Forum: Politik
Paul Manafort und Michael Cohen vor Gericht: Ein schwarzer Tag für Donald Trump
REUTERS

Sein früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort muss wahrscheinlich ins Gefängnis, sein Ex-Anwalt Michael Cohen beschuldigt ihn mehrerer Straftaten - für den US-Präsidenten wird es brenzlig.

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whoknows_x 22.08.2018, 07:29
1. Konsequenzen?

Da bin ich mal gespannt, ob das Ganze für Trump Konsequenzen haben wird. Dieser Mensch klebt an der Macht, wie Fliegen am Honigtopf. Von daher habe ich da meine Bedenken.

Stumpfen wir nur ab, oder kommen mir die Hillarys mit ihren Lewinsky- und Emailaffären dagegen nur noch lächerlich vor? Rückwärts betrachtet, kann ich aus heutiger Sicht nur noch mit dem Kopf schütteln.

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wally76 22.08.2018, 07:39
2. Mandantenschutz?

Nach meiner Kenntnis gibt es Regelungen zu Verschwiegenheitspflichten von Anwälten über Mandanten. Die sind wohl in den USA noch schärfer als hier. Es ist klar, dass illegale Handlungen des Anwalts im Auftrag des Mandanten da nicht drunter fallen, aber alles andere? Insbesondere illegale Handlungen des Mandanten, die dem Anwalt im Rahmen des Mandats bekannt werden, darf er doch nicht offenlegen. Dürfen die Ermittler einfach so beliebig beschlagnahmte Akten aus der Kanzlei einsehen und nutzen? Kann ein Mitforist mit einschlägigem Hintergrund hier für Aufklärung sorgen?

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thobie2 22.08.2018, 07:39
3. Sehr geschickt

handelt Mueller. Man merkt, dass er nicht umsonst an der Spitze des FBI gestanden hat. Der geht fast lehrbuchhaft bei seinen Ermittlungen vor. Statt den Präsidenten direkt anzugreifen, nimmt er sich Schlüsselfiguren aus dem Umfeld vor. Die werden vor Gericht gestellt. Im Regelfall werden die mit der Justiz kooperieren, um die eigene Strafe zu mildern.

Selbst wenn es eine Verbindung zwischen Trump und den Russen gegeben haben sollte, würde das seine Präsidentschaft vermutlich nicht gefährden.
Das ist auch Mueller klar. Aber er hat bewiesen, dass er andere Schlüsselfiguren aus dem Umfeld unter Druck setzen kann. Er erhält damit Informationen und wird einen Teufel tun, diese offen zu legen. Und irgendwann wird Trump für ein Interview zur Verfügung stehen. Das wäre für ihn vermutlich der Anfang vom Ende. Denn da kommen dann gleich zwei Probleme zusammen: Das völlig übersteigerte Ego des Präsidenten, der Verfehlungen nicht einräumen kann. Und seine geringe Aufmerksamkeitsspanne. Durchaus denkbar, dass der Präsident unter Eid eine falsche Aussage tätigt. Wenn Mueller ihm das nachweisen kann, ist er fällig. Da wäre dann die Falschaussage und die Behinderung der Justiz. Das sind in den USA keine Kavalliersdelikte. Und ich vermute mal, dass genau diese Tatsache auch den juristischen Beratern des Präsidentendarstellers bekannt ist.

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kajoter 22.08.2018, 07:51
4.

So viel zu Trumps "I know the best people".
Falls es um Trump herum keine derartige Inflation an Überschreitungen von Grenzen gäbe und alle damit Beschäftigten inclusive Medien keinem Overkill an Ungeheuerlichkeiten ausgesetzt wären, dann könnte und müsste man noch Vorteilnahme im Amt zufügen. Trumps Hotel in Washington hat z.B. alleine durch die Beherbergung ausländischer Staatsgäste enorme Summen einstreichen können. Trump hat den Beitrag für die Mitgliedschaft in seinem Golf-Club drastisch erhöht und gegen eine Extrazahlung kann man zugleich an einem Flug in "Airforce One" teilnehmen. Wenn man dann noch die Geschäfte der Tochter und des Schwiegersohns addiert, die beide als offizielle Mitarbeiter im Weißen Haus zum Teil von dort aus tätigen, dann käme noch Vetternwirtschaft hinzu. Dass eine Beraterin des Präsidenten für eine Modemarke der Tochter Werbung im Fernsehen macht, fällt dabei kaum noch auf.
Trump und seine Sippe scheinen die USA und das Präsidentenamt als riesigen Selbstbedienungsladen zu begreifen und während die Außenstehenden ob so viel Dreistigkeit nach Luft ringen und Mühe haben, den sich immer weiter ausbreitenden Sumpf in Worte zu fassen, sondert Trump Tweets ab, die eigentlich als Beleidigungen, Rufmorde und Volksverhetzung bezeichnet werden müssten.
Zählte man die ausufernden Steuerverschwendungen des ehemaligen Umweltministers Scott Pruitt und des Ministers für Wohnungsbau und Stadtentwicklung Ben Carson hinzu und addierte die bisher von Robert Mueller überführten Personen hinzu, kann man nur feststellen, dass sich damals um Trump herum eine Clique versammelt hat, die den Begriff der "white collar"-Kriminalität tief in sich verinnerlicht hatte.

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Nubari 22.08.2018, 07:52
5. Für den Fortgang von Trumps Präsidentschaft

ist die Aussage von Michael Cohen noch viel gefählicher als die gesamte Russlandermittlung. Die Schweigegeldzahlungen an Playboy-Model Karen McDougal und Pornostar Stormy Daniels sind glasklar, es gibt Dokumente, die die Transfers belegen, inklusive Firmengründung für das Schleusen der Beträge und falsche Angaben zum Zweck. Das ist alles strafbar. Weil die Zahlungen aber erfolgten, kurz nachdem das "Grab 'em by the Pussy"-Video auftauchte, nur wenige Wochen vor der Wahl, wären die Aussagen der Damen entscheidend für den Ausgang der Wahl, die Trump ja nur mit 100.000 Stimmen Vorsprung gewonnen hat, verteilt auf drei Bundesstaaten. Damit bedeuten die Zahlungen nicht nur diverse schwere Verstöße gegen die Gesetze zur Wahlkampffinanzierung, sondern sie haben mutmaßlich die Wahl entschieden.

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iasi 22.08.2018, 08:00
6. Der Kollege wird beim Ladendiebstahl erwischt, daher bin ...

... ich nun automatisch der Schuldige bei einem Verkehrsunfall? Dies ist doch die Logik hinter dem Fall Manafort.
"... Millionen-Zahlungen der ukrainischen Regierung im Ausland vor den US-Steuerbehörden versteckt hatte. Außerdem log er gegenüber Banken über seine Vermögensverhältnisse, um Kredite zu erschleichen."
Was hat das denn mit der Russlandsaffaire zu tun?
Cohens illegale Parteienfinanzierung und Zahlungen an zwei Damen werden hier ebenfalls mal wieder zu Belegen für die Russlandsaffaire konstruiert.
Das alles ist doch schon sehr aus der Luft gegriffen.
Schließlich noch der Konjunktiv: "Cohen könnte Wissen über ... haben."

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Antalyaner 22.08.2018, 08:05
7.

Was für ein widerlicher Sumpf die Politik doch ist. Die Menschen sind sich doch für nichts zu Schade, um an ihre Ziele zu kommen. Ehre, Anstand, Aufrichtigkeit sind Fremdworte in der Politik. Das gilt leider weltweit.

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don_spon 22.08.2018, 08:13
8. Es geht los.

Die Arbeit von Müller trägt erste Früchte. Aber es wird noch eine Weile dauern, bis er das Weisse Haus möglicherweise räumen muss. Freiweillig räumen wird er es nie. Eher kann man annehmen, das er selbst wenn er es räumen müsste bleibt. Ist halt wie in einer Bananenrepublik. Müller muss ihm etwas nachweisen was justitziabel ist. "Ein Kandidat" reicht nicht. Auch wenn es genau einen gegeben hat. Wie schlecht sein Gewissen sein dürfte, zeigt die Tatsache das ihm Manafort leid tut.Schade das sie ihn seine Kavaliersdelikte jetzt doch nachgewiesen haben. Eigentlich ein guter Mann. Das lässt ahnen, was er selbst auf dem Kerbholz hat. Die nächsten Wochen werden hochinteressant.

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neue_mitte 22.08.2018, 08:20
9.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Da ist einer Präsident, selbst unschuldig oder nicht, spielt erst mal keine Rolle. Aber sein gesamtes aktuelles und vergangenes Umfeld ist anrüchig bis kriminell. Die haben alle Dreck am Stecken. Macht aber scheinbar nix, es wächst zum einen genug Unkraut in seinem Umfeld nach und zum anderen stört es offenbar niemanden so richtig. In der westlichen Welt war es bislang üblich, für derartig mafiöse Strukturen im Umfeld zurücktreten zu müssen. Einfach, weil man selbst damit kompromittiert ist und mangelndes Urteilsvermögen bewies. Und bei einer derartigen Ansammlung von krimineller Energie im Umfeld auch selbst nur sehr schwer als unschuldig dastehen kann.

Aber was bisher üblich war, hat DT ja generell aufgehoben. Sein Art und Weise, sein Umgang, seine Diplomatie... alles bisher nie dagewesen. Also zumindest nicht in den letzten sieben Jahrzehnten seit WK2. Seine Fans halten blind zu ihm, seine Partei hält blind zu ihm. Sie alle halten nicht nur zu ihm, sie unterstützen ihn auch noch tatkräftig mit relativieren, verleumden und lügen. Und das schlimmste ist auch noch, dass die Demokraten wie gelähmt erscheinen und kein Personal, Konzept und überhaupt Auftritt haben. Die sind seit der Wahl alle abgetaucht. Ist "Wir sind NICHT Donald Trump" schon Politik genug, ohne aktiv aufzutreten?

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