Forum: Politik
Plan für Misstrauensvotum: Oppositionsführer Corbyn zettelt Revolte gegen Boris Johns
Stefan Rousseau/ REUTERS

Der Plan klingt radikal: Jeremy Corbyn will Premier Johnson aus dem Amt drängen, selbst den Posten übernehmen und so einen No-Deal-Brexit stoppen. Für dieses Vorhaben schwebt ihm eine Multi-Parteien-Allianz vor.

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wmb58 15.08.2019, 09:33
70. Ich finde, Corbyn hat die richtige Strategie

1. B. Johnson wird ausgebremst.
2. Es gibt ein Referendum: man hat die 3 Alternativen: Hard-Brexit, May-Brexit, kein Brexit
3. schnell Neuwahlen.
Da kann schon der eine oder andere Tory mitziehen. Wenn es schnell zu Neuwahlen käme, kann doch eine kurze Episode mit Corbyn von dem einen oder anderen Tory, der gegen den Hard-Brexit ist, als geringeres Übel angesehen werden, als die Knalltüte Boris Johnson.
Ich fände es gut

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k70-ingo 15.08.2019, 09:34
71.

Zitat von Cannonier
...schaut man gerne über die ganz bösen Seiten Jeremys hinweg, hm?
Nö, tut man nicht - weswegen er auch keine Mehrheit hat und auch nicht bekommen wird.

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hanka-matho 15.08.2019, 09:37
72.

Zitat von lesheinen
James C. hat zur Zeit von Theresa May eine phantastisch schlechte Politik hinsichtlich der Brexitangelegenheit gemacht. Schlimmer ging nimmer. Alles nur, um selber Premier zu werden. Ein Lavieren hoch drei, nichts, was auch nur den Hauch von Konstruktivität gehabt hätte. Und dieser Herr kommt jetzt quasi als Retter des Abendlandes daher. Er hätte das, was er jetzt herbeiführen will, in Zusammenarbeit mit Theresa May längst umsetzen können. Natürlich war sie eine poliitsche Gegnerin, aber nicht alles, was der politische Gegner zuwege bringt, ist per se schlecht. Er ist genauso ein Banause wie Cameron, der Erfinder des Referendums, Rees-Mogg, Boris Johnson und nicht zu vergessen, dieser Nigel Farage. Ich bin ja nicht so ganz des Englischen mächtig, denke aber, das spricht man "Verasch" aus. Ohne "r" wohlgemerkt, wegen der Korrektheit.
Dem kann man nur zustimmen - allerdings würde ich die Zeit, in der er ernsthaft handeln konnte ab der ersten Abstimmung datieren. Theresa May hat auch aus reinem Macht - Tory Poker sich den Hardliners ihrer Partei an den Hals geworfen - aber dann einen Deal verhandelt, der ja wirklich das Referendum garnicht so schlecht wiedergab. - Aber das hätte in vorbereitung und Absprache mit den anderen Parteien des Parlaments geschehen müssen. Nach der Wahl 2017 hat sie sich mit der DUP dann endgültig selber Matt gesetzt. In der ganzen Zeit der Verhandlung gab es keine Abstimmung mit Labour. Corbyn wiederum hat es verfehlt bei den free votes eine vernünftige Linie zu zeigen. Dadurch kam es zu dem Ergebnis, dass das Parlament gegen alles gestimmt hat. Ein PM muss Wege zeigen und dafür Mehrheiten gewinnen, nicht Antimehrheiten.

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hardy.stiefel 15.08.2019, 09:39
73. Seit Jahren

schreibe ich mir die Finger wund. GB hat über den Brexit entschieden, ohne dabei die Art des Brexit zu bestimmen. Für mich damit klar, dass über das Verhandlungsergebnis nochmals abgestimmt wird. Was für mich wirklich demokratisch wäre. Aber das Parlament hat sich anders entschieden. Aber warum sollen denn die Bewohner von GB entscheiden, wenn selbst ihre Volksvertreter dieses Abkommen aus parteitaktischen Gründen immer wieder ablehnen und konstruktive Zusammenarbeit innerhalb des Parlamentes meiden wie der Teufel das Weihwasser? Weil es für mich die Konsquenz wäre. Zunächst wird das Volk befragt, ob es eine Brexit möchte und dann wird über das Verhandlungsergebnis abgestimmt. Aber auch immer mit der Frage verbunden, wenn dieser Vertrag nicht durch das Volk angenommen wird, soll dann der Brexit ohne Vertrag erfolgen oder GB doch in der EU verbleiben. Diese Wahlmöglichkeit darf nicht fehlen. Fürchte aber, dass die alles entscheidende Fragestellung bei dieser Art von direkter Demokratie wieder mal so unverbindlich formuliert ist, dass es am Schluss viel zu beliebig ist, um mit dem Ergebnis sicher politisch arbeiten zu können.

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M. Vikings 15.08.2019, 09:40
74. Noch so ein Spinner.

Er hat doch die Möglichkeit gehabt,
mit May eine Mehrheit für das verhandelte Austrittsabkommen
zu organisieren.
Bei zwei Gesprächen hat er sie abblitzen lassen.
Und jetzt hat er Angst vor einem No-Deal-Brexit?
Ein besseres Abkommen bekommt er auch nicht.
Er hat seinen Teil dafür getan, dass Johnson jetzt Premier ist.
Der Posten des Premiers ist denen allen wichtiger als ihr Land.
Was sind das nur für Parteien,
die solche Spitzenpolitiker hervorbringen?
Schrott wohin du guckst.

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Emderfriese 15.08.2019, 09:43
75. Engelchen

Zitat von Cannonier
...schaut man gerne über die ganz bösen Seiten Jeremys hinweg, hm?
Das ist die Hybris im Denken vieler Foristen: Man muss nur einem Trump oder wie hier einem Johnson das bildhafte Böse eines Sozialisten - hier: Corbyn - gegenüberstellen, schon sind die eben noch größten Teufel liebe kleine Engel.
Gestern noch war Johnson das Schrecklichste, was sich zumindest die deutschen Remainer vorstellen konnten - heute ist es ein Corbyn! Aber nicht, weil er radikaler als Johnson vorgehen würde, sondern schlicht wegen "sozialistischer" Ideen... da bevorzugt man doch lieber einen Bojo, selbst wenn dessen Pläne alles gegen die Wand fahren.

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frenchie3 15.08.2019, 09:44
76. @36 Lieblingsthema?

Zitat zu Bändchen am Arm: "Der Davidstern lässt grüßen". Elegant geschafft Schwachsin unterzujubeln

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hanka-matho 15.08.2019, 09:47
77.

Zitat von milpark
Auch wenn es für manche ärgerlich ist, die Briten haben sich für einen Austritt aus der EU entschieden und zwar mit einer Mehrheit von 52%. Das ist jedenfalls deutlicher als die 51,3% für die neue Chefin der Kommission, die dazu schlicht und korrekt anmerkte "Mehrheit ist Mehrheit". Und bisher ist auch noch keine Forderung nach Neuwahl dieser Position bekannt geworden.
Wenn sie schon Prozentunterschiede im null - Kommabereich vergleichen, dann sollten beide Werte die gleiche Genauigkeit vorweisen: Brexit Mehrheit 51,9 % - vs. vdL Mehrheit 51,3 %. Macht 0,6 % Unterschied - bahnbrechend - nur mit dem Unterschied - vdL wird nach Ablauf der Amtszeit ersetzt. Was ersetzt den Brexit? Desweiteren vergleicht man natürlich auch Äpfel mit Birnen - das eine war eine Volksbefragen, das andere eine Abstimmung der vorsortierten MEPs.

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geboren1969 15.08.2019, 09:48
78. NHS-Lüge die Zweite.

Der NHS wurde in den letzten Jahren unter der Tory-Regierung schon massiv ausgedünnt. Immer weniger NHS-Gesundheitszenten, immer weitere Wege zur medizinischen Grundversorgung, immer weniger Personal. Es ist hinreichend bekannt, dass die Torys den NHS am liebsten ganz privatisieren wollen. Was soll diese erneute Lüge. Es ist nach dem BREXIT schlicht kein Geld da, um das mittlerweile marode System zu sanieren. Wo will Johnson denn all das Geld hernehmen? Er verspricht grossmäulig Milliarden für die Landwirtschaft, die Forschung, den NHS, die Polizei. Allein das Geld ist jetzt nicht vorhanden und nach einem Hard-BREXIT noch viel weniger. Den NHS belastet zudem eine massive Personalflucht von Mitarbeitern, die aus EU-Ländern kommen. Teils offene Fremdenfeindlichkeit und kein Plan für eine tragfähige Zukunft in UK ist für viele NHS-Beschäftigte aus EU-Staaten der Grund nach den Niederlanden oder nach Deutschland abzuwandern, wo sie geschätzt und zudem besser bezahlt werden. Ich bin Deutsch-Brite, besitze also beide Pässe und habe bisher je 6 Monate pro Jahr in London beim NHS und im deutschen Rettungsdienst als Paramedic/Rettungsassistent gearbeitet. Seit März 2019 habe ich die Stelle beim NHS gekündigt und arbeite nun ganzjährig in Deutschland. Eine vernünftige Zunkunftsplanung war im Vereinigten Königreich schlicht nicht mehr möglich. Ich wünsche Corbyn viel Erfolg für sein Vorhaben, auch wenn ich ihn nicht in allen politischen Fragen unterstützen kann. Ein Hard-BREXIT ist der Untergang des UK.

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syracusa 15.08.2019, 09:49
79.

Zitat von FrankDunkel
Oliver Cromwell war - bei all seinen Fehlern - ein großer Reformator, der zu Recht in den Geschichtsbüchern steht.
Cromwell steht aus ganz ähnlichen Gründen zurecht in den Geschichtsbüchern wie Franco oder Mussolini. Immerhin hat er das erste faschistische Regime der Neuzeit errichtet.

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