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Parteikongress in China: Wie Xi seine (Welt-)Macht zementiert
AFP

Chinas Kommunistische Partei feiert Parteikongress. Es gilt, etliche Posten neu zu besetzen - eine Chance für Präsident Xi, noch mehr loyale Anhänger um sich zu versammeln.

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KingTut 17.10.2017, 19:07
1. Illegitim

Bei Lektüre dieses Artikels sollte man sich immer darüber im klaren sein, dass der KP Chinas und ihren Mandatsträgern, einschließlich Präsident Xi, jegliche demokratische Legitimierung fehlt. Ihre Macht wurde zu keinem Zeitpunkt durch das Volk autorisiert. Auch der so genannte Volkskongress hat kein Mandat durch das Volk. Es ist schlichtweg ein diktatorisches Regime, das notfalls über Leichen geht, um seine Machtfülle zu zementieren. In Verbindung mit Chinas Expansionismus auf der ganzen Welt ist das ein gefährliches Gemisch. Insofern besteht Anlass zur Sorge, wenn Xi das ganze Land gleichschaltet und wichtige Stellen mit ihm ergebenen Politikern besetzt. Man kann nur hoffen, dass die Kräfte der Demokratie und Freiheit eines Tages obsiegen und sich das Land dann zu Recht VOLKS-Republik China nennen darf.

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Newspeak 17.10.2017, 19:37
2. ...

Auch Xi Jinping wird nicht ewig leben. Auch die KP wird nicht ewig bestehen. Diese laecherlichen Versuche, das Gegenteil zu beweisen, indem man sich besonders aufplustert und wichtig macht. China wird irgendwann demnaechst auch kein ewiges Wachstum mehr erleben, die Eliten werden sich dann schon die fuenfte Villa und den zehnten Sportwagen gekauft haben, waehrend 800 Millionen Wanderarbeiter immer noch wie Dreck behandelt werden. Viel Spass wenn China dann auch 1789 vom Westen kopiert.

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ilmoran 17.10.2017, 20:07
3. Andere Länder, ...

Wir, "der Westen", machen stets den Fehler, unsere Gesellschafts- und Regierungsform als die einzig legitime anzusehen. Im schlimmsten Fall endet das dann im Versuch der Zwangsdemokratisierung, gerne mal im Nachgang ökonomisch motivierter Aggressionen. Ergebnis: Chaos und Scheitern auf ganzer Linie.
Ja, es wäre sicher erstrebenswert, wenn (u.a.) das chinesische Volk zu einer Art Selbstverwaltung käme. Nur: Die können das nicht! In Tausenden Jahren hat es das dort noch nie gegeben. Ich mag mir nicht ausmalen, was passierte, wenn man in China von heute auf morgen Demokratie nach westlichem Vorbild einführte. Deswegen halte ich es für utopisch hier nach "demokratischer Legitimation" zu rufen. Das ist ein Prozess, der über Generationen gehen müsste. Deng hat mit der marktwirtschaftlichen Öffnung die Saat gelegt. Man braucht nun Geduld.

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Newspeak 17.10.2017, 21:03
4. ...

Zitat von ilmoran
Wir, "der Westen", machen stets den Fehler, unsere Gesellschafts- und Regierungsform als die einzig legitime anzusehen. Im schlimmsten Fall endet das dann im Versuch der Zwangsdemokratisierung, gerne mal im Nachgang ökonomisch motivierter Aggressionen. Ergebnis: Chaos und Scheitern auf ganzer Linie. Ja, es wäre sicher erstrebenswert, wenn (u.a.) das chinesische Volk zu einer Art Selbstverwaltung käme. Nur: Die können das nicht! In Tausenden Jahren hat es das dort noch nie gegeben. Ich mag mir nicht ausmalen, was passierte, wenn man in China von heute auf morgen Demokratie nach westlichem Vorbild einführte. Deswegen halte ich es für utopisch hier nach "demokratischer Legitimation" zu rufen. Das ist ein Prozess, der über Generationen gehen müsste. Deng hat mit der marktwirtschaftlichen Öffnung die Saat gelegt. Man braucht nun Geduld.
Was fuer ein Unsinn. In China leben Menschen genauso wie hier, und es gibt ueberhaupt keine Unterschiede, die begruenden koennten, warum eine Demokratie dort nicht ebenso wie hier (lieber noch besser) moeglich waere. Ich streite gar nicht ab, dass das eine Generation dauern koennte, vielleicht auch zwei, aber nicht laenger. Jede neue Generation von Menschen kommt tabula rasa auf die Welt und jede Gesellschaftsform ist nur ein Konstrukt, das von Menschen ersonnen wurde, durchgesetzt und weitergegeben wird. Nebenbei gibt es genug Chinesen, die der gleichen Meinung sind, ob das die Proteste am Platz des Himmlischen Friedens betrifft, die, die es regelmaessig in Hongkong gibt, oder generell die juengere Generation, die gerne mit den modernen Errungenschaften leben moechte, und es sicher auch vorziehen wuerde, nicht vom Staat bespitzelt und gegaengelt zu werden.

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Reinhold Schramm 17.10.2017, 21:59
5. Der konservative oder Bourgeoissozialismus

Genosse Hui hat sein Vermögen auf 36 Milliarden Euro vervierfacht

Hui Ka Yan, 59, Vorsitzender des Baukonzerns Guangzhou Evergrande, hat sein Vermögen dieses Jahr auf 43 Milliarden US-Dollar (36 Milliarden Euro) vervierfacht. Damit ist er laut dem am 12. Oktober veröffentlichten Hurun-Report, die reichste Person Chinas.
Laut einer Studie der Peking-Universität befindet sich derzeit ein Drittel des gesamten Vermögens des Landes im Besitz des reichsten Prozent der Haushalte, während die ärmsten 25 Prozent der Haushalte nur ein Prozent des Vermögens besitzen.
Die Anzahl der ländlichen Wanderarbeiter in China ist bis Ende 2016 auf 282 Millionen gestiegen. Das entspricht einem Plus von über 4,2 Millionen gegenüber dem Vorjahr, wie das Ministerium für Humanressourcen und soziale Sicherheit (MHRSS) mitteilte.

Etwa 58,2 Millionen Arbeiter sind in der Rentenversicherung, und 48,2 Millionen haben eine Krankenversicherung. 46,6 Millionen haben Zugang zur Arbeitslosenversicherung, und 75,1 Millionen Wanderarbeiter sind durch die Unfallversicherung geschützt.

Umgekehrt sind von 282 Millionen männlichen und weiblichen Wanderarbeitern:

○ 223,8 Millionen m/w Wanderarbeiter ohne Rentenversicherung: 79,362 %.

○ 233,8 Millionen ohne Krankenversicherung: 82,908 %.

○ 235,4 Millionen ohne Arbeitslosenversicherung: 83,475 %.

○ 206,9 Millionen m/w Wanderarbeiter ohne Unfallversicherung: 73,085 %.

Im Durchschnitt verfügen immer noch knapp 80 Prozent der 282 Millionen Wanderarbeiter und Wanderarbeiterinnen über keine umfängliche Sozialversicherung.

● Chinas Partei der Arbeiterklasse?
Am 31. Dezember 2015 hatte die KPCh 88, 758 Millionen Mitglieder.
• Arbeiter: 7,244 Millionen
[ 8,16 Prozent gehören zur Berufsgruppe der Arbeiter]
Vgl. Organisationsabteilung des ZK der KPCh

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Norbert1981 17.10.2017, 21:59
6. ...

Zitat von Newspeak
Auch Xi Jinping wird nicht ewig leben. Auch die KP wird nicht ewig bestehen. Diese laecherlichen Versuche, das Gegenteil zu beweisen, indem man sich besonders aufplustert und wichtig macht. China wird irgendwann demnaechst auch kein ewiges Wachstum mehr erleben, die Eliten werden sich dann schon die fuenfte Villa und den zehnten Sportwagen gekauft haben, waehrend 800 Millionen Wanderarbeiter immer noch wie Dreck behandelt werden. Viel Spass wenn China dann auch 1789 vom Westen kopiert.
800 Millionen Wanderarbeiter?

Woher bekommen Sie diese Zahl, haben Sie vielleicht Quelle dafür?

Meinem Wissensstand nach hat die Anzahl der gesamten arbeitenden Bevölkerung von China zusammen sogar noch nicht 800 Millionen erreicht.

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ththt 17.10.2017, 23:24
7. Bitte mehr

Liebes SPON-Team, danke für den Artikel, sehr aufschlussreich. Bitte mehr über China!

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chinareel 17.10.2017, 23:50
8. Unsinn?

Zitat von Newspeak
Was fuer ein Unsinn. In China leben Menschen genauso wie hier, und es gibt ueberhaupt keine Unterschiede, die begruenden koennten, warum eine Demokratie dort nicht ebenso wie hier (lieber noch besser) moeglich waere. Ich streite gar nicht ab, dass das eine Generation dauern koennte, vielleicht auch zwei, aber nicht laenger. Jede neue Generation von Menschen kommt tabula rasa auf die Welt und jede Gesellschaftsform ist nur ein Konstrukt, das von Menschen ersonnen wurde, durchgesetzt und weitergegeben wird. Nebenbei gibt es genug Chinesen, die der gleichen Meinung sind, ob das die Proteste am Platz des Himmlischen Friedens betrifft, die, die es regelmaessig in Hongkong gibt, oder generell die juengere Generation, die gerne mit den modernen Errungenschaften leben moechte, und es sicher auch vorziehen wuerde, nicht vom Staat bespitzelt und gegaengelt zu werden.
ilmoran, den sie kritisieren, weiss offenbar mehr ueber das Wesen der Chinesen als Sie. Ihre Kritik zeigt hoechstens Ihr Unwissen.
Man muss in China gelebt haben um zu verstehen, wie die Menschen denken und funktionieren. ilmoran hat weitgehend Recht.
Uebrigens sehe ich im Westen momentan nichts, was mich beeindrucken wuerde, So, wie es in China ist, wird es langfristig nicht bleiben koennen, aber in China denkt man in Jahrhunderten, nicht Jahrzehnten.

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karottenjoe 18.10.2017, 01:41
9. 2 Amtsperioden

Selbst die chinesische Verfassung beschränkt die Amtszeit auf 2 Perioden...bei uns kann anscheinend jemand lebenslänglich Kanzlerin sein, ganz ohne Limit. Zeit, das das mal angepasst wird

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