Forum: Politik
Plagiatsvorwurf: Guttenberg in der Schummel-Falle

Der Verteidigungsminister steht unter Druck: Karl-Theodor zu Guttenberg hat in seiner Doktorarbeit ausführliche Zitate und ganze Textbausteine verwendet, ohne die Urheber zu nennen. Plagiatsjäger wittern Schummelei. Was ist dran an den Vorwürfen?

Seite 22 von 64
werner3 16.02.2011, 19:03
210. Ein echt starkes Stück. Hat man da noch Worte?

Das Ausmaß des Betrugs wird am besten in der Süddeutschen gezeigt. Beispiel Seite 10-11

Zitat:
"Mit kleinen Abwandlungen übernimmt Guttenberg aus den Aufsatz des Politologen Hartmut Wasser insgesamt 44 Zeilen. Nur das Zitat von ... wird korrekt mit Verweis auf den Wasseraufsatz zitiert."

Ein echt starkes Stück. Hat man da noch Worte?

http://www.sueddeutsche.de/app/subch...ik/guttenberg/

Beitrag melden
marks & spencer 16.02.2011, 19:04
211. re

Es kommt darauf an, wie viel kopiert wurde. Wenn es schon in der Einleitung losgeht, sehe ich schwarz für Guttenberg. Das ist dann doch eine Nummer zu heftig für eine Doktorarbeit.

Beitrag melden
aatvf 16.02.2011, 19:04
212. Das Promotionsrecht der Universitäten hat versagt

Die Universitäten wollen ja keine externe Qualitätsicherung. Dann wäre ja das alleinstellungsmerkmal "Promotionsrecht" ggf. in Gefahr.
Unabhängig ob der Minister nun geschummelt hat oder nicht, alle, die sich nicht durch dritte kontrollieren lassen sind suspekt.
Insofern hat die Universität Bayreuth auch versagt!

Beitrag melden
tzünisch 16.02.2011, 19:04
213.

Zitat von loncaros
Dieser Forenthread ist deprimierend. Da verteidigt die Masse doch tatsächlich die Leute, die sie nach Strich und Faden bescheissen wollen wenn sie selbst beim Schummeln erwischt wird.
Andererseits ist der thread aber auch hochinteressant.

Ganz besonders die Beiträge, in denen argumentiert wird, daß "ein bißchen" bescheissen nicht so schlimm sei bei "470 Seiten und 1200 Quellenangaben".

Als Nichtakademiker wurde mir von vielen Akademikern (gemäß deren eigener Aussage) ein Einblick in die Welt und die Denkweise von Akademikern gestattet.
Wenn ich bisher immer einen gewissen Respekt für jemanden empfand, der den Doktorgrad führen durfte, schwindet dieser Respekt mit jedem Beitrag den ich lese.
"Abkupfern","schlampig arbeiten","nur eine Gliederung und ein schlüssiges Gesamtkonzept benötigen" scheint ja Gang und Gäbe zu sein.

Dann sind ja diejenigen die sich wirklich Mühe geben mit ihrer Doktorarbeit wirklich die Trottel des akademischen Betriebes (ich bitte im Voraus jeden um Verzeihung, den ich jetzt getroffen habe - aber es stimmt leider).

Beitrag melden
konserv1 16.02.2011, 19:06
214. "Wissen" - und das was man tut sind zweierlei

Für eine Doktorarbeit muss man unterschreiben, dass man diese eigentständig erstellt und dass Zitate angegeben sind. Wer kopierte Passagen in seiner Arbeit hat und diese nicht als solche kennzeichnet, hat ein Plagiat erstellt. Dabei ist es unerheblich, ob Herr Guttenberg ein "enormes Wissen" oder ein "unterdurchschnittliches Wissen" hat.
Niemand ist gezwungen eine Doktorarbeit zu schreiben. Wer sich nicht an die Vorraussetzungen halten will und kann, sollte keine Doktorarbeit schreiben. Wer Plagiate erstellt, dem gehört der Doktortitel aberkannt.

Zitat von charly schorr
Ich bin ca. 30 Jahre älter als er. Ich kannte Herrn Dr. Guttenberg schon bevor er einen "Dr."-Titel trug. Er hat ein enormes Wissen, ... Die Menschen haben schon ein großes Gespür dafür, ob jemand was drauf hat, nicht nur an Faktenwissen sondern auch in Überzeugungen und dem Willen zu positiver Veränderung.Deswegen steht er da wo er steht. KT halte aus!!!
Betreff "Die Menschen haben schon ein großes Gespür": Die meisten Menschen halten Herrn Guttenberg für einen Blender.

Ich halte ihre gesamte Darlegung im übrigen für geradezu schäbig. Die niedrigen Maßstäbe an das wissenschaftliche Erstellen einer Doktorabeit legenn sie wohl nur bei Herrn Guttenberg an.

Beitrag melden
BartSimpson 16.02.2011, 19:07
215.

Zitat von Marshmallowmann
Völlig irrelevant. Sobald man ein Wort im Satz ändert ist es ein anderer. Punkt. Keine Diskussion. Ausserdem sind 99% der 'wissenschaftlichen Arbeiten' ganz sicher NICHT pure eigene Forschung, da das völlig unmöglich ist, kommen sie mal selbst auf sämtliche Formeln in der Physik oder Mathematik. Ist bei Guttenbergs Arbeit kein Untschied. Vielleicht erstmal informieren ?
Ist doch am Thema vorbei. Sie müssen nicht auf alle Formeln, Theoreme usw. selbst kommen, aber wenn man z. B. in einer math. Arbeit eine Formel verwendet, dann schreiben man auch jedesmal dazu, woher man sie entnommen hat, außer die Formel ist derart elementar und geläufig, dass dies nicht nötig ist, da der Ursprung dieser Formel jedem Fachmann sofort klar ist.

Aber mir persönlich ist es ziemlich egal, ob zu Guttenberg nun geschummelt hat oder nicht. Halte ihn so oder so für einen fähigen Mann, und das hat nun wirklich absoluten Seltenheitswert. Und wenn sich herausstellt, dass es nur diese wenigen Stellen waren, dann halte ich in Anbetracht der Länge seiner Arbeit die Erklärung anhand von Flüchtigkeitsfehlern für sehr glaubhaft. Kann mir gut vorstellen, dass das bei den meisten Arbeiten dieser Art vorkommt.

Stellt sich mir die Frage, ob es diesen beiden Juriste wirklich nur um das Aufdecken der wissenschaftlichen Verfehlungen Guttenbergs geht, wie sie behaupten. Das würde man nur dann machen, wenn man sich des Vorwurfs der systematischen Schummelei wirklich sicher wäre. Wenn das der Fall ist, wird man Herrn zu Guttenberg wohl die Doktorwürde aberkennen. Ich tippe mal, dass es nicht so ist. Nun, wir werden ja sehen.

Beitrag melden
OlafKoeln 16.02.2011, 19:07
216. ...

Zitat von sysop
Der Verteidigungsminister steht unter Druck: Karl-Theodor zu Guttenberg hat in seiner Doktorarbeit ausführliche Zitate und ganze Textbausteine verwendet, ohne die Urheber zu nennen. Plagiatsjäger wittern Schummelei. Was ist dran an den Vorwürfen?
In dem Umfang ist ein "Versehen" wohl auszuschliessen. Und wörtliche Zitate sind noch besonders - nicht nur durch Fußnoten - zu kennzeichnen. Und jeder, der schon einmal eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben hat, weiß, dass man 1. mit wörtlichen Zitaten besonders sorgfältig umgeht und 2. die auch sofort beim Schreiben (oder pasten) entsprechend kennzeichnet.

Bei einem (aufgeflogenen) "Versehen" diesen Umfangs würde kein Diplom-, Bachelor- oder Masterabsolvent mit seiner Abschlußarbeit davonkommen. An Disserationen sind noch höhere Ansprüche zu stellen.

Jeder normale Absolvent würde wohl seinen Dr. verlieren. Mal sehen, aber in Bayern sind ja alle gleich, manche Freiherrn sind vielleicht gleicher.

Übrigends typisch, dass sich viele lieber auf die Überbringer der schlechten Nachricht stürzen, als das Tun des Polit-Pop-Stars kritisch zu hinterfragen.

Beitrag melden
Spartacus36 16.02.2011, 19:07
217. So sehe ich es auch

Zitat von sf4000
...wirklich erschreckend ist, wie viele hier im Forum ein solches Verhalten verharmlosen.
Unfassbar, welche Argumente hier im Dutzend gebracht werden, die dieses Verhalten völlig verharmlosen. Ich hatte bisher gar nichts gegen Guttenberg und will seine politischen Leistungen hier gar nicht beurteilen. Aber wie heruntergekommen ist unser Land. So ziemlich der höchste Anspruch, den man hier stellen kann, ist der Anspruch an eine Doktorarbeit. Das ist ja keine Präsentaion eines Schülers, obwohl man da ab einem gewissen Alter auch Ansprüche stellt. Nein, es handelt sich um den Nachweis des wissenschaftlichen Arbeitens und nicht umsonst sind dafür sehr strenge Maßstäbe angesetzt. Aber die werden ad absurdum geführt, wenn man nach dem Motto verfährt, "das machen doch fast alle". Es spielt gar keine Rolle wie viele das machen, wer das macht und erwischt wird, dem gehört der Doktortitel abgenommen, weil er die entsprechende Leistung nicht erbracht hat.
Und all die Verharmloser wundern sich dann, warum in unserem Land keine Leistung mehr erbracht wird. Welche Vorbilder haben denn unsere Kinder? Finanzminister, die schwarze Kassen füllten, Kanzler, die ihr Ehrenwort über Recht und Gesetz stellten usw.. Ihr merkt gar nicht, welche Signale damit gesetzt werden. Dass soclhe Dinge vorkommen, ist vollkommen klar, dass sie nicht (oder unzureichend)sanktioniert werden, sondern man sie verharmlost, das ist der Skandal.

Beitrag melden
H.Ehrenthal 16.02.2011, 19:07
218.

Zitat von RioTokio
Weil er ein paar Fußnoten in einer fast 500 Seitigen Arbeit nicht hingeschrieben hat ist er ein Betrüger? Lächerlich. Warten Sie die Untersuchungen ab. Der offenbar linksorientierte Jung-Professor Fischer-Lescano hat ja gnädigerweise die Arbeit inhaltlich nicht als Müll bezeichnet sondern einen gewissen wissenschaftlichen Gehalt festgestellt.
Ist klar.
Wer von 500 Leuten nur 97 umbringt, ist auch kein Mörder.
Iiih, bewahre.
Dazu hätte ALLE umbringen müssen.

"Der Plagiatsvorwurf scheint nach Lage der Dinge unhaltbar. Woher sollte der Mann denn wissen, was ihm in seine Doktorarbeit reingeschrieben wurde?"
Zitat

Beitrag melden
Benjowi 16.02.2011, 19:07
219. Manche haben heftigere Probleme....

Ich halte den Vorwurf zwar für gravierend und zutreffend, auch für problematisch für den Herrn Verteidigungsminister - aber seien wir doch ehrlich: Ein gewisser italienischer Ministerpräsident würde solche Petitessen nicht wirklich als Problem ansehen.......

Beitrag melden
Seite 22 von 64
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!