Forum: Politik
Piratenerfolg in Berlin: Jung, männlich, engagiert

Mit 15 Abgeordneten zieht die Piratenpartei in das Berliner Landesparlament ein, es sind überwiegend Männer mit einem Faible für Tech-Themen.*Die Wähler lockten*sie vor allem aus dem Lager der linken Parteien - und sie reaktivierten Zehntausende Nichtwähler. Wer sind die Piraten?

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Umbriel 19.09.2011, 15:30
10. Arroganzlinge

Ganz schön mies das spöttische Grinsen gewisser TV Journalisten und Kommentatoren.
So durften die Bürger sicher 100 mal erfahren, daß der Oberpirat die Wissensfrage nach dem Schuldenstand Berlins nicht richtig beantworten konnte.
Darüber dann stets satter Spott.

***
Absurdes Verhalten der Medien:
Die Zahl der Vorfälle, bei denen Politiker von Rot Grün Gelb Schwarz usw. erhebliche Faktenprobleme im O Ton bewiesen, geht ins Unendliche.
Youtube ist voll davon.
Da sieht man wieder was man von unseren Systemjournalisten zu halten hat.

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FMK 19.09.2011, 15:30
11. Ich frage mich...

.. ob einer von denen schon einmal eine Familie gegründet hat, oder eventuell sogar Kinder in die Welt gesetzt hat?

Oder vielleicht sind es selbst die Kinder. Wer weiß?

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myspace 19.09.2011, 15:34
12. .

Zitat von sysop
Der Berliner SPD-Chef Michael Müller hält den großen Zuspruch für die neuen Kollegen im Parlament für eine "bedenkliche Entwicklung". Er nannte die Piraten im RBB eine "inhaltsleere Partei". Junge Leute sähen in ihr offenbar eine "schicke, hippe Alternative und ein Form der Protestwahl".
Mit solch arroganten Beiträgen holt Müller garantiert keine Wählerstimmen zurück. Wie wäre es wenn die SPD statt dessen anhand des Piraten-Wahlprogramms ein wenig ihre eigenen inhaltliche Leere überprüft?

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jjs 19.09.2011, 15:34
13. Ob sie dauerhaft bleiben, wird man sehen...

Meiner Meinung nach koennten die Piraten sich neben den etablierten Parteien CDU/CSU, SPD, Gruene, FDP und Linke dauerhaft etablieren, wenn sie in der nahen Zukunft keine allzu grossen Fehler machen. Sie koennten wie die Gruenen eine Generation zuvor einen schrittweisen Aufstieg schaffen, wenn sie erstens die Partei ihrer Generation werden, so wie die Gruenen immer noch teilweise die Partei der Generation der Alt68er ist, wenn sie es zweitens schaffen, gewisse Themenbereiche fuer sich zu vereinnahmen (Man setzt Umwelt mit den Gruenen gleich, innere Sicherheit mit CSU und CDU; absolute Freiheit im Internet, kostenloser Nahverkehr und kostenloses Internet sowie eine Verbesserung der Schulbildung koennten ihre Themen werden. Kostenloser Nahverkehr ist eine interessante Idee -- damit wuerden sicherlich mehr Leute auf das Auto verzichten und damit koennten sie eines Tages dank dieser Umwelt-Schnittmenge leichter in eine Koalition mit Gruenen und SPD eintreten.) aber gleichzeitig sich themenmaessig breit aufzustellen (1-2 Themen reichen nicht aus, das sah man beispielsweise an der Schill-Partei.), und wenn sie es drittens im Laufe der Jahre schaffen, ein paar eloquente und integre Fuehrungskraefte ins Scheinwerferlicht der Medien zu ruecken (So wie die Gruenen einst Joschka Fischer hatten, Die Linke in ihrer Anfangszeit von Oskar Lafontaine und Gregor Gysi gefuehrt wurde.) Wenn eine dieser Bedingungen nicht erfuellt ist, werden sie dagegen wie so viele andere Parteien auch, die anfangs vom Protest gegen die etablierten Parteien profitieren konnten, wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden oder vielleicht noch in einem Regionalparlament ein paar Legislaturperioden vor sich hinduempeln (so wie die Schill-Partei nach dem Skandal zwischen Schill und von Beust).

Auf alle Faelle freut es mich aber, dass es dieser Piraten-Partei gelungen ist, Nichtwaehler zur Urne zu bringen und die Protestwaehler an sich zu binden, nicht dass diese zu den extrem Linken oder Rechten laufen.

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hoppeditz2 19.09.2011, 15:36
14. BGE - kluge Köpfe???

Zitat von darkwingduck
Das "bedingungsloses Grundeinkommen" wird von vielen klugen Köpfen gefordert. Es würde zum beispiel den riesigen Verwaltungswasserkopf bei H4 reduzieren.
Nennen Sie mir EINEN solchen klugen Kopf.

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HansC 19.09.2011, 15:37
15. Berlin Berlin

Vielleicht liegt es ja an der Berliner Art(obwohl es mir nicht so geht). Aber scheinbar zieht Provokation als Wahlkampfmittel sehr gut. Zum einen hat man Herrn Wowereit(der ja politisch nun wirklich nichts in seinen Amtsjahren erreicht hat) wiedergewählt. Und das Attribut welches man von Wowi-Wählern öfter hört, ist, dass er ja so locker sei, wegen der Partys und so.

Außerdem bekommt noch eine Spass-Partei einen erheblichen Stimmenanteil die maßlose Forderungen wie ein bedingungsloses Grundeinkommen und freier ÖPNV stellt. Abgesehen von den Skandalen um Interviews für Rechte und diese Taußgeschichte.

Die Wähler haben gesprochen. Soll alles so sein. Und gemeckert wird auch immer, vollkommen okay. Wirklich wundern sollte man sich aber besser nicht mehr. ;)

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e-ding 19.09.2011, 15:37
16. ...

Zitat von Heinz-und-Kunz
Sie haben zwar einige arg merkwürdige Ansichten -bedingungsloses Grundeinkommen, Rauschkunde-Unterricht in der Schule, ein Herz für Hausbesetzer- aber eine technikfreundliche Partei wäre ein lange überfälliges Gegengewicht zu den technikfeindlichen Grünen. Hätten die SPD und CDU diese Rolle besser nicht aufgegeben, um auf Grün-light zu machen.
Sehe ich auch so. Die Piraten haben durchaus brauchbare Ansätze (z.B. Real-Säkularisierung). Leider sind einige ihrer Ziele im Schnitt aber eben eher links, als liberal und damit für mich keine wählbare Alternative. Bin dennoch froh über ihren Einzug ins Abgeordnetenhaus, gerade weil auch kräftig im Lager der Grünen gewildert worden ist.

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LJA 19.09.2011, 15:39
17. Das mit dem

bedingungslosen Grundeinkommen finde ich sehr schön. Ich hab' nämlich auch keine Lust mehr zum Arbeiten.:)
Aber ernsthaft, auch dort wird noch ein Lernprozess einsetzen, wenn die Piraten in ihren ersten Haushaltsberatungen dann merken, dass man dort die Mittel nicht einfach beschließen kann.
Positiv ist auf jeden Fall, dass hier eine Gruppierung am Werke ist, welche nicht per se die Technikfeindlichkeit von Grünen und großer Teile der SPD mitbringt. Anders als die dort dominierenden Lehrer, Sozialarbeiter, Gewerkschaftler und Medienschaffenden wissen sie vermutlich auch, wie hart man sein Geld außerhalb des ÖD verdienen muß. Wenn sie dann noch ein Gegengewicht gegen die Öko-Romantik bilden können, welche derzeit die Grundlagen unserer Industrienation zu zerstören droht, dann wäre das sogar sehr positiv.

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BDenklich 19.09.2011, 15:39
18. Alles wie gehabt ...

Ich sag’s mal so – die Piraten-Partei ist nur eine logische Konsequenz des langjährigen Politikversagens der „Etablierten“ auf ganzer Linie ... dazu kommt natürlich, dass alles, was von „den Alten“ kommt, ja erstmal per se „doof und überholt“ ist ... Hatten wir doch in der Vergangenheit auch, zu meiner „aktiven“ Zeit waren das dann eben die Grünen. Also, weshalb sollte sich so ein immer wiederkehrendes Phänomen ändern? Leider oder besser zum Glück werden sich auch die Piraten der Realität stellen müssen – von daher wäre sogar „Regierungsmitverantwortung“ wichtig, denn soviel ist klar: Nichts schmerzt mehr, als der Aufprall auf dem Boden der Tatsachen ... Und der ist eben gepflastert mit lästigen Dingen, wie unter anderem der Sozial-, Gesundheits-, Bildungs-, Wirtschafts- und Steuerpolitik – und damit verbunden nicht zuletzt mit der Generierung von Einnahmen, die den gern getätigten Ausgaben vorangehen müssen ... Also ob es sich um eine Freibier- und Lametta-Politik handelt, wird sich zeigen. Unwissenheit über den Schuldenstand Berlins bei Andreas Baum, immerhin ja Chef-Pirat, ist auf jeden Fall nicht die beste Voraussetzung – obwohl, in der Opposition hilft das eventuell sogar.

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yk_inc 19.09.2011, 15:39
19. Eben nicht Herr Müller

Zitat von
Die etablierten Parteien mahnen bereits. Der Berliner SPD-Chef Michael Müller hält den großen Zuspruch für die neuen Kollegen im Parlament für eine "bedenkliche Entwicklung". Er nannte die Piraten im RBB eine "inhaltsleere Partei". Junge Leute sähen in ihr offenbar eine "schicke, hippe Alternative und ein Form der Protestwahl".
Eben NICHT Herr Müller, genau genommen ist es eher verkehrt herum, und zwar, dass wir junge Menschen in Ihrer Politik keinen Sinn mehr sehen. Auch, weil ich die "Piraten" wähle, heißt es nicht gleich, dass ich keine Achung von Politik habe - ich bitte sie. Sie haben offenbar keine Bindung mehr zur Zukunft Deutschlands, das werden auch ihre Stammwählerschaften irgendwann erkennen müssen.

Wir brauchen eine intelligente neue Partei, die die Demokratie fortschrittlicher macht, und die fundamentale Idee der Piraten sprechen dafür.

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