Forum: Politik
Philosophin Ágnes Heller über die Wahl: "Orbán zerstört die Seele Ungarns"
REUTERS

Viktor Orbán hat die Wahl in Ungarn klar gewonnen - und die Philosophin Ágnes Heller bangt um ihr Heimatland. Hier warnt sie vor den Ambitionen des Premiers, die auch Europa gefährden könnten.

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csapo-f 12.04.2018, 16:20
80. Böse Ungarn & guten Deutsche

"Menschen auf der Flucht wurden 2015 in Ungarn so sehr drangsalisiert, dass sie sich zu Fuss weiter Richtung Österreich aufmachten. Deutschland hat da eine humanitäre Geste gezeigt.."

Wie und wo genau wurden sie "drangsaliert"? Alle, aber auch wirklich alle waren nach Österreich und Deutschland unterwegs. Sie ließen sich nicht einmal registrieren. Es gibt Reportagen, Filme darüber, wie in Zügen, die Migranten, die zur Registrierung ins Aufnahmelager Bicske gebracht werden sollten, die Züge ausgebremst, Lebensmittel, Wasserflaschen usw. weggeworfen wurden usw. - sie wollten alle sofort nach Deutschland gebracht werden. Sie verbreiten hier leider Falschinformationen. Jeder kann sich darüber objektiv informieren. Nur die Müllberge, Decken, Zelte, Dreck usw. haben sie auf ihrem Weg durch Ungarn hinterlassen. Ich habe es erlebt und gesehen. Ihre Geschichte ist wohl frei erfunden. Niemand hat sie drangsaliert. Eine Milliarde EURO haben ungarische Steuerzahler für den Grenzzaun ausgegeben und dann kommen Sie daher und erzählen solche Schauermärchen. Wenn es nach mir ginge, hätte ich auch die nächsten und übernächsten Millionen zu Ihnen durchziehen lassen.

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spon_5004421 12.04.2018, 16:25
81. Orban ist von denjenigen

gewählt worden, die feindlich gegen Ausländer eingestellt sind. Also ist es möglicherweise der eigenen Gesundheit abträglich, sich als Ausländer in Ungarn aufzuhalten. Das heißt, keinen Urlaub in Ungarn. Es gibt in der EU gastfreundlichere Länder. Im übrigen würden die Orban-Wähler über ihre wirtschaftliche Lage jammern, wenn Orban das Land nicht mehr durch die bei der EU abgegriffenen Gelder auf einem gewissen Standard halten könnte.

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fördeanwohner 12.04.2018, 16:34
82. -

Zitat von altmannn
wirklich unsolidarisch? Insbesondere unsere Regierung hat 2015 immer wieder darauf hingewiesen, dass wir besonders von Zuwanderung profitieren und dringend auf die zuwandernden Fachkräfte angewiesen seien. Was ist dann daran unsolidarisch, wenn Ungarn uns diese dringend benötigten Zuwanderer überlässt? Ein Teil des Wirtschaftswachstums 2015/2016 in Deutschland wurde mit der Zuwanderung erklärt. Die gleiche Regierung, die 2015 die Zuwanderung begrüßte, behauptet jetzt, die Zuwanderung wäre eine Last, die man solidarisch teilen müsste. Da hört sich für mich widersprüchlich an.Statt uns über mangelnde Solidarität zu beschweren, sollten wir uns bedanken!
Natürlich ist es unsolidarisch, wenn die osteuropäischen Staaten keine Flüchtlinge aufnehmen wollen. Sollen denn Italien und Griechenland nur wegen ihrer Lage die Hauptlast tragen?
In Deutschland haben wir ziemlich viele Menschen aufgenommen und wir brauchen auch Zuwanderung. Jedoch können wir eben, was wohl auch jedem einleuchtet, nicht alle Menschen auf einmal und überhaupt niemals alle, die zu uns kommen wollen, aufnehmen.
Damals ging es in der Hauptsache um Menschen aus Syrien, als man davon sprach, man bräuchte sowieso Zuwanderung. Nie waren alle möglichen Zuwanderer gemeint.
Hey, und auch wenn Sie es nicht glauben, ich finde es nach wie vor richtig, Menschen aus Syrien aufzunehmen. Weshalb weigern sich Ungarn, Polen usw. eigentlich, ihr Minikontigent zu erfüllen? Weil es Muslime sind. Es spielt also keinerlei Rolle, dass es sich um Menschen in Not handelt.
Niemand verlangt, dass sämtliche Migranten aus Afrika z.B. in Ungarn oder Polen aufgenommen werden.

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theodtiger 12.04.2018, 17:10
83. verpasste Chancen

Zitat von csapo-f
"Menschen auf der Flucht wurden 2015 in Ungarn so sehr drangsalisiert, dass sie sich zu Fuss weiter Richtung Österreich aufmachten. Deutschland hat da eine humanitäre Geste gezeigt.." Wie und wo genau wurden sie "drangsaliert"? Alle, aber auch wirklich alle waren nach Österreich und Deutschland unterwegs. Sie ließen sich nicht einmal registrieren. Es gibt Reportagen, Filme darüber, wie in Zügen, die Migranten, die zur Registrierung ins Aufnahmelager Bicske gebracht werden sollten, die Züge ausgebremst, Lebensmittel, Wasserflaschen usw. weggeworfen wurden usw. - sie wollten alle sofort nach Deutschland gebracht werden. Sie verbreiten hier leider Falschinformationen. Jeder kann sich darüber objektiv informieren. Nur die Müllberge, Decken, Zelte, Dreck usw. haben sie auf ihrem Weg durch Ungarn hinterlassen. Ich habe es erlebt und gesehen. Ihre Geschichte ist wohl frei erfunden. Niemand hat sie drangsaliert. Eine Milliarde EURO haben ungarische Steuerzahler für den Grenzzaun ausgegeben und dann kommen Sie daher und erzählen solche Schauermärchen. Wenn es nach mir ginge, hätte ich auch die nächsten und übernächsten Millionen zu Ihnen durchziehen lassen.
Lesen Sie doch noch mal die einschlägigen SPON Artikel aus dem Sommer 2015. In Ungarn wurde es den Geflohenen, die es bis dort hin geschafft hatte, enorm schwer gemacht (zeitweise) im Land zu bleiben, da formal für Asyl Griechenland zuständig gewesen wäre - aber hoffnungslos überfordert war (Syrisa und ihr rechter Koalitionspartner hatten da leider auch ganz andere Prioritäten - von wegen Schuldenschnitt und wenig Reformen). Statt sich um eine EU weite Lösung zu kümmern, hat Ungarn alle politischen Probleme auf dem Rücken der bis ins Land hinein Geflohenen ausgetragen. Die Menschen haben sich dann zu Fuss auf den Weg nach Westen aufgemacht, soweit sie nicht doch noch Züge benutzen konnten (was dann später wieder der Fall war) - insbesondere nachdem sich Deutschland aus humanitären Gründen bereit erklärt hatte, das zu tun, was Ungarn auch hätte tun können - und sollen. Ungarn hätte dafür auch EU Solidarität einfordern können - so dass eine geordnete Umverteilung der Flüchtline auf alle EU Länder möglich gewesen wäre.
Der EU-Türkei Flüchtlingsdeal (so sehr er auch gescholten wurde) hat dann den Druck von der Balkanroute genommen - ebenso wie die jetzt besser funktionierende EU Aussengrenze in Griechenland.

Der Sinn des letzten Satzes des Foristen scheint im wesentlichen aus Zynismus zu bestehen und braucht daher nicht kommentiert zu werden.

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csapo-f 12.04.2018, 17:23
84. Es lebe die Ahnungslosigkeit!

Zitat von spon_5004421
gewählt worden, die feindlich gegen Ausländer eingestellt sind. Also ist es möglicherweise der eigenen Gesundheit abträglich, sich als Ausländer in Ungarn aufzuhalten. Das heißt, keinen Urlaub in Ungarn. Es gibt in der EU gastfreundlichere Länder. Im übrigen würden die Orban-Wähler über ihre wirtschaftliche Lage jammern, wenn Orban das Land nicht mehr durch die bei der EU abgegriffenen Gelder auf einem gewissen Standard halten könnte.
Könnte es sein, dass Sie einige Millionen Ungarn als "ausländerfeindlich" darstellen wollen? Ziemlich dumm und niveaulos. Von Ungarn haben Sie so viel Ahnung wie ich von der Schweinezucht. Natürlich können Sie Urlaub verbringen wo Sie wollen. Mit solchen Ansichten, mit solcher Arroganz und Überheblichkeit werden Sie auch in "gastfreundlicheren Ländern" der EU auf wenig Gegenliebe stoßen. Nicht die Orbán-Wähler jammern, warum sollten sie, die Wahlverlierer jammern (Ihre Logik ist leider nicht überzeugend). Es wäre doch so schön, wenn man diese wunderbare Möglichkeit, die uns hier geboten wird, zu einem erbaulichen, vernünftigen Gedankenaustausch nutzen könnte. Sie haben von der Migrationsproblematik der letzten Jahre rein gar nichts verstanden. Vielleicht hätte ich mir die Zeit, Ihnen zu antworten, sparen sollen. Kaum anzunehmen, dass Sie zum Artikel noch Brauchbares beisteuern können - außer Beleidigungen.

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nospam 12.04.2018, 17:32
85. Philosophie statt Populismus - die Dame hat sowas von recht !

Zitat von kritischer-spiegelleser
sollte bei ihrer Philosophie bleiben. Und nicht versuchen sich einigen exotischen politischen Trends anzuschließen. Orban wurde in einer demokratischen Wahl gewählt und man sollte in einer Demokratie das auch akzeptieren. Das ist der Wille der Mehrheit der Bürger. Ob einem das persönlich gefällt oder nicht!
Dir würde ein wenig Philosophie dieser Dame sehr gut tun ! Hitler wurde auch in einer demokratischen Wahl gewählt, und wenn die Mehrheit der Bürger zu dumm ist zu erkennen, was für gefährlichen Führerpopulisten sie hinterherlaufen, ist es die Pflicht aller klar denkenden Menschen auch diese dumpfe Mehrheit zu bekämpfen - im Endeffekt mit allen Mitteln. Deutschland kann ja seit 1945 ein Lied davon singen wie so was ausgeht, hat seit dem auch ständig dazu gelernt, nur seit ein paar Jahren wird dumpfes Nachplappern von Parolen irgendwelcher dahergelaufenen rechter Populisten wieder salonfähig. Sowas lässt sich im Ansatz eigentlich ganz gut mit ausreichend Bildung bekämpfen - hier ist offensichtlich gerade im Niedriglohnsektor von der Politik was verschlafen worden.
Und da im Ostblock ja auch wesentlich weniger Geld verdient wird, verfangen populistische Parteien dort auch besonders gut. Ungarn ist durch und durch korrupt, die herrschende Partei verteilt Gelder an ihr wohlgesonnene Unternehmen und wichtige Persönlichkeiten und hält sich so an der Macht. Und was hat eine gleichgeschaltete Medienlandschaft bitte noch mit Demokratie zu tun ? Gar nichts, Demokratie ohne unabhängige Medien ist gar nicht vorstellbar.
Ungarn und auch Polen haben deswegen mit Demokratie schon länger nichts mehr zu tun.

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csapo-f 12.04.2018, 17:39
86.

Zitat von theodtiger
Lesen Sie doch noch mal die einschlägigen SPON Artikel aus dem Sommer 2015. In Ungarn wurde es den Geflohenen, die es bis dort hin geschafft hatte, enorm schwer gemacht (zeitweise) im Land zu bleiben, da formal für Asyl Griechenland zuständig gewesen wäre - aber hoffnungslos überfordert war (Syrisa und ihr rechter Koalitionspartner hatten da leider auch ganz andere Prioritäten - von wegen Schuldenschnitt und wenig Reformen). Statt sich um eine EU weite Lösung zu kümmern, hat Ungarn alle politischen Probleme auf dem Rücken der bis ins Land hinein Geflohenen ausgetragen. Die Menschen haben sich dann zu Fuss auf den Weg nach Westen aufgemacht, soweit sie nicht doch noch Züge benutzen konnten (was dann später wieder der Fall war) - insbesondere nachdem sich Deutschland aus humanitären Gründen bereit erklärt hatte, das zu tun, was Ungarn auch hätte tun können - und sollen. Ungarn hätte dafür auch EU Solidarität einfordern können - so dass eine geordnete Umverteilung der Flüchtline auf alle EU Länder möglich gewesen wäre. Der EU-Türkei Flüchtlingsdeal (so sehr er auch gescholten wurde) hat dann den Druck von der Balkanroute genommen - ebenso wie die jetzt besser funktionierende EU Aussengrenze in Griechenland. Der Sinn des letzten Satzes des Foristen scheint im wesentlichen aus Zynismus zu bestehen und braucht daher nicht kommentiert zu werden.
Keine Ahnung, wo Sie im Sommer und Herbst 2015 waren. Ich brauche keine SPON-Artikel zu lesen, um zu wissen, was in Ungarn los war. Auch Sie hätten die Möglichkeit, sich objektiv zu informieren. Sie vergessen einfach, wer diese Massenwanderung losgetreten hat? Weder Orbán noch sonst jemand hat mit breiter Brust erklärt: Für uns gibt es keine Obergrenze, wir nehmen alle, die da kommen? Eine "humanitäre Geste", die andere ausbaden sollen. Nein, Ungarn hätte nicht das tun können, was Deutschland macht, weil bereits die deutschen Firmen in Ungarn die ungarischen Arbeiter an der kurzen Leine halten. Hier verdient ein Arbeiter in drei Schichten weniger als ein Asylbewerber in Deutschland erhält. Wenn Sie meinen, dass alle zu Ihnen kommen, weil Sie besonders sympathisch und human eingestellt sind, irren Sie sich. Die vielen Anschläge, die Sie sich eingehandelt haben, zeugen nicht gerade davon, dass sie alles richtig gemacht haben. Warum wollen Sie mir einreden, dass Merkel richtig und Orbán falsch gehandelt hat?

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csapo-f 12.04.2018, 17:51
87. Warum lehnen "Osteuropäer" die Quoten ab?

Zitat von fördeanwohner
Natürlich ist es unsolidarisch, wenn die osteuropäischen Staaten keine Flüchtlinge aufnehmen wollen. Sollen denn Italien und Griechenland nur wegen ihrer Lage die Hauptlast tragen? In Deutschland haben wir ziemlich viele Menschen aufgenommen und wir brauchen auch Zuwanderung. Jedoch können wir eben, was wohl auch jedem einleuchtet, nicht alle Menschen auf einmal und überhaupt niemals alle, die zu uns kommen wollen, aufnehmen. Damals ging es in der Hauptsache um Menschen aus Syrien, als man davon sprach, man bräuchte sowieso Zuwanderung. Nie waren alle möglichen Zuwanderer gemeint. Hey, und auch wenn Sie es nicht glauben, ich finde es nach wie vor richtig, Menschen aus Syrien aufzunehmen. Weshalb weigern sich Ungarn, Polen usw. eigentlich, ihr Minikontigent zu erfüllen? Weil es Muslime sind. Es spielt also keinerlei Rolle, dass es sich um Menschen in Not handelt. Niemand verlangt, dass sämtliche Migranten aus Afrika z.B. in Ungarn oder Polen aufgenommen werden.
"Weshalb weigern sich Ungarn, Polen usw. eigentlich, ihr Minikontigent zu erfüllen?"

Vielleicht deshalb, weil sie keine Anschläge wie in Nizza, Barcelona, Berlin, Brüssel, Paris und und und erleben wollen?

Vielleicht, weil man befürchtete, dass das "Minikontingent" nur der Einstieg in die ungedeckelte, zeitlich unbegrenzte Pflichtübernahme von größeren Kontigenten war?

Vielleicht weil sie keine Parallelgesellschaften in ihren Städten haben wollen wie sie z.B. in Deutschland existieren?

Vielleicht, weil sie Angst davor haben, dass sie, wie einige westeuropäische Staaten in den kommenden Jahrzehnten, zur Minderheit im eigenen Land werden?

Vielleicht, weil sie auch das viele Geld nicht haben wie Deutschland, um 7.500 EURO für eine Familie mit einem Mann, 2 Frauen und vielen kleinen Kindern haben?

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Reinhardt Gutsche 12.04.2018, 17:59
88. Keine europäischen, sondern universelle Werte

Zitat von theodtiger
"Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören...."
Dies ist unstrittig. Allerdings sind dies keine spezifisch europäischen Postulate. "Die 'europäischen Werte' haben ihren Ursprung in der Doktrin der Aufklärung: den Respekt der öffentlichen und individuellen Freiheiten... Diese Werte haben allerdings nichts ausgesprochen europäisches an sich. Sie sind universal." ("Les valeurs européennes ont pour cœur et pour origine la doctrine des Lumières: le respect des libertés publiques et individuelles. ... Pourtant, ces valeurs n’avaient rien de proprement européen. Elles étaient universelles." Florent Lardic, Les Jeunes Européens France)

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marianne.nazareth 12.04.2018, 18:24
89.

Zitat von theodtiger
Lesen Sie doch noch mal die einschlägigen SPON Artikel aus dem Sommer 2015. In Ungarn wurde es den Geflohenen, die es bis dort hin geschafft hatte, enorm schwer gemacht (zeitweise) im Land zu bleiben, da formal für Asyl Griechenland zuständig gewesen wäre - aber hoffnungslos überfordert war (Syrisa und ihr rechter Koalitionspartner hatten da leider auch ganz andere Prioritäten - von wegen Schuldenschnitt und wenig Reformen). Statt sich um eine EU weite Lösung zu kümmern, hat Ungarn alle politischen Probleme auf dem Rücken der bis ins Land hinein Geflohenen ausgetragen. Die Menschen haben sich dann zu Fuss auf den Weg nach Westen aufgemacht, soweit sie nicht doch noch Züge benutzen konnten (was dann später wieder der Fall war) - insbesondere nachdem sich Deutschland aus humanitären Gründen bereit erklärt hatte, das zu tun, was Ungarn auch hätte tun können - und sollen. Ungarn hätte dafür auch EU Solidarität einfordern können - so dass eine geordnete Umverteilung der Flüchtline auf alle EU Länder möglich gewesen wäre. Der EU-Türkei Flüchtlingsdeal (so sehr er auch gescholten wurde) hat dann den Druck von der Balkanroute genommen - ebenso wie die jetzt besser funktionierende EU Aussengrenze in Griechenland. Der Sinn des letzten Satzes des Foristen scheint im wesentlichen aus Zynismus zu bestehen und braucht daher nicht kommentiert zu werden.
Der entscheidende Satz von csapo-f lautete: "Alle, aber auch wirklich alle waren nach Österreich und Deutschland unterwegs." Wie hätte sich da Orban um eine "europäische Lösung" bemühen können. Die deutsche Position in dieser Frage ist voller Widersprüche. Nur in Deutschland gab es eine Willkommenskultur, nur in Deutschland gibt es einen Sozialstaat, in den die Einwanderung lohnt. Welcher Syrer oder Afrikaner will denn in Ungarn leben? Der letzte Satz von csapo-f, wie ich ihn verstehe, ist nicht zynisch. Er weist auf einen weiteren Widerspruch in der deutschen Haltung hin. Ungarn hat die Grenzen dicht gemacht, und das hat der Kanzlerin das politische Überleben gesichert. Dafür wird Ungarn jetzt auch gescholten. DAS ist zynisch.

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