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Parteitag in Köln: AfD lehnt Petrys Antrag für Realo-Kurs ab
REUTERS

Der Parteitag in Köln hat mit einer schweren Schlappe für AfD-Chefin Petry begonnen. Die Delegierten lehnten ihren umstrittenen "Zukunftsantrag" ab - mit dem die Vorsitzende die Partei salonfähig machen wollte.

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frank2013 22.04.2017, 12:59
1. Die Wahlchancen der AFD sinken

Damit hat sich die AFD bei den gemäßigteren Wählern der Mitte erledigt. Die Egoshooter aus der Herrenriege zerlegen die Partei und die Partei sich selbst. Die Gegner brauchen sich gar nicht mehr mit der AFD beschäftigen, das macht sie schon selbst, denen wird auch kein islamistisches Attentat oder kein russischer Manipulationsversuch mehr helfen. Es bleibt bei einem Vakuum im politisch konservativ-liberalen Spektrum der Euro-, der EU- (in Bezug auf Deutschlands Lasten im erstarkten Club Med) und Migrationsskeptiker, das sich eines Tages böse füllen könnte.

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Schlaflöwe 22.04.2017, 13:01
2. Ein Führungsteam aus

Herrn Gauland, einem ausgewiesenen Rassisten (es geht um den dt. Fußball-Nationalspieler Boateng) und Frau von Storch, die durch Militär an deutschen Grenzen auf Flüchtlinge, auch Frauen und Kinder (auf Kinder schießen wurde später zurück genommen mit dem Hinweis, "Computermaus verrutscht"!!!) schießen lassen will, ist eine eindeutige Aussage zur Stoßrichtung dieser Bewegung. Wer sich denen anschließt, kann nachher nicht behaupten, er habe nicht gewusst, mit wem er sich da einlässt.

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hans-rai 22.04.2017, 13:04
3. Dann wird sich Frauke Petry bald...

...ohne AfD um ihren Nachwuchs kümmern können. Die Partei zerlegt sich selbst und der Vorstoß von Petry war vermutlich zu früh. "Koalitionsfähig" nimmt man dieser Partei ja nun wirklich noch nicht ab. Zu wenig Substanz mit der bisherigen Ausrichtung.

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rubikon2016 22.04.2017, 13:08
4. Diese Auseinandersetzungen

sind für eine neue, sehr junge Partei sicher völlig normal. Ich denke da sowohl an die Grünen als auch an die Piraten. Die eine Partei hat es hinbekommen, die andere eher nicht. Sollten sich die Rechtsaußen in der AfD durchsetzen, wird in zwei Jahren niemand mehr von ihr sprechen. Die Delegierten haben es selbst in der Hand, sie entscheiden über die Zukunft ihrer Partei. Ich würde mir nur eine differenziertere Berichterstattung wünschen, schließlich ist die AfD eine Partei, die einen nicht unerheblichen Teil unserer Bevölkerung repräsentiert. So wie auch die Linke, die Grünen oder die FDP über Wählerpotentiale von jeweils 5-15 Prozent verfügen. Je nach allgemeiner Stimmungslage.

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gersco 22.04.2017, 13:09
5. Die AfD gibt sich auf ihrem Parteitag der wohlverdienten Lächerlichkeit preis.

Wenn nicht von den etwas prominenteren Rednern ständig die benachteiligte Opferrolle propagiert wird oder gar Volks- bzw. Staatsuntergänge prophezeit werden, vergehen sich die Delegierten im Kleinklein der Tagesordnung was theoretisch auf Parteitagen zwar vorkommt, praktisch artet aber bei der AfD selbst das flügelkampfverursacht aus. Tiefenpsychologisch sehr interessantes Schauspiel. Es wurde auch schon angedeutet, die Presse doch ausschließen zu können, wenn das auch nur beantragt werden würde, müssten die Medien soviel Rückgrat beweisen und sämtliche Berichterstattung einstellen.

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charlybird 22.04.2017, 13:10
6. Die etablierten Parteien

sollten dankbar über die offensichtliche Zerrissenheit der AfD sein, vor allem die FDP, sie wird meiner Ansicht nach am meisten davon profitieren. Leider. Bei der AfD prallen einfach zuviel Intelligenz auf zuviel Dummheit und man kann nur hoffen, dass sich das politische ''Erwachsenwerden'' dieses Rechtsaußenbündnisses weiter abbaut, möglichst bis unter die 5 Prozent Schwelle. Aber genau das haben die Etablierten in der Hand, die anfangen sollte realistische und spürbar erleichternde Politik für die Menschen, die es betrifft, zu machen. Hier ist das nämlich noch möglich, im Gegensatz zu einigen anderen Ländern, deren Bevölkerung sich mit einfachem Nationalismus und Brosamen zufrieden gibt, weil eh nix da ist. Andernfalls kann es auch sehr schnell ungemütlich für das demokratische Elfenbeintürmchen Deutschland werden.

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B.Buchholz 22.04.2017, 13:25
7.

Zitat von Schlaflöwe
Herrn Gauland, einem ausgewiesenen Rassisten (es geht um den dt. Fußball-Nationalspieler Boateng) und Frau von Storch, die durch Militär an deutschen Grenzen auf Flüchtlinge, auch Frauen und Kinder (auf Kinder schießen wurde später zurück genommen mit dem Hinweis, "Computermaus verrutscht"!!!) schießen lassen will, ist eine eindeutige Aussage zur Stoßrichtung dieser Bewegung. Wer sich denen anschließt, kann nachher nicht behaupten, er habe nicht gewusst, mit wem er sich da einlässt.
Mehr Fakenews waren in so wenige Zeilen wohl nicht mehr unterzubringen.

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martin10 22.04.2017, 13:27
8. sehr schade

eingentlich ist die Partei eine echte Alternative zu den etablierten Parteien.
Gerade Frau Petry hat entsprechendes Charisma um die Partei realpolitsch zu führen.
Solange ein Herr Höcke und ein Herr Gauland sich durchstzen ist die Partei für mich leider nicht mehr wählbar.
Deutschland hätte eine konservative alternative zu Merkel und Ihrer Politik gebraucht.

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Tacitus73 22.04.2017, 13:33
9. Ja, da haben Sie wohl recht.

Zitat von frank2013
Damit hat sich die AFD bei den gemäßigteren Wählern der Mitte erledigt. Die Egoshooter aus der Herrenriege zerlegen die Partei und die Partei sich selbst. Die Gegner brauchen sich gar nicht mehr mit der AFD beschäftigen, das macht sie schon selbst, denen wird auch kein islamistisches Attentat oder kein russischer Manipulationsversuch mehr helfen. Es bleibt bei einem Vakuum im politisch konservativ-liberalen Spektrum der Euro-, der EU- (in Bezug auf Deutschlands Lasten im erstarkten Club Med) und Migrationsskeptiker, das sich eines Tages böse füllen könnte.
Ich habe die AfD häufiger hier im Forum verteidigt - gegen die Vorwürfe, sie sei rechtsextrem, denn dieser Vorwurf war pauschal und entsprach nicht der Wahrheit. Man konnte überhaupt nicht wissen, was diese Partei eigentlich ist, denn sie ist ja noch in der Entwicklung, aber verfassungsfeindlich war sie nicht, also war zu akzeptieren, dass sie am Parteienwettbewerb teilnimmt. Das zu verteidigen, dazu musste man kein Anhänger der AfD sein. Vor diesem Hintergrund fand ich auch die gegen die AfD gerichtete geplante Neuregelung bei der Ermittlung des Alterspräsidenten im Bundestag undemokratisch. Aber jetzt, mit diesem Parteitag, sieht die Sache anders aus. Jetzt wird man wohl bald mit Recht sagen können, dass diese Partei "rechtsextrem" ist. Und als solch eine Partei wird sie in der Versenkung verschwinden, wie etliche Parteien vor ihr.

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