Forum: Politik
Pirinçci und die Meinungsfreiheit: Der Buchhändler als politischer Richter

Wo ist das Feuilleton, wenn man es mal braucht? Der Buchhandel hat alle Bücher des Skandalautoren Akif Pirinçci aus dem Verkehr gezogen. Niemand scheint es zu stören, wenn Vertriebsleute plötzlich Politurteile sprechen.

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jeanduchamp 10.11.2015, 13:55
1. So funktioniert Kultur

Als Buchhändler hätte ich auch einfach mal keine Lust den Namen des Autors ständig in meinen Regalen oder auf den Tischen lesen zu müssen. Spätestens seit seinem Auftritt bei dem Dresdner Klübchen nervt er nur noch. Keinen Buchhändler kann man übrigens in die Pflicht nehmen, Verschwörungstheoretisches oder Esoterisches in sein Sortiment aufzunehmen. Schon seltsam, welche Narzissten (JF, Tatjana F., etc.) sich jetzt rührend um das weinerliche Großmaul Pirincci kümmern. Es soll übrigens auch Buchhändler geben, die Jan Fleischhauer' Bücher nicht im Sortiment führen.

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ackergold 10.11.2015, 13:55
2.

Vielleicht sollten Sie mal besser recherchieren. Es stimmt einfach nicht, dass Pirinçcis Bücher nicht mehr gekauft werden können und die Aussage, "der deutsche Buchhandel", was auch immer das sein soll, habe "beschlossen, keine Bücher des Schriftstellers Akif Pirinçci mehr auszuliefern" ist hanebüchen. Tatsächlich können die Bücher problemlos nach wie vor gekauft werden, entweder direkt beim Verlag, oder über einschlägige Webseiten. Auch Ebay ist voll von Pirinçci-Büchern. Eine Zensur liegt also nicht vor. Verboten wurde auch nichts.

Vielmehr sollte man denjenigen Respekt zollen, die unter Inkaufnahme eigener Verluste darauf verzichten, Bücher eines ultrarechten Autoren zu verkaufen. Das sind rein private und legitime Entscheidungen. Ich habe übrigens meine Pirinçci-Bücher in die Tonne gekippt. Das ist mein gutes Recht, auch wenn es Herr Fleischhauer nicht wahrhaben will.

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flitzpane 10.11.2015, 14:00
3. Ja, die Meinungsfreiheit bleibt schnell auf der Strecke

Die kann auch mal wehtun, das ist klar. Aber man sollte Herrn Pirinci nicht ohne Not zum literarischen Märtyrer stilisieren. Es gibt wichtigere Themen in der Flüchtlingsfrage und noch keine Antworten (schön dazu http://wp.me/p14g2B-zM)

Grüße,
flitzpane

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Wofgang 10.11.2015, 14:00
4.

Was dem Jan nicht alles missfällt. Jeder Händler darf entscheiden, was er verkauft. Der Schuhhändler, der Metzger, Supermarkt. Nur weil ich beim Metzger kein geschächtetes Lamm oder Hund bekomme ist das noch lange keine Zensur.

Wer die Bücher will kann sie jederzeit direkt beim Autos erwerben. Verlegen und Verkaufen muss niemand Werke von einem Mann, der bedauert, dass die KZ's nicht mehr in Betrieb sind.

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Suppenelse 10.11.2015, 14:03
5. Danke

Der Kommentar stellt die richtigen Fragen. Ursache des plötzlich Konsens scheinenden Boykotts? Das ist nicht schwer zu beantworten. Die Vertriebe und Händler haben schlichtweg Angst vor der Reaktion eines vermeintlich tugendhaften Mobs, wenn herauskommt, dass man die Entscheidung für Kauf oder Nicht-Kauf nach wie vor dem Kunden überlassen möchte, anstatt den Autor zu boykottieren.

Wer will schon einem der berüchtigten Shitstorms zum Opfer zu fallen? Und welche Macht diese haben, wenn der (digitale) Pöbel erstmal einen solchen vom Zaun gebrochen hat, lässt sich in regelmäßigen Abständen beobachten.

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edelamsee 10.11.2015, 14:04
6. Was für einen Unsinn

Bei Amazon gibt es seine Bücher immer noch.

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Al.Ba. 10.11.2015, 14:06
7. Wenn die

Seine Bücher nicht Verkaufen wollen kann sie doch keiner dazu zwingen.

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HerrSchubidu 10.11.2015, 14:08
8. Mitleid wenig, aber

dieser scheinbar nicht sehr intelligente und wirre Autor hatte eben Pech, dass er einen Bergriff aus der bösen Vergangenheit verwendete und zugleich noch auf der falschen Veranstaltung auftrat. So etwas wird hierzulande mit Entzug der Existenzgrundlage bestraft. Ist doch eine prima Drohszenario für alle anderen, die überlegen sich öffentlich zu äußern.

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AllesnureinWitz 10.11.2015, 14:09
9.

Seit wann haben Buchhändler die Pflicht, ein Buch verkaufen zu müssen? Man kann den Händlern höchstens vorwerfen, überhaupt jemals Pirinccis Hetzschriften gegen Minderheiten verkauft zu haben, und erst jetzt reagieren.
Kein Autor hat das Recht auf den Vertrieb seines Werkes. Hier eine Gedankenpolizei oder ähnliches hieinzuphantasieren ist lächerlich.

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