter Herrscher" an der Macht ist - sein Gutes gehabt haben. Prinzipiell ist dies aber nicht zeitgemäß. Wenn man mit Thailändern spricht, fühlt man sich in die DDR zurückversetzt: keiner traut sich die Situation beim Namen zu nennen, denn das hieße den König zu kritisieren - und das ist ein Tabu. Vielleicht ist die Kandidatur der ältesten Schwester des Königs ein Versuch, dies aufzubrechen - sie stellt sich ja dann der Gewaltenteilung.

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Paul Lenz 08.02.2019, 19:20
2. Schockierende Nachrichten

Ein Mitglied des Königshauses paktiert mit einer Partei, die von dem korrupten Shinawatra-Clan gegründet wurde? Wie tief kann man denn noch sinken? Die Thailänder sollten froh sein, diese Rechtspopulisten losgeworden zu sein. Besonders Thaksin Shinawatra, dessen undemokratischer Regierungsstil dem von Trump erschreckend ähnlich war und Thailand so tief gespalten hat wie kein anderer zuvor.

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claus7447 08.02.2019, 19:33
3. Problemkönig

Im Gegensatz zu seinem Vater ist der jetzige König deutlich weniger akzeptiert. Schon früh würde sein Lebenswandel, der sicherlich nicht den moralvorstellung der Thais entspricht, kritisiert. Dies uobwohl Kritik am königshaus nicht "gewünscht" ist.

Bumipol wollte ja e eigentlich die jüngste Schwester als Nachfolge, das ging nicht, da sie nicht verheiratet ist und damit keinen Nachfolger hat. Die älter Schwester, die sich jetzt für den pm bewirbt war wegen ihrer Heirat mit einem Ausländer ausgeschlossen.

Mit welcher Partei sie taktiert er sehe ich jetzt nicht aus den Pressemeldungen. Fest steht, dass die Militärs eine Diktatur errichtet haben. Man wird sehen.

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-su- 08.02.2019, 19:39
4.

Zitat von Paul Lenz
Ein Mitglied des Königshauses paktiert mit einer Partei, die von dem korrupten Shinawatra-Clan gegründet wurde? Wie tief kann man denn noch sinken? Die Thailänder sollten froh sein, diese Rechtspopulisten losgeworden zu sein. Besonders Thaksin Shinawatra, dessen undemokratischer Regierungsstil dem von Trump erschreckend ähnlich war und Thailand so tief gespalten hat wie kein anderer zuvor.
und der König hat sich auf die Seite des Militärs gestellt, dass geputscht und somit die Demokratie zerstört hat.

Aber ist halt wie in Ägypten, wenn der Richtige putscht und eine Diktatur erstellt, dann wird das akzeptiert.

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Listkaefer 08.02.2019, 20:42
5. Meine Güte, Könige, Prinzen, ...

... Fürsten, Herzöge, Grafen, Barone, und überhaupt *Adlige* ... das sind doch Fossilien aus dem Mittelalter. Hört auf, immer wieder über diese bornierte Kaste zu berichten. Alle Menschen sind gleich, nämlich Bürger ihres Landes mit denselben Rechten und Pflichten. Es gibt keine durch Geburt oder Tradition herausgehobenen Familien. Ich lebe in Bayern, und hier ziehen im Hintergrund Wittelsbacher immer noch die Fäden, unglaublich.

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spiegelneuronen 08.02.2019, 20:57
6. gewagtes Experiment

Zitat von stat_ist
Thailands Entwicklung stagniert seit Jahren der Militärherrschaft, die Bevölkerung erhofft sich durch die Wahlen eine Verbesserung der Situation. Unabhängig davon scheint es ein strukturelles Problem zu geben - die Monarchie, die nicht wie in UK rein repräsentativ ist, übt Macht aus ohne Kontrolle entspr. der Gewaltenteilung. Das mag - wenn ein "guter Herrscher" an der Macht ist - sein Gutes gehabt haben. Prinzipiell ist dies aber nicht zeitgemäß. Wenn man mit Thailändern spricht, fühlt man sich in die DDR zurückversetzt: keiner traut sich die Situation beim Namen zu nennen, denn das hieße den König zu kritisieren - und das ist ein Tabu. Vielleicht ist die Kandidatur der ältesten Schwester des Königs ein Versuch, dies aufzubrechen - sie stellt sich ja dann der Gewaltenteilung.
Den König zu kritisieren ist nicht nur ein Tabu. Es ist in Thailand eine Straftat.

Ubol-Ratana, die älteste Schwester des Königs, hatte ca. 1972 den Amerikaner Jensen geheiratet und damit verzichtete sie auf die offiziellen Titel als Prinzessin und die offizielle Zugehörigkeit zur Königsfamilie. Davon unbenommen ist die familiäre Zugehörigkeit.

Der Hinweis auf die Verfassung dürfte ins Leere laufen und die Tatsache, dass Ubol-Ratana trotzdem als Prinzessin angesprochen wird, dürfte ihrer Beliebtheit und auch auf das Ansehen ihres Vaters in der Bevölkerung zurückzuführen sein.

Üblich ist dies zwar nicht, dass die Familie des Königs in die Politik eingreift aber hier erscheint dies durchaus möglich. König Bhumipol tat dies nur in Ausnahmefällen und wirkte dann versöhnend und ausgleichend, bis zu seiner Erkrankung und seinem Tod. Politische Baustellen gibt es genug und vielleicht ist dies vielleicht nicht die schlechteste Lösung. Zumindest eine Möglichkeit aber auch ein gewagtes Experiment von Ubol-Ratana für die Taksin-Partei zu kandidieren - das könnte ihr aber die Unterstützung des Militärs bringen.

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bucketfor99 08.02.2019, 21:07
7. Es heisst richtig

Thais und nicht Thailänder oder Thailänderinnen.

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aurelis 08.02.2019, 21:11
8. Irgend jemand zieht immer die Fäden!

So abgehoben so ein König wirken mag, er hat immer eine Entourage. Es ist wichtig, dass diese ausgewogen handelt, dass sie deshalb kontrolliert wird. Allen demokratischen Gedanken zum Trotz kontrollieren die Militärs recht ausgewogen. Sie leisten viel zum Bekämpfen der Korruption. Wären sie selber nicht ziemlich sauber, würde im In- wie Ausland viel mehr über sie hergezogen. Es kann lang dauern bis die Korruption auf ein für ein Gemeinwesen, einen Staat aushaltbares Niveau herunter gebrochen ist. So lange ist den Thais die Kontrolle durchs Militär zu wünschen.

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claus7447 08.02.2019, 21:25
9.

Zitat von aurelis
So abgehoben so ein König wirken mag, er hat immer eine Entourage. Es ist wichtig, dass diese ausgewogen handelt, dass sie deshalb kontrolliert wird. Allen demokratischen Gedanken zum Trotz kontrollieren die Militärs recht ausgewogen. Sie leisten viel zum Bekämpfen der Korruption. Wären sie selber nicht ziemlich sauber, würde im In- wie Ausland viel mehr über sie hergezogen. Es kann lang dauern bis die Korruption auf ein für ein Gemeinwesen, einen Staat aushaltbares Niveau herunter gebrochen ist. So lange ist den Thais die Kontrolle durchs Militär zu wünschen.
Das agieren der Militärs ist diesmal brutal. Thailand ist eine quasi Diktatur. Ich war 1991-94 dienstlich in Thailand, habe 3 Militärputsche mitgemacht. Jedes mal würde rasch wieder dafür gesorgt das eine zivile Regierung, zwar zu Beginn eingesetzt von den Generälen, regierte.

Die Regierung unter Taksin hat das System korrumpiert. Die Bauern wurden mit massiven Mitteln die fast zur Staatspleite führte gestützt um gewählt zu werden. Dies führte dann 2014 zu den Konflikten zw. Röhrenden (Bauern) und Gelbhemden (Mittelstand) der gewalttätig würde. Danach übernahm das Militär. Die Verfassung würde umgeschrieben, das Militär hat Rechte. Der König hat nicht mehr die moralische nachgewiesen Vater, der in meiner o.g. Zeit alle Putsche teilweise über Nacht beruhigte.

Vielleicht wäre die Prinzessin ein neuer weg..... Man wird sehen.

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