Forum: Politik
Peter Gauweilers Abschied: Bayerische Politpornografie
DPA

Der Abschied des "CSU-Urgesteins" Peter Gauweiler wird links wie rechts beweint. Aber mit Gauweiler geht kein liebenswürdiger Querkopf - sondern ein finsterer Reaktionär und eitler Selbstdarsteller.

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mosermann 02.04.2015, 17:08
1. Politiker sind alle eitel

Alle Politiker sind eitle Selbstdarsteller, das gehört geradezu zur Berufsbeschreibung. Freilich gibt es graduelle Unterschiede.

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Schnurrli 02.04.2015, 17:10
2. Danke, Herr Augstein

Mit recht großem Erstaunen hatte ich jetzt die Medienkommentare zu Herrn Gauweilers Abgang gelesen. Ich fragte mich, ob wir wohl von demselben Herrn sprechen, gegen dessen AIDS-Politik ich Mitte der 80er in München auf dem Marienplatz demonstriert habe und der an Franz Josef Strauß' Sarg, zugegebenermaßen wunderbar inszeniert, zum Abschied theatralisch militärisch salutierte. Wie merkwürdig, dass dieser stets überreaktionäre Politiker jetzt allseits als politisches Urgestein gelobt wird.

Da tat es mir richtig gut, Ihren Artikel zu lesen, Herr Augstein. Der rückte die Dinge dann doch wieder ins passendere Licht. Danke schön.

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widower+2 02.04.2015, 17:12
3. Sehr gut!

Gauweiler ist wirklich ein Egomane, übler Reaktionär und eitler Populist, dem ich keine Träne nachweine.

Das Beste, was man über ihn sagen kann ist, dass er seinen äußerst üblen Überzeugungen immer treu geblieben ist. Das könnte man allerdings auch "unverbesserlich" nennen.

Geißler ist der absolute Gegenentwurf. Früher - wie Augstein richtig sagt - ein übler Scharfmacher, heute ein reflektierter Denker und eine moralische Instanz.

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DC9WX 02.04.2015, 17:14
4. Immer rauf...

... auf die, die unbequeme Wahrheiten aussprechen. Wem die Botschaft nicht gefällt, der stellt halt den Nachrichtenüberbringer an die Wand... Da gibt es reichlich Beispiele aus der näheren Vergangenheit.

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markus.k 02.04.2015, 17:17
5.

Naja, Herr Augstein, im allgemeinen schätze
ich ihre Beiträge, aber der war unter der Gürtellinie.
Herr Gauweiler schätze ich als jemanden mit Rückrat,
wovon es immer weniger in der deutschen Politik gibt.
Er hat sich bisher mehr für deuitsche Interessen und
Bürger gemüht, als sie es wohl je schaffen werden,mit
allem Respekt.

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Siegmund Marx 02.04.2015, 17:18
6. Danke !

Bei all den Lobgesängen auf Gauweiler, die zur Zeit so durch die Medien geistern, könnte man fast meinen, der feine Herr Millionär wäre verstorben und nicht bloss zurückgetreten. Und dass er in Publikationen aus dem Hause Springer gelobt wird ist ja auch nicht weiter verwunderlich, denn er ist ja auch ein stramm rechter, konservativer Reaktionär. Danke Herr Augstein, dass Sie das mal so schön auf den Punkt gebracht haben, das wird zur Zeit scheinbar ganz gerne mal übersehen.
Ich bin froh, dass er weg ist.

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dieter-ploetze 02.04.2015, 17:19
7. hier wird gauweiler unrecht getan

augstein ist da nicht objektiv.man kann nun fragen,warum sollte man objektiv sein.aber ein solcher
quasi nachruf verlangt das meiner meinung nach.
gauweiler ist ein intelligenter querkopf,der nur nach seinem gewissen handelt.davon gibt es in der politik
kaum jemand.
wenn da ein wenig bayerische folklore dabei ist,stoert
das denn jemand?vielleicht ein nuechternes nordlicht.
gauweiler hat nach seiner muenchner zeit eine
entwicklung gemacht wie kaum sonst einer dieser
festgefahrenen politiker.
bei gauweiler kann man wirklich sagen,da spielt links
und rechts keine rolle mehr.er versucht den dingen
auf den grund zu gehen und dann danach zu handeln.

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deniseannette.langnerurso 02.04.2015, 17:26
8. Sorry

Wenigstens hatte Gauweiler ein Profil und war kein Mitläufer. Hat seine eigene Meinung vertreten und nicht das abgelesen und nachgeplappert, was die Parteizentrale an marschrichtung vorgegeben hat. Und deshalb ist es so schade um so einen, über alles andere kann man natürlich vortrefflich streiten und unterschiedliche Meinungen haben. Es geht alleine darum, wer sitzt da eigentlich überhaupt noch im Bundestag, der sich das Rückgrat nicht vor Betreten herausoperieren hat lassen. Ich vermisse ja auch Strauß, Stimmen, bei denen es kracht im Bundestag. Was da heute abgeht ist doch Schripted-Parlament ...

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kappesstepp 02.04.2015, 17:34
9. Als der alte

Augstein, der aber auch ein wirklicher Journalist war und wirklich schreiben konnte, seinen Nachruf auf seinen großen Gegner FJS, der dann aber auch wirklich tot war, schrieb, entstand ein Text, den man noch Jahrzehnte danach zur Hand nimmt.
Und nein, eine reine Lobeshymne am Grabe war jener Text auch nicht. Aber ein Text voller Größe und Respekt vor dem Andersdenkenden und dem Andersdenken und Anderssein überhaupt.
Hier wird nur Erwartbares gesagt, damit auch niemand vergisst, was richtig und was falsch ist, wer immer Recht (Augstein) und wer immer Unrecht (Gauweiler und andere CSU-Leute) hat. Nichts Neues, nichts Kluges, nichts Unerwartetes, nur die alten Reflexe.
Langweilig.
Nein, ich bin kein "Freund" von Gauweiler, aber dass CSU-Leute von dort, von wo aus Augstein auf sie blickt, "Reaktionäre" sind, finstere gar, für diese erschütternde Erkenntnis müsste man keinen Platz auf SPON verschwenden. Dass eine parlamentarische Republik die Gauweilers, die Gysis, die Wagenknechts und die Brandts, die Dreggers, die Strauße, die Fischers, die Kohls und *auch* die Langweiler dazwischen (die auch!) braucht, scheint ihm neu zu sein. Er will nur seine Meinung von überall her hören, dann muss er wohl nicht so angestrengt nachdenken, wenn er sie formuliert. "Im Zweifel links" eben, bei der Überschrift weiß man vorher, was man kriegt. "Im Zweifel rechts" wäre übrigens, bevor's mir einer vorhält, genau so dümmlich. Von Gauweiler sind mir mindestens genau so viele dediziert nicht-reaktionäre (*überraschende* eben) Auffassungen und Meinungsäußerungen erinnerlich, wie reaktionäre aus dem linken "Lager" - und umgekehrt. SPON hätte, nicht nur heute, einen besseren "linken" Kolumnisten verdient.

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