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Parteien in Europa: Das Ende der Demokratie, wie wir sie kennen
DPA

SPD und CDU haben seit 1990 fast die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Die Erosion der Parteien ist kein deutsches Phänomen, sie findet in ganz Europa statt. Unsere Demokratie ändert sich dadurch grundlegend.

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exil-berliner 23.02.2016, 08:21
1. Mein Beileid hält sich in Grenzen

Schade aber mein Beileid hält sich absolut in Grenzen. Sämtliche alt eingesessen Parteien sind von Lobbyisten durchwachsen. Wir haben quasi als Wähler die Wahl zwischen Pest und Kolera.
Nehmen wir die Demokratie in Ungarn als Beispiel (ich will nicht sagen als Vorbild). Orban agiert wenigstens im Interesse der ungarischen Bevölkerung hinssichtlich seiner Europa Politik. Das heißt nicht dass es unter seiner Partei Vetternwirtschaft etc. und gute Deals für die Parteifreunde gibt. Aber wenigstens regiert er nicht frontal gegen sein Volk wie wir es aktuell von einer großen politischen Person (in weiblicher Form) aus Deutschland gewöhnt sind.
Die Interessen der eigenen Bevölkerung wahren das sollte das oberste Kredo jeder Politik sein, wird in den USA auch seither praktiziert.

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uelizwingli 23.02.2016, 08:28
2.

Gute Analyse, wie man es früher allgemein vom Spiegel gewohnt war. Die Zukunft gehört "Bewegungen" oder "Sammlungen", die sich für ein begrenztes Ziel einsetzen: Für Umweltschutz, gegen zu viele Vorschriften; für freie Fahrt auf Autobahnen, gegen Autos in Innenstädten; für Kitas, gegen den Lärm derselben.

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Leser161 23.02.2016, 08:33
3. Kartell

Wenn wir schon bei Wirstchaftsbegriffen sind. Die Parteien bilden bilden ein Politkartell.

Keine der Parteien liefert mehr die Identifikationsmöglichkeiten die sie früher lieferten (rote Kumpel, schwarze Bauern). Vielleicht noch die Grünen. Aber die haben ihre eigene Klientel. Für die breite Masse liefert keiner mehr. Das ist zwar nicht im Sinne der Demokratie, aber solange keiner aus der Phalanx bricht, kommen sie damit durch.

Konkurrenzparteien die noch diesen Anspruch haben wurden bisher ganz erfolgreich kleingehalten (die Linke und auch die sind eher eine Klientelpartei mit extremem Programm). Gilt auch für die AfD.

Meine Hoffnung für die Demokratie sind die Linke, die Grünen und die AfD, dass sie den teilweise extremen Ballast abwerfen und zu neuen Parteien für die breite Masse werden.

Nach den Gesetzen des Marktes müsste das klappen. Zumal es schon erste Anzeichen gibt (Ost-Linke, BaWü-Grüne)

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happy2010 23.02.2016, 08:34
4.

Zitat von exil-berliner
Schade aber mein Beileid hält sich absolut in Grenzen. Sämtliche alt eingesessen Parteien sind von Lobbyisten durchwachsen. Wir haben quasi als Wähler die Wahl zwischen Pest und Kolera. Nehmen wir die Demokratie in Ungarn als Beispiel (ich will nicht sagen als Vorbild). Orban agiert wenigstens im Interesse der ungarischen Bevölkerung hinssichtlich seiner Europa Politik. Das heißt nicht dass es unter seiner Partei Vetternwirtschaft etc. und gute Deals für die Parteifreunde gibt. Aber wenigstens regiert er nicht frontal gegen sein Volk wie wir es aktuell von einer großen politischen Person (in weiblicher Form) aus Deutschland gewöhnt sind. Die Interessen der eigenen Bevölkerung wahren das sollte das oberste Kredo jeder Politik sein, wird in den USA auch seither praktiziert.
Ich finde es geradezu erschreckend, dass man als Sesselpupser sich anmaßt, die Politik Orbans aus Sicht des dortigen Volkes beurteilen zu wollen.

Hätten wir ungarische Verhöltnisse, hätten wir noch ganz andere Probleme

Vorschlag; Beschftigen Sie sich doch einmal mit der innenpolitischen ungarischen Stimmung, vor allem unter den Gebildeten des Landes

http://www.cicero.de/weltbuehne/fremdenfeindliche-propaganda-mit-diesen-tricks-staerkt-orban-den-auslaenderhass-im-volk

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fördeanwohner 23.02.2016, 08:38
5. -

Ist doch kein Wunder! Wenn sich weniger Leute für Politik interessieren und/oder Parteimitglieder sind, sich also irgendwie engagieren, dann fehlt auch die Bindung zu einer Partei und man vertraut weniger.
Technischer Schnickschnack - PC, Konsole und Handy/Smartphone - haben sehr viele andere Aktivitäten verdrängt, dazu gehört eben auch die Parteiangehörigkeit, die ja wie Vereinstätigkeit ist. Die Freiwilligen Feuerwehren beklagen ja auch einen Rückgang ihrer Mitglieder.
Wer selbst mitgestaltet, braucht sich nicht zu fragen, wer da die Entscheidungen trifft, oder? Daher ist es albern, die Schuld allein auf die Parteien und deren Politiker zu schieben, wie es so gern getan wird.
Aber es ist leichter, nichts zu tun und zu meckern und im Internet seinen Frust abzulassen als selbst Verantwortung zu übernehmen.

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dingstabumsta 23.02.2016, 08:47
6. Sowas kann man...

...nicht mehr als "Demokratie" bezeichnen.
Für eine gemeinsame EU geben wir die Demokratie auf, weil Verträge grundlegende Demokratische Entscheidungen ablösen.
Anders als die Britten, haben leider nicht alle Länder die möglichkeit zu Entscheiden, aus der EU auszutreten.
Am beispiel Griechenlands zeigt es sich am deutlichsten, wo eine Sozialistische Regierung sich einer Kapitalistischen "Troika" unterstellen muss, Gesetze gegen das Volk verabschiedet.....
In Deutschland müssen wir Realohnverluste, Rentenkürzung, und eine Alternativlose Altersarmut statt soziale Sicherheit ohne das diese für die Wirtschaft Instrumentalisiert ist, Opfern.
Was macht ein Volk dann? Es wählt Extrem (Links oder Rechts) weil die Politk der Etablierten Parteien die Bürger nicht mehr erreicht, bzw. sich an Lobbyisten verkauft haben.
Aber was nutzt es dann Links oder Rechts zu Wählen, wenn Verträge so gestaltet wurden, dass faktisch eine Politische veränderung ausgeschlossen ist?
Der Preis ein solches Europa aufrecht zu erhalten, und damit auf grundlegende Demokratische Rechte zu verzichten ist zu hoch, und wird zu Unruhen führen.
Der Abbau sozialer Errungenschaften, einer dermaßen Kapitalistischen ausgerichten EU zeigt deutlich, dass aus Europa ein abbild der Vereinigten Staaten werden soll! Wollen wir das wirklich? Wollen wir "gesponserte" Wahlkämpfe haben? Wollen wir wirklich nur noch zwischen Pest und Kolera entscheiden dürfen?

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H-Vollmilch 23.02.2016, 08:53
7.

Zitat von exil-berliner
Die Interessen der eigenen Bevölkerung wahren das sollte das oberste Kredo jeder Politik sein, wird in den USA auch seither praktiziert.
Wie kommen sie darauf??
Gerade in den USA wird die Politik von den Superreichen gemacht. Und diese Politik steht genau 180° gegen die interessen der einfachen Bürger!

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franklin1157 23.02.2016, 08:57
8. Ungleichheit

Die von den Parteien Europas forcierte Ungleichheit, das hofieren des ungezügelten Kapitalismus und die Ignoranz/Arroganz der gewählten (nicht etwa aus Gottes Gnaden ernannten) Volksvertreter hat die Basis von den Regierenden entfernt. Der Fehler der Massen ist es, diese Kaste von Steigbügelhaltern der Wirtschaft nun aus Enttäuschung allein vor sich hin wurschteln zu lassen. Die Basis muss auf die Straße! Die wenigen, die es versuchen, werden medial in extremistische Ecken verbannt und mundtot gemacht. Rufe wie: "Wir sind das Volk", die einst den Akt der Befreiung eingeläutet haben von einem ungeliebten System und die danals bewundert wurden, werden heute als verkapptes "Sieg heil" vom Tisch gewischt. Dabei ist auch dies jetzt nichts anderes, als Ausdruck von Enttäuschung, Wut und Ohnmacht derjenigen, die Fehlentwicklungen in der Politik ausbaden müssen. Die Politik von heute mißbraucht ihr Mandat, um auch gegen die Interessen von maßgeblicher Anzahl von Bürgern zu agieren, es kann nicht mehr von Minderheiten geredet werden. Die Verantwortlichen überspannen den Bogen. Jede Form von Widerstand (Meinungsäußerung!) wird als Verbrechertum herabqualifiziert. Diese Politik wird in naher Zukunft nur noch mit Gewalt gegen die eigene Bevölkerung durchgesetzt werden können. Nur eine basisdemokratische Besinnung kann dem die Brisanz nehmen. Die Verantwortlichen werden sich als wahrhafte Demokraten daran messen lassen müssen, oder sie bekennen sich andernfalls durch Nichthandeln des Despotismus.

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heldenmut 23.02.2016, 08:57
9. Das Desinteresse an Politik

rührt auch daher, dass wir keine charismatischen Politiker mehr haben, die mal im Bundestag Fraktur reden und, wenn´s sein muß, mit der Faust auf den Tisch hauen. Heute sind unsere Volksvertreter angepasst, haben Angst um ihr Mandat und ihr Abgleiten in die Bedeutung- und Arbeitslosigkeit bei recht bescheidenen Einkünften als Parlamentarier im Vergleich zu den Verdienstmöglichkeiten in Industrie und Finanzwirtschaft.

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