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Parteivorsitz und Regierungsamt: Premierministerin May kündigt Rücktritt für Juni an
Yui Mok / DPA

Die britische Premierministerin Theresa May will ihr Amt als Parteichefin am 7. Juni abgeben. Das sagte die konservative Politikerin in London. Ihre Tage als Premierministerin sind damit auch gezählt.

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glennwolf 24.05.2019, 15:02
120. Ganz meine Worte

Zitat von SubjektiveWahrheit
Wurde auch Zeit. Sie hat ihre Aufgabe aber sehr "gut" erfüllt. Der Brexit ist bis heute noch nicht Realität und maximales Chaos wurde angerichtet. Ich vermute , dass es eine Art hidden agenda war, nach dem Referendum einen Brexit soweit wie möglich zu verhindern. Ihr Deal wäre eigentlich kein Brexit geswesen. Vielleicht erweist sich der Brexit ja als Erfolgsmodel, da GB im Falle von finanziellen Turbulenzen innerhalb der EU ja fein raus wäre.
Ich würde auch meinen mission accomplished. Das Bestmögliche rausgeholt. Also meinen Respekt hat diese Frau.

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123rumpel123 24.05.2019, 15:02
121. xxx

Zitat von Beat Adler
Neuwahlen und/oder ein 2. Referndum aendern NICHTS, heute nicht, gestern nicht. Die von der Theresa May eingeleiteten Neuwahlen 2017 ergaben bei den gewaehlten Tories keinen Einheitsblock in Sachen Brexit, das war auch vorher NICHT der Fall. Wenn nun der Nachfolger von May Neuwahlen ansetzt, bleibt das gleiche Problem bestehen. Wenn ein erneutes Referendum stattfindet, wird, unabhaengig vom Ausgang, das Land noch weiter zerissen. Unterdessen entfernte sich Grossbritanien so weit von der Rest EU der 27, dass selbst bei einem Remain-Resultat einer erneuten Volksabstimmung nichts vernuenftiges, zukunftfaehiges rauskommt. Das Einzige, das ein Remain-Resultat loest, ist KURZfristig die Grenzfrage der Grenze Irland-Nordirland. Der ganze Rest bleibt unveraendert, ergo Chaos! mfG Beat
Neuwahlen und ein 2. Referendum werden die Torries nicht anleiern, dass wäre politischer Selbstmord.

Für die Torries gibt es nur noch die Option den Brexit zu liefern, egal wie. Notfalls auf die "harte" Tour. Als politische Legitimation dient immer noch das Referendum. Lieber die Hälfte der Wähler vergraulen als alle und damit für Jahrzehnte in der Versenkung zu verschwinden.

Denn solange der Brexit nicht geliefert ist, sitzt allen in Westminster die Brexit-Party im Nacken.

Inzwischen hat sich die Partie zugunsten Londons gedreht.

Das EU-Austrittsabkommen ist Geschichte, egal wie oft Brüssel betont , dass nicht "nachverhandelt" wird. Und die Briten sitzen mit ihren EU-Kritikern im EU-Parlament , und halten dazu noch im Ministerrat den Finger auf der "Stoptaste" gedrückt!

Mit der Brexitpartei im Nacken kann der Nachfolger eigentlich nur ein Hardliner sein, und der kann abwarten, er kommt so oder so zum Ziel.
Entweder "hart" oder EU-Brüssel bessert nach. Letzteres wäre ein Kinderspiel , denn Warenabfertigung an der inneririschen Grenze lässt sich lösen, wenn man denn eben nur will.

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.patou 24.05.2019, 15:07
122.

Zitat von postmaterialist2011
May war jahrelange eine erzreaktionäre, ultrakonservative Innenministerin gegen die der Nullleister Seehofer wie eine herzensgute Mutter Theresa erscheint. Durch ihrer menschenverachtende Einreise- und Flüchtlingspolitik hat sie nicht nur viele Menschen in den sicheren Tod geschickt, sondern ist auch für das rechte Abdriften des UK verantworlich. Als Prime Minister hat sie masslos versagt, sie hat in über 2 Jahren so gar nichts zustande gebracht. Eine empathielose, schreckliche Frau, die jetzt auch noch auf die Tränendrüse drückt. Good Riddance !! Lasst doch den Schnösel Boris Johnson an die Macht, dann wird das Vereinigte Königreich endgültig an die Wand gefahren.
Das sehe ich genauso. Ich wünsche den Brexiteers nun ein Gespann Johnson/Gove.
Aktuell flötet Gove (aufgrund seiner May-Unterstützung in einer etwas unglücklich Position) über Johnson, dieser habe "flair, distinction and intellect". :-))

Man erinnere sich an 2016, als Gove seinem vermeintlichen Kumpel Boris mit einer eigenen Parteivorsitz-Kandidatur in den Rücken gefallen ist. Worauf der Johnson-Vertraute Ben Wallace twitterte: "He [Gove] is actually Theon Greyjoy or will be by the time I am finished with him."

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adal_ 24.05.2019, 15:10
123.

Zitat von Beat Adler
Die von der Theresa May eingeleiteten Neuwahlen 2017 ergaben bei den gewaehlten Tories keinen Einheitsblock in Sachen Brexit, das war auch vorher NICHT der Fall.
Davon war auch nicht die Rede. Aber dadurch, dass May 2017 auch noch von der DUP abhängig wurde, was den Hard Brexiters in die Karten spielte, war die faktische Unregierbarkeit besiegelt.

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Schartin Mulz 24.05.2019, 15:10
124. Das löst nicht

ein einziges Problem. Frau May hatte ein Abkommen ausgehandelt, mit dem eigentlich jeder hätte leben können. Austritt aus der EU, aber eine tragfähige Regelung für die weitere Zusammenarbeit.
Ich sehe die Schuld für das Scheitern nicht bei May. Ich sehe sie eher als Sündenbock.
Dass jemand ihr Nachfolger wird, der den gordischen Knoten zerschlagen kann, ist nicht zu erwarten. Und die Opposition profitiert in keiner Weise von Mays Scheitern.

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Beat Adler 24.05.2019, 15:10
125. Was nuetzt eine Mehrheit im House of Commons bei INTERNER Zerissenheit

Zitat von quark2@mailinator.com
Soweit sind wir uns einig. Aber da sind wir eben schon wieder bei einem weiteren Schwachpunkt in ihrer Taktik. Als damals das Parlament durchgesetzt hat, daß es über den "Deal" abstimmen darf, wäre mMn. wieder der Punkt gewesen, wo sie sich auf die Hinterbeine hätte stellen müssen (natürlich vorher). Entweder der Parlament vertraut ihr, oder sie tritt zurück. Es war an der Stelle ja schon klar, daß keine Mehrheit im Parlament für irgendeine real existierende Lösung zu haben sein würde. Abgesehen davon war das schon NACH den unnötigen Wahlen, die sie die eigene Mehrheit kosteten. Ich behaupte nicht, daß ich es von meinem Liegestuhl aus besser gemacht hätte. Dazu hat man gar nicht genug Informationen. Ich argumentiere nur ein bischen gegen Ihre Behauptung, daß niemand sonst es besser gemacht hätte. Aus meiner Sicht ist das ebenfalls nicht zu belegen.
Was nuetzt eine Mehrheit im House of Commons bei INTERNER Zerissenheit?

Nichts.

Das war nicht zu loesen. Weder durch ein Beibehalten der existierenden Mehrheit, noch durch das Abhalten von Neuwahlen 2017.

Was haette getan werden MUESSEN, war, dass die Queen, die Staatschefin, den Ruecktritt von David Cameron ABLEHNT, um ihn dazu zu zwingen die Suppe, die er dem Land einbrockte, bis zum letzten Loeffelchen selbst zu essen.

Die angeblich aelteste Demokratie der Welt, mit einer Koenigin als Staatschefin, die jeden Ruecktritt eines Premierministers schriftlich bestaetigen muss und auch dem Amtsantritt eines Neuen schriftlich zustimmen muss, haette einmal ueber die Tradition, dass die Queen alles tut, was die gewaehlten Politiker verlangen, hinwegsehen koennen!

Es ging schliesslich um die Zukunft von 3 Generationen der Briten, der Elterngeneration, deren Kinder und deren Kinder bei der Brexitfrage! Wichtig genug einmal die Traditionen, die ja nirgendwo schriftlich festgehalten sind, weil Grossbritanien keine eingentliche Verfassung kennt, ueber Bord zu werfen.
mfG Beat

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Beat Adler 24.05.2019, 15:13
126. Die letzte Amtshandlung ist 75 Jahre nach D-Day in der Normandie

Zitat von spon1899
Mit dem Brexit-Lügner Johnson wird es noch viel schlimmer für GB. Da war May noch harmlos dagegen. Außerdem war sie selbst für " remain". Als letzte Amtshandlung empfängt sie Trump. Die arme Frau hat mein ehrliches Mitgefühl. Schlimmer geht's nicht.
Die letzte Amtshandlung ist 75 Jahre nach D-Day in der Normandie. Das ist um Groessenordnungen wichtiger, wie der offizielle Staatsbesuch von Trump bei der Staatschefin der Queen!
mfG Beat

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Proggy 24.05.2019, 15:13
127. Tränen lügen nicht?

Zitat von wahrsager26
Wer weis was nachkommt? Immerhin hat die Dame 'Klasse' gezeigt! Ich möchte nicht wissen,was in den letzten Monaten an Unerfreulichkeiten auf sie warteten.Man sollte nicht ungerecht urteilen,nur weil wir die Briten mehrheitlich für ihren Austritt geißeln!
"nur weil wir die Briten mehrheitlich für ihren Austritt geißeln" ihr Satz, sagt eigentlich schon viel, so rein demokratisch.

Zu Mrs. May 'Klasse* - damit meinen Sie lediglich ihre Outfits oder ihre Ausdrucksweise?
Politisch wohl eher weniger - angefangen bei den damaligen Neuwahlen ohne Not und danach den EU-"Deal", den sie sich hat aufschwätzen lassen. Sie hat mit ihrem Verhalten, damit weder das Parlament hinter sich bringen können, noch hat sie die Leute (auf die sie bei Abstimmungen angewiesen ist) zwischendurch über den Verhandlungs-Stand informiert. So hat Frau May sehr wertvolle Monate verschenkt - alleine ihre Schuld!
OK, sie hat auch noch 'klasse' (so ganz ohne Rückhalt), an ihrem Amt geklebt.

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mueller23 24.05.2019, 15:14
128. Den Letzten beißen die Hunde

Wo waren denn all die Lautsprecher nach dem Referendum?
Wer von denen hatte denn die Eier in der Hose das durchzuziehen?

May hat einige Fehler gemacht (zB Verhandlungsergebnisse aus Brüssel in London nicht korrekt wiedergegeben),
aber ich sage trotzdem: Respekt, das ist wohl der schwierigste Job für eine/n PM/in seit Churchill.

Besser wirds jetzt nicht.
Entweder es gibt ein zweites Referendum und somit - wahrscheinlich - keinen Brexit oder es gibt einen harten.

Dann muss eben zwischen Irland und Nordirland die Grenze wiedereingerichtet werden.
Ich kenne da einen Bauunternehmer aus New York, der ist auf Mauern bauen spezialisiert, der macht bestimmt ein gutes Angebot.
Dass das automatisch zum Bürgerkrieg führt glaube ich noch nicht, die Nordiren könnten auch ein Referendum abhalten, sich vom UK zu lösen. Dann hätte man keine Landgrenze mehr, eine Seegrenze, die einfacher zu kontrollieren ist.

Ich glaube, die sogenannte Elite in London hat den Knall noch nicht gehört, die leben im Gestern, glauben sie könnten aller Welt diktieren,
träumen immer noch vom Empire, haben noch nicht mitgekriegt dass die Queen nicht mehr die Kaiserin von Indien ist.

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darksystem 24.05.2019, 15:17
129.

Zitat von s.l.bln
Wie kommen Sie denn zu dieser Einschätzung? Frau May hat mehr als ein Jahr gar nicht reagiert und sich geweigert, mit der EU ernsthaft zu verhandeln. Mehr als zwei Jahre hat sie es kategorisch abgelehnt, mit der Opposition auch nur zu reden. Sie hat absichtlich sämtliche Fristen verstreichen lassen und Abstimmungen willkürlich verschoben, in der Annahme, das Parlament könne aus Angst vor dem harten Brexit dann gar nicht mehr anders, als in letzter Sekunde "ihrem Deal" zuzustimmen, der niemanden in GB zufrieden gestellt hätte. Mit der Fristverlängerung hat die EU das vereitelt und erst dann hat sie angefangen, überhaupt Gedanken an alternative Szenarien zuzulassen. Eine verantwortungsvolle Premierministerin hätte innerhalb weniger Monate abgeklopft, was mit der EU möglich ist und was nicht und danach unverzüglich mit Beratungen im Parlament begonnen. Zusätzlich hätte eine solche auch eine umfassende Aufklärungskampagne zu den realen Möglichkeiten der Briten inner und außerhalb der EU gestartet und den Bürgern mal reinen Wein eingeschenkt. Dann wären noch zwei Jahre Zeit gewesen, eine parteiübergreifende Strategie zu entwickeln. Nichts davon ist passiert und sie hat mit unfaßbarer Sturheit nur immer wieder das Mantra runtergebetet, daß ihr Deal der einzige Weg sei. Frau May hat das im Wesentlichen ohne Not an die Wand gefahren, weil andere gar nicht einbezogen waren.
Das ist Quatsch.

Ziel der Briten ist es seit dem Referendum gewesen alle Pflichten der EU abzuschütteln aber alle Annehmlichkeiten zu behalten.

Es war ziemlich schnell klar was mit der EU möglich ist. Da gibt es nicht viel "abzuklopfen". Brüssel hat auch mehrfach gesagt entweder Mays Deal oder keiner, da Brüssel NICHT nachverhandeln will.

Der EINZIGE Punkt in Mays Deal welcher ihr die Zustimmung des Parlaments durch die eigenen Leute knapp versaut hat ist der Backstop. Und auch hier hat die EU MEHRFACH betont: ES WIRD NICHT NACHVERHANDELT! Und es ist ganz einfach: Die Anzahl Abgeordnete welche dem Backstop so wie er ist zustimmen würde reicht NIE für eine Mehrheit.

Was hätte May dagegen tun sollen?
Was bringen, hypothetische, 2 Jahre mehr Zeit wenn die Opposition schon nach einer Hand voll Gespräche jegliche Zusammenarbeit aufkündigt?

Mays Deal ist der einzige Weg. Das werden ihr Nachfolger, die Briten und auch Leute wie Sie bald begreifen müssen.

Man kann nicht mit Partnern verhandeln welche nicht verhandeln wollen. Im Gegensatz zu Ihnen, wusste May das von Anfang an. Ihre einzige Chance wäre eine Entscheidung am Parlament vorbei gewesen. Das hat sie versucht und sie ist damit gescheitert. Wo liegt der Fehler? Ich sehe keinen.

Im Gegenteil, May hat das taktisch klug gemacht und das Druckmittel harter Brexit bis zum letzten ausgereizt. Leider ist niemand der verhandlungsunwilligen Partner eingeknickt, und damit sind ihr die Hände gebunden.

Ich würde mich im UK jetzt nicht als PM zur Wahl stellen wollen. Jeder Nachfolger ist zum Scheitern verurteilt.

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