Forum: Politik
Parteizentralen im Porträt: Die Herzschrittmacher des Wahlkampfs
HC Plambeck

Die heiße Wahlkampfphase läuft, Deutschland wird überschwemmt von Plakaten, Politiker-Auftritten und Infoständen. Doch wie sieht es hinter den Kulissen der Kampagnen aus? SPIEGEL ONLINE hat drei Parteizentralen fotografiert - sehen Sie hier die eindrucksvollsten Bilder.

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schwarzeruhu 11.09.2013, 12:35
1. Wahlkampf als Nachricht

Das Stattfinden eines Wahlkampfes ist die Botschaft.
Politische Auseinandersetzung? Fehlanzeige.

Das werfe ich nicht Spiegel Online vor, das ist ein allgemeiner Trend.
Die Entpolitisierung der Politik, ihr Umwandlung in einen nur reaktiven Verwaltungszirkus (Administratotainment) gefällt mir nicht.

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merapi22 11.09.2013, 12:38
2. Zu lamer Wahlkampf, zu wenig Argumente, keine Atacke gegen politische Gegner!

So langweilig war noch kein Wahlkampf. Was wirklich fehlt sind Zukunfts-Visionen! Wie war das noch interessant als Ludwig Erhard: Wohlstand für alle versprochen hat. Als Ludig Erhard den Kapitalismus zur Sozialen Marktwirtschaft machte als Zugewinnwirtschaft für alle! Wenn man Arbeiter zwingt ohne Gewinn zu arbeiten, dann zwingt man auch bald Unternehmer ohne Gewinn die Waren zu verkaufen, den Vermieter ohne Gewinn zu vermieten.
Im wiedervereinigten Deutschland ist diese Vision leider immer noch nicht umgesetzt, keine Partei hat Konzepte wie man dies verwirklicht. Oder doch eine: http://wiki.piratenpartei.de/Blog_erstellen

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Jom_2011 11.09.2013, 13:10
3. .

Was für eine Verschwendung an Ressourcen...

Kurz und bündig hätten die einen kurzen TV-Spot schalten können und es hätte die gleiche Wirkung gehabt. "Wir machen weiter wie bisher...". Vor der Wahl große Versprechungen und danach, wird nach Aktenlage gehandelt.

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Cortado#13 11.09.2013, 13:15
4. Der Feind des Wahlkampfs ist die repräsentative Umfrage, die geziehlt....

Zitat von sysop
Die heiße Wahlkampfphase läuft, Deutschland wird überschwemmt von Plakaten, Politiker-Auftritten und Infoständen. Doch wie sieht es hinter den Kulissen der Kampagnen aus? SPIEGEL ONLINE hat drei Parteizentralen fotografiert - sehen Sie hier die eindrucksvollsten Bilder.
selbst einen gut geführten Wahlkampf beinträchtigen kann. Jeder Wahlkämpfer bis hin zu dem Kanzler-in Kandidaten, muss immer wieder die sogenannte repräsentative Umfrage fürchten. So könnte man behaupten, dass die Herzschrittmacher des Wahlkampfs die Umfragen sind.

Wer steht hier nun der Regierungspartei CDU im Weg? SPD, GRÜNE und AFD. Die SPD ist im Aufwind, von der AFD will bewusst niemand reden, also knöpft man sich repräsentativ (franz.) vertretend; typisch; wirkungsvoll (?); jetzt z.B. die GRÜNEN vor. Man fragte 2'500 "repräsentativ" ausgesuchte Bundesbürger, von 60 Millionen Wahlberechtigten! Was soll da nun repräsentativ sein???

Bei "Frag Wikia" fand ich folgende Frage: "Ab wie vielen Teilnehmern gilt eine Umfrage als repräsentativ? Antwort: Dies hängt primär von der erwünschten "maximalen" Abweichung, und der erwünschten (!) statistischen (Un-) Sicherheit ab!!!

Also ist doch der Feind des Wahlkampfs eindeutig die Umfrage, die wie ein Unheil bringender Schatten als Schreckgespenst über den Kandidaten schwebt!?

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negawthcenk 11.09.2013, 13:18
5. Die linke ....

...bei der letzten Bundestagswahl und auch laut aktuellen Umfragen stärker als die Grünen, taucht hier natürlich ganz zufällig gar nicht auf ;-)
Was war überhaupt die letzten Wochen über diese Partei hier zu lesen...?!
Trotz der medialen Ignoranz schlägt sie sich tapfer und legt immer mehr zu. Respekt !

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Gerd Weghorn 11.09.2013, 13:28
6. Wahlkampf sieht anders aus

Zitat von sysop
Die heiße Wahlkampfphase läuft, Deutschland wird überschwemmt von Plakaten, Politiker-Auftritten und Infoständen. Doch wie sieht es hinter den Kulissen der Kampagnen aus? SPIEGEL ONLINE hat drei Parteizentralen fotografiert - sehen Sie hier die eindrucksvollsten Bilder.
Der „Blick hinter die Kulissen“ zeigt die Leitstellen der Parteien, das Oberkommando der Fußtruppen des so genannten Wahlkampfes - wenn man denn noch unbedingt am Begriff "Kampf" festhalten möchte.

Das fällt zumindest mir schwer, nehme ich doch als "Kämpfer" Gruppen von netten jungen Leuten - fast ausnahmslos Studenten und Akademiker - wahr, die entweder von ihrem Arbeitgeber abgeordnet worden sind oder aber die sich als Ich-AG ein Zubrot verdienen, darunter wohl auch nicht wenige, die auf einen Zeitvertrag in der Leiharbeitsfirma hoffen - alles sehr menschlich, alles sehr normal, doch von "Kampf" weit und breit keine Spur.

Zumindest dann nicht, wenn man - wie ich - unter Kampf die "Mitwirkung bei der politischen Willensbildung (!) des Volkes" (Art. 21 GG) verstehe, die ja "eigentlich" die Grundlage für die privilegierte Alimentierung der Parteien und ihrer Abgeordneten bildet: ich sehe stattdessen bei der SPD nur „Forderungen“ / Versprechen wie diese hier, die für die CDU absolut keine Herausforderung darstellen dürften: "Die jetzige Wahl bietet Chancen für faire Arbeit, Chancen für bessere Bildung, Chancen für eine gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft sowie Chancen für ein entschiedeneres Vorgehen gegen Steuerbetrug. Im Gegensatz zur Amtsinhaberin setzt sich unser Kanzlerkandidat Peer Steinbrück genau für all diese Chancen ein."

Ja, ein Kandidat, der sich für Chancen (sic) "einsetzt", der unterscheidet sich doch prinzipiell von einem Willy Brandt und der SPD von 1972, die sich im Kampf gegen die Kalten Krieger ihrer Zeit mit einer zukunftsweisenden Herausforderung kämpferisch für eine „neue Ostpolitik“ stark gemacht hatten – auch gegen die Parole "Brandt an die Wand!"

Was stattdessen heute als Politik verkauft wird, das ist Trade-Unionismus, doch keine sozialdemokratische Politik mehr, sondern es ist, was die Zukunft Deutschlands und der Welt anbelangt, Talmi statt "Willensbildung" der Bevölkerung, und zwar gerade derjenigen Menschen, die es nicht nur nicht geschafft haben, sich ein leistungsloses Einkommen zu sichern, sondern die diese Leute alimentieren müssen (7 Mio Abfindung für einen Commerzbank-Versager)

Sozialdemokratische Politik, die diesen Ehrentitel verdienen würde, die bestünde in Kampfmaßnahmen der pazifistischen und sozialen Ausgestaltung von Art. 14f. GG, der Art. 26 und 87a GG mit dem Ziel der staatlichen Kontrolle aller Lebensadern einer Gesellschaft - hier: in Sonderheit des Finanzsystems - sowie der Aufhebung der Bundeswehr und der Bundesländer.

Warum also heißen diese perfekt durchgetakteten Werbefeldzüge für die Arbeisplatzbeschaffung und - sicherung von "Abgeordneten" eigentlich immer noch Wahlkampf", frage ich mich, und ich denke mit dieser Antwort zumindest einen Denkanstoß vermitteln zu können: weil man keine schlafenden Hunde wecken will.

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pallmall78 11.09.2013, 13:42
7. Marketing für Jugendliche

Wenn man sich die Fotos aus den Wahlkampfzentralen anschaut fällt das sehr jugendliche Erscheinungsbild der dort Tätigen ins Auge. Erstaunlich! Ich dachte immer Wahlkampf sei - zumindest in den Zentralen - ein Geschäft für abgewichste PR-Strategen. Stattdessen Marketing-Lehrlinge aus dem 2. Semester? Ich bin gerade unsicher, ob ich das sympathisch finden soll, oder ob es mir Sorgen macht, dass uns eine Horde Anfänger an der Nase herumführt :-).

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Andreas Rolfes 11.09.2013, 13:49
8. Amt ohne Ehre und Geld

Zitat von Gerd Weghorn
Das fällt zumindest mir schwer, nehme ich doch als "Kämpfer" Gruppen von netten jungen Leuten - fast ausnahmslos Studenten und Akademiker - wahr, die entweder von ihrem Arbeitgeber abgeordnet worden sind oder aber die sich als Ich-AG ein Zubrot verdienen, darunter wohl auch nicht wenige, die auf einen Zeitvertrag in der Leiharbeitsfirma hoffen - alles sehr menschlich, alles sehr normal, doch von "Kampf" weit und breit keine Spur.
Mich würde mal interessieren wie viele Studenten dort gratis "Front-Urlaub" machen, um was netts im Lebenslauf stehen zu haben oder als Extrapunkt für die weitere Parteikarriere.

Zahlt die SPD den von ihr verlangten Mindeslohn?
Gibt bei den Grünen gerecht-gehandelten Kaffee und Sexspielzeug ohne Weichmacher?
Und sind Hipsterbrillen in der Union jetzt Pflicht?

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Olaf 11.09.2013, 14:05
9.

Zitat von negawthcenk
...bei der letzten Bundestagswahl und auch laut aktuellen Umfragen stärker als die Grünen, taucht hier natürlich ganz zufällig gar nicht auf ;-) Was war überhaupt die letzten Wochen über diese Partei hier zu lesen...?! Trotz der medialen Ignoranz schlägt sie sich tapfer und legt immer mehr zu. Respekt !
Die Linke kann sich doch nun wirklich nicht beklagen. Die Aktion mit der Guillotine, dem abgeschlagenen Plastikkopf und den Fotos erfolgreicher Unternehmer, hätte bei anderen Parteien zu einem medialen Sturm mit Anzeigen wegen Volksverhetzung geführt.

NRW: SED-Linke mit Guillotine im Wahlkampf - Politically Incorrect

Statt dessen wird das schön totgeschwiegen.

Die Linke hat ja auch das dreisteste Programm für ihre Klientel. Sie versprechen allen die von sozialen Transfers leben, allen anderen sofort mehr Geld aus der Tasche zu ziehen und es ihnen zu geben.

So platt macht keine andere Partei Stimmung gegen alle anderen Menschen, wie die Linke. Funktioniert ja auch.

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